Wasser- & Elektrolythaushalt

Wasser- & Elektrolythaushalt - Med2 HS18 UniFr

Wasser- & Elektrolythaushalt - Med2 HS18 UniFr


M. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über den Wasser- und Elektrolythaushalt auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Funktionen, Regulation, Verteilung und Ausscheidung von Elektrolyten wie Magnesium, Phosphat, Calcium und Kalium im menschlichen Körper. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten, da sie detaillierte Informationen über die physiologischen Prozesse und klinischen Aspekte dieser Elektrolyte liefern.
Flashcards
51
Students
1
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
17.12.2018 / 16.01.2019

Flashcards

Welche Wasserkompartimente finden sich im Körper? 

  • Intrazellulärraum: Anteil innerhalb der Zellen -> Grösstes Kompartiment mit 60% 
  • Extrazellulärraum ca. 40 % 
    • Transzellullärraum (ca. 3%): befindet sich in den mit Epithelien ausgekleideten Hohlräumen. Zu ihm gehören z.B. der Liquorraum, die Lumina des Magen-Darm-Trakts und die Körperhöhlen, die von serösen Häuten (Pleura, Perikard, Peritoneum) ausgekleidet werden.
    • Intravasalraum (ca. 7%): Der Intravasalraum umfasst den Raum innerhalb der Gefäße.
    • Interstitieller- (oder auch Interzellularraum (ca. 30%): Der interstitielle Raum befindet sich zwischen den Zellen

Wo kommen die verschiedenen Kompartimente vor? 

  • Intrazellulärraum: In Zytosol und Zellorganellen
  • Extrazellulärraum: 
    • Transzellulärraum: Liquor cerebrospinalis, Augenwasserkammer, Pleura- & Peritonealflüssigkeit, Drüseninhalte, Lumina von Urogenital- und Gastrointestinaltrakt
    • Intravasalraum: Plasma
    • Interstitieller Raum: Zwischen Zellen im Interzellularraum, Draniert als Lymphe, Konsistenz: Flüssig bis gelartig

Serumelektrolytwerte des Intravasalraumes? 

Serumelektrolytwerte:

  • Natrium (Na+): ca. 135–145 mmol/L
  • Kalium (K+): ca. 3,5–5 mmol/L
  • Gesamt-Calcium (Ca2+): ca. 2,20–2,65 mmol/L 
  • Chlorid (Cl‑): ca. 98–106 mmol/L
  • Magnesium (Mg2+): ca. 0,73–1,06 mmol/L
  • Bicarbonat (HCO3−): ca. 22–26 mmol/L
  • pH 7,35–7,45

Serumelektrolytwerte der Intrazellulärflüssigkeit

  • Natrium (Na+): ca. 10–15 mmol/L
  • Kalium (K+): ca. 140–160 mmol/L
  • Ionisiertes Calcium(Ca2+): ca. 0,0001 mmol/L
  • Chlorid (Cl−): ca. 4–8 mmol/L
  • Magnesium (Mg2+): ca. 15 mmol/L
  • Bicarbonat (HCO3−): ca. 8–15 mmol/L
  • pH 7,1

Wassergehalt von Muskulatur, Körperfett und Knochen? 

Muskulatur: 75%

Körperfett: 25%

Knochen: 22%

Wie verändert sich der Wassergehalt am Körpergewicht? 

Im höheren Lebensalter kommt es zu einer Reduktion des intrazellulären Körperwassers v.a. in Folge des Muskelmasseabbaus!

Säugling: 0.75 Liter pro Kg Körpergewicht, Mann (jung) 0.65, Frau (jung) 0.55, Mann (alt) 0.55, Frau (alt) 0.45

Frauen haben durch ihren höheren Anteil an natürlichem Fettgewebe einen geringeren Wassergehalt am Körpergewicht!

Was ist der Ablauf bei der Berechnung der Verteilungsvolumina? 

Es wird eine bekannte Menge Indikatorsubstanz intravenös injiziert. Nach ca. zwei Stunden kann die Konzentration der Indikatorsubstanz im Plasma bestimmt werden. Aus der Verteilung der Indikatorsubstanz auf die Flüssigkeitsräume können Rückschlüsse auf das Verteilungsvolumen (V) gezogen werden.

Welche Indikatoren können zur Berechnung der Verteilungsvolumina injiziert werden? 

Indikatoren: Substanzen, die sich nur in bestimmten Kompartimenten anreichern und den Gehalt dieses Kompartiments damit indirekt messbar machen

Was lässt sich aus der Differenz der Verteilungsvolumina von Antipyrin, Deuterium bzw. Tritinum und Inulin berechnen? 

 

Abgeleitete Größe: Aus der Differenz der Verteilungsvolumina von Antipyrin, Deuterium bzw. Tritium und Inulin lässt sich das intrazelluläre Verteilungsvolumen berechnen

Beschreiben der Wasserbilanz? 

  • Zufuhr (2,5 L/Tag) 
    • Über Getränke: 1,4 L
    • Über Nahrung: 900 mL
    • Oxidationswasser: 300 mL 
  • Ausscheidung (2,5 L/Tag) 
    • Über den Harn: 1,5 L
    • Über die Atmung und die Haut: Pro Tag rund 10 mL/kgKG
    • Über den Stuhl: 200 mL

Beschreiben der Wasserhaushaltregulation über die Osmorezeptoren? 

Über Osmorezeptoren im Pfortadersystem und Hypothalamus wird die Osmolarität der Extrazellularflüssigkeit detektiert.

  • Wassermangel → Plasmatische Hyperosmolarität → ADH-Sekretion und Durstgefühl↑ 
  • Wasserüberschuss → Plasmatische Hypoosmolarität → ADH-Sekretion und Durstgefühl↓ 

Zwischen welchen Durstarten wird unterschieden? 

  • Osmotischer Durst: Flüssigkeitsgehalt intrazellulär verringert (z.B. nach dem Verzehr salzhaltiger Nahrung und dem daraus resultierenden Flüssigkeitsausstrom nach extrazellulär)
  • Hypovolämischer Durst: Volumenmangel im Extrazellulärraum (Bspw. aufgrund eines starken Blutverlustes) 

Regulation des osmotischen Dursts? 

  • Osmotischer Durst: Osmolalität intrazellulärsteigt an → Durstzentrum im Hypothalamus wird aktiviert → Durstgefühl und ADH-Sekretion steigen an → Vermehrtes Trinken und vermehrte Wasserretention in der Niere → Osmolalität sinkt

Regulation des hypovolämischen Dursts

Was ist die Funktion von ANP? 

Atriales natriuretisches Peptid (ANP) hat als Funktion die Senkung des Blutdrucks und des Blutvolumens

Wo wird ANP synthetisiert? 

In den Myozyten der Vorhöfe, v.a. des rechten Vorhofs

Wodurch wird ANP stimuliert? 

Volumenzunahme (erhöhter zentralvenöser Druck): Wird durch Dehnungssensoren in den Vorhöfen registriert 

Wie wirkt ANP? 

Es bewirkt u.a. eine Senkung des arteriellen Blutdrucks sowie eine gesteigerte Natriurese und Diurese

Über welche Mechanismen wirkt ANP? 

  • Relaxation der glatten Gefäßmuskulatur 
    • → Abfall des Blutdrucks
    • → Steigerung der Nierenmarkdurchblutung und der glomerulären Filtrationsrate was eine erhöhte (Natriurese und Diurese ermöglicht) 
  • Hemmung des epithelialen Na+-Kanals im Sammelrohr → Abfall der renalen Na+-Rückresorption → Steigerung der Na+-Ausscheidung und folglich auch der Wasserausscheidung  → Senkung des ZVD
  • Hemmung der Aldosteron-, Renin-, ADH- und ACTH-Freisetzung

3 Dehydratationsstörungen nennen (mit Ursache) 

  • Hypertone Dehydratation: Wasserverlust stärker als Natriumverlust (z.B. bei Fieber, Schwitzen) 
  • Hypotone Dehydratation: Natriumverlust stärker als Wasserverlust (z.B. bei Durchfall, Erbrechen)
  • Isotone Dehydratation: Verlust von Natrium und Wasser in gleichem Verhältnis (z.B. bei Blutungen, Peritontitis)

3 Hyperhydratationstörungen nennen (mit Ursache) 

  • Hyperton: Natriumzufuhr stärker als Wasserzufuhr (z.B. Trinken von Meerwasser)
  • Hypoton: Wasserzufuhr stärker als Natriumzufuhr (z.B. Trinken von destilliertem Wasser)
  • Isoton: Zufuhr von Wasser und Natrium in gleichem Verhältnis (z.B. bei übermässigem Trinken von isotonischen Getränken) 

Wie verhalten sich EZR, IZR (Volumen und Osmololalität), Hämatokrit, Natrium- und Proteinkonzentration im Serum bei hypertoner Dehydratation? Was sind die Gegenregulationsmechanismen? 

  • EZR: Volumen sinkt, Osomolalität steigt
  • IZR: Volumen sinkt, Osomolaliltät steigt
  • Hämatokrit: Steigt (oder bleibt gleich) 
  • Natriumkonz.: Steigt
  • Proteinkonz.: Steigt
  • Gegenregulation: 
    • Na+-, Cl-- und Wasserrückresorption Niere↑
    • Durstgefühl↑

Wie verhalten sich EZR, IZR (Volumen und Osmololalität), Hämatokrit, Natrium- und Proteinkonzentration im Serum bei hypotoner Dehydratation? Was sind die Gegenregulationsmechanismen? 

  • EZR: Volumen sinkt, Osomolalität sinkt
  • IZR: Volumen steigt, Osmolalität sinkt
  • Hämatokrit: steigt
  • Natriumkonz.: sinkt
  • Proteinkonz.: steigt
  • Gegenregulation: 
    • Na+-, Cl-- und Wasserrückresorption Niere↑
    • Durstgefühl↑

Wie verhalten sich EZR, IZR (Volumen und Osmololalität), Hämatokrit, Natrium- und Proteinkonzentration im Serum bei isotoner Dehydratation? Was sind die Gegenregulationsmechanismen? 

  • EZR: Volumen sinkt, Osmoloalität bleibt gleich
  • IZR: Volumen und Osmolalität bleiben gleich
  • Hämatokrit: steigt (Ausnahme: Blutung! Initial bleibt der Hkt gleich, bei chronischen Blutungen sinkt er im Verlauf!)
  • Natriumkonz.: bleibt gleich
  • Proteinkonz.: steigt
  • Gegenregulation: 
    • Na+-, Cl-- und Wasserrückresorption Niere↑
    • Durstgefühl↑

Wie verhalten sich EZR, IZR (Volumen und Osmololalität), Hämatokrit, Natrium- und Proteinkonzentration im Serum bei hypertoner Hyperhydratation? Was sind die Gegenregulationsmechanismen? 

  • EZR: Volumen steigt, Osmoloalität steigt
  • IZR: Volumen sinkt, Osmolalität steigt
  • Hämatokrit: sinkt
  • Natriumkonz.: steigt
  • Proteinkonz.: sinkt
  • Gegenregulation: 

Wie verhalten sich EZR, IZR (Volumen und Osmololalität), Hämatokrit, Natrium- und Proteinkonzentration im Serum bei hypotoner Dehydratation? Was sind die Gegenregulationsmechanismen? 

  • EZR: Volumen steigt, Osmoloalität sinkt
  • IZR: Volumen steigt, Osmolalität sinkt
  • Hämatokrit: sinkt (oder bleibt gleich) 
  • Natriumkonz.: sinkt
  • Proteinkonz.: sinkt
  • Gegenregulation: 

Wie verhalten sich EZR, IZR (Volumen und Osmololalität), Hämatokrit, Natrium- und Proteinkonzentration im Serum bei isotoner Hyperhydratation? Was sind die Gegenregulationsmechanismen? 

  • EZR: Volumen steigt, Osmolalität bleibt
  • IZR: Volumen und Osmolaltität bleiben gleich
  • Hämatokrit: sinkt
  • Natriumkonz.: bleibt gleich
  • Proteinkonz.: sinkt
  • Gegenregulation: 
    • Ausscheidung isotoner Harn
    • Durstgefühl↓

Natriumverteilung im Körper beschreiben? 

  • Gesamtgehalt: 70–100 g (55–60 mmol/kgKG)
    • Extrazellulär (Serumkonzentration): ca. 135–145 mmol/L (95 %)
    • Intrazellulär: ca. 10–15 mmol/L (5 %)
  • Aufrechterhaltung der Natriumverteilung: Über die Na+-K+-ATPase 

Natriumzufuhr und -ausscheidung? 

Natrium befindet sich als Bestandteil von Kochsalz in fast allen Lebensmitteln. Käse, Fleisch, Meeresfrüchte und Brot haben einen besonders hohen Natriumgehalt.

  • Durchschnittliche Kochsalzzufuhr: ca. 5–15 g/Tag 
  • Durchschnittliche Na+-Ausscheidung: ca. 3 g/Tag 
    • 95% werden über die Niere ausgeschieden 
    • 5% werden über den Schweiß und Stuhl ausgeschieden

Natriumregulation? 

Die Regulation der Natriumkonzentration erfolgt über das RAAS und ANP.

Natriumfunktionen? 

  • Regulation des Wasseraustauschs zwischen IZR und EZR (Natrium ist das osmotisch wichtigste Kation des EZR und bestimmt maßgeblich dessen Osmolarität). 
  • Natriumgradient
    • Voraussetzung für die Entstehung von Aktionspotentialen
    • Triebkraft für sekundär aktive Prozesse

Beschreibung von Kalium im Körper? 

Kalium (K+) ist das osmotisch wichtigste Kationdes Intrazellulärraums. Es ist maßgeblich an der Ausbildung von Aktionspotentialen und zudem an der Regulation des pH-Wertes beteiligt.

Kaliumverteilung im Körper? 

  • Gesamtgehalt: 140 g (40–50 mmol/kgKG)
    • Extrazellulär(Serumkonzentration):ca. 3,5–5 mmol/L (2%)
    • Intrazellulär: ca. 140–160 mmol/L (98%) 
  • Aufrechterhaltung der Kaliumverteilung: Über die Na+-K+-ATPase 

Kaliumzufuhr und -ausscheidung? 

Kalium wird über die Nahrung aufgenommen und kommt v.a. in Orangen, Bananen, Aprikosen, Feigen, Fleisch und Kartoffeln vor.

  • Durchschnittliche Zufuhr: 2–6 g/Tag (50–150 mmol) 
  • Durchschnittliche Ausscheidung: ca. 25 mmol/Tagwerden über Schweiß, Stuhl und Urin ausgeschieden
    • ca. 10% werden enteral ausgeschieden
    • ca. 90% werden renal ausgeschieden 

Kaliumregulation? 

Die Kaliumkonzentration wird über das RAASreguliert. Hierbei wirkt Aldosteron indirekt über die Na+-Resorption auf die Kaliumverteilung ein. (Über eine Aktivierung der Na+-K+-ATPase wird die K+-Sekretion ins Tubuluslumen gesteigert.) 

Funktionen von Kalium? 

Beschreiben von Calcium im Körper? 

Calcium (Ca2+) ist mit einem Körperbestand von ca. 1 kg der mengenmäßig am stärksten vertretene Mineralstoff des menschlichen Organismus. Es liegt jedoch zu 99% als Calciumphosphat gebunden im Knochen vor.

 

Calciumverteilung im Körper? 

Gesamtgehalt: ca. 1 kg

  • Extrazellulär (Serumkonzentration): Gesamt-Calcium ca. 2,20–2,65 mmol/L 
    • Hypokalzämie = Serumkonzentration Gesamtcalcium <2,20 mmol/L bzw. ionisiertes Calcium <1,15 mmol/L
    • Hyperkalzämie = Serumkonzentration Gesamtcalcium >2,65 mmol/L bzw. ionisiertes Calcium >1,35 mmol/L
    • Ca. 1,15–1,35 mmol/L davon sind ionisiertes, ungebundenes und folglich biologisch aktives Calcium
    • Das restliche Calcium ist gebundenes und folglich biologisch inaktives Calcium 
  • Intrazellulär: Ionisiertes Calcium: ca. 0,0001 mmol/L

Calciumzufuhr und -ausscheidung? 

Calcium wird über die Nahrung aufgenommen und kommt v.a. in Milch und Milchprodukten, Käse und grünem Gemüse vor. Die Ca2+-Ionen gelangen über einen Ionenkanal ins Zytosol der Enterozyten.

  • Durchschnittliche Zufuhr: 0,8–1,2 g/Tag 
  • Durchschnittliche Ausscheidung
    • ⅔ des oral aufgenommenen Calciums werden nicht resorbiert, sondern mit dem Stuhl ausgeschieden
    • 1% des glomerulär frei filtrierten Calciums wird mit dem Harn ausgeschieden

Calciumregulation? 

Die Regulation des Calciumhaushalts unterliegt einem komplexen Mechanismus und wird durch Parathormon, Calcitriol und Calcitonin reguliert. 

Study