Examen VMTA 2018


J. M.
Diese Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über serologische Methoden und Konzepte auf Berufslehrniveau. Sie konzentrieren sich auf Antikörper, Antigene, verschiedene Testverfahren wie ELISA, Immunoblot und Agglutination sowie deren Funktionsprinzipien und Anwendungen. Besonders behandelt werden auch die Interpretation von Testergebnissen und die Bedeutung von Kontrollen. Die Karteikarten eignen sich ideal für angehende Labortechniker und Mediziner, die sich mit serologischen Diagnostik vertraut machen möchten.
Karten
56
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
12.07.2018 / 30.04.2020

Lernkarten

Was ist ein Antigen?

Ein Stoff (Protein), der in der Lage ist eine spezielle Immunantwort an Antigen-Rezeptoren zu verursachen.

Definieren Sie den Begriff Serologie.

Teilgebiet der Immunologie, welches sich mit den Antigen-Antikörper-Reaktionen im Blutserum auseinander setzt. 

Serum = Zell- und firbinfreier Überstand

Wie gewinnt man Blutserum?

- venöse Blutabnahme (am besten 10-14 Tage nach Impfung/Infektion, 2-3 Tage nach Wiederholungsimpfung) in Serumröhrchen (Keine Antikoagulation! Gerinnungsverstärker)

- ruhen lassen, bis Probe vollständig geronnen

- zentrifugieren und Zellfreien Überstand abpipettieren -> Serum

Welches ist der beste Zeitpunkt für die Entnahme von Blut für eine serologische Untersuchung?

Je nach Fragestellung

10-14 Tage nach Infektion/nach Impfung

2-3 Tage nach Wiederholungsimpfung

Was ist ein Immunglobulin?

Gegen Antigen gerichteter Antikörper (Ag-spezifischerRezeptor)

Was versteht man unter zellulärer Immunität?

Immunität durch cytotoxische T-Zellen und natürliche Killerzellen

Was versteht man unter humoraler Immunität?

Immunität durch im Plasma lösliche Moleküle (Antikörper, Komplementsystem)

Skizzieren Sie den Verlauf der humoralen Immunität nach einer Infektion.

Was ist ein Epitop?

Untereinheit eines Antigens, dass von einem Rezeptor erkannt werden kann.

Ein Antigen besitzt mehrere Epitope

(Konformationsepitope und lineare Epitope

Beschreiben Sie die Antigen-Antiköper-Interaktion.

Das Paratop (Fab-Abschnitt) eines Antikörpers bindet spezifisch nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an das Epitop eines Antigens

Skizzieren Sie den Aufbau eines IgG-Moleküls

Monomer

Skizzieren Sie den Aufbau eines IgA-Moleküls.

Dimer

Skizzieren Sie den Aufbau eines IgM-Moleküls.

Pentamer

Was sind maternale Antikörper, wann und wo findet man Sie?

Antikörper des Muttertieres, welche in Utero diaplazentar und postnatal laktogen über das Kolostrum an das Jungtier weitergegeben werden.

Was versteht man unter neutralisierenden Antikörpern?

- Antikörper die nach Bindung die Infektiösität eines Antigens hemmen/aufheben können

- Antikörper binden an die Oberfläche des Antigens und verhindern so weitere Schritte des Infektionszyklus

Was versteht man unter lysierenden Antikörpern?

- Antikörper, die nach Bindung die Zellyse einleiten können

- Antikörper bindet an Antigen und aktiviert Komplement

- Antikörper bindet an Antigen und wird durch NK-Zellen erkannt

 

Welche Antikörper weist man in der Refel in serologischen Verfahren nach?

IgG (wird verzögert gebildet und bleibt lange erhalten)

Beschreiben Sie den Mechanismus der Präzipitatipn?

Reaktion von Antikörper mit löslichem Antigen führt zur Bildung unlöslicher Immunkomplexe die ausfallen

Beschreiben Sie den Mechanismus der Agglutination.

Reaktion von Antikörper mit unlöslichen Partikeln, die zur Aggregation (Verklumpung) der Partikel führt

Beschreiben Sie den Mechanismus der Latexagglutination-

Agglutination von Latexpartikeln durch Antikörper die mit gesuchten Antigen beschichtet sind (auch umgekehrt möglich)

Welche Klassen Immunglobuline kennen Sie?

- IgG (langlebig, wird meist in ELISAs nachgewiesen)

- IgM (Erstkontaktantikörper, Pentamer)

- IgA (Schleimhautantikörper, Dimer)

- IgD (geringe Mengen, Differenzierung von B-Zellen)

- IgE (aktiviert Mastzellen, Allergieantikörper)

Beschreiben Sie den Aufbau einer geometrischen Verdünnungsreihe.

- fortgesetzte Verdünnung um Faktor x 

Beschreiben Sie den Aufbau einer logarithmischen Verdünnungsreihe.

geometrische Verdünnungsreihe (fortgesetzte Verdünnung) um den Faktor 10

 

Was versteht man unter einem falsch positiven Ergebniss?

das tatsächliche Ergebniss ist negativ, der Test zeigt aber ein positives Ergebnis

(z.B.: Tier hat keine Ak gegen Krankheit x, der test weist aber Ak nach)

Was versteht man unter einem falsch negativen Ergebnis?

Das Ergebnis ist positiv, der Test zeigt aber ein negatives Ergebnis an.

(z.B.: Tier hat Ak gegen Krankheit x, der Test weist diese nicht nach)

Erläutern Sie den Begriff Sensitivität eines diagnostischen Test.

Empfindlichkeit

Die Sensitivität beschreibt wie hoch die Konzentration der nachzuweisenden Substanz sein muss um noch ein Ergebnis zu erzielen.

Je sensitiver ein Test desto kleinere Konzentrationen z.B. an Antigen wird für ein positives Ergebnis benötigt.

Erläutern Sie den Begriff Spezifität eines diagonstischen Tests.

Zuverlässigkeit 

Eignung bei gesunden Tieren kein falsch positives Ergebniss zu liefern 

Was versteht man unter Prävalenz?

Häufigkeit einer Krankheit in einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt

Was versteht man unter aktiver Immunität?

Körper bildet selbst adaptive Effektorzellen nach Kontakt mit Antigen

Tritt nach Infektion/Impfung auf

Was versteht man unter passiver Immunität?

Antikörper nicht selbst vom Körper gebildet bedingen die Immunität

z.B. maternale Antikörper, passive Immunisierung

Erläutern Sie den Begriff ELISA.

Enzym 

Link (vermittelter)

Immuno (Immuno)

Sorbent (Anreicherung)

Assay (Test)

Erläutern Sie das Funktionsprinzip des ELISA.

Antigen/Antikörper an fester Phase (z.B. Mikrotiterplatte) gebunden

Nachweis über Enzymmarkierte Antikörper/Antigene

katalysierter Farbumschlag eines Substrates

photometrisch darstellbar

Erläutern Sie den Begriff KBR.

Komplement-Bindungs-Reaktion

 

Erläutern Sie das Funktionsprinzip der KBR.

Komplementsystem: System aus Plasmaproteinen, welche gelöst und zellgebunden vorliegen -> Abwehr von Mikroorganismen

- Nutzung des Systems zum Antikörper-Nachweis

1. Reaktion: Antigen + Testserum + Komplement

-> Ag-Ak-Komplexe (Antikörper im Testserum vorhanden) + Komplement verbraucht

oder

-> kein Ak im Testserum -> Komplement noch verfügbar

 

2.Reaktion: Ery-Antikörper-Komplex + Produkt von Reaktion 1

-> Ery-Lyse nach Komplementbindung -> Trübung -> negativ (kein Antikörper in Testserum)

oder

-> keine Lyse, wenn Komplement zuvor verbraucht wurde -> Knopfbildung -> positiv (Antikörper in Testserum)

 

Welche Kontrollen werden in der KBR benötigt?

- Serumkontrolle (Überprüfung ob das Serum ohne Zugabe eines Ag die Bindung des Komplement verhindert)

- Antigenkontrolle (keine Reaktion bei Verwendung anderes Antigenmaterials)

- Komplementkontrolle (Überprüfung ob geeignete Menge an Komplement eingesetzt wurde

- Ambozeptorkontrolle (Überprüfung der Ambozeptorfunktion)

- positiv Kontrolle (sicher positives Serum)

- negative Kontrolle (sicher negatives Serum)

Was ist ein Ambozeptor?

Ein Antikörper der gegen ein Antigen auf der Oberfläche von Erys gerichtet ist

(Spezifischer (hämolysierender) Antikörper mit zwei haptophoren Gruppen als Verbindung zwischen Antigen und Komplement)

Was ist das hämolytische System?

Indikatorsystem für Komplement-Bindungs-Reaktion

Erläutern Sie den Begriff HAH.

Hämagglutinations-Hemmungstest

Erläutern Sie das Funktionsprinzip des HAH.

Antikörper-Nachweis 

- Hemmung der Hämagglutination von Erythrozyten 

Hämaglutinine (produziert von bestimmten Bakterien und Viren, Verklumpen das Blut -> Körper bildet Ak)

Patientenserum + Hämagglutinine 

-> Ak vorhanden (positiv) -> fangen Hämagglutinie ab -> Erys agglutinieren nicht (Knopfbildung) 

-> Ak nicht vorhanden (negativ) -> Hämagglutinine verklumpen Erys (Trübung; Vernetzung)

HAH-Titer: geometrische Verdünnungsreihe Hämagglutienierede Einheit (Virus) mit Patientensera -> Kehrwert der letzten Serumverdünnung die noch zu einer vollständigen Hämagglutinationshemmung führt

Erläutern Sie den Begriff SLA.

Serum-Langsam-Agglutination

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