Medizinische Grundlagen_Hebammenstudium
Männliches Geschlechtsorgan
Männliches Geschlechtsorgan
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Cartes-fiches
Hoden
Testis (inneres GO)
Nebenhoden
Epididymis (inneres GO)
Samenleiter
Ducuts deferens (inneres GO)
Samenstrang
Funiculus spermaticus (inneres GO)
Geschlechtsdrüsen
Prostata, Samenbläschen und Cowper-Drüsen (innere GO)
Hodensack
Skrotum (äusseres GO)
Testis und Skrotum ...
Der Hoden ist paarig angelegt und im Hodensack elastisch aufgehängt. Er ist eiförmig und misst knapp 5cm im Längsdurchmesser. Während der Hoden eine pralle Konsistenz hat, ist der Hodensack von lockerem Bindegewebe durchzogen am dorsalgen Rand liegt dem Hoden der Nebenhoden (Epididymis) auf.
Descensus testis ...
= fetale Wanderung des Hodens vom Ort seiner embryonalen Anlage hinter der Niere durch den Leistenkanal in den Hodensack (Skrotum)
Beim Embryo entwickelt sich der Hoden zunächst an der hinteren Leibeswand auf Höhe der letzten Lendenwirbel. Ab Beginn des dritten Schwangerschaftsmonats kommt es zu einer Verlagerung des Hodens nach unten, dem Descensus testis. Zeitgleich stülpt sich das Peritoneum (Bauchfell) beidseits durch die vordere Bauchwand und den Leistenkanal in Richtung des späteren Hodensacks vor und bildet so den Processus vaginalis testis (zweiblättrige seröse Haut, die den Hoden umgibt). Bis etwa zum siebten Schwangerschaftsmonat bleibt der Hoden in der Leiste liegen, dann wandert er in den Hodensack (Skrotum). Dabei nimmt der Hoden die ihn versorgenden Gefässe und Nerven mit. Diese bilden den Samenstrang (Funiculus spermaticus). Nach dem Descensus verödet die Lichtung des Processus vaginalis testis im Bereich des Samenstranges. Zurück bleibt die aus zwei Blättern bestehende Tunica vaginalis testis (seröse Hodenhülle), die den Hoden bedeckt und die seröse Hodenhöhle umschliesst.
Aufbau der Hoden ...
Von der derben Bindegewebskapsel, die den Hoden umgibt (Tunica albuginea), ziehen kleine Scheidewände auf das Innere des Hoden zu und unterteilen ihn in ungefähr 250 kleine Hodenläppchen. Diese enthalten vielfach gewundene Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi), die im hinteren Teil des Hodens in ein verzweigtes System von Ausführungsgängen münden, das Hodennetzt (Rete testis). Die Hodenkanälchen bestehen aus einer bindegewebigen Hülle und dem Keimepithel. Das Keimepithel setzt sich aus den Keimzellen bzw. deren Vorstufen und den Sertoli-Stützzellen zusammen. Aus den Keimzellvorstufen entstehen die Spermien. Die Sertoli-Stützzellen sind für die Spermienbildung von grosser Bedeutung. Sie haben Stütz- und Ernährungsfunktion für die sich entwickelnden Spermien, phagozytieren (fressen) untaugliche Spermien und deren Vorstufen und bilden die wichtige Blut-Hoden-Schranke.
Funktion der Blut-Hoden-Schranke: Die Sertoli-Zellen verhindern einen direkten Kontakt der reifenden Spermien mit dem Blut und damit eine Zerstörung der Spermien durch das Immunsystem.
Spermium ...
Das 60 μm lange Spermium hat folgende Abschnitte:
- Kopf: Dieser Abschnitt enthält den Chromosomensatz sowie als äussere Kappe das Akrosom. Dies ist ein Abkömmling der Lysosomen und spielt eine bedeutende Rolle beim Eindringen des Spermiums in die Eizelle.
- Hals: Er verbindet Kopf- und Mittelstück
- Mittelstück: Es enthält zahlreiche Mitochondrien in spiraliger Anordnung zur Energieversorgung für die Bewegung
- Hauptstück (folgt anschliessend auf Mittelstück, vor Endstück)
- Endstück
Hals, Mittel-, Haupt- und Endstück bilden den Schwanz des Spermiums.
Die fast fertigen Spermien wandern über das Rete testis (Netzwerk feiner anastomosierender Kanälchen im Hoden, welches die Samenkanälchen (Tubuli seminiferi) mit den Ductuli efferentes verbindet) in den Nebenhoden.
Sperma
Das Sperma (Ejakulat) des geschlechtsreifen Mannes setzt sich aus Spermien sowie den Sekreten aus Nebenhoden, Samenblasen, Prostata und Cowper-Drüsen zusammen. Dabei werden die verschiedenen Sekrete als Seminalplasma zusammengefasst. Das Sperma ist schwach alkalisch (pH: 7.3) und neutralisiert damit beim Geschlechtsverkehr den sauren pH der Scheide für wenige Minuten zum Schutz der Spermien beim Aufenthalt in der Scheide, bevor sie in die Gebärmutter eindringen. Ferner enthält die Samenflüssigkeit Enzyme, welche die noch im Nebenhoden nahezu unbeweglichen Spermien aktivieren und beweglich machen, sowie reichlich Fruktose als Energiequelle für die Spermienbewegung. Sperma wird durch vom vegetativen Nervensystem ausgelöste Ejakulationen abgegeben. Das Ejakulat von 2-6ml besteht zu 90% aus Seminalplasma und zu 10% aus Spermien.
Seminalplasma
Sekreten aus Nebenhoden, Samenblasen, Prostata und Cowper-Drüsen. Bilden zusammen mit den Spermien das Sperma (Ejakulat) des geschlechtsreifen Mannes
Ejakulat:
90% Seminaplasma
10% Spermien
Nebenhoden
Der Nebenhoden (Epididymis) ist ein Gangsystem, das aus dem Hodennetz (Rete testis) etwa ein Dutzend stark gewundener Ausführungsgänge aufnimmt, die den Kopf des Nebenhoden bilden und sich dann zum Nebenhodengang (Ductus epididymidis) vereinigen. In ihm reifen die Spermien vollständig aus, werden selektiert, gespeichert und mit einem Sekret angereichert, das ihre vorzeitige Bewegung hemmt.
Samenleiter
Der Nebenhodengang geht ohne scharfe Grenze in den Samenleiter (Ductus deferens) über. Dieser ist etwas 50cm lang und zieht gemeinsam mit Gefässen und Nerven im Samenstrang durch den Leistenkanal in den Bauchraum. An der Wand des kleinen Beckens entlangziehend erreicht er in einem Bogen die untere seitliche Wand der Harnblase und setzt sich in den Ductus ejaculatorius fort. Dieser durchläuft die Prostata und mündet schliesslich in die Harnröhre. Da nun Harn- und Samenweg gemeinsam verlaufen, spricht man auch von der Harnsamenröhre des Mannes.
Geschlechtsdrüsen
Neben den am Harnblasengrund gelegenen Samenbläschen (Vesiculae seminales), die ein alkalisches fruktosereiches Sekret in die Ductus ejaculatorii abgeben, sowie den Cowper-Drüsen im Beckenbodenbereich gehört die Prostata zu den Geschlechtsdrüsen des Mannes.
Die etwa kastaniengrosse Prostata liegt zwischen der Unterfläche der Harnblase und der Beckenbodenmuskulatur und umschliesst die Harnsamenröhre. Sie besteht aus etwa 40 einzelnen Drüsen, die ein trübes dünnflüssiges Sekret produzieren, das für den chrakteristischen Spermageruch verantwortlich ist und zahlreiche Enzyme enthält. Dieses Sekret stellt die Hauptmenge des Spermas dar.
Penis
Am Penis unterscheidet man Penisschaft und Eichel (Glans penis). Der Penis ist von einer dehnbaren Haut überzogen, die in Form einer Duplikatur (Vorhaut = Präputium) die Eichel bedeckt. Der Penisschaft enthält zwei Arten von Schwellkörpern, die jeweils von einer derben Bindegewebskapsel umschlossen sind.
- Corpus cavernosum penis (Penisschwellkörper): Er ermöglicht die Erektion, indem sich schwammartige Hohlräume, Kavernen genannt, durch parasympathisch gesteuerte Dilatation der Arteriolen prall mit Blut füllen und gleichzeitig der venöse Rückstrom gedrosselt wird.
- Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum penis): Er ist an der Unterseite befestigt und endet mit der Eichel. Im Harnröhrenschwellkörper verläuft die ca. 20 cm lange Harnsamenröhre.
innere Geschlechtsorgane
Zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes zählen:
- Testis (Hoden)
- Epididymis (Nebenhoden)
- Ducuts deferens (Samenleiter)
- Funiculus spermaticus (Samenstrang)
- Geschlechtsdrüsen: Prostata, Samenbläschen und Cowper-Drüsen
äussere Geschlechtsorgane:
Zu den äusseren Geschlechtsorganen zählen:
- Penis
- Skrotum (Hodensack)