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I. T.
Diese Lernkarten behandeln auf universitärem Niveau die tibetische Religion und Ethik, mit Fokus auf Gottheiten wie Dorje Shugden und Pehar, sowie Orakel und ihre Rolle in der tibetischen Gesellschaft. Sie beleuchten die Bedeutung von Schutzgottheiten, die Lebensführung von Medien und die politischen Implikationen dieser Praktiken. Besonders nützlich für Studierende der Religionswissenschaften oder Tibetologie, die sich mit den spirituellen und kulturellen Aspekten Tibets vertraut machen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Religion / Ethique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
18.09.2018 / 12.12.2018

Flashcards

Wie sichert China seine politische Kontrolle über Tibet?

Tibetische Buddhisten und ihre Institutionen werden unterstützt:

- staatliche Anerkennung von Kindern als neue Wiedergeburten von verstorbenen Lamas

    --> Goldene Urne der Qing-Zeit: Die Urne steht über der Wiedergeburt, kann manipuliert werden

- Wiederaufbau von zerstörten Tempeln

- Finanzierung der "autorativen" neuen Edition des tibetischen buddhistischen Kanons (Kanjur und Tanjur)

Wie wird in Tibet und der Mongolei "die belebte Welt" beschrieben?

- Die Welt ist belebt durch tierische, menschliche und andere-als-menschliche Wesenheiten (Gottheiten, Geister und   Dämonen)

- Beziehungsgeflecht zwischen Menschen, Tieren und anderen-als-Menschen

- Keine Einteilung in Immanenz und Transzendenz: es handelt sich um eine Welt

- Sichtbarkeit der nicht sichtbaren Wesenheiten im Raum

- Semiotisierung der Landschaft als buddhistisch (??)

In welche 3 Sphären wird die Welt eingeteilt?

1. Die obere Welt: die Himmlischen, Gottheiten, besonders die IHa und Tsen

2. Die mittlere Welt: Menschen aber auch viele andere Wesenheiten

3. Die untere Welt: verschiedene Geister; Totengeister, besonders die Lu (Schlangengeister)

Inwiefern zeigt sich eine moralische Ambivalenz wenn es um Gottheiten und Geister geht?

Buddhistische Gelehrte betrachten die Geister und Gottheiten als nicht-buddhistische Wesenheiten, welche von buddhistischen Meistern bezwungen wurden und als "Beschützer der Lehre" den Buddhismus "behüten".

 

Beschreibe die Territorialgottheiten/Erdherren

- Tibetisch: Sadag

- Wenn man die Erde umgräbt (bsp. Goldgräber) erzürnt man damit den Sadag. Durch ein Ritual kann der Gott wieder besänftigt werden.

- Rücksichtsnahme auf die Sadag: Erstlings-Libationsopfer

Was sind die Dre?

Bösartige Gottheiten die Schaden verursachen, z.B.:

- Sadre verursachen Magenbeschwerden

- Gödre bringen allgemein Unglück

- Chudre bringen Krankheiten, die mit Wasser in Verbindung stehen

Was sind die Tsen?

- Männliche Lokalgottheiten die in den Felsen auf Bergpässen leben

- haben eine rote Körperfarbe und oft rote Pferde (Nähe zu Reitergottheiten)

- gelten als besonders gefährlich

Was sind die Dön?

- Es gibt verschiedene Klassen

- In der tibetischen Medizin: Dön als Krankheitszustände

- Dön können auch psychische Krankheiten verursachen, z.B. Epilepsie

(Psychische Krankheiten werden in Tibet meist nicht akzeptiert)

Was sind die Lu?

- leben im oder am Wasser, können Menschen- und Schlangengestalt annehmen

- Haben ambivalente Charakter, besitzen Gewalt über das Wetter (Regen) und bewachen Schätze unter der Erde

- sind verantwortlich für Hautkrankheiten

- oft weiblich (oft weibliches Pendant zum Tsen)

- Der See Yar 'brog in Zentraltibet: Sitz mächtiger Lu-Könige, bewahrt die Lebensenergie Tibets

Beschreibe die obere Welt genauer

- Ort der tngri = "Himmlischen", entweder 33 (buddhistisch) oder 99 (autochthon) 

--> 44 Tngri des Ostens und 55 Tngri des Westens

- Köke möngke tngri = der "Ewige blaue Himmel": der oberste Tngri

--> relativ zeitgenössischer Versuch, einen "Tengerismus" als monotheistische Hochreligion der Mongolen zu kreiren

Beschreibe die untere Welt genauer

- Ort der Totenseelen, der Lus und der Erdherren

- Der 49 Tage andauernde buddhistische Zwischenzustand zwischen Tod und neuem Leben findet hier statt.

- Die späteren buddhistischen Höllenvorstellungen finden hier statt

Beschreibe die Mutter Erde

- Sie bildet das weibliche Pendant zum ewigen blauen Himmel

- Verehrung der "Mutter Erde mit den braunen Runzeln" seit dem 13. Jh. 

- Kult der Höhlen oft mit buddhistischen Vorstellungen verbunden

--> z.B. durch eine Höhle kriechen, um sich von karmischen Befleckungen zu befreien

Was ist ein Owoo?

- Eine visuelle Vergegenwärtigung einer nicht sichtbaren räumlichen Ordnung

- Sowol buddhistisch als auch schamanisch; kann nicht genau zugeordnet werden

Beschreibe das "Rad der Existenzen"

Die Vorstellung mit den 3 Welten ist älter als der Buddhistmus. Mit dem Rad der Existenzen wurden die 3 Welten buddhistisch konzeptualisiert.

1. Bereich der Götter

2. Bereich der Halbgötter

 

3. Bereich der Menschen

4. Bereich der Tiere

 

5. Bereich der Hungerheister

6. Bereich der Höllen

Vergleiche das buddhistische Rad der Existenzen und das Bön-Rad der Existenzen

Buddhistisch (Die 3 Wurzelursachen des Samsara in der Radnabe:)

- Der Hahn = Die Begierde

- Die Schlange = Hass

- Schwein = Unwissenheit

Bön (Die 3 Wurzelursachen des Samsara in der Radnabe:)

- riesiges Monster mit dem Körper einer Kuh, dem Schwanz einer Schlange und 3 Köpfen: Hahn, Schlange, Schwein

Erkläre die 3 Bedeutungen von "Bön"

1. Eine autochthone "Religion" Tibets. 

--> In den ältesten tibetischen Quellen werden zwei Arten von Spezialisten erwähnt: die shen und die bön. Nach den Letzteren wurde in späteren buddhistischen Quellen eine "Bön"-Lehre benannt

2. eine im 10./11. Jh. nach Tibet aus Zhangzhung eingeführte Religion

3. die sogenannte namenlose Religion

Worum handelt es sich bei den Yungdrung Bön?

(Definition nach Nummer 2)

- "Ewiges Bön": Religion mit universalem Ansprunch

- Anhänger bezeichnen sich als Bönpo

- besitzen einen Kanon heiliger Schriften: Kanjur und Tanjur

- Heiliger Berg der Bönpo: Bönri in Kongpo (axis mundi)

- traditionell stark in Osttibet; In Nepal vorallem in Dolpo

Nenne 3 Unterschiede vom Buddhismus zur Bön-Religion (Yungdrung Bön)

- Bön kommt nicht aus Indien, sonder aus Zhangzhung. Ursprünglich aus dem Land Tazik, das heilige Land der Bönpo.

- Die heilige Sprache ist nicht Sanskrit, sondern die Zhangzhung-Sprache

- Der Begründer ist nicht Buddha, sondern Tönpa ("Lehrer") Shenrab miwo

Was sind Torma?

- Opfergaben (torma): oft konisch geformte Teigfiguren (aus Tsampa und Yak-Butter)

--> Gestalt variiert je nach Gottheit

- Opferung von Gaben zur Gütigstimmung der Gottheiten und Geister

- Tibet

 

Welche Formen von Opfergaben finden sich bei den Mongolen?

- Rote Opfergaben: frisches Fleisch, Blut

- Weisse Opfergaben: Milch, Joghurt, Gerstensamen, Thee, alkoholische Getränke

--> Milchopfer schafft einen Raum, der nicht von bösen Geistern heimgesucht werden kann (?)

- Rauchopfer (Sang): Weihrauch, meisstens Wachholder, manchmal Kerzen

Wie kann man sich Schutz vor bösen Geistern verschaffen?

- Diagramme zur Abwehr über der Tür

- Etwas angehobene Türschwelle und niedrige Tür

--> Abwehr vorallem vor rolang ("Untoten") in Tibet oder chötgör (vampirartige Wesen) in der Mongolei

- Tote werden nicht durch die offizielle Tür getragen, sondern durch z.B. ein extra geschlagenes Loch in der Wand

Was sind rolang?

- "Untote", böse geister

- Der tote Körper eines Menschen kann durch einen fremden Geist in Besitz genommen werden

- Wird man von einem rolang berührt, wird man selber zu einem 

Was sind Dö?

- Dö sind Dämonenfallen in tibetischen Regionen und im Himalayaraum

- Dö = unterschiedlich grosse, mit einem dichten Fadennetz bespannte Holzgerüste, an Häusern angebracht

- Sollten nur von Lamas abgebaut und rituell, ausserhalb des Wohnortes vernichtet werden 

 

 

Wozu dienen Amulette und wie funktionieren sie?

- Amulette dienen zum Schutz vor Gehfahren

- Im Innern der Amulette befinden sich meist Gebetstexte, die vor den Gefahren schützen sollen

Was ist ein Lü?

- Lü = Substitutsopfer --> "eine Sache die als Ersatz gegeben wird"

- Bannung schädlicher Kräfte während einer Lü-Zeremonie in ein Substitut (Puppe, Mensch, Schaf, Ziege, Yak, ..)

- Tier-Lü: Die Tiere werden meistens freigelassen und dürfen nicht getötet werden (ausser in Ladakh) zwecks Verdiensterwerb

 

Worum handelt es sich bei der Lügong-Zeremonie am tibetischen Neujahr in Lhasa?

- wichtigste Lü-Zeremonie in Tibet vor 1950, geht auf den 5. Dalai Lama zurück

- Sichert das Leben der Gemeinschaft und nicht das, des Individuums

--> Soll die Bewohner von Lhasa von all den negativen Einflüssen der üblen Taten des vergagenen Jahres befreien und die schädlichen Kräfte bannen

- Die Lügong waren 2 Männer, die von Lhasa nach Tsethang und Phanyul geschickt wurden. Zu Neujahr streiften die Lügong durch die Stadt und nahmen sich alles, was ihnen gefiel.

Am 24. Tag des 1. Monats wurden sie symbolisch mit allem Übel der Stadt Lhasa beladen und davongejagt und durften die Stadt für 1 Jahr nicht mehr betreten.

--> finanziell sehr lohnenswert, da in Lhasa sehr viele Menschen um Neujahr sind.

Beschreibe die Herdgottheit in der Mongolei

- Eine der wichtigsten Gottheiten in der Mongolei

- Herdfeuer und Herdgottheit sind identisch: Wenn das Herdfeuer ausgeht, ist auch das Wohl der Familie in Gehfahr

- Meisstens weiblich; Namen: "Feuermutter", "Mutter Feuer Khan", "Mutter des Herdfeuers"

- Verfehlungen vor der Gottheit: mit dem Messer im Feuer hantieren, die Fusssohlen zum feuer hin halten, ins Feuer spucken oder urinieren,...

- Rituelle Pflege des Feuers: Erstlingsopfer der täglichen Mahlzeit, heute symbolisch

- Schwiegertochter/Ehefrau ist für die Pflege des Feuers verantwortlich

Worum handelt es sich bei den 5 Körpergottheiten?

- Jeder Mensch wird mit 5 Gottheiten im Körper geboren 

- Körpergottheiten korrespondieren zu den Hausgottheiten, oft identisch 

1. männliche Gottheit in der rechten Achselhöhle

2. weibliche Gottheit in der linken Achselhöhle

3. Feind-Gottheit auf der rechten Schulter

4. Territorial-Gottheit auf der Spitze des Kopfers

5. Lebenskraft- Gottheit im Herzen 

 

Was ist La?

- La bedeutet Seele auf tibetisch

- Obwohl es im Buddhismus keine Seele gibt, ist das Konzept des La in der Alltagsreligiösität weit verbreitet

--> sehr wichtig bei Totenritualen

- Die im Körper wohnende Seele hat dort keinen festen Sitz, sondern sie wandert einmal am Tag von unten nach oben und wieder nach unten (Kalacakra-Tantra)

 

Beschreibe die tibetischen Vorstellungen einer Seele

- la: eine Art Lebensprinzip

- Mobilität der Seele: Die Seele kann den Körper verlassen (=Krankheit)

- Heilung durch das Ritual des "Rufens der Seele"

- Herbeirufung der Seele eines Feindes durch Rituale 

- Verweilen der Seele nach dem Tod in der Gruft oder anderswo. (Seelenhaus)

- Das Karma wird nicht von der Seele weitergegeben, sondern vom "Bewusstseinsprinzip" (namshe)

Welche Verwandtschaft besteht zwischen bla und lha?

- bla = Seele; lha = Gottheiten

- Körpergottheiten sind identisch mit den Gottheiten im Haus

- "Äussere Seele": Gleichzeitige Präsenz der Seele im Körper und ausserhalb

--> Bsp.: Der Lebensgeist von Lhasa sitzt in einem See ausserhalb der Seele

--> Seelentiere werden im selben Jahr geboren, wie die Person, deren Seele es ist 

Beschreibe die äussere Seele 

- Tibetische Seelenvorstellung

- Mehrere äussere Seelen einer Person oder Gemeinschaft, die verborgen oder geheimgehalten werden.

- Wenn die äussere Seele zerstört wird, ist das Leben der Person, der sie gehört, gefährdet

 

Was sind Seelenorte?

- Orte, an denen die äussere Seele "wohnt"

- Seelensitze sind fast ununterscheidbar von Objekten oder Wesen, die den Aufenthaltssort einer Gottheit bilden oder selber Gottheiten sind- Seelentiere: oft Tierfiguren, aus Stein und Metall gefertigt

- Seelentiere: oft Tierfiguren, aus Stein oder Metall gefertigt

- Seelenbäume: identisch mit heiligen Bäumen

Seit wann werden in der Mongolei Berge verehrt und was repräsentieren sie?

- Bergverehrung ab dem 13. Jh.

- Berge als Repräsentation von Herrschaft und Aristokratie

  • Titel des Berges: khan (Herrscher)
  • Titel der umliegenden kleineren Berge: Gefolge, Minister
  • Titel nahegelegener Flüsse: Gattin

 

Worin besteht der ambivalente Charakter der Berggottheiten?

- bringen Reichtum und Fruchtbarkeit, aber auch Dürren und Hungersnöte

- führt zu einer gleichzeitigen Verehrung und Furcht

--> Grund weshalb die persönlichen Namen der Berge nicht ausgesprochen werden 

Was ist die Erklärung der Mongolen für die Bergverehrung?

- Bestattung von Schamanen und Klanältesten in der Höhe auf den Bergen 

--> Ahnengeister leben auf den Bergen

 

Wie nennt sich das Territorium eines heiligen Berges und was ist besonders daran?

- khorighul

- Gebiet in dem Jagd und andere Aktivitäten verboten waren 

Inwiefern gab es eine Buddhisierung des Bergkults?

- Durch die buddhistischen Lamas wurden die Berggottheiten "gezähmt" und gleichzeitig nahmen diese an den Opferungen an die owoo der Berggottheiten teil

- Buddhistische Krieger/Reitergottheiten bewohnen die mongolischen Berge (z.B. Vajrapani)

  • Einige mongolische Berge bekamen so tibetische Namen

- Einige Berge haben ihre Verwandten in Tibet, dem "Land des Buddha"

- 1644-1911: Reorganisation der mongolischen Regionen in Banner unter der Qing-Regierung

  • Pro Banner einen heiligen Berg und ein Kloster, das den Berg verehrt

 

Was für ein Verständnis von Natur haben die Mongolen?

"Natur" im mongolischen Verständnis: enge Beziehung zum Menschen

- Zwischen Menschen und anderen-als-Menschen (in Flüssen, Steinen,...) findet ständig eine Interaktion statt

 

Was ist ein Owoo?

Owoo = Begegnungsort von Menschen und Geistwesenheiten

- Symbiose zwischen autochthonen mongolischen religiösen Vorstellungen und buddhistischen Konzepten

- Wohnort der Territorialgottheiten und Ort zur Opferdarbringung

- enge Verbindung mit dem Himmel und der Himmelsverehrung

 

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