Anatomie des Herzens

ZHAW, BsC Pflege 1. HS

ZHAW, BsC Pflege 1. HS


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie und Physiologie des Herzens, geeignet für Fortgeschrittene. Sie behandeln die Struktur der Herzkammern, Vorhöfe, Ventrikel und des Herzmuskels, sowie die Durchblutung der Koronararterien und die Regulation der Herzleistung durch Sympathikus und Parasympathikus. Die Karteikarten erklären auch die Bedeutung von Schlagvolumen, Vorlast, Nachlast und Kontraktilität für die Herzfunktion. Ideal für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Verständnis der Herzphysiologie vertiefen möchten.
Flashcards
67
Students
7
Language
German
Category
Biology
Level
Other
Created / Updated
11.10.2018 / 27.02.2023

Flashcards

Herz Kreislauf System Funktion 

  • Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen
  • Stoffwechselendprodukte und CO2 abtransport
  • Produktion von Hormonen für die Volumen- und Druckregulation 

Übersicht Herz Kreislauf 

Lage Grösse und Gewicht des Herzens 

  • Lage
    • Zwischen den beiden Lungen im Thorax
    • Im Mittelfellraum (Meidastinum)
    • 2/3 links, 1/3 in der rechten Brustkorbhälfte
    • Herzachse verläuft diagonal: von rechts oben hinten nach links unten vorn
  • Grösse:
    • Gross wie eine geschlossene Faust
  • Gewicht
    • Ca 310g beim Mann
    • Ca 225g bei der Frau

Aufbau der Beiden Herzhälften 

  • Vorhof (Atrium)
    • Klein und Muskelschwach
    • Sammelt das Blut aus dem Körper oder der Lunge
  • Kammer (Ventrikel)
    • Erhält das Blut aus dem Vorhof
    • Presst es in den Körper- bzw Lungenkreislauf 

Herzscheidewand 

  • (Septum caridale): hat 2 abschnitte
    • Vorhofseptum (septum interatriale): zwischen den Vorhöfen
    • Ventrikelseptum (Septum interventriculare) zwischen den Kammern

Foramen ovale 

  • Bei dem Fetus
  • Ovale Öffnung in der Vorhofscheidewand 

Bau des Herzens 

Mitral und Tripuspidalklappe 

  • Zwischen den Vorhöfen und Kammern
  • Aus dünnem weissen Bindegewebe 
  • Segelklappen oder Atrio- Ventrikular klappen (AV Kappen)
    • Wegen der typischen Bauweise mit Segeln 
    • Sehnenfäden verbinden die Segel mit der Pappillarmuskeln àVerhindert das zurückschlagen der Segel

Mitralklappe oder Bikuspidalklappe

  • 2 Segel
  • Linke Herzseite

Trikuspidalklappe

  • 3 Segel

Aorten und Pulmonalklappe 

  • Taschenklappen
    • Aus je 3 Taschenartigen Mulden
    • Blutstrom drückt die Taschen auf 
    • Das zurückströmende Blut füllt die Taschen und schliesst sie dadurch
  • Aortenklappe
    • Zwischen linker Kammer und Aorta
  • Pulmonalklappe
    • Zwischen der rechten Kammer und dem Truncus pulmonalis 

Klappenebene 

  • Herzskelett (Anulus fibrosus)
    • Aufhängegerüst für die Klappen
    • Trennt die Vorhöfe von den Kammern 
  • Klappen bilden eine Ebene àVentil- oder Klappenebene

Zufuhr des Blutes in den Rechter Vorhof 

  • Obere Hohlvene (Vena cava superior)
    • Blut aus der oberen Körperhälfte (Kopf, Hals, Armen und Brustwand)
  • Untere Hohlvene (Vena cava inferior)
    • Blut aus der unteren Körperhälfte (Beine, Rumpf und Bauchorgane)
  • Blut aus den Herzkranzgefässen
    • Sammelt sich im Sinus coronarius und fliesst direkt in den rechten Vorhof

Herzohren 

  • Beide Atrien
  • Von aussen sichtbare, zipfelförmige Ausbuchtung
  • Füllen die Nische zwischen den Herzen und Gefässtämmen
  • Klinisch wichtig: Hier können sich Thromben bilden

Rechte Kammer 

Ventriulus dexter 

  • Form eines Halbmondes 
  • Trabekel 
    • Dünne Muskelleisten 
    • Springen im Innenraum vor
  • Papillarmuskeln
    • Dickere Muskelzapfen
    • Aufhängung der Tripusbidalklappen
  • Truncus Pulmonalis
    • Stamm der Lungenschlagader
    • Ausgang der rechten Kammer
    • Blutfluss in A. pulmonalis dexter und sinister àLungen 

Linker Vorhof 

  • Sauerstoffreiches Blut aus der Lunge àLungenvene (vv pulmonales) àMitralklappe àlinker Vorhof
  • Vv pulmonales: 
    • 4 horizontal verlaufende Lungenvenen

Linke Kammer 

Ventriculus Sinister 

  • Muskulatur:
    • 3 Mal so dick wie die der rechten Kammer àgrössere Kraft 
  • Innenfläche
    • Trabekel
    • 2 Papillarmuskeln
  • Pumpt das Blut in die Aorta

Aufbau der Herzwand 

  • Von innen nach Aussen 3 Schichten unterteilbar
    • Endokard: Herzinnenhaut
      • Dünner als 1mm
    • Myokard: Herzmuskelschicht
      • Linker Ventrikel 8 – 11mm
      • Rechter Ventrikel 2 – 4mm 
      • Vorhöfen rund 1mm
    • Epikard: Herzaussenwand 
      • Dünner als 1mm
  • Perikard
    • Umschliesst das Herz
    • Bildet mit dem Epikard den Herzbeutel 

Endokard 

  • Dünne, glatte Epithelschicht 
  • Kleidet beide Vorhöfe und Kammern aus
  • Überzieht die Klappen

Myokard 

  • Quergestreifte, sich verzweigende Muskelfasern
    • Umwickeln die Herzhöhle spiralförmig
    • Funktionell: zwischen glatter und quergestreifter Muskulatur
      • Benötigen zur Kontraktion keine Impulse von aussen
      • Unwillkürlich
      • Kontrahieren schnell 

Myokard der linken Kammer und Vorhöfe 

  • Linke Kammer
    • Muskulatur muss die grösste Kraft aufbringen 
    • Der Körperkreislug hat einen höheren Austreibungswiderstand als der Lungenkreislauf
    • Dickste Muskulatur 
  • Vorhöfe
    • Dünne Muskelschicht
    • Unterstützt den Blutfluss von Vorhof in die Kammer

Herzbeutel 

Bindegewebige Hülle des Herzens

  • Epikard:
    • Innere Blatt des Herzbeutels
  • Perikard
    • Seröse Schicht: zum Herzinnern
    • Derbe Bindegewebsschicht: nach haussen
    • Verwachsen mit Zwerchfell und Pleura àfixiert das Herz im Meidastinalraum
  • Bereich der Pforten für die grossen Gefässe

Herzzyklus 

  • Kontraktion: Systole
    • Blut wird in den Lungen- und Körperkreislauf gepumpt 
    • Führt zum Druckanstieg in den Kammern àöffnet die Klappen àInnenraum der Herzhöhlen verkleinert sich àBlut wird herausgeschleudert
    • Dauert 0,25s
  • Erschlaffung und Füllungsphase: Diastole
    • Höhlen erweitern sich wieder àDruckgefälle entsteht àBlut strömt in die Höhlen 
    • Dauer:
      • Stark Frequenzabhängig
      • Bei 70 Schlägen /min dauert sie knapp 0,6s

Vorhofzyklus 

  • Phase des Kontraktionszyklus von Vorhöfen und Kammern sind exakt aufeinander abgestimmt àoptimale Auswursleistung
  • Vorhof kontrahiert 0,12 – 0,2 s vor der Kammermuskulatur
    • So wird möglichst Blut wird in die Kammer gepresst 

Kammerzyklus: Kammersystole 

  • Anspannungsphase:
    • Kammern sind mit Blut gefüllt, Klappen sind geschlossen
    • Intraventrikuläre Druck steigt durch die Anspannung des Myokards 
      • Noch nicht hoch genug um Taschenklappen zu öffnen 
  • Austreibungsphase (Auswurfsphase)
    • Kontraktion nimmt zu àÜbersteigt den Druck der Klappen àTaschenklappen werden aufgestossen àBlut strömt in die Arterien 
    • Ende der Austreibungsphase 
      • Druck der Arterien ist höher als der in der Kammer àTaschenklappen schliessen sich
      • Systole ist beendet 

Kammerdiastole 

  • Entspannungsphase (Erschlaffungsphase)
    • Myokard erschlafft àKammerdruck sinken àKlappen sind geschlossen
  • Füllungsphase
    • Kammerdruck sinkt unter den Vorhofdruck àSegelklappen öffnen sich àBlut strömt aus den Vorhöfen in die Kammern àSegelklappen schliessen sich
    • Einströmung des Blutes in die Vorhöfe hpts passiv
      • Vorhofkontratkion trägt nur 10 – 15% zur Kammerfüllung bei 

Schlagvolumen 

  • Volumen das aus den Kammern getrieben wird
  • In Ruhe bei erwachsenen ca 70ml
    • ½ Kammerfüllung

Ventilebenenmechanismus 

  • Systole: Ventilebene des Herzens verlagert sich in Richtung Herzspitze
    • Vorhöfe werden gedehnt àVorhofdruck sinktàBlut strömt durch das Druckgefälle passiv ein 
  • Diastole: Ventilebene bewegt sich wieder zurück
    • Kammern erweitern sich schnell àDruckgefälle zwischen Kammern und Vorhöfen àBlut strömt passiv in die Kammern 

Druckverhältnis während des Herzzyklus 

Herztöne 

  • Kurze Schallereignisse 
  • Im Gesunden Herzen 2 Herztöne auskultier bar 
    • 1. Herzton: Anspannungston
      • In der Anspannungsphase der Systole
      • Kammermyokard zieht sich Ruckartig zusammen
    • 2. Herzton: Klappenton
      • Entsteht durch das Zuschlagen der Aorten- und Pulmonalklappen
      • Markiert das Ende der Systole 
    • 3. Herzton
      • Gelegentlich hörbar
      • Entsteht durch den Bluteinstrom in die Kammer am Anfang der Diastole
      • Physiologoisch oder pathologisch

Herzgeräusche 

  • Entstehen durch Turbulenzen im Blutstrom 
  • Dauern länger als Herztöne und schwellen langsam an und ab 
  • Bei Kindern meist harmols
  • Bei Erwachsenen Hinweis auf einen gestörten Blutfluss 
  • Systolikum: Geräusch während der Systole
  • Diastolikum: Geräusch während der Diastole 

Autonomie des Herzens 

  • Autonom: Das Herz erregt sich selbst
    • Kann deshalb in einer Nährlösung auch ausserhalb des Körpers weiterschlagen 
  • Impulse über ZNS: nur begrenzten regulierenden Einfluss
  • Myokardzellen:
    • Spezialisierte Muskelzellen
    • In der Lage elektrische Erregung zu bilden und weiterzuleiten 

Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem 

Physiologischer Erregungsablauf 

  • Sinusknoten
    • In der Wand des rechten Vorhofs an der Mündungsstelle der Vena cafa superior 
    • Abgabe der Erregung über die Vorhofmuskulatur zum AV Knoten
  • AV Knoten (Atrio- Ventrikular- Knoten)
    • Am Boden des rechten Vorhofs, nahe an der Scheidewand
    • Nimmt die Erregung auf und leitet sie zum His Bündel weiter
  • His Bündel
    • Am Boden des rechten Vorhofs in Richtung Kammerscheidewand 
    • Sehr kurz
    • Teilt sich an der Kammerscheidewand in den rechten und linken Kammerschenkel
  • Kammerschenkel (Tawara Schenkel)
    • Ziehen an beiden Seiten der Kammerscheidewand herzspitzwärts
    • Zweigen sich auf zu den Purkinje Fasern
  • Purkinje Fasern
    • Erregung geht direkt auf die Kammermuskulatur über 

Übersicht über die  Erreger des Herzens 

Grundlagen der Erregungsbildung 

  • Ruhepotential Im Herzen physiologisch nicht stabil 
  • Diastolische Selbstdepolarisierung (spontane diastolische Depolarisation)
    • Maximales diastolisches Potential: negativster Wert àkontinuierlicher Anstieg bis zum Schwellenpotential
    • Schwellenpotential
      • Wenn es erreicht wird, wird das Aktionspotential ausgelöst
  • Sinusknoten
    • Erregungsbildung geht vom Sinusknoten aus, weil seine Selbstdepolarisation am schnellsten verläuft 
    • Repolarisation verläuft auch am schnellsten 
  • Nachgeordneten Erregungszentren 
    • Besitzen auch die Fähigkeit zur Erregungsbildung
    • Können den Sinusknoten ersetzen 

Besonderheiten des Herzmuskels 

  • Alles oder nichts Prinzip
  • nicht Tetanisierbarkeit 

Alles oder Nichts Prinzip 

  • Skelettmuskulatur:
    • Kontraktion umso stärker, je mehr Nervenfasern erreg werden 
    • Kraft ist Abhängig von der Frequenz der einlaufenden Aktionspotentiale 
  • Myokard 
    • Erregung geht durch Gap Junctions von einer Zelle zur nächsten über 
    • Eine Erregung umfasst immer alle Herzmuskelzellen
    • Ein Reiz erzeugt entweder eine Kontraktion des gesamten Herzmuskels oder gar keine 

 

Nicht Tetanisierbarkeit 

  • Refraktärzeit
    • Skelett und Herzmuskel sind direkt nach einer Aktion für eine bestimmte Zeit nicht erregbar
    • In Beziehung zur Dauer des Aktionspotentials 
  • Tetanus (Dauerkontraktion)
    • Bei Skelettmuskeln 
    • Durch dier Erhöhung der Erregungsfrequenz 
  • Refraktärzeit des Herzens
    • 0,3 s 
    • Relativ lang àSchutz vor einer zu schneller Kontraktionsfolge 
    • Tetanus währe tödlich, das Herz kann sich nicht mehr füllen 
    • Kammerflimmern: wenn ein Reiz kurz vor Ende der Refraktärzeit eintrifft 

Kalzium 

Schlüsselstellung: Kalzium

  • Elektromechanische Koppelung 
    • Ohne Ca2+führt das Aktionspotential nicht zur Kontraktion 

Kalium 

Lebenswichtig Kalium

  • In der Zelle eine hohe Kontraktion
  • Wenn die Umgebung zu wenig Kalium hat, nimmt die Permeabilität der Zellmembran ab àgrösseres Konzentrationsgefälle àHyperpoliarisation der Zelle àErregunsbildung und Ausbreitung ist ereichtert àKammerflimmern 

Herzleistung und ihre Regulatio  

  • Jeder Herzschlag = Druck- Volumen Arbeit + Beschleunigung = Herzarbeit
  • Herzarbeit auf die Zeit bezogen = Herzleistung 

 Herzzeitvolumen

  • In Ruhe Frequenz von 70 Schlägen /min 
  • Rechter und linker Ventrikel werfen ca 70 ml Blut aus 
  • Herzzeitvolumen = Schlagvolumen x Schlagfrequenz 
  • Herzminutenvolumen = Herzzeitvolumen pro Minute 
    • Ruhebedinungen  ca 5l Blut/min
    • 70/min x 70ml = 4900ml/min

Einflussfaktoren auf die Herzleistung 

  • Vorlast
  • Nachlast
  • Kontraktilität 

Study