7 - Wildverwertung
Lernkarten: Jagen in der Schweiz
Lernkarten: Jagen in der Schweiz
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Lernkarten
Wildverwertung Welche Faktoren zeichnen das Wildbret als hochwertiges Nahrungsmittel aus? S. 242
- Nachhaltige Nutzung möglich
- Natürlich & regional
- „Bio“, z.B. frei von medikamentösen Rückständen wie Antibiotika
- Geringer Fettanteil
- hochwertige & gesunde Fettsäurenzusammensetzung
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Wildverwertung Wann unterliegt die Verwertung von Wildbret dem Lebensmittelgesetz? S. 242-243
Sobald es in Verkehr gebracht wird. Dann ist der Produzent (Jäger als Erleger) verantwortlich, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden.
Verzehr im Eigengebrauch (eigene Familie) unterliegt nicht dem Lebensmittelgesetz.
Wildverwertung Wann ist der Jäger verpflichtet, eine Selbstkontrolle von Wildbret durchzuführen (z.B. Anhand der 12 kritischen Punkte)? S. 243
Sobald das Wildbret an Kleinbetriebe oder Privatpersonen geht, muss der Jäger diese Überprüfung vornehmen und die Verantwortung dafür tragen. Werden alle 12 Punkte eingehalten, wird die optimale Wildbretqualität erreicht.
Wird Wildbret an Grossbetriebe geliefert (über 30‘000 kg/Jahr), muss es einer amtlichen Fleischkontrolle unterzogen werden
1. Todesursache/Eintreten des Todes (wie schnell?)
2. Jagdmethode (stresslos, Ansprechen möglich)
3. Schusslage/Auswirkungen (Kammerschuss vor Zwerchfell?)
4. Nachsuche (ja/nein, Fluchtdistanz, Totsuche?)
5. Aufbrechen (einwandfrei, schnell, hygienisch?)
6. Untersuchen (Verhalten, innere oder äussere krankhafte Veränderungen?)
7. Bergung (schnell, ohne Verschmutzung?)
8. Strecke legen (Verzicht zugunsten Wildbrethygiene)
9. Kühlung/Lagerung (<7°C, Hasen/Federwild <4°C)
10. Verarbeitung (sauber, fachgerecht)
11. Verkauf (Begleitdokument ? Rückverfolgbarkeit)
12. Aus-/Fortbildung (Fachkenntnisse Wildbrethygiene)
Wildverwertung Wann kann Wildbrett aus Nachsuchen als unbedenklich eingestuft werden? S. 245
Wenn es von einer Totsuche eines Tieres stammt, welches schnell verendete, eine kurze Fluchtstrecke aufwies und innerhalb weniger Stunden aufgebrochen wurde.
Andernfalls Begutachtung von speziell ausgebildetem Jäger und Deklaration im Verkauf (aus Nachsuche angefallenes Wild).
Wildverwertung Welche zwei Aufbrechmethoden werden in der Praxis angewendet? S. 245-250
- Aufbrechen am hängenden Tier („hängendes Aufbrechen“) ? bzgl. Wildbrethygiene vorzuziehen
- Aufbrechen des am Boden liegenden Tiers („liegendes Aufbrechen“)
Wildverwertung Vorteile, wenn der Wildtierkörper hängend aufgebrochen wird? S. 246
- Bequeme Körperhaltung für Jäger
- Sichere Messerführung möglich
- Organe auf einmal entnehmbar
- Keine Verschmutzung (Bodenkeime)
- Körperflüssigkeiten fliessen ab
- Entfernung sichtbarer Verunreinigungen möglich
- Sorgfältige Untersuchung des Wildkörpers möglich (aussen und innen)
Wildverwertung Vorteile, wenn Wildtierkörper liegend am Boden aufgebrochen wird? S. 246
- Keine Infrastruktur / Installation notwendig
- Kleinere Öffnung des Wildkörpers ? kleinere Verunreinigungs-Gefahr bei Transport als wenn hängend aufgebrochen
Wildverwertung Welche Utensilien werden beim Aufbrechen benötigt? S. 246
- Geschliffenes, sauberes, angepasstes Messer
- Einweg-Gummihandschuhe
- Viel Wasser (Trinkwasserqualität)
- Papiertücher
- Gut verschliessbare Plastiksäcke (z.B. Gefrierbeutel)
- Saubere Wildwanne
- Ggf. Aufhängevorrichtung
- Ggf. Schnur
Wildverwertung 8 Schritte beim hängenden Aufbrechen des Tierkörpers S. 246-247
- Aufhängen an beiden Hinterläufen
- Untersuchen auf äussere Auffälligkeiten
- Fellschnitt Kinn bis Schlossbein
- Weidlochschnitt (Messer säubern!)
- Bauchhaut aufschärfen & Brust auftrennen
- Gesamtes Organsystem entfernen
- Innere Auffälligkeiten (Geruch, Bauchraum)?
- Auffälligkeiten Organe (Lunge, Herz, Leber, Nieren, Magen-Darm-Bereich inkl. Milz)?
Wildverwertung 8 Schritte beim liegenden Aufbrechen des Tierkörpers S. 246-247
- Untersuchen auf äussere Auffälligkeiten
- Bauchschnitt Schlossansatz bis Brustbein
- Drosselschnitt: Abknüpfen des Schlunds
- Weidlochschnitt (Messer säubern!)
- Zwerchfell durchschneiden
- Drossel und Schlund ergreifen, durch kräftiges ziehen Organsystem entfernen
- Innere Auffälligkeiten (Geruch, Bauchraum)?
- Auffälligkeiten Organe (Lunge, Herz, Leber, Nieren, Magen-Darm-Bereich inkl. Milz)?
Wildverwertung Wie wird der Aufbruch entsorgt? S. 248
Aufbrechen im Schlachthaus: Aufbruch in Kadaversammelstelle entsorgen Aufbrechen im Gelände: Aufbruch bedecken (Steine/Äste) oder verscharren (für Bartgeier und Steinadler unzugänglich!) Aufbruch nie im Gewässer entsorgen.
Bei Verdacht auf Tierseuche --> Aufbruch ei- nem Tierarzt vorlegen
- Begutachtung des lebenden Tieres (Verhalten, krankhafte Veränderungen, Auffälligkeiten)
- Äussere Begutachtung des erlegten Stücks (Tierkörper)
- Innere Begutachtung des erlegten Stücks (Brust-/Bauchraum und Organe)
Wildverwertung Was muss bei der Bergung des erlegten Stücks bzgl. Wildbrethygiene beachtet werden? S. 252
- Bergung so schnell wie möglich
- Körperöffnungen dürfen während der Überführung nicht verschmutzt werden, u.U. Fliegenschutz notwendig
Wildverwertung Warum ist das Herunterkühlen des Wildkörpers möglichst schnell nach dem Erlegen wichtig? S.253
Durch die Kühlung wird die Vermehrung von Fäulnisbakterien verhindert. Die Fleischreifung findet auch bei kühlen Temperaturen statt.
Wildverwertung Grundsätze des Abbalgens und der Fellkonservierung zur Pelzgewinnung? S. 255-256
Das Abbalgen fällt beim noch warmen Tier leichter.
Es wird empfohlen, das Fell anzufeuchten, eine Atemschutzmaske und dünne Latexhandschuhe zu tragen --> verhindert Ansteckung mit Fuchsbandwurm Zur Konservierung muss das Wasser aus der Haut entzogen werden: Fell aufgespannt an der Luft trocknen oder einsalzen.