CHMA HSLU-I

Changemanagement

Changemanagement


S. N.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Projektmanagement und Change Management auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Projektziele, Stakeholder-Management, Eskalation und Widerstandsbehandlung, wobei auch Modelle des Wandels und die Bedeutung von Kommunikation sowie Risikomanagement im Fokus stehen. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Berufstätige, die sich mit der Planung, Steuerung und Umsetzung von Projekten sowie mit organisatorischen Veränderungen auseinandersetzen.
Flashcards
40
Students
7
Language
German
Category
Computer Science
Level
University
Created / Updated
28.12.2018 / 13.12.2023

Flashcards

Was ist ein Change?

Ausgangszustand soll mit Veränderungen zu besserem Endzustand kommen

  • Effizienzverbesserung
  • Konkurrenzfähigkeit
  • verbesserte Qualität
  • Vorbereitung zu neuem Change-Projekt

Definiere Change-Management

zielgerichtete Analyse, Planung, Realisierung, Evaluierung und laufende Weiterentwicklung von ganzheitlichen Veränderungsmassnahmen im Unternehmen

Um was kümmert sich das Change-Management?

  • Produkt- und Marktstrategie
  • Organisatorische Gestaltung
  • Kosten / Risiken
  • Motivation der Mitarbeitenden

Was ist das Change Model von Lewin?

Firma geht von stabilem Ausgangszustand zu neuem stabilen Zustand über

  • Unfreeze (Unternehmen aufschütteln, Change erwirken)
  • Move (Change selbst, Tätigkeiten priorisieren)
  • Refreeze (Ziesituation festigen, Routine gewinnen, neue Stabilität)

Was sind die Hauptgründe für einen Change?

  • Steigender Kostendruck
  • Wunsch besser zu werden (Qualität, Effizienz)
  • Zunehmender Konkurrenzdruck
  • Fusion bzw. Akquisition
  • Veränderungen im Top-Management (sollte erste Punkte bemerken)
  • Veränderungen im Absatzmarkt
  • Neue technologische Herausforderungen
  • Kritische Unternehmenssituation

Was muss alles im Change-Management beachtet werden?

  • Strategie (Vision, Leitbild, Geschäftsstrategie)
  • Kultur (Führung, Kommunikation)
  • Technologie (Methoden, Verfahren)
  • Organisation (Strukturen, Prozesse)

Was sind die 3W?

Sense of urgence

  • Wandlungsbedarf
  • Wandlungsfähigkeit
  • Wandlungsbereitschaft

Meist interne oder externe Impulse um Wandlungsbedarf anzustossen

Was sind die Schritte im Tal der Tränen?

  • Verweigerung
  • Angst
  • Wiederstand
  • Wut
  • Depression
  • Exploration
  • Akzeptanz
  • Commitment

Nenne drei Modelle des Wandel

  • Greiner 1972
  • Bleicher 1991
  • Glasl 1991

Was ist das Modell von Greiner 1972?

Was ist das Modell von Bleicher 1991?

Was ist das Modell von Glasl 1991?

Wie entwickelte sich das Change-Management?

  • Ab 70er Jahren Organisationsentwicklung
    • Entwicklungsorientiert, Organisation als ganzheitliches System, Humanistisches Menschenbild, Entwicklung geht im Zweifelsfall vor Ergebnis, klassisches Organisationsverständnis
  • Ab 90er Jahren Change-Management
    • Kurzfristige Änderungen mit Resultat und Zielerreichung als zentrales Element, Zeitdruck, externe Begleitung von Experten
  • Ab 2010 agiles Management
    • Neue Formen der Arbeitsorganisation (Holokratie, SCRUM), fluider schneller wendiger kurzfristiger und iterativer permanenter Wandel

Was sind die Steuerungsmechanismen der freien Marktwirtschaft, des 3. Sektor und des Staates?

Welche Strategien zur Umsetzung eines Changes gibt es?

  • Rationale Strategie
  • "Bombenwurf-" & Machtstrategie
  • Entwicklungs- bzw. Evolutionsstrategie

Durch was zeichnet sich die Rationale Strategie zur Umsetzung eines Changes aus?

Ansatz und Merkmale

  • Fachexperten
  • Experten analysieren Problem
    und erarbeiten Lösungsvorschläge
  • "Mitarbeiter mit Logik zu gewinnen

Vorteile

  • Logische, schlüssige Konzeptionen und Lösungen in grossem Umfang
  • Lösungen aus einem "Guss"
  • Rasche Lösungen
  • Vermeiden von Betriebsblindheit

Nachteile

  • Schwierigkeit der Betroffenen
  • Lösungen müssen "verkauft" werden
  • Identifikation mit Lösung fehlt

Durch was zeichnet sich die "Bombenwurf-" & Machtstrategie zur Umsetzung eines Changes aus?

Ansatz und Merkmale

  • Veränderung durch Einflussnahme oder Zwang der Unternehmensleitung
  • Vorhaben meist geheim gehalten
  • Macht / Druck ersetzt Konsensbildung
  • Revolutionäre Quantensprünge

Vorteile

  • Klare Richtlinien vorgegeben
  • Zeit Vorteil bei Krisensituation
  • Radikale Änderungen möglich

Nachteile

  • Akzeptanzprobleme und Wiederstand bei übergangenen Mitarbeitern
  • Abhängigkeit statt Autonomie
  • Grosser Sanktions- und Kontrollaufwand
  • Häufiges Nachbessern notwendig

Durch was zeichnet sich die Entwicklungs- bzw. Evolutionsstrategie zur Umsetzung eines Changes aus?

Ansatz und Merkmale

  • Betroffene Aktiv am Prozess dabei
  • evtl. methodische Unterstützung von Experten
  • Evolutionäre, inkrementelle Verbesserungen

Vorteile

  • Einbringen der Fachkenntnisse
  • Erhöhte Motivation und Akzeptanz

Nachteile

  • Keine klare Richtung vorgegeben
  • Doppelspurigkeit
  • Ständige Unruhe durch Herumexperimentieren
  • Gerücht Bildung möglich

Definiere Organisationskultur

Gesamtheit der im Lauf der Zeit in einer Organisation bewusst oder unbewusst entstandenen und zu einem bestimmten Zeitpunkt wirksamen Wertvorstellungen, Verhaltensvorschriften (Normen), Überzeugungen und Einstellungen

Was sind die drei Ebenden der Organisationskultur nach Vahs?

  • Artefakte (sichtbar aber interpretationsbedürftig)
  • Normen & Werte (teils sichtbar, teils unbewusst)
  • Grundannahmen (unsichtbar, meist unbewusst)

Was gehört zum 7S Modell und was bildet dieses ab?

7S bildet die wesentlichen Charakteristika einer erfolgreichen Institution ab

  • Style: beurteilen von Vorbildverhalten, Feedback und Motivationsfähigkeiten, Mitarbeitergespräche
  • Skills: fachliches Know-how für Aufgabenerfüllung, Beurteilung der Personalentwicklung
  • Shared values: Beurteilung von Werte und Kultur, Unternehmens- und Führungsgrundsätze, Vision, Leitbild
  • Systems: Führungssysteme und Prozesse, Kommunikation und Information, Ressourcen
  • Structure: Beurteilung der Arbeitsabläufe und Strukturen, Zusammenarbeit, Klarheit der Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung
  • Staff: Motivation und Engagement der MA, Qualität der Teamarbeit, demografische Charakterisierung
  • Strategy: Beurteilung und Klarheit der Gesamtunternehmens- und Bereichsstrategie sowie deren Konkretisierung

Was ist ein Projekt?

Ein Projekt ist ein einmaliges, zeitlich begrenztes Vorhaben, mit klar definierten Zielen, begrenzten Ressourcen (finanziell und personell), einer eigenständigen Organisation und spezifischen Risiken. Überführen von negativem IST-Zustand zu positivem SOLL-Zustand über die Phasen Initialisierung, Konzept, Realisierung und Einführung.

Was passiert in der Initialisierungsphase eines Projektes?

 

Schafft definierte Ausgangslage und stellt sicher, dass Projektziele mit den Zielen und Strategien der Organisation abgestimmt sind.

Projektgrundlagen und Projektauftrag werden erarbeitet.

Was ist das Ziel eines Projektauftrages?

Projektauftrag stellt Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Projektleitung dar. 

Braucht viel Zeit aber Fehler aus Initalisierungsphase holen einem wieder ein. Schafft Klarheit betreffend Ergebnis, Vorgehen, Organisation, Termine, Kosten und Aufwand und sollte daher Missverständnisse verhindern.

 

Welche Punkte muss ein Projektauftrag mindestens umfassen?

  • Ausgangslage (Weshalb wird das Projekt initiiert?)
  • Projektziele (Welche Ziele verfolg das Projekt?)
  • Projektorganisation (Projekte sind Bereichsübergreifend)
  • Zeitplan inkl. der wichtigsten Meilensteine
  • Mittelbedarf (finanzielle und personelle Mittel)
  • Risiken und kritische Erfolgsfaktoren

Was ist das Ziel des Projekthandbuch / Projektmanagementplan?

Enthält die Gesamtplanung des Projekts und die wesentlichen Regelungen zu Methoden, Techniken, Rollen und Hilfsmittel, welche projektspezifisch festgelegt werden. Bei Phasenabschluss wird der Projektmanagementplan zur Abwicklung der nächsten Phase den veränderten Bedingungen angepasst. Dies im Gegensatz zum Projektauftrag der unverändert bleibt.

Welche Punkte werden im Projekthandbuch festgelegt?

  • Projektbeschreibung => Kurze Zusammenfassung der Ausgangslage
  • Phasen und Meilensteine => Inhaltliche Beschreibung der Phasen und Meilensteine
  • Projektorganisation => Rollenbeschreibung, Eskalationsvorgehen
  • Terminplan => Meilensteine, Planung der Teilprojekte
  • Kostenplan => Detailplanung der benötigten finanziellen Mittel
  • Ressourcenplan => Detailplanung der benötigten personellen Mittel
  • Projektmarketing / Kommunikation und Information => Kommunikationskonzept, Kommunikationsplan, Informationsmatrix
  • Reporting => Definition der Periodizität und des Umfangs des Reportings
  • Qualitätssicherung => Prüfplan, Vernehmlassungen / Stellungsnahmen, Tests, Entscheide, Abnahmen
  • Vorgaben, Methoden und Werkzeuge => Bewertung der Unterstützung der Projektziele, Dokumentation der Sollprozesse, Standardisierung, Definition der Lieferobjekte, Auslieferungen, Vorschlagswesen / Themenspeicher, Spielregeln, Sitzungsplanung
  • Risikomanagement => Vorgehen und Verantwortlichkeit
  • Dokumentenmanagement => Anforderungen an die Ablage und Verfügbarkeit der Projektdokumente, Dateinamenskonventionen, Vorlagen etc.
  • Pendenzenmanagement => Vorgehen und Verantwortlichkeiten
  • Änderungsmanagement => Vorgehen und Verantwortlichkeiten betreffen Identifizierung, Beurteilung und Entscheidung über allfällige Änderungen
  • Verzeichnis der Rechtsgrundlagen => Auflistung allfälliger relevanter Rechtsgrundlagen (Gesetze, Verordnungen und Weisungen)

Was sind die wichtigsten Projektmanagement-Werkzeuge?

  • Besprechungsprotokoll
  • Taskliste
  • Entscheidliste / Entscheidungsgrundlage
  • Terminplan
  • Ressourcenplan
  • Risikokatalog
  • Reporting
  • Qualitätssicherung

Welche Grundsätze müssen bei einer Eskalation beachtet werden?

  • Meldung unmittelbar an richtige Person adressiert sein (nicht an Gruppe)
  • Absender muss Betroffenheit in Form persönlicher Emotionen formulieren
  • Problem soll in persönlicher Wahrnehmung formuliert werden
  • Klare Lösung für die Lösung des Problems vorschlagen
  • Antwort des Empfängers einfordern

Wie muss mit Eskalation umgegangen werden?

  1. Eskalation erfassen (Aufnehmen, Eskalationsliste, Rückmeldung an Erfasser)
  2. Eskalation untersuchen (Analyse der Auswirkungen und Relevanz, ggf. Absprache mit weiteren Projektbeteiligten, Rückfragen)
  3. Weiters Vorgehen vorschlagen (Zusammenstellung der Lösungsvorschläge)
  4. Entscheidung treffen (Entscheid durch entsprechende Instanz)
  5. Umsetzung

Was sind typsische Gründe für eine Eskalation?

  • Prioritäten und Ressourcenkonflikte (Projektziele / Ressourcenplan / Risikomanagement)
  • Budget- und Terminprobleme (Terminplan / Kostenplan / Risikomanagement)
  • Notwendige Änderungen am Projektauftrag (Änderungsmanagement / Entscheidungsgrundlagen / Risikomanagement)
  • Strategische Entscheidungen ( Entscheidungsgrundlagen / Entscheidliste)
  • Zielkonflikte zwischen verschiedenen Stakeholdern (Risikomanagement / Kommunikation )
  • Zwischenmenschliche Probleme (z.B. mangelnde Kooperation)

Was ist eine Eskalation?

Konfliktmanagement: Verhaltensmuster die zum Übergang eines Konfliktes in höheren Intensitätsgrad durch verschärfende Aktion und Reaktionen

Organisationslehre: Verlagerung von Entscheidungen und Informationen auf höhere Hierarchieebene in höhere Konfliktsituation

Wann sollte eskaliert werden?

Normalerweise sollte spätestens eskaliert werden, wenn man kein Möglichkeit mehr sie selbst eine Überschreitung der Projektvorgaben zu verhindern. Ebenso kann bereits eskaliert werden, wenn Controlling-Methoden eine Überschreitung prognostizieren oder bereits beim Gefühl das es eng werden könnte.

Was sind die Ziele des Stakeholder Management?

  • Aktive und proaktive Betreueung der einflussnehmenden Entscheider
  • Aufbereiten von Informationen für die Entscheidungsfindung
  • Interessen der Stakeholder analysieren und Massnahmen festlegen um Projekterfolg zu sichern
  • Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten sicherstellen

Was ist der Stakeholder Management Prozess?

  1. Stakeholder identifizieren
  2. Stakeholder analysieren
  3. Strategien ableiten
  4. Massnahmen planen
  5. Massnahmen umsetzen
  6. Umsetzung überwachen

In welche Kategorien können Stakeholder eingestuft werden?

Repressiv (Einstellung negativ, Einfluss tief)

Restriktiv (Einstellung positiv, Einfluss tief)

Diskursiv (Einstellung negativ, Einfluss hoch)

Partizipativ (Einstellung positiv, Einfluss hoch)

Was sind die weitverbreiteten Arten von Wiederstand?

  • Persönliche Vorbehalte
  • Mangelnde Kommunikation
  • Fehlendes Vertrauen
  • Fehlende Motivation

Was sind die Hauptursachen für Wiederstand?

  1. Betroffene haben Ziele und Hintergründe für Veränderung nicht verstanden
  2. Betroffene verstehen worum es geht aber sie glauben nicht an die Veränderung
  3. Betroffene verstehen worum es geht und glauben was gesagt wird, sehen aber keine positiven Konsequenzen aus der Veränderung

Welche Arten von Wiederstand gibt es?

  • Technische / systemische Wiederstände
    • (nicht können) aus Inkompetenz, Mangel an Ressourcen, fehlendes strategisches Budget
  • Politische und psychologische Wiederstände
    • (nicht wollen) aus Macht-, Prestige- und Einkommensverlust, neue Mitarbeiter, neue Ordnung, Risiken
  • Kulturelle Wiederstände (nicht verstehen)
    • aus "bisher waren wir auch erfolgreich" und Wiedersprüchen zu bisherigen Normen und Werten sowie fehlende Innovationskultur

Wie kann mit Wiederständen umgegangen werden? (Kurzfristig und langfristig)

  • Kurzfristig
    • Rechtzeitige und offene Information
    • Aktive Beteiligung der vom Wandel betroffenen Personen
    • Aufbau eines vertrauensvollen Kommunikations- und Arbeitsklimas
    • Qualifizierung der Betroffen und Berücksichtigen von Arbeits- sowie Sozialbeziehungen
    • Schutz von Personen welche negativ vom Wandel betroffen sind und Belohnungen für Promoter des Wandels
    • Vermeiden von revolutionären Ansätzen, Early Wins sichtbar machen, Zulassen von Fehlern, Einsatz von Beratern, rasche Stabilisierung der Verhältnisse
  • Langfristig
    • Erhalten von positivem Klima innerhalb der Firma mittels Stolz und Perspektiven für die Mitarbeiter
    • Einbinden der MA in Change und Möglichkeiten der Entwicklung innerhalb des Change bieten.

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