PT Examen


I. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Physiologie der Muskeln und deren Energiegewinnung. Sie beleuchten die Unterschiede zwischen schnell und langsam zuckenden Muskelfasern, die Rolle von ATP und Laktat sowie die verschiedenen Kontraktionsformen und deren Bedeutung für die Muskelkraft. Ideal für Sportwissenschaftler und Medizinstudenten, die ein tiefes Verständnis der Muskelphysiologie und deren Anwendung im Sport erlangen möchten.
Flashcards
16
Students
4
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
14.07.2018 / 30.08.2018

Flashcards

Wie kann Muskelkraft im Körper abgestuft werden?

Tetanische Kontraktion: „Variieren der neuronalen Impulsfrequenz“. Je dichter die Reize aufeinanderfolgen, um so höher steigt die Ca2+-Konzentration, um so stärker wird die Kontrakktion.

Rekrutierung: Heißt, dass für eine Kontraktion nicht alle Muskelfasern eingesetzt werden. Es werden nur nach Bedarf gewisse Fasern angesprochen.

Welche Kontraktionsformen gibt es?

Isometrische Kontr.: Länge bleibt, Spannung steigt (Haltearbeit)

Isotonische Kontr.: Länge ändert sich, Spannung bleibt (Höher heben eines Gewichts)

Auxotonische Kontr.: Länge und Spannung verändern sich (spannen einer Feder)

Unterstützungszuckung: Zuerst isometrisch, dann isotonisch (abheben eines Gewichtes von einer Unterlage.

Anschlagszuckung: Zuerst isotonisch, dann isometrisch (Boxen, Schlag auf Hindernis)

Beschreiben Sie, worin sich schnell und langsam zuckende Muskelfasern unterscheiden.

Typ I Fasern: rote, langsame, tonische, ST (Slow-Twitch)

Spezialisiert auf aerobe Energiegewinnung: viele Mitochondrien mit viel Enzymen für Citratcyclus und Atmungskette, gute Kapillarisierung (d.h. gute Durchblutung)

Sehr geringe Ermüdbarkeit

Kontrahieren langsam (60-150ms)

Kleine Motorische Einheiten (ME) (10-180 Muskelfasern/ME)

Motoneuron mit kleinem Durchmesser und geringer Nervenleitgeschwindigkeit

Neurone werden schon bei geringer Muskelbeanspruchung aktiviert

=> Haltefunktion, Ausdauerleistung (Wandern, Joggen)

Typ II Fasern: weiße, schnelle, phasische, FT (Fast-Twitch)

Spezialisiert auf anaerobe Energiegewinnung, viele Enzyme für die anaerobe Gylcolyse, roßer Energiespeicher an Creatinphosphat (sofort verfügbare Energie)

Schnelle Ermüdbarkeit

Schnelle Kontraktionsgeschwindigkeit (20-65ms)

Große ME (300-800 Muskelfastern/ME)

Große Motoneurone mit schneller Leitungsgeschwindigkeit

Neurone werden erst bei hohen bis sehr hohen Lasten aktiviert

=> Schnellkraft, Explosivkraft (Kugelstoßen, Radsprint, Tennis (Start/Stop-Bewegungen, Wurf, etc.)

  1. Beschreiben Sie den Vorgang vom Reiz bis zur Kontraktion des Muskels! Wie wird der Vorgang beendet und wie heißt er?

1. Ein Nervenreiz gelant über die transversalen Tubuli ans sarkoplasmatische Reticulum. Daraufhin wird Calcium aus dem sarkoplasmatischen Reticulum ins Innere der Muskelfaser freigesetzt und bindet ans Troponin, Troponin rutscht beiseite. Dadurch werden Bindungsstellen am Aktin frei, an die das Myosinköpfchen sofort bindet.

2. ATP am Myosinköpfchen wird gespalten; ADP und P verlassen das Köpfchen, es knickt ab. Die Aktinfilamente werden zusammengezogen, der Muskel kontrahiert.

3. Wenn kein ATP nachgeliefert wird, z.B. in der Totenstarre, bleiben Aktin und Myosin verbunden.

4. Nur wenn wieder ATP ans Myosinköpfchen bindet, löst es sich vom Aktin und geht in seine Ausgangstellung zurück.

5. Sofort nach der Freisetzung des Calicums wird es wieder ins sarkoplasmatische Reticulum zurück gepumpt. Wenn kein Calcium mehr in der Musklefaser vorhanden ist, endet der Cyclus. Ist die Konzentration an Cacium noch hoch, läuft ein weiterer Kontraktionszyklus ab.

Unter welchen Bedingungen lassen sich autonom geschützte Reserven aktivieren?

Sie lassen sich nur in absoluten Notfällen aktivieren („Angst verleiht Flügel“) und nur hormonell (z.B. Adrenalin). Gewisse Dopingmittel können diese Wirkung jedoch nachahmen.

  1. Welche Veränderungen kann sportliches Training im Körper bewirken (je nach Trainingsart?)

  • Verbesserte Sauerstoffaufnahme und –transport
  • Verbesserte Sauerstoffverwertung
  • Verbesserte Muskelkraft – Neuronale Einflussgrößen (Rekrutierung u. Reflexaktivität)
  • Verbesserte Muskelkraft – Tendomuskuläre Einflussgrößen
    • Muskelhypertrophie

  1. Sie beginnen einen Dauerlauf. Beschreiben Sie, welche Arten der Energiegewinnung bei einem längeren Lauf aufeinander folgen.

  1. Energiespeicher (ATP =2 sek. und KP verlängert bis ca 30 sek.)
  2. Anaerobe Glykolyse (Laktat fällt an, ca. 2 min.)
  3. Aerob: Citratcyclus + Atmungskette (Zucker und Fettverbrennung)

Unter welchen Bedingungen kann der Lauf wirklich zum Dauerlauf werden?

Solange in der Muskelfaser ausreichend O2 vorhanden ist, kann die aerobe Energiegewinnung ablaufen. Puls und Atemfrequenz stellen sich auf Belastung ein „steady state“ = Dauerleistung möglich.

Was passiert beim Endspurt? Warum kann er nur für kurze Zeit fortgesetzt werden?

Die aerobe Energiegewinnung reicht zur Deckung des ATP-Bedarfs nicht aus, die anaerobe Energiegewinnung läuft parallel dazu. Laktat häuft sich an und führt letztendlich, wegen Übersäuerung, zum Abbruch.

Sie gehen dabei eine O2 - Schuld ein. Wann? Wie wird sie getilgt?

Zu Beginn der Arbeit werden ATP und CrP Speicher geleert und diese müssen wieder gefüllt werden. Zusätzlich muss das angefallene Laktat abgebaut werden. Hierzu wird Sauerstoff benötigt.

Wo / Wie wird das Laktat nach dem Lauf getilgt?

Während dem Lauf: Herz, rote Muskelfasern, Leber( Gluconeogenese)

Nach dem Lauf: Leber (Gluconeogenese-> Glycogenspeicher), Füllen die ATP- und KP-Speicher

  1. Kann jeder Mensch gleichermaßen durch Training zum erfolgreichen Gewichtheber oder Marathonläufer werden? Warum (nicht)?

Dies ist zum (großen) Teil genetisch bedingt. Jeder Mensch wird mit verschiedenen Anteilen an Muskelfasern geboren. Diejenigen die mehr ST Fasern besitzen, haben bessere Voraussetzungen, ein Marathonläufer zu werden als ein Gewichtheber. Diejenigen die mit mehr FT Fasern geboren werden sind geeigneter, ein Gewichtheber zu werden, allerdings lassen sich diese Fasern auch in ST Fasern umwandeln, somit hätte diese Person auch noch gute Chancen, ein Marathonläufer zu werden.

Worauf müssen sie beim Sport achten, wenn sie gezielt Fett verbrennen wollen?

Man muss im aeroben Bereich trainieren, Fett wird mit Hilfe von KH im Zitratcyklus verbrannt. Ab ca. 30 Min. Belastung.

  1. Warum ist ein Doping mit z.B. Amphetaminen o.ä. lebensgefährlich?

Man aktiviert die autonom geschützten Reserven und setzt damit den natürlichen Schutzmechanismus, vor Überlastung, außer Kraft.

  1. Nennen Sie mindestens 3 Möglichkeiten des Dopings, die auf unterschiedlichen Grundprinzipien beruhen, erklären Sie, worauf die Wirkung beruht und worin u.U. Nebenwirkungen und Gefahren liegen.

  • Anabolika: Fördern Muskelaufbau, vergrößert das Blutvolumen, führt zu Verlust von Körperfett, Regeneration beschleunigt. NW: Vermännlichung der Frau, Schrumpfung der Hoden.
  • EPO(Erythropoetin): Fördert die Bildung von roten Blutkörperchen= Mehr Sauerstoff. NW: Thrombosegefahr steigt und Untrainierte benötigen mehr Herzkraft für das „dickere“ Blut.
  • Asthmasprays: Weiten die Atemwege, wodurch schneller Luft eingeatmet werden kann.

Warum kommt es bei der Haltemuskulatur kaum zu einer Ermüdung?

Hier handelt es sich hauptsächlich um die Typ I Fasern, diese haben viele Mitochondrien = Viel Energie, somit eine sehr geringe Ermüdbarkeit. Zusätzlich sind nicht alle Fasern aktiv und können sich so abwechseln.

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