FHNW Fertigungsverfahren Teil 2

Vorbereitung zum Test Vorlesung Fertigungsverfahren

Vorbereitung zum Test Vorlesung Fertigungsverfahren


S. N.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Fertigungsverfahren für Studierende an der Universität. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Beschichtungsmethoden, wie Lackieren und Galvanisieren, sowie auf Schweiß- und Löttechniken. Die Karteikarten decken Anwendungen in der Elektronik, Luftfahrttechnik und im Maschinenbau ab, wobei Werkstoffe, Farben und spezifische Verfahren wie Laserstrahlschweißen und Ultraschallschweißen im Mittelpunkt stehen. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit der industriellen Fertigung und Materialverarbeitung vertiefen möchten.
Cartes-fiches
62
Utilisateurs
3
Langue
Allemand
Catégorie
Technique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
16.01.2019 / 05.01.2021

Cartes-fiches

Prozesse im Kristallgitter-Einkristall beim plastischen Umformen

Normalspannung führt nur zu elastischer Ausdehnung. Später bilden sich Risse, es kommt zum Bruch(= keine bleibende Umformung da gebrochen)

Schubspannung kann zu abgleitenden Ebenen führen, was eine plastische Verformung ergibt!

Aufgrund von Versetzungen (eindimensionale Gitterfehler) wird weniger Energie (ca. 100x) je Schritt verwendet.

Zwillingsbildung (Umklappen der Gleitebenen) braucht weniger Energie als Abgleiten der ganzen Gleitebene.

Wie entsteht Verfestigung?

Wenn Versetzungen auf Hindernisse wie andere Versetzungen (Kaltverfestigung) oder
Ausscheidungen (Dispersionsverfestigung) auftreffen.

Vorgänge im Kristallgitter-Vielkristalle

  • Aufstau an Korngrenzen -> Druck auf Nachbarkorn -> Verfestigung durch Feinkorn

  • Körner strecken sich und drehen in Verformungsrichtung -> Verformungstextur

  • zusätzliche Verfestigung

ab einem bestimmten Verformungsgrad ist der Werkstoff so hart, dass Verformung nicht mehr möglich ist -> Draht reißt beim Ziehen -> Erschöpfung des Verformungsvermögen

Rekristallisationsglühen

Ist Glühen im Rekristallisationsbereich nach Kaltumformung. Durch Kaltumformung wird das Gefüge von Metallen in der Umformungsrichtung gestreckt, die Festigkeit steigt an. Die Verformbarkeit nimmt jedoch ab. Man bezeichnet dies als Kaltverfestigung.

Nach einem bestimmten Verformungsgrad (werkstoffabhängig), muss nun ein Rekristallisationsglühen durchgeführt werden, um den ursprünglichen Gefügezustand wiederherzustellen.

Versetzungsfreie Bereiche wachsen, Leerstellen klettern an Versetzungen
-Kornneubildung von Keimen aus
-Weiterverformung wird möglich

Was ist der Unterschied zwischen Warm- und Kaltumformen?

Kaltumformung ist Umformmng unter, Warmumformung Umformung über dem Rekristallisationspunkt

Bei der Kaltumformung nimmt die Versetzungsdichte (Gesamtlänge aller Versetzungslinien pro Volumeneinheit) zu, im Gegensatz zur Warmumformung, dort bleibt sie konstant

Was ist wichtig beim Warm-Umformen?

Werkstoff muss warm sein -> Warmumformung -> Formbarkeit nimmt zu und der Energieaufwand beim Umformen ab!

Untergruppen vom Umformen

Druzuzubischub:

Druckformen
Zugdruckumformen
Zugumformen
Biegeumformen
Schubumformen

Untergruppen vom Druckformen

Walzen                Platten, Bleche, Folien, Stahlrohre
Freiformen           Ringe
Gesenkformen    Teile Antrieb Fahrzeuge
Eindrücken          Innensechskant
Durchdrücken

Strangpressen

Fließpressen    Präzisionsrohre, Zahnpastatuben

Untergruppen vom Zugdruckumformen

Durchziehen        Draht, Rohre, Profile
Tiefziehen            Dosen, Karosserie, Helme
Drücken                Kochtöpfe

Kragenziehen       Gewindedurchzug

Knickbauchen       für Rohre

Innenhochdruckumformen Rohre variabler Dicke, Wasserhähne, Fahrräder

Untergruppen vom Zugumformen

Streckziehen

Längen

Weiten

Tiefen  Hohlprägung KFZ Schilder

Untergruppen vom Biegeumformen

Neigen mit linearer Werkzeugbewegung
Neigen mit nicht linearer Werkzeugbewegung

Untergruppen vom Schubumformen

Verdrehen           Bohrer,Propeller
Verschieben        Kurbelwellen

Rückfederung

Jeder Werkstoff federt nach Umformen anders zurück. Bei Konstruktion beachten, dass Werkstück infolge elastischer Biegespannungen nach der Entlastung auffedert. Erforderlicher Winkel am Biegewerkzeug stimmt somit nicht exakt mit gewünschtem Winkel am Werkstück überein.

Rückfederungsfaktor kR:
kR= α2/α1=(r1+0.5s)/(r2+0.5s)

s Blechdicke
α1 Biegewinkel am Werkzeug
α2 Winkel am Werkstück
r1 Innenradius Werkzeug
r2Innenradius Werkstück

Abkürzungen Spannungs-Dehnungs-Diagramm

_Spannungskennwerte_
Rm Zugfestigkeit
ReH obere Streckgrenze
ReL untere Streckgrenze (Hook'sche Gerade)

_Dehnungskennwerte_
A Bruchdehnung (bleibende Dehnung)
At Gesamtdehnung beim Bruch
Ag Bleibende Dehnung (bei Höchstkraft)

Definition von Fügen

  • dauerhaftes Verbinden von zwei/mehreren Werkstücken

  • örtlicher, vermehrter Zusammenhalt

  • Verbindung durch: Hilfsfügeteile (Schrauben, Nieten, etc.) oder Hilfsmittel (Kitt, Schweißzusatz, etc

Verfahren Übersicht von Fügen nach Din 8593

Fügen durch

  • Zusammensetzen
  • Füllen
  • An- und Einpressen
  • Urformen
  • Umformen
  • Stoffverbindungen
    • Schweissen
    • Löten
    • Kleben

Zusätzliche Unterteilung von Verbindungen

  • Lösbar -> lösbar feste Verbindungen (z.B. Nieten)

  • Unlösbar -> lösbar bewegliche Verbindungen (gefügte Teile können gegen einander bewegt werden, z.B. Bewegungsschrauben)

 

  • Formschlüssig: Form der Teile verhindert Trennung

  • Kraftschlüssg (=reibschlüssig): Anpresskräfte verh. Trenn. z.B. Schraubverbindung

  • Stoffschlüssig: Adhäsionskräfte, Kohäsionskräfte z.B. Schweißverbindung

Fügen durch Zusammensetzen

Beim Zusammensetzen wird der Zusammenhalt der Fügeteile durch Schwerkraft (Reibung), Formschluss, Federkraft oder eine Kombination davon bewirkt. Es werden keine Hilfsfügeteile oder Hilfsstoffe benötigt.

Beispiele:

  • Auflegen (z.B. Dichtung auf Zylinderkopf

  • Einlegen (z.B. Kugeln in Kugellager)

  • Ineinanderschieben (z.B. Teleskoprohr)

  • Einhängen (z.B. Zugfeder in Haken)

Kraftschluss

Schraubenverbindung
Klemmverbindung
Kegelverbindung

Stoffschluss

Schweißverbindung
Klebeverbindung
Lötverbindung

Fügen durch An-/Einpressen

Fügeteile werden elastisch umgeformt, Lösen wird durch Kraftschluss verhindert.
Beispiele: Schraub-, Stift-, Press-, Keilverbindungen, Passfeder

Längseinpressen

2 Bauteile werden mit Hilfe einer Presse gefügt: Innenteil erhält eine Einpressfase, verhindert Beschädigung der Bohrung des Außenteils.

Pressverbindungen durch Schrumpfen

Außenteil wird erwärmt (Gasbrenner, induktiv)
Über das Innenteil geschoben
Außenteil schrumpft beim Erkalten

Pressverbindungen durch Kühlen

Innenteil (Welle) wird gekühlt durch z.B. Trockeneis

leichtes Einfügen in das Außenteil
Innenteil dehnt sich aus beim Erwärmen

Fügen durch Füllen

Stoffe werden in hohle oder poröse Körper eingebracht (lösbare Verb.)
Beispiele: Tränken (Sinterwerkstück mit Öl), Einfüllen (Bremsflüssig. in Bremszylinder), Imprägnieren

Fügen durch Urformen

Ein formloser Stoff- wird ein- oder aufgebracht (formschlüssig, unlösbar)
Bsp.: Ausgießen (Lagerschale mit Metall), Ummanteln (Kabel+Kunst.), Eingießen (Stahlpfeiler/Beton)

Fügen durch Umformen

Vorteile: kurze Fügezeit, günstig, unterschiedliche Materialen (ohne Erwärm.), einfache Werkzeuge

Formschlüssige Verbindungen / 3 Verfahren - Fügen durch:
- Umformen drahtformiger Körpern (Flechten, Verseilen)
- Umformen: Blech-, Rohr-, Profilteile (Kerben, Falzen, Wickeln, Verlappen)
- Nietverfahren

Fügen durch Umformen

Vorteile: kurze Fügezeit, günstig, unterschiedliche Materialen (ohne Erwärm.), einfache Werkzeuge

Formschlüssige Verbindungen / 3 Verfahren - Fügen durch:
- Umformen drahtformiger Körpern (Flechten, Verseilen)
- Umformen: Blech-, Rohr-, Profilteile (Kerben, Falzen, Wickeln, Verlappen)
- Nietverfahren

Fügen durch Stoffverbindungen

Stoffschlüssige Verbindungen, grundsätzlich unlösbar: Kleben, Löten, Schweißen

Definition von Kleben

Verbindung gleicher/verschiedener Stoffe (ME, Nicht-ME) durch aushärtende Zwischenschicht Anwendung: Verbinden von Bauteilen, Sichern von Schrauben, Dichten von Fügeflächen

Der Zusammenhalt beim Kleben entsteht durch:

Adhäsion: Flächenhaftung „Aneinanderhaften der Moleküle der Randschichten zwischen Werkstoff und Klebstoff"
- Kohäsion: innere Festigkeit „zwischenmolekularen Bindungskräfte im Klebstoff" Klebstoff / Fügeteiloberfläche: Verbindung von Molekülen im atomaren Bereich (≈10^10 mm)
- Optimierung der Verbindung:
- Oberflächen leicht aufrauen (mehr Fläche, bessere Adhäsion)
- grosse Verbindungsflächen: Überlappen
- gereinigte Oberflächen (kein Schmutz, Fette)
- nur Scherkräfte

i.d.R. Adhäsionskräfte > Kohäsionskräfte
-> bei Überbelastung: Klebstoff wird
zerstört, nicht Klebstoff löst sich vom
Werkstück

Klebstoffarten

- Schmelzklebstoffe: erstarren durch Abkühlung (rein physikalisch)
- Nassklebstoffe: härten durch Verdunsten (Lösungsmittel)
- Reaktionsklebstoffe: am häufigsten für Metalle, härten durch chem. Reaktion -> Unterteilung: Warm-, Kaltkleber / Zusammensetzung: Ein- und Zwei-Komponentenkleber
(Warm: Aushärtung ab 120°C., hohe Festigk., teuer / Kalt: 20°C., einfache Verarbeitung)

Auswahlkriterien für Klebstoffe

  • Werkstoff
  • Festigkeitsanforderungen
  • Umgebung (Temperatur, Feuchtigkeit)
  • Betriebsbedingungen

Lösungsmittelhaltiger Kontaktklebstoff

Lösungsmittel: dünnflüssiger Zustand -> gute Benetzung
Beidseitig auftragen und antrocknen lassen (5-30 Min.)
Aneinanderpressen -> Diffusionsvorgänge

Lösungsmittelfreier Kontaktklebstoff

Klebepartikel mit Dispergiermitteln in H2O aufgeschwemmt + wenig Lösungsmittel

Schweissen

Verbindung von Stoffen durch Wärme (Lichtbogen-Schweissen), Kraft (Spreng-Schw.) oder Wärme+Kraft (Punkt-Schw.)
Mit oder ohne Schw.-Zusatz (Werkstoff + Zusatz haben gleiche Schmelzpunkte)
Schw.-Hilfsstoffe erleichtern den Prozess (Schutzgase, Schweisspulver, Pasten)
es braucht Energie von aussen
Zusatz- und Werkstoff werden im Verbindungsbereich geschmolzen (bei ME: entsteht gussähnliches Gefüge)

Einteilung der Schweissverfahren

Pressschweissen
Schmelzschweissen

Schweisssicherheit der Konstruktion

- Nahtanordnung
- Beanspruchung
- Werkstoffeigenschaften
- Verformungs- und Eigenspannungszustände

Schweissfehler

Mögliche Werkstoffveränderungen an den Schweissstellen (T > 1'800 °C, Metall dehnt sich aus!)
- Spannungen, Gefügeänderungen, Härte- und Elastizität-Änderungen
Mögliche Folgen:
Schrumpfung: kalter Werkstoff verhindert Formänderung dennoch: Massverkürzung, ev. Reissen -> Schrumpfmass muss beim Schweissen zugegeben werden
Verzug: Kräfte bei der Ausdehnung -> Formänderung
Verwerfung: Behinderte Wärmeausdehnung -> Aufstauchung

Optimierung:
- anschliessendes Normalglühen und Spannungsarmglühen (ca. 650 °C)
- aufwändige Qualitätskontrolle (Durchstrahlung, Ultraschall)

Gasschweissen

Brenngas-Sauerstoffflamme schmilzt Werkstoff örtlich -> fliesst zusammen -> erstarrt -> Schweissnaht (Zusatzwerkstoff verflüssigt und füllt Fuge -> Schweissraupe)

Sauerstoffflaschen: blaue Farbe
Acetylengasflaschen: gelbe Farbe

Mischung: Injektorwirkung -> Sauerstoff reisst durch Geschwindigkeit/Druckminderung das Acetyl mit

Étudier