Einführung in die Biotechnologie
zhaw - Einführung - Produktion - Bioreaktoren
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Flashcards
Was ist ein Bioreaktor und wofür wird er eingesetzt?
Reaktionsgefässe und Apparate mit denen Reaktionspartner mithilfe eines Biokatalysators umgewandelt werden können.
Man nennt sie auch Fermentoren wenn lebende Zellen eingesetzt werden.
Hauptaufgabe: Optimale Umweltbedinnungen herzustellen für das Wachstum der Biokatalysatoren, Bildung der Bioprodukte und Stoffwechselleistungen.
Welche Anforderungen werden an einen Bioreaktor im biopharmazeutischen Umfeld gestellt?
Sterilität
Benennen Sie die 5 am häufigsten in der Biotechnologie eingesetzten Bioreaktoren und beschreiben Sie deren Arbeitsprinzip !
1. Mechanisch angetriebene Bioreaktoren:
Gerührte, klassische Bioreaktoren (Labor Pilot Fermenter LP351 wird zu 90% in der Biotechnologie eigesetzt) Es gibt aber auch mechanisch angetriebene Schlaufenreaktoren.
System: mechanisch angetrieben, je nach Biomasse kann der Antrieb, sowie das Rührgerät angepasst werden. Sie sind geeignet für emerse (an der Oberfläche) Kulturen.
2. Hydraulisch angetriebene Reaktoren:
Tauchstrahlreaktor und Umlaufdrüsenreaktor
System: Sie werden mit Düsen und Pumpen angetrieben.
3. Pneumatisch angetriebene Bioreaktoren:
Blasensäule und Airliftreaktor
System: Durch Lufteinschleusungen entstehen Umwälzungen. Gas (Gasbläschen reissen die Masse mit sich und wälzt sie um)
4. Bett-Bioreaktoren:
Füllkörperreaktor und Wirbelbettreaktor
System: Zellen wachsen auf den Füllkörpern. Ersterer besprüht die Zellen von oben mit Nährlösung und wirbelt sie im Kreis. Zweiterer Speisst die Zellen durch Schüttung (aufschüttung des eingeschleusten Gases) des Nährmediums.
5. Membranbioreaktoren:
Hohlfaserreaktor und Flachmembranreaktor
System: Ein Membranreaktor ist eine Anlage, die eine membranbasierte Trennstufe als integralen Bestandteil beinhaltet.Über eine selektiv permeable Membran werden Stoffe (Inhaltsstoffe, Zellen) zurückgehalten bzw. abgetrennt. Membranen können eingesetzt werden, um gezielt Stoffe zugegeben und um den Stoffaustausch zu intensivieren.
Wie können Bioreaktoren eingeteilt (klassifiziert) werden?
Zum Beispiel nach Zeitverhalten, nach Betriebsweisen, Emerse oder Submerse Systeme, Art der Belüftung, Art des Energieeintrags, Form und Fixierung des Biokatalysators oder nach der Bauform.
Was ist der Unterschied zwischen einem klassischen Bioreaktor und einem Single-Use-Bioreaktor?
Der Begriff „Einweg” (disposable, single use) bezieht sich auf die Anzahl der Nutzungen der Kultivierungseinheit. Der Klassische wird immer wieder gebraucht.
Für welche Aufgaben sind Rührreaktoren besonders geeignet?
Nennen Sie ausserdem Kriterien und Anforderungen, die heute an moderne Rührreaktoren gestellt werden!
In der Pharmazie und Medizin werden am häufigsten Rührreaktoren eingesetzt. Zum Beispiel zur Herstellung von Insulin.
Sehr hoher Reinheitsstandard wird vorausgesetzt. Alle Betriebsparameter des Reaktors müssen in engen Grenzen gehalten werden.
Skizzieren Sie einen Rührreaktor mit seiner Instru- mentierung, der für die Insulinherstellung mit einem genetisch verändertem E. coli K1 eingesetzt werden kann!
Benennen Sie ausserdem die Hauptelemente und ihre Funktion sowie die essentiellen Mess- und Regel- grössen!
Slides Bioreaktoren Seite 22.
Welche Bioreaktoren empfehlen Sie für die Kultivierung sehr scherempfindlicher Biokatalysatoren (z.B. Säugerzellen) und warum?
sterile klassische und Single-Use, aerobe und anaerobe Rührreaktoren, Fest-, Wirbelbett-, Membran- und Enzymreaktoren. Es gibt sie in sehr vielen verschiedenen Grössen, sie sind gut kontrollierbar. Werden auch eigesetzt zur Kultivierung von z.B. Hautstammzellen oder Hirnzellen.
Welche Biotechnologischen Verfahren lassen sich unterscheiden und was sind ihre Charakteristiken?
Produktionsverfahren: - Monokulturen (MO/ Zellkulturen), - unter sterilen Bedinnungen, - Semikontinuierlich
Entsorgungsverfahren: - Mischkulturen, -unsteril, -kontinuierlich (konstantes Arbeitsvolumen, auch im offenen System)
Was sind Emersverfahren?
Züchtung von Biokatalysatoren (MO) auf Substratoberfläche (z.B. Essigproduktion)
Was sind Submersverfahren?
Züchtung von Biokatalysatoren im Nährmedium (bsp. Penicillin)
Welche 3 Prozessmodi kennen Sie?
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Warum besteht der Trend zur Fed batch-Kultivierung, obwohl kontiniuerliche Verfahren höhere Ausbeuten liefern?
Man braucht nur eine geringe Biomasse am anfang. Eventuell anfallende toxische Stoffwechselprodukte können auf einem niedrigen Niveau gehalten werden.
Welche Varianten der Fed batch-Kultivierung kennen Sie?
Feeding (Arbeitsvolumen vergrössert), Feeding und Austausch (Arbeitsvolumen konstant), Repeated Fed Batch ( Nach Fed Batch Phase wird die Zellsuspension teilweise geerntet und der Reaktor mit frischem Medium aufgefüllt)
Auf welche Gleichung lässt sich jedes biotechnologische Produktionsverfahren zurückführen?
Reaktionspartner + Biokatalysator = Produkt
Allgemeiner Aufbau eines Biotechnologischen Produktionsverfahrens:
Upstream: Medienherstellung aus den Ausgangsstoffen, Fermentation (Stoffe werden umgesetzt)
Downstream: Zellseparation, Isolation und Reinigung, Downstream Aufarbeitung
Endformulierung und Abfüllung: Formulierung und Dosierung
Kennzeichnung und Verpackung
Wieso kommt der Sterilität in modernen biotechnologischen Produktionsverfahren eine besondere Rolle zu! Welche Arten der Sterilität werden unterschieden?
Pathogene aber auch andere MO dürfen sich in der Biomasse nicht unkontrolliert vermehren, jenachdem was hergestellt wird muss ein bestimmter Sterilitätsgrad eingehalten werden.
Sterilisation mit feuchter oder trockener Hitze
Sterifiltration
Strahlensterilisation
Mikrowellensterilisation
VHP- Sterilisaion
Pascalieren
Wie wird Sterilität in biotechnologischen Verfahren erzielt?
Hitze, Dampf, Druck, Filtration, Strahlen, VHP = gasförmiges Wasserstoffperoxid
Unterscheiden Sie das Standard- und Overkillver- fahren von der HTST-Sterilisation!
Beide Verfahren verlaufen mittels Dampf. Das Standard- und Overkillerverfahren dauert länger und hat viele Nachteile wie zum Beispiel die Abtötung von Vitaminen, hoher Energieverlust, Farbveränderung etc. Wird aber noch ab häufigsten angewendet.
Das HTST- Verfahren dauert sehr kurz und ist zudem auch sehr schonend. Es läuft kontinuierlich ab und ist geeignet für Wasserähnliche Substanzen und allgemein Flüssigkeiten.
Wo und wie werden Sterilfiltrationen im Rahmen biotechnologischer Produktionsverfahren durchgeführt?
Sterilisation von Geräten (Glas, Plastik, Metall, Kultivierungsbeutel etc.) Glasbehältnisse im Pharma und Medizinbereich, Denaturierung von Proteinen.
Welche Möglichkeiten zum Nachweis der Sterilität gibt es?
Direkt: Man nimmt eine Probe aus dem Reaktor und testet sie.
Indirekt: Man gibt ein Medium in den Reaktor zur Biomasse hinzu und sieht was passiert. (Veränderungen)
Wie und warum erfolgen Steriltests mit Bioindikatoren? Erläutern Sie den Begriff des Biokatalysators!
Man gibt ein sehr hitzeresistentes MO hinzu, wenn dieses abstirbt, sind sicher auch alle anderen gestorben. Prinzip mit Hitze oder geht auch beim Filtrieren (Teilchengrösse). Dieses Verfahren dauert nicht so lang wie das konventionelle Verfahren.
Biokatalysatoren sind polymere Biomoleküle, die biochemische Reaktionen beschleunigen oder verlangsamen, indem sie die Aktivierungsenergie herab oder herauf setzen. Sie gehen selbst unverändert hervor und können somit mehrere Reaktionszyklen hintereinander katalysieren.
Was ist unter in situ- und was unter ex situ Sterilisation zu verstehen?
In situ: Probe wird unter den Bedinnungen gemessen, unter welchen sie auch sterilisiert wurde. Bsp. Noch unter Druck.
Ex situ: Messung ausserhalb des ursprünglichen Ortes.
Definieren Sie den Begriff Biotechnologie.
- Technische Nutzbarmachungvon biologischen Vorgänge;
- Anwendung von Wissenschaft und Technik auf lebende Organismen
Unterscheiden Sie die klassische und moderne Biotechnologie.
Klassische Biotechnologie: traditionelle Biotechnologie; Gebrauch von nativen (natürlich, unverändert) Biokatalysatoren zur Produktion von Stoffen; z.B. Bier Herstellung
Erläutern Sie die Interdisziplinarität der Biotechnologie.
In der Biotechnologie kommen Bereiche der Chemie, Biologie und der Ingenieurwissenschaft.
Welche Industriebranchen sind heute durch Methoden der Biotechnologie geprägt?
Chemieindustrie; Biotechnologiebranche, Anlagen- und Apparatbau; Pharmaindustrie; Umwelttechnikbranche (Klassische Biotechnologie, Pharma/Medizin), Landwirtschaft, Chemie)
Was sind Biokatalysatoren und wie lassen sie sich kategosieren?
- Biokatalysatoren sin Moleküle, die biochemische Reaktionen in einem Körper ermöglichen, z.B. Enzyme, Mikroorganismen.
- Lassen sich in humane, tierische oder pflanzen Zellen kategorisieren.
Was ist gVO?
gVO = genetisch veränderter Organismus
Erläutern Sie den Begriff rekombinant.
Genetisches Material wird neu zusammengestellt (rekombiniert) sodass etwas neues produziert wird.
Welche Farbbereiche der Biotechnologie kennen Sie?
Rote BT: Medizinisch-Pharmazeutisch; Impfstoffe -> Hepatitis B; Transplantationsmedizin -> Stammzellen
Grüne BT: AgroBT; Krankheits-&herbisidresistente Pflanzen -> Bt-Mais; Functional Food -> pro-& prebiotisches Joghurt
Blaue BT: Meer (maritime); natürliche Wirkstoffe aus marinen Organismen -> Nahrungergänzung; Kosmetik -> Beta-carotin
Weisse BT: Industrielle BT inkl. UmweltBT; Herstellung von grossen Mengen
Nenne Sie die 4 Entwicklungsetappen der Biotechnologie und wichtige Meilensteine.
1.Phase: Unbewusste Nutzung von Mikroorganismen -> Essigherstellung (8000 v.Chr.), Käseherstellung (3000 v.Chr.)
2.Phase: Fermentation, Klassifizierung neuer MO, Stoffwechselvorgänge aufgelärt, Start der Mikrogenetik -> Backhefeherstellung (1880), Milchsäure (1881), Glycerin (1914-1918), 1. Penicillineinsatz (1941)
3.Phase: wissenschaftliche Grundlagen für biotechnologische Apparate- & Verfahrenstechniken -> Sterilfermentation (1942-1946); Modellherstellung der DNS (1953), Entschlüsselung des genetischen Codes bei akterien & Viren (1960)
4.Phase: Gezielter Einsatz der genetischen Manipulation von Zellen, rekombinante Methoden und morderner Technik -> Biotherapeutika, Impfstoffe, Genfood, Algenbiotechnologie
Begründen Sie, warum Biotechnologie historisch gesehen die Kunst ist, Lebensmittel herzustellen.
Aller Anfang begann mit Lebensmitteln. Zuerst den Essig, dann der Käse und Sauermilchprodukte. In der zweiten Phase kamen die Backhefe und die Milchsäure.
Was sin mabs und wie lassen sie sich biotechnologisch herstellen?
monoklonale Antikörper
Stellen Sie die Hauptaktivitäten in der Forschung des Institutes für Biotechnologie der zhaw zusammen und ordnen sie diese den Farbbereichen und entsprechenden Industriebranchen zu
Rote BT: Pharmazeutische BT: Galenik, Phytopharmazie, Qualitäts- & Stabilitäts Prüfung von Arzneimittlen, Steril- & Reinraumtechnik
Grüne BT:
Blaue BT:
Weisse BT: Prozesse & Verfahren: Verfahrenstechnik, Prozesse- & Anlagenentwicklung, Sensortechnik & Prozessanalytik, Umweltbiotechnologie, Kultivierung von Mikroorganismen