HF 18 Block 03 Pneumonien Vorlesung
Lernkartei zur Vorlesung Pneumonien
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Lernkarten
Was gehört zu den oberen Atemwegen?
- Nase
- Mund
- Rachen
Was gehört zu den unteren Atemwegen?
- Luftröhre (Trachea)
- Bronchien
- Bronchiolen
- Respiratorische
- Bronchiolen
- Alveolen
Die linke Lunge hat 3 Lappen, die rechte 2
Wie verläuft der Luftwegt in die Lunge?
- Trachea (mit Knorpelspangen)
- Hauptbronchien (Lungenflügel) (mit Knorpelspangen)
- Lappenbronchien (Lungenlappen) (mit Knorpelspangen)
- Segmentbronchien (Lungensegmente) (mit Knorpelspangen)
- Bronchiolen (ohne Knorpelspangen)
Was sind die Alveolen?
Die Lungenbläschen
Was bedeuted Ventilation?
Zu- und Abführen von Atemgasen über die Atemwege (Belüftung)
Was bedeuted Perfusion?
An- und Abtransport der Atem- und Blutgase durch das Blut (Durchblutung)
Was bedeuted Diffusion?
Austausch der Atem- und Blutgase über das Lungengewebe (Alveolen) (Gasaustausch)
Welche Schutzmechanismen hat die Lunge?
Schleimschicht (aus den Bronchialdrüsen (Becherzellen) kein direkter Kontakt mit Gewebe Sedimentation von Fremdkörpern)
Zilien (Flimmerepithel Schleimtransport Richtung Mund)
Hustenreflex (Aushusten des Schleims )
Was sind die Alveolarmakrophagen?
Die Fresszellen der Alveolen
Welche anderen Schutzmechanismen auf Zellulärer Ebene hat die Lunge?
Plasmazellen (IgA und IgG-Sekretion)
Lymphozyten (Bronchus-assoziiertes lymphatisches Gewebe (BALT))
Neutrophile Granulozyten (Wand der Alveolarkapillaren (50% der gefässwand- ständigen Leukozyten))
Mastzellen (Interstitium und Bronchialschleimhaut )
Was ist eine Pneumonie?
Akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes, verursacht durch eine Infektion (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten), durch Einatmen chemischtoxischer Substanzen (Gase, Stäube, Mageninhalt), physikalische Einwirkungen (Strahlung) oder immunologische Prozesse (Allergie).
Was für Ursachen kann eine Pneumonie haben?
- Infektionen: Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten
- Physikalische Noxen: Fremdkörper, Strahlung
- Chemische Noxen: Reizgase, Aspiration von Magensaft
- Kreislaufstörungen: Infarktpneumonie, Stauungspneumonie
- immunologisch („allergisch“): z.B. Farmerlunge
Welche Erreger können eine Pneumonie auslösen?
Vorallem Bakterien, aber auch Viren, Pilze und Parasiten.
Was unterscheidet den Bronchiolus vom Bronchus?
Der Bronchiolus besitzt keinen Knorpel.
Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Pneumonie?
Primäre ist ohne vorerkrankung, sekundäre tirtt bei einer bestehender vorerkrankung auf.
Was ist der unterschied zwischen Pneumonitis und Pneumonie?
Pneumonie setzt einen Befall mit Krankheitserregern voraus.
Je nachdem, wo die Entzündung der Lunge auftritt, nennt man sie:
- Lobärpneumonie
- Bronchopneumonie
- alveoläre / interstitielle Pneumonie
- Pleuropneumonie
- Lungenabszess
- Kaverne
Welche Verlaufsformen bei der Pneumonie gibt es?
typische Pneumonie,
atypische Pneumonie
Was bedeuted CAP?
community-acquired pneumonie (CAP) = ausserhalb eines Spitals erworben
Was bedeuted HAP?
hospital-acquired pneumonia (HAP) im Spital erworben (nosokomial)
Die CAP ist die weltweit häufigste, letal verlaufende, Infektionserkrankung in Industrieländern .
Was ist der Haupterrreger, der für eine CAP verantwortlich ist? (50% - 70%)
Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken)
Wie werden die CAP erreger übertragen?
Tröpfcheninfektion
In welchen Phasen verläuft eine typische Pneumonie?
- Anschoppung Hyperämie, Exsudation von Fibrin in Alveolen Sunden bis ca. 1.Tag nach Infektion
- Rote Hepatisation Einwanderung von Leukozyten und Erythrozyten Gewebe wird verfestigt, rot 2. – 3. Tag
- Graue /gelbe Hepatisation Neutrophile Granulozyten (Eiter) nach 4. – 8. Tag
- Lyse Makrophagen, Reparationsphase Wiederherstellung des Ursprungs ab ca. 8. Tag (2 – 4 Wochen)
Wie verläuft eine typische Pneumonie in einer Klinik?
- plötzlicher Beginn
- hohes Fieber mit Schüttelfrost (innert Stunden meist um 40°C)
- schweres Krankheitsgefühl
- zunehmender Husten erst trocken, nach 2 – 3 Tagen produktiv
- Atemnot, Tachypnoe, Tachykardie
- evt. Verwirrung (Sauerstoffmangel)
- evtl. atemabhängige Schmerzen (Begleitpleuritis)
Was sind Risikofaktoren der typischen Pneumonie? Bei welchen ist ein schwerer Verlauf oder Kompliaktionen zu ertwaren?
- Rauchen
- Vorbestehende Atemwegserkrankungen (COPD)
- Alter, Immunschwäche, schwere Vorerkrankungen
- St. n. Splenektomie (Milz-Entfernung)
schwerer verlauf/komplikationen zu erwarrten
- Alter über 65 Jahre
- Schwerwiegende Vorerkrankungen (Tumorerkrankung, Herzinsuffizienz, Leber- / Nierenerkrankungen)
- Tachypnoe (Frequenz > 30/Min)
- Immunschwäche
- Kreislaufstörungen
- Körpertemperatur über 40°C
Was sind die Komplikationen der typischen Pneumonie?
- Verschlimmerung der Grunderkrankung (z.B. Herzinsuffizienz bis hin zum Herzversagen, COPD bis hin zum respiratorischen Versagen)
- Sepsis (bakterielle Streuung => bakterielle „Blutvergiftung“)
- Lungenabszess mit Zerstörung von Lungengewebe
- Lobärpneumonie (Befall eines ganzen Lungenlappens)
- Chronifizierung: Lungengewebe vernarbt (carnifizierende Pneumonie)
- Pleuraerguss / Pleuraempyem (Eiteransammlung in der Brusthöhle: „Eiterbrust“)
Was ist eine Interstitielle Pneumonie?
Keime gelangen ins Interstitium resp. werden von Alveolarmakrophagen (Fresszellen) aufgenommen und ins Interstitium „verfrachtet“ Die Entzündung findet nicht in den Alveolen sondern im Interstitium statt.
Infektion/Entzündung betrifft nicht Alveolen, sondern die Alveolarwände und das dazwischen gelegene Bindegewebe!
Wie ist der Verlauf bei einer atypischen Pneumonie (Interstitielle Pneumonie)
- schleichender Beginn
- kein oder wenig Fieber
- geringer Husten / trockener Husten
- langsam zunehmende Atemnot
- Allgemeinsymptome (Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, anfangs mässiges Krankheitsgefühl)
Wie wird eine CAP diagnostiziert?
- Hauptkriterium: Thorax-Röntgenbild
- Klinik: Fieber
- Husten (trocken oder produktiv)
- Auswurf (schleimig-blutig/schleimig-eitrig)
- Auskultation (Rasselgeräusche)
Diagnose gesichert bei: Röntgenbild positiv + 2 klinische Befunde
Der Erregernachweis bei typischer Pneumonie nur bei schweren Verläufen oder Therapieversagen nötig.
Mit welchen Hilfsmitteln wird bei einer CAP ein Erregernachweis gemacht?
Errregernachweis:
- Sputum
- bronchoalveoläre Lavage
- Pleurapunktat
- Blutkulturen
Antigennachweis
- Bronchialsekret
- Urin
- Serum
Was für therapieformen gibt es bei der typischen Pneumonie?
- ambulant: rasch empirisch hochdosiert Antibiotika per os (Amoxicillin), NSAR, Bettruhe
- bei sonst gesunden Patienten gute Prognose, Letalität um 1%
- Spital: Antibiotika intravenös
Was für therapieformen gibt es bei der interstitiellen/atypischen Pneumonie?
- je nach vermutetem Erreger (Antibiotika, Virostatika)
- meist Hospitalisation notwendig (intensivierte
- v.a. ältere und alte Menschen => Letalität > 60%!
- Erregernachweis eher zu erzwingen
Welche Prophylaxenmassnamen kann man gegen die typische Pneumonie unternehmen?
Man kann gegen Pneumokokken / Hämophilus impfen.
- Empfehlung zur Impfung:
- Alter > 60 Jahre / Kleinkinder (Hämophilus)
- angeborene / erworbene Immundefekte
- schwere chronische Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, COPD, Niereninsuffizienz)
- Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
- St. n. Splenektomie
Zusätzlich jährliche Grippeimpfung empfohlen. (Grippe oftmals Grundlageninfekt für Pneumonie, zudem zusätzliche Schwächung des Patienten)
Bei einer HAP gibt es ein spezielles Erregerspektrum (Spitalselektion).
Wie wird eine HAP übertragen?
- Schmierinfektion (Spitalhygiene)
- oft Mikroaspiration aus Mund-Rachenraum
- hämatogen (Katheter, sehr selten)
- oro- / nasotracheale Tuben als Infektschiene Spezialfall: Ventilator-assoziierte Pneumonie (Intubation)
- Antacida: Säurebarriere im Magen fehlt =>Bakterien aus Magen-Darmtrakt
Was sind die Risikofaktoren für schwere Verläufe bei einer HAP?
- Alter (>60 Jahre)
- schwere Grunderkrankung
- vorbestehende Atemwegserkrankungen (z.B. COPD)
- Herz-Thorax- oder Abdominaleingriffe
- immunsuppresive Therapie / Erkrankung
Wie wird eine HAP in der Regel diagnostiziert?
Problematik: muss auch erkannt werden!!
- neu aufgetretenes Fieber
- ansteigende Infektparameter (CRP, Leukozyten..)
- zunehmende Atemnot, schlechte Sauerstoffsättigung
- regelmässige Auskultation (Rasselgeräusche?)
- Laborkontrollen des Blutes (Infektparameter)
- mikrobiologische Untersuchung von Katheterspitzen (Katheter-Sepsis => Lunge