10 - Wildtierkrankheiten
Lernkarten: Jagen in der Schweiz
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Wildtierkrankheiten Was bedeutet „Krankheit“? S. 310
Störung der normalen Funktion eines lebenden Körpers bzw. seiner Organe und Organsysteme.
Funktionsstörungen können so schwerwiegend sein, dass der Tod eintritt.
Die Jahreszeit!
Beispielsweise sind abgemagerte Hirsche oder Gämsen im Frühjahr nicht unbedingt krank, ebenso muss die Zeit des Fellwechsels von Wildtieren berücksichtigt werden.
Ursache von Wildtierkrankheiten ist oft dasZusammenspiel mehrerer Faktoren, z.B.
- Infektionen (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten)
- Verletzungen
- Alter
- Vergiftungen
- Erbkrankheiten
- Mangelerkrankungen
- Tumor und Missbildungen
- Kreislaufstörungen
- usw.
Eine „ansteckende“ Krankheit. Ansteckung geschieht entweder direkt (z.B. Hautkontakt, Biss, Tröpfcheninfektion, Paarung) oder indirekt (z.B. Äsung, Zecken, Mücken, Kot).
Hohe Wildbestände begünstigen Krankheitsübertragungen und erhöhen das Risiko eines Krankheitsausbruchs!
- Viren
- Bakterien
- Pilze
- Parasiten
Ansteckende, zwischen Mensch und Tier übertragbare Krankheiten.
z.B. Tollwut, Fuchsbandwurm, Milben (Grabmilben --> Räude, Zecken --> Borreliose und FSME), TrichinenAchtung: Gewisse Zoonosen gehören zu den Seuchen und sind meldepflichtig!
Seuchen sind hoch infektiöse Krankheiten, welche Wild- und/oder Haustierbestände ernstlich bedrohen. Sie können somit grossen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten.z.B. Schweinepest, Maul- und Klauenseuche
- Beim Ansprechen: fehlende Scheu, Aggressivität, Taumeln, Schwierigkeiten beim Aufstehen, ungesundes Fell, Durchfall, Abmagerung, Kreisbewegung, Verletzung usw.
- Am erlegten Wildkörper: Verklebte Körperöffnungen (Augen, Nase, Maul, After), abnorme Gliedmassen, Verletzungen usw.
- Beim Aufbrechen: Auffälligkeiten im Brust/Bauchhöhlenbereich oder an Organen
Nach Begutachtung durch eine Fachperson werden sie in einer Kadaversammelstelle entsorgt.
Lebewesen, die in oder auf einem Körper (Innen-/Aussenparasiten) von einem „Wirtstier“ leben, sich dort ernähren, entwickeln und fortpflanzen. Sie schwächen das Wirtstier (Nährstoffentzug, Ausscheidung schädlicher Stoffwechselprodukte).z.B. Milben (Zecken, Grabmilben), Band- und Rundwürmer, Leberegel, Rachenbremsen
- Lyme-Borreliose: Übertragung durch Bakterien --> Zecke schnellstmöglich entfernen und Bissstelle beobachten. Bei frühzeitiger Erkennung der Krankheit: Antibiotika-Therapie
- Hirnhautentzündung (FSME): Übertragung durch Viren --> Impfung möglich --> Zoonose!
Räude --> häufig bei Füchsen, sehr gefürchtet bei Gams- und Steinwild.
Symptome: Massive Hautveränderung, teilweise grossflächiger Fellverlust, Juckreiz (führt zu Entzündungen) --> Zoonose!
Wildtierkrankheiten Wie kann sich der Jäger vor dem Fuchsbandwurm schützen? S. 317
Ein Fuchsbandwurmbefall („Echinokokkose“) kann zum Tod führen. Deshalb:
- Beim Abbalgen Fell anfeuchten, Handschuhe und Atemschutzmaske tragen
- Für Fuchsjäger ist eine jährliche ärztliche Blutuntersuchung empfehlenswert
--> Zoonose!
Beim Aufbrechen --> Verkalkungen auf der Leberoberfläche (weisse Flecken) und verdickte Gallengänge.
Stark befallene Leber und Abmagerung beim Tier --> Spezialist beiziehen. Ansonsten Leber korrekt entsorgen.
Übertragung auf Mensch durch Wildbret- konsum von Nagetieren, Schwarz- und Raubwild.
Von blossem Auge sind Trichinen nicht ersichtlich, sie können aber beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen (Zoonose!) --> Deshalb: Vor dem Wildbretkonsum ein Stück Zwerchfell oder Kaumuskulatur zur Untersuchung in anerkanntes Labor einschicken (Pflicht wenn Schwarzwild in Verkehr gebracht wird).
Husten, struppiges Fell, Abmagerung, sichtbare Veränderung der Lunge (Würmer werden beim Aufschneiden der Lunge ersichtlich)Stark befallene Lunge und Abmagerung beim Tier --> Spezialist beiziehen. Ansonsten Lunge korrekt entsorgen.
Von der Rachenbremse (Fliege) ist hauptsächlich Reh- und Rotwild betroffen. Befallene Tiere hört man niesen und husten, sie schütteln zudem oft kräftig den Kopf.
Befallenes Wild erholt sich meist von selbst. Oft kommen die Parasiten beim Präparieren der Trophäen zum Vorschein.
Wildtierkrankheiten Was kann eine Lungenentzündung bei Wildtieren hervorrufen, wie geht der Jäger damit um? S. 320-321
Verschiedene Ursachen möglich, z.B. Viren, Bakterien, Pilze oder Lungenwurm.
Entsprechend ist der Verlauf sehr unterschiedlich --> Sowohl seuchenhaftes Auf- treten in ganzen Beständen möglich als auch nur betroffene Einzeltiere. Bei Feststellung von Lungenveränderung --> Tier vor Verwertung inkl. Lunge einem Spezialisten vorlegen
Bakterielle, hoch ansteckende Augener- krankung. Übertragung durch indirekten (z.B. Fliegen) und direkten Kontakt.
Betroffen sind Schafe & Ziegen (nicht tödlich) sowie Gams- & Steinwild (tödlicher Verlauf & epidemieartige Ausbreitung möglich).
Erblindete Tiere nicht stören (Ruhe im Seuchengebiet!). Hegeabschüsse nur bei unheilbaren Fällen (diese Ansprache erfordert grosse Erfahrung).
Wildtierkrankheiten Was ist die Aktinomykose (Strahlenpilz), wie erkennt der Jäger betroffene Wildtiere, wie geht er damit um? S.322
Bakterielle Infektion (kein Pilz!), v.a. beim Rehwild.
Schwellungen des Unterkiefers verursachen Probleme beim Äsen und Wiederkäuen
--> betroffene Tiere sollten aus Tierschutzgründen erlegt werden
Viruserkrankung bei Schwarzwild & Hausschwein.
Volkswirtschaftliche Relevanz: Alle Hausschweine eines betroffenen Bestandes müssen geschlachtet werden. Wildbret & Fleisch = genussuntauglich.
Massnahmen: Schwarzwildbestände tief halten; kein Fleisch kirren; beim Aufbrechen konsequent auf dunkle Hautverfärbungen, stecknadelgrosse Blutungen auf Niere, Kehlkopf & Herz achten; kein kontaminiertes Material benutzen.
Wildtierkrankheiten Was ist die Tollwut, auf was muss sich der Jäger diesbezüglich achten? S. 323
Viruserkrankung, v.a. beim Fuchs. Übertragung durch Speichel (Biss).
Die Schweiz gilt offiziell als Tollwutfrei. Trotzdem müssen Tiere, die ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren, der Wildhut/den Behörden gemeldet werden.
Tollwut verläuft auch beim Menschen – sofern nicht SOFORT ärztlich behandelt - tödlich. --> Zoonose!
- Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut)
- Aviäre Influenza (Klass. Geflügelpest)
- Klassische Schweinepest (KSP)
- Lippengrind (Winterräude)
- Tollwut
- Aktinomykose
- Brucellose
- Gamsblindheit
- Moderhinke
- Paratuberkulose
- Pseudotuberkulose
- Tuberkulose
- Tularämie (Hasenpest)
- Bandwürmer
- Dasselfliegen / Dassellarven
- Kokzidiose
- Leberegel
- Lungenwürmer
- Magen-Darm-Parasiten
- Nasen- und Rachenbremse
- Räude (Grabmilben)
- Trichinen