FHNW Fertigungsverfahren Teil 2
Vorbereitung zum Test Vorlesung Fertigungsverfahren
Vorbereitung zum Test Vorlesung Fertigungsverfahren
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Cartes-fiches
Prozesse im Kristallgitter-Einkristall beim plastischen Umformen
Normalspannung führt nur zu elastischer Ausdehnung. Später bilden sich Risse, es kommt zum Bruch(= keine bleibende Umformung da gebrochen)
Schubspannung kann zu abgleitenden Ebenen führen, was eine plastische Verformung ergibt!
Aufgrund von Versetzungen (eindimensionale Gitterfehler) wird weniger Energie (ca. 100x) je Schritt verwendet.
Zwillingsbildung (Umklappen der Gleitebenen) braucht weniger Energie als Abgleiten der ganzen Gleitebene.
Wie entsteht Verfestigung?
Wenn Versetzungen auf Hindernisse wie andere Versetzungen (Kaltverfestigung) oder
Ausscheidungen (Dispersionsverfestigung) auftreffen.
Vorgänge im Kristallgitter-Vielkristalle
Aufstau an Korngrenzen -> Druck auf Nachbarkorn -> Verfestigung durch Feinkorn
Körner strecken sich und drehen in Verformungsrichtung -> Verformungstextur
zusätzliche Verfestigung
ab einem bestimmten Verformungsgrad ist der Werkstoff so hart, dass Verformung nicht mehr möglich ist -> Draht reißt beim Ziehen -> Erschöpfung des Verformungsvermögen
Rekristallisationsglühen
Ist Glühen im Rekristallisationsbereich nach Kaltumformung. Durch Kaltumformung wird das Gefüge von Metallen in der Umformungsrichtung gestreckt, die Festigkeit steigt an. Die Verformbarkeit nimmt jedoch ab. Man bezeichnet dies als Kaltverfestigung.
Nach einem bestimmten Verformungsgrad (werkstoffabhängig), muss nun ein Rekristallisationsglühen durchgeführt werden, um den ursprünglichen Gefügezustand wiederherzustellen.
Versetzungsfreie Bereiche wachsen, Leerstellen klettern an Versetzungen
-Kornneubildung von Keimen aus
-Weiterverformung wird möglich
Was ist der Unterschied zwischen Warm- und Kaltumformen?
Kaltumformung ist Umformmng unter, Warmumformung Umformung über dem Rekristallisationspunkt
Bei der Kaltumformung nimmt die Versetzungsdichte (Gesamtlänge aller Versetzungslinien pro Volumeneinheit) zu, im Gegensatz zur Warmumformung, dort bleibt sie konstant
Was ist wichtig beim Warm-Umformen?
Werkstoff muss warm sein -> Warmumformung -> Formbarkeit nimmt zu und der Energieaufwand beim Umformen ab!
Untergruppen vom Umformen
Druzuzubischub:
Druckformen
Zugdruckumformen
Zugumformen
Biegeumformen
Schubumformen
Untergruppen vom Druckformen
Walzen Platten, Bleche, Folien, Stahlrohre
Freiformen Ringe
Gesenkformen Teile Antrieb Fahrzeuge
Eindrücken Innensechskant
Durchdrücken
Strangpressen
Fließpressen Präzisionsrohre, Zahnpastatuben
Untergruppen vom Zugdruckumformen
Durchziehen Draht, Rohre, Profile
Tiefziehen Dosen, Karosserie, Helme
Drücken Kochtöpfe
Kragenziehen Gewindedurchzug
Knickbauchen für Rohre
Innenhochdruckumformen Rohre variabler Dicke, Wasserhähne, Fahrräder
Untergruppen vom Zugumformen
Streckziehen
Längen
Weiten
Tiefen Hohlprägung KFZ Schilder
Untergruppen vom Biegeumformen
Neigen mit linearer Werkzeugbewegung
Neigen mit nicht linearer Werkzeugbewegung
Untergruppen vom Schubumformen
Verdrehen Bohrer,Propeller
Verschieben Kurbelwellen
Rückfederung
Jeder Werkstoff federt nach Umformen anders zurück. Bei Konstruktion beachten, dass Werkstück infolge elastischer Biegespannungen nach der Entlastung auffedert. Erforderlicher Winkel am Biegewerkzeug stimmt somit nicht exakt mit gewünschtem Winkel am Werkstück überein.
Rückfederungsfaktor kR:
kR= α2/α1=(r1+0.5s)/(r2+0.5s)
s Blechdicke
α1 Biegewinkel am Werkzeug
α2 Winkel am Werkstück
r1 Innenradius Werkzeug
r2Innenradius Werkstück
Abkürzungen Spannungs-Dehnungs-Diagramm
_Spannungskennwerte_
Rm Zugfestigkeit
ReH obere Streckgrenze
ReL untere Streckgrenze (Hook'sche Gerade)
_Dehnungskennwerte_
A Bruchdehnung (bleibende Dehnung)
At Gesamtdehnung beim Bruch
Ag Bleibende Dehnung (bei Höchstkraft)
Definition von Fügen
dauerhaftes Verbinden von zwei/mehreren Werkstücken
örtlicher, vermehrter Zusammenhalt
Verbindung durch: Hilfsfügeteile (Schrauben, Nieten, etc.) oder Hilfsmittel (Kitt, Schweißzusatz, etc
Verfahren Übersicht von Fügen nach Din 8593
Fügen durch
- Zusammensetzen
- Füllen
- An- und Einpressen
- Urformen
- Umformen
- Stoffverbindungen
- Schweissen
- Löten
- Kleben
Zusätzliche Unterteilung von Verbindungen
Lösbar -> lösbar feste Verbindungen (z.B. Nieten)
Unlösbar -> lösbar bewegliche Verbindungen (gefügte Teile können gegen einander bewegt werden, z.B. Bewegungsschrauben)
Formschlüssig: Form der Teile verhindert Trennung
Kraftschlüssg (=reibschlüssig): Anpresskräfte verh. Trenn. z.B. Schraubverbindung
Stoffschlüssig: Adhäsionskräfte, Kohäsionskräfte z.B. Schweißverbindung
Fügen durch Zusammensetzen
Beim Zusammensetzen wird der Zusammenhalt der Fügeteile durch Schwerkraft (Reibung), Formschluss, Federkraft oder eine Kombination davon bewirkt. Es werden keine Hilfsfügeteile oder Hilfsstoffe benötigt.
Beispiele:
Auflegen (z.B. Dichtung auf Zylinderkopf
Einlegen (z.B. Kugeln in Kugellager)
Ineinanderschieben (z.B. Teleskoprohr)
Einhängen (z.B. Zugfeder in Haken)
Kraftschluss
Schraubenverbindung
Klemmverbindung
Kegelverbindung
Stoffschluss
Schweißverbindung
Klebeverbindung
Lötverbindung
Fügen durch An-/Einpressen
Fügeteile werden elastisch umgeformt, Lösen wird durch Kraftschluss verhindert.
Beispiele: Schraub-, Stift-, Press-, Keilverbindungen, Passfeder
Längseinpressen
2 Bauteile werden mit Hilfe einer Presse gefügt: Innenteil erhält eine Einpressfase, verhindert Beschädigung der Bohrung des Außenteils.
Pressverbindungen durch Schrumpfen
Außenteil wird erwärmt (Gasbrenner, induktiv)
Über das Innenteil geschoben
Außenteil schrumpft beim Erkalten
Pressverbindungen durch Kühlen
Innenteil (Welle) wird gekühlt durch z.B. Trockeneis
leichtes Einfügen in das Außenteil
Innenteil dehnt sich aus beim Erwärmen
Fügen durch Füllen
Stoffe werden in hohle oder poröse Körper eingebracht (lösbare Verb.)
Beispiele: Tränken (Sinterwerkstück mit Öl), Einfüllen (Bremsflüssig. in Bremszylinder), Imprägnieren
Fügen durch Urformen
Ein formloser Stoff- wird ein- oder aufgebracht (formschlüssig, unlösbar)
Bsp.: Ausgießen (Lagerschale mit Metall), Ummanteln (Kabel+Kunst.), Eingießen (Stahlpfeiler/Beton)
Fügen durch Umformen
Vorteile: kurze Fügezeit, günstig, unterschiedliche Materialen (ohne Erwärm.), einfache Werkzeuge
Formschlüssige Verbindungen / 3 Verfahren - Fügen durch:
- Umformen drahtformiger Körpern (Flechten, Verseilen)
- Umformen: Blech-, Rohr-, Profilteile (Kerben, Falzen, Wickeln, Verlappen)
- Nietverfahren
Fügen durch Umformen
Vorteile: kurze Fügezeit, günstig, unterschiedliche Materialen (ohne Erwärm.), einfache Werkzeuge
Formschlüssige Verbindungen / 3 Verfahren - Fügen durch:
- Umformen drahtformiger Körpern (Flechten, Verseilen)
- Umformen: Blech-, Rohr-, Profilteile (Kerben, Falzen, Wickeln, Verlappen)
- Nietverfahren
Fügen durch Stoffverbindungen
Stoffschlüssige Verbindungen, grundsätzlich unlösbar: Kleben, Löten, Schweißen
Definition von Kleben
Verbindung gleicher/verschiedener Stoffe (ME, Nicht-ME) durch aushärtende Zwischenschicht Anwendung: Verbinden von Bauteilen, Sichern von Schrauben, Dichten von Fügeflächen
Der Zusammenhalt beim Kleben entsteht durch:
Adhäsion: Flächenhaftung „Aneinanderhaften der Moleküle der Randschichten zwischen Werkstoff und Klebstoff"
- Kohäsion: innere Festigkeit „zwischenmolekularen Bindungskräfte im Klebstoff" Klebstoff / Fügeteiloberfläche: Verbindung von Molekülen im atomaren Bereich (≈10^10 mm)
- Optimierung der Verbindung:
- Oberflächen leicht aufrauen (mehr Fläche, bessere Adhäsion)
- grosse Verbindungsflächen: Überlappen
- gereinigte Oberflächen (kein Schmutz, Fette)
- nur Scherkräfte
i.d.R. Adhäsionskräfte > Kohäsionskräfte
-> bei Überbelastung: Klebstoff wird
zerstört, nicht Klebstoff löst sich vom
Werkstück
Klebstoffarten
- Schmelzklebstoffe: erstarren durch Abkühlung (rein physikalisch)
- Nassklebstoffe: härten durch Verdunsten (Lösungsmittel)
- Reaktionsklebstoffe: am häufigsten für Metalle, härten durch chem. Reaktion -> Unterteilung: Warm-, Kaltkleber / Zusammensetzung: Ein- und Zwei-Komponentenkleber
(Warm: Aushärtung ab 120°C., hohe Festigk., teuer / Kalt: 20°C., einfache Verarbeitung)
Auswahlkriterien für Klebstoffe
- Werkstoff
- Festigkeitsanforderungen
- Umgebung (Temperatur, Feuchtigkeit)
- Betriebsbedingungen
Lösungsmittelhaltiger Kontaktklebstoff
Lösungsmittel: dünnflüssiger Zustand -> gute Benetzung
Beidseitig auftragen und antrocknen lassen (5-30 Min.)
Aneinanderpressen -> Diffusionsvorgänge
Lösungsmittelfreier Kontaktklebstoff
Klebepartikel mit Dispergiermitteln in H2O aufgeschwemmt + wenig Lösungsmittel
Schweissen
Verbindung von Stoffen durch Wärme (Lichtbogen-Schweissen), Kraft (Spreng-Schw.) oder Wärme+Kraft (Punkt-Schw.)
Mit oder ohne Schw.-Zusatz (Werkstoff + Zusatz haben gleiche Schmelzpunkte)
Schw.-Hilfsstoffe erleichtern den Prozess (Schutzgase, Schweisspulver, Pasten)
es braucht Energie von aussen
Zusatz- und Werkstoff werden im Verbindungsbereich geschmolzen (bei ME: entsteht gussähnliches Gefüge)
Einteilung der Schweissverfahren
Pressschweissen
Schmelzschweissen
Schweisssicherheit der Konstruktion
- Nahtanordnung
- Beanspruchung
- Werkstoffeigenschaften
- Verformungs- und Eigenspannungszustände
Schweissfehler
Mögliche Werkstoffveränderungen an den Schweissstellen (T > 1'800 °C, Metall dehnt sich aus!)
- Spannungen, Gefügeänderungen, Härte- und Elastizität-Änderungen
Mögliche Folgen:
Schrumpfung: kalter Werkstoff verhindert Formänderung dennoch: Massverkürzung, ev. Reissen -> Schrumpfmass muss beim Schweissen zugegeben werden
Verzug: Kräfte bei der Ausdehnung -> Formänderung
Verwerfung: Behinderte Wärmeausdehnung -> Aufstauchung
Optimierung:
- anschliessendes Normalglühen und Spannungsarmglühen (ca. 650 °C)
- aufwändige Qualitätskontrolle (Durchstrahlung, Ultraschall)
Gasschweissen
Brenngas-Sauerstoffflamme schmilzt Werkstoff örtlich -> fliesst zusammen -> erstarrt -> Schweissnaht (Zusatzwerkstoff verflüssigt und füllt Fuge -> Schweissraupe)
Sauerstoffflaschen: blaue Farbe
Acetylengasflaschen: gelbe Farbe
Mischung: Injektorwirkung -> Sauerstoff reisst durch Geschwindigkeit/Druckminderung das Acetyl mit