Grundlagen des Marketing KO SS18
Gouthier, Nennstiel
Gouthier, Nennstiel
-
- 1 / 106
-
Cartes-fiches
Das O bei SOR
gegliedert in
aktivierende Prozesse (Aktivierung, Emotionen, Motivationen)
und
kognitive Prozesse (Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis)
auch die Einstellungen die durch Präsdisponierende Prozesse/Größen gebildet werden (Involvement, Bezugsgruppen, Kultur)
Der Organismus bzw. dessen Vorgänge, sind nicht direkt beobachtbar, intervenierende Variablen
Das R bei SOR
direkt beobachtbares Ergebnis
R = Response
äußert sich in:
Markentwahl, Einkaufsstättenbesuch, Kaufmenge, Ausgabenbetrag
Ziel der Marktforschung?
Ziel der Marktforschung ist die Unterstützung von Marketingentscheidungen durch den zielbewussten und systematischen Prozess der Gewinnung und Analyse von Daten eines konkreten Absatzmarktes oder Beschaffungsmarktes.
Aufgabe der Marktforschung?
Aufgabe der Marktforschung ist die zielgerichtete, systematische und objektive Sammlung, Identifikation, Aufbereitung, Analyse und Interpretation von Informationen zur Optimierung des eigenen Produktangebots.
Definitionspahse: Typen von Studien?
Explorative Studie?
Explorative Studien dienen dazu, ein Problem zu erkennen und zu strukturieren.
Ziel: Gewinnung erster Einsichten zum aktuellen Forschungsproblem
Typische Anwendung: bei neuartigen, komplexen und schlecht strukturierten Forschungsproblemen
Frühes Stadium des Forschungsvorhabens: Hypothesenfindung
Ursache für Umsatzrückgang: Missmanagement des Produktmanagers, schwache Werbekampagne, Wandel der Kundenbedürfnisse?
Operationalisierung von Konstrukten Tiefeninterviews zu Identifikation der Dimensionen des Konstrukts „Kundenzufriedenheit“
Deskriptive Studien?
Desikriptive Studien sollen ein Problem systematisch erfassen und beschreiben.
Ausgangspunkt: konkrete Forschungsfragen, welche z.B. durch explorative Analysen generiert wurden
Ziele: Beschreibung von Sachverhalten und Ermittlung der Häufigkeit ihres Auftretens
Wie viele Konsumenten gehören zu den Intensivverwendern eines Produkts, wie viele zu den Normalverwendern und wie viele zu den Nichtverwendern?
Ermittlung des Zusammenhangs zwischen Variablen
Besteht ein Zusammenhang zwischen der Preissenkung und der Erhöhung des Anteils der Verwender des Produkts? Vorhersage von Entwicklungen zur Identifikation eines ggf. vorhandenen Handlungsbedarfs
Wie wird sich nach jetzigem Kenntnisstand der Umsatz in den nächsten fünf Jahren entwickeln?
Kausale Studien?
Kausale Studien unterstützen darin, Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu erkennen.
Ziel: Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Variablen zu analysieren
Ist die Änderung einer unabhängigen Variable ursächlich für eine Änderung einer abhängigen Variable? (bspw. beeinflusst die Produktfarbe den Absatz?)
Hohe Bedeutung von Laborexperimenten, aber zunehmend auch von Realexperimenten,
z.B. die kontrollierte Manipulation von Preisen in einem bestimmten Supermarkt und die sich daraus ergebenden Änderungen im Kundenverhalten
Was sind Primärdaten?
Primärdaten werden systematisch und planmäßig, speziell für die jeweils zu untersuchende Fragestellung, direkt bei den Zielgruppen (also „im Feld“) erhoben Field-Research
Was sind Sekundärdaten?
Daten, die zu einem früheren Zeitpunkt entweder betriebsintern oder betriebsextern bereits für andere, ähnliche Fragestellungen erhoben wurden
Desk-Research
Vorteile: kostengünstiger, schneller realisierbar
Nachteile: Fülle der verfügbaren Daten muss zunächst einmal bewertet werden, Daten können veraltet sein oder nicht in ausreichendem Maße der eigenen Forschungsfrage genügen
Was ist eine Grundgesamtheit?
Grundgesamtheit: Menge aller Objekte, für die die Untersuchung relevant ist (z.B. Untersuchung der bevorzugten Produkteigenschaften des iPhone Grundgesamtheit: alle iPhone-Besitzer)
Warum eher Teilerhebung statt einer Vollerhebung?
In den Sozialwissenschaften ist es häufig nicht möglich, aber auch nicht erforderlich, alle Elemente einer Grundgesamtheit zu untersuchen, also eine Vollerhebung durchzuführen.
Stattdessen wird eine Auswahl aus der Gesamtheit der Elemente vorgenommen (also eine Teilerhebung durchgeführt).
Verwendung von Erfahrungswerten und Daumenregeln in der Praxis
Verhältnis Probanden Fragen im Fragebogendesign?
1:10
Was ist eine Rücklaufquote?
Rücklaufquote: Anteil der kontaktierten Personen die tatsächlich an Befragung teilnehmen
Was ist eine Ausfallquote?
Ausfallquote: Anteil der kontaktierten Personen, die nicht an Befragung teilnehmen Ausfallquote = 1 – Rücklaufquote
Wie bestimmt sich die Anzahl der Probanden die für eine Studie kontaktiert werden müssen, um eine gewisse Anzahl von Teilnehmern zu erreichen?
Die Anzahl der Teilnehmer, die zu kontaktieren sind, bestimmt sich aus der angestrebten Zahl der Teilnehmer (Stichprobe) und der Rücklauf- bzw. Ausfallquote
Qualitätskriterien der Messung
Objektivität
Die Ergebnisse müssen unabhängig vom Marktforscher sein
Es ist zu unterscheiden zwischen einer Objektivität in Bezug auf die Datenerhebung Objektivität in Bezug auf die Datenanalyse Objektivität in Bezug auf die Dateninterpretation
Reliabilität
Adressiert den Zufallsfehler
Zielt auf die Konsistenz während des Marktforschungsprozesses ab (z.B. der Datenerhebung, -analyse und -interpretation)
Ergebnisse sollten replizierbar und frei von Messfehlern sein (z.B. konsistent)
Gründe für Messfehler: Rahmenbedingungen haben sich verändert Messansatz ist unpräzise
Validität
Zielt auf den systematischen Fehler
Substantielle Exaktheit während des Marktforschungsprozesses (z.B. der Datenerhebung, -analyse und -interpretation)
Es gilt zu unterscheiden zwischen Interner Validität: Ausschluss von Störfaktoren Externer Validität: Ergebnisse sollen repräsentativ sein
Ziele des Fragebogendesigns
Erhöhte Antwortquote
Anschreiben/Begleitschreiben Incentives (Anreize zur Teilnahme) Einfache „Ausfüllbarkeit“ des Fragebogens Verschiedene und vollständige Antwortmöglichkeiten Begrenzte Länge
führt zu
Reliable und valide Ergebnisse Neutrale Sprache (d.h. nicht suggestiv) Geeignete Skalen Richtiger Ansprechpartner
Anreize zur Teilnahme
Interpersonelle/soziale Anreize
Belohnungen
Vertrauen entwickeln
Reduzierung sozialer Kosten
Weitere Aspekte
Timing Ankündigungsschreiben Erinnerungsschreiben
Formulierung von Fragen
Verwendung einfacher Sprache (übereinstimmend mit dem Vokabular der Teilnehmenden) Eindeutige Wörter und Formulierungen Fragen/Aussagen müssen auf jeden Teilnehmer zutreffen
Beispiel: Was ist Ihr derzeitiger Beruf?
Vermeidung von „double-barreled questions“ (doppelläufige Fragen)
Fragen bei denen zwei Aspekte auf einmal abgefragt werden
Beispiel: Nehmen Sie die Marke als luxuriös und trendy wahr?
Vermeidung suggestiver und beeinflussender Fragen
Ein Expertenkomitee hat Variante A gewählt. Welche Variante halten Sie für am Besten?
Vermeidung von Phrasen die Zustimmung oder Ablehnung signalisieren (Würden Sie nicht zustimmen, dass…)
Intervierwer BIAS Definition?
Definition: Systematische Verzerrung durch eine bewusste oder unbewusste Beeinflussung von Personen im Rahmen einer mündlichen Meinungserhebung zu Forschungsund Marketingzwecken
Grundlagen: Ohne adäquates Training können Interviewer durch die Auswahl von Testpersonen und durch die Interviewführung die Ergebnisse der Untersuchung beeinflussen Innerhalb des Forschungsdesigns müssen Vorkehrungen getroffen werden um den Interviewer Bias zu verhindern/minimieren
Relevanz: Insbesondere relevant bei persönlichen Befragungen Kann auch bei telefonischen Befragungen entstehen (Relevanz jedoch geringer)
Fragenreihenfolge?
Einfache Eröffnungsfrage (gewinnen der Aufmerksamkeit und des Interesse des Teilnehmers)
Generelle Fragen sollten zuerst gestellt werden
Fragen die eher uninteressant oder schwierig sind sollten am Ende gefragt werden
Logische Reihenfolge der Fragen: Fragen die Interesse wecken Fragen die notwendige Informationen abfragen Fragen zu demographischen Aspekten
Fragentypen
offene Fragen = Fragen ohne vorgegebene Antwortmöglichkeit
halb offene Frage = vorgegebene und offene
geschlossen = nur vorgegebene
Was sind SGE's?
SGE ist eine organisatorische Teileinheit im Unternehmen mit „eigenständiger Marktaufgabe“ und separaten Umsatz und Gewinnzielen, die unabhängig von anderen Geschäftseinheiten des Unternehmens definiert werden können
. Eine SGE kann ein Unternehmensbereich des Gesamtunternehmens, eine Produktlinie innerhalb eines Unternehmensbereichs oder auch ein Einzelprodukt bzw. eine einzelne Marke sein (vgl. Kotler et al. 2007, S. 103).
SGEs sind die kleinsten Organisationseinheiten, für die es ökonomisch sinnvoll ist, eine eigenständige Marketingstrategie zu formulieren!
MARKTWACHSTUMS/MARKTANTEILSPORTFOLIO, was ist das?
Question Marks?
Question Marks: Neue Produkte: Investition, um bedeutende Markposition zu erreichen oder – falls keine überlegenden Fähigkeiten vorhanden sind, Rückzug vom Markt einleiten
Stars?
Neue Produkte, die sich hohen Marktanteil erarbeitet haben: hohe Gewinne: Reinvestition um starke Stellung auf dem Zukunftsmarkt zu halten Erweiterungsinvestitionen
Cash Cows
Relativ alte Produkte: wichtige Kapitalquelle (z.B. zur Unterstützung von Stars) starke Wettbewerbsposition halten
Poor Dogs?
Alte oder neue Produkte: sollen keine finanzielle Belastung darstellen Rückzug oder Beschränkung auf einzelne Marktnischen
Kritik an der Portfolio-Analyse
Übersehen von Wettbewerbern, da lediglich der stärkste Konkurrent einbezogen wird
Ausblenden wichtiger Erfolgsfaktoren (z.B. Qualität der Produkte, Aufwendungen für Marketingmaßnahmen)
Annahme, dass sich die Kosten zwangläufig bei höherem Marktanteil sinken
Beeinflussbarkeit der Wachstumsrate (Wachstumsrate wird als externer Faktor angesehen, welcher nicht beeinflusst werden kann, durch z.B. Marketingmaßnahmen ist es jedoch in der Praxis möglich, das Marktwachstum zu beeinflussen)
Der Produktlebenszyklus Einführungsphase
Das neue Produkt wird von dem Unternehmen auf den Markt gebracht
Aufgrund hoher Einführungskosten und geringer Umsätze werden in dieser Phase meist noch keine Gewinne erwirtschaftet.
Normstrategie: Einführungsaktivitäten der Hersteller (z.B. Werbung, Rabatte)
Der Kapitalbedarf ist aufgrund hoher Marktinvestitionen hoch (Entwicklungskosten, Werbungskosten, Einführungsrabatte) und die Rentabilität aufgrund der niedrigen Absatzmenge meist negativ.
Die Wachstumsphase
Das Produkt wird durch die Wirkung der Absatzpolitik in immer größeren Abnehmerkreisen bekannt
Aufgrund der steigenden Nachfrage steigt der Umsatz überproportional.
Der Kapitalbedarf steigt, bedingt durch die für das Wachstum nötigen Erweiterungsinvestitionen, ebenso progressiv an, so dass sich das Umsatzwachstum noch nicht unmittelbar in höhere Rentabilität niederschlägt
Normstrategie: Kampf um Marktanteile über Preis und Konditionen
Die Reifephase
Das Produkt ist von den meisten potenziellen Kunden akzeptiert. Es werden kaum neue Kunden gewonnen.
Der Umsatz ist auf hohem Niveau und der Markt unter den etablierten Anbietern aufgeteilt. Durch Erfahrungskurveneffekte sinken die Kosten = hoher Gewinn
Marktposition muss gegenüber der Konkurrenz verteidigt werden
Der Kapitalbedarf geht zurück, dennoch
Normstrategie: Durchführung von Produktdifferenzierungen
Die Sättigungsphase
Folgt auf die Reifephase
Hier sind Umsatz, Gewinn und Rentabilität rückläufig
Hintergrund: Zusätzliche Kosten, verursacht durch gestiegene Ansprüche hinsichtlich Qualität und Kundenservice
Bei technischen Geräten (z.B. Telefon) wird häufig nur noch Ersatzbedarf nachgefragt, da fast alle Haushalte mit dem Produkt ausgestattet sind
Die Degenerationsphase
Ein massiver Umsatzrückgang ist auch durch einen intensiveren Einsatz der absatzpolitischen Instrumente (z.B. Werbung) nicht mehr aufzuhalten
Normstrategie: Rückzug
Kritik am Produktlebenszyklus
Idealtypisches, zeitbezogenes Modell, in dem der Produkterfolg, gemessen in Umsatz und Gewinn, allein durch die erklärende Variable „Zeit“ bestimmt wird. Einflussgrößen wie z.B. Wettbewerbsaktivitäten, Entstehung neuer Technologien, Veränderungen von Kundenbedürfnissen etc. werden nicht direkt berücksichtigt.
Grundlegende Preisstrategien
Marktdurchdringung
Beim Markteintritt werden niedrige Preise angesetzt, um eine schnelle und tiefe Marktdurchdringung des neuen Produkts zu erreichen.
- Spätere Preisanpassung in alle Richtungen möglich
- Funktional ähnliche Produkte
- Große Märkte
- Günstige Kostensituation (Distributions- und Produktionskosten fallen mit zunehmenden Absatzvolumen)
- Hohe Preiselastizität (relativ starke Preissensibilität)
- Betonung auf Marktanteilszuwächsen und langfristigen Gewinnaspekten
Die Abschöpfungsstrategie
Abschöpfungsstrategie
- Erheblicher Konkurrenzvorsprung (Technologievorsprung)
- Geringe Substituierbarkeit der Produkte
- Hoher Einführungspreis / geringe Mengen
- Hohe Preisbereitschaft der Konsumenten
- Sukzessive Preisreduktion
- Produkte mit hohem Neuheitsgrad und geringer kurzfristiger Preiselastizität
- Betonung kurzfristiger Gewinnaspekte
PRODUKT-MARKT-MATRIX NACH ANSOFF
Wird auch als Z-Matrix bezeichnet
Beschäftigt sich mit Strategieoptionen die Unternehmen haben, die eine Wachstumsstrategie verfolgen
Unterscheidungen zwischen bestehenden und neuen Produkten sowie bestehenden und neuen Märkten
Hinsichtlich der Abfolge der einzelnen Marktfeldstrategien liegt eine „Z-Strategie“ vor – die unter Synergiegesichtspunkten günstigste Strategiefolge (1) - (2) - (3) (4) lässt sich als Z in der Matrix ausweisen.
- Die Marktdurchdringungsstrategie weist das höchste Synergiepotenzial (Verbundeffekte) zur Ausgangslage auf, da die nötigen Kompetenzen, Branchenkenntnisse, Vertriebswege usw. bereits vorhanden sind.
- Die Diversifikationsstrategie bietet dagegen kaum noch Synergien und sind von daher als risikoreicher zu beurteilen