Examen Mibi Fragenkatalog
Fragenkatalog VMTA 2018
Fragenkatalog VMTA 2018
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Flashcards
Worin unterscheiden sich Viren von Bakterien?
Viren liegen, anders als Bakterien obligat intrazellulär, da sie zur Vermehrung auf den Stoffwechsel der Wirtszelle angewiesen sind. Bakterien sind hingegen eigenständige Zellen mit eigenen Zellorganellen und einem eigenen Stoffwechsel und können extra- so wie intrazellulär Vorkommen.
Nennen sie drei unterschiede zwischen Pro- und Eukaryoten?
Prokaryonten:
- 1 ringförmiges Chromosom - keine Kernmembran - DNA liegt frei im Cytosol - keine membrangebundenen Organellen - mureinhaltige Zellwand - extrachromosomale Gene auf Plasmiden
Eukaryonten
- mehrere Chromosomen - Kernmembran - DNA liegt im Zellkern - membrangebundene Organellen (Mitochondrien, Chloroplasten) - Zellwand mureinfrei - keine Plasmide
Wie ist die Zellhülle Gram-positiver Bakterien aufgebaut?
Die Zell Hülle besteht aus
- Mureinschicht
- Periplasmatischem Raum
- innere Membran
darauf folgt das Cytosol
Wie ist die Zellhülle Gram-negativer Bakterien aufgebaut?
Die Zellhülle besteht aus
- äußerer Zellmembran
- Periplasmatischer Raum
- Mureinschicht
- Periplasmatischer Raum
- innere Zellmembran
darauf folgt das Cytosol
Erläutern Sie das Prinzip der Gramfärbung.
- alle Bakterien werden durch mit Karbolgentianaviolett + Iod angefärbt (violetter Farblack)
- anschließend Entfärbung mit Ethanol
- Gegenfärbung mit Fuchsin (rosarote Färbung der Bakterien)
Gram-positive Bakterien halten den violetten Farbstoff aufgrund der dicken äußeren Peptidoglykanschicht (Murein).
(In den Zwischenräumen der Mureinhülle sammelt sich die Lugolsche Lösung an. Hier wirkt der Alkohol dehydratisierend und verringert den Abstand zwischen den Molekülen, so dass die Farbstoff-Komplexe nicht vom Alkohol ausgewaschen werden können. Somit bleibt die dunkelblaue Färbung erhalten.)
Erläutern sie den Bau und die Funktion der bakteriellen Fimbrien.
- kurze, starre, röhrenförmige Gebilde an Zytoplasmamembran der Zelle
- bestehen aus dem Protein Pilin
- Funktionen:
+ Ansiedlung (Adhäsion) im Wirtsorganismus
+ Beteiligung an DNA-Austausch zwischen Bakterienzellen (Konjugation) -> Sex-Pili
Wie können bakterielle Geißeln angeordnet sein?
- monopolar-monotrich
- monopolar-polytrich
- bipolar-monotrich
- bipolar-polytrich
- peritrich
- laterl
Erläutern Sie den Bau und die Funktion der bakteriellen Kapsel.
- Aufbau aus Polysacchariden, selten Polypeptide (Bacillus)
- Schichten stark wasserhaltigen Materials auf Zellwänden
- Kapseln als Virulenzfaktor:
+ Schutz vor Phagocytose
+ Erleichterung der Kolonisation
K-Antigen
Erläutern Sie den Bau und die Funktion der bakteriellen Spore.
Aufbau einer reifen Spore:
- Core (DNA, RNA, Ribosomen, Enzyme, Ca-Dipicolinat)
- Cortex (Sporenrinde; atypisches Peptidoglykam)
- Sporenwand (potentielle Zellwand)
• Weitgehend wasserfrei
• Physiologisch inaktiv (kein ATP)
• Spezieller Schutz der DNA
• Keimfähigkeit kann > 100 Jahre erhalten bleiben
Wie läuft die bakterielle Sporulation ab?
vegetative Bakterienzelle -> ungünstige Lebensbedingungen -> Kopie der DNA wird an einen Pol der Zelle verbacht = Region der zukünftigen Spore -> Doppelmembranbildung -> Bildung der Sporenwand = Exosporium (umgibt den Cortex der Spore) -> Kondensation und Entwässerung des Zytoplasmas -> Autolysis der Sporenmutterzelle -> Entlassung der Spore in die Umwelt
-> günstige Lebensbedingungen -> Keimung der Spore -> Zellteilung -> vegetative Bakterienzelle
Welche Phasen des bakteriellen Wachstums unterscheidet man in einer statischen Flüssigkultur?
- Anlaufphase (lag-Phase)
- exponentielles Wachstum (log-Phase)
- stationäre Phase
- Absterbephase
Beschreiben Sie das Funktionsprinzip des Fermensters/Chemostat.
- Fließsystem -> Zufuhr von Nährstoffen und Abfuhr von Stoffwechselprodukten
- Zellzahl und Nährstoffstatus konstant -> Fließgleichgewicht
Was versteht man unter dem Begriff mikroaerophil?
Bakterien die geringe O2-Konzentrationen zum wachstum benötigen, wachsen kurz unter der Oberfläche
Was versteht man unter dem Begriff anaerob?
Bakterien die ohne O2 wachsen können -> sind gegenüber O2 emfindlich, wachsen weit von der Oberfläche entfernt
Was versteht man unter O-, H-, und K-Antigen?
O-Antigen: Oberflächenantigen auf der Bakterienzelle, hitzestabil
H-Antigen: Geißelantigene, sehr hitzestabil
K-Antigen: Kapselantigen, überdecken O-Antigene, hitzelabil
Was versteht man unter dem Begriff Taxis?
gerichtete und aktive Bewegung aufgrund von Reizen
(positive Taxis, negative Taxis, Chemotaxis, Phototaxis, Magnetotaxis)
Erläutern Sie den Begriff Chemotaxis.
gerichetete und aktive Bewegung aufgrund eines chemischen Reizes (z.B. Nährstofquelle)
Nennen Sie drei Methoden zur Messung des bakteriellen Wachstums.
1. Auszählen unter dem Mikroskop
2. Photometrische Trübungsmessun
3. Kolonienzählung auf bebrütete Agarmedium
Nennen Sie drei physikalische Faktoren, die bakterielles Wachstum beeinflussen.
- Temperatur
- pH-Wert
-H2O-/O2-Angebot
Definieren Sie den Begriff Pathogenität.
Fähigkeit eine Erkrankung zu verursachen
Definieren Sie den Begriff Virulenz.
quantitatives Maß für die Pathogenität
- Zahl von Mikroorganismen, die pro Zeiteinheit einen Schaden im Wirt verursachen
Definieren Sie den Begriff Infektion.
Wachstum bzw. Vermehrung von Erregern im Wirt
Beschreiben Sie den Unterschied zwischen obligat und fakultativ pathogenen Erregern.
obligat pathogene Erreger führen bei einer Infektion eines immunkompetenten Wirts zu einer Erkranukung
fakultativ pathogene Erreger können bei geschwächten Immunstatus eine Erkrankung hervorrufen
Welche Typen von infektionskrankheiten kennen Sie?
- Monoinfektion
- Superinfektion (erneute Infektion mit gleichem Erreger, während bestehender Infektion)
- Reinfektion (erneute Infektion nach überstandener Infektion mit gleichem Erreger)
- Mischinfektion (mehr als ein Erreger an Infektion beteiligt)
- Sekundärinfektion (s. Mischinfektion)
Definieren Sie den Begriff Erkrankung/Infektionskrankheit.
Infektion: Wachstum bzw. Vermehrung von Erregern im Wirt
Erkankung: Symptome die aufgrund der Schädigung durch den Erreger, sowie sekundären Effekten auftreten
Was versteht man unter einem belebten Vektor? Nennen Sie ein Beispiel.
- aktiver Überträger eines Infektionserregers
- Atropoden
Was versteht man unter einem unbelebten Vektor. Nennen Sie ein Beispiel.
- passiver Überträger von Infektionserregern (nicht lebendig)
- Luft, Wasser
Was ist eine apparente Infektion?
- Infektion mit klinisch sichtbaren Symptomen
- Unterteilung in subakut, akut, chronisch und rezidivierend
Was ist eine latente Infektion?
Gleichgewicht zwischen Vermehrung der Erreger und Wirtsabwehr -> keine Symptome
Was ist eine persistierende Infektion?
Infektion ähnlich einer chronischen Erkrankun -> führt zum Keimträgertum (keine Symptome)
Nennen Sie die Henle-Kochschen Postulate
- bei einer Infektionskrankheit muss bei vergleichbarem Krankheitsverlauf und Krankheitsstadium jeweils der gleiche Erreger nachzuweisen sein
- mit Keimen aus reinen Erregerkulturen muss sich beim Menschen ein identisches und beim Tier ein ähnliches Krankheitsbild erzeugen lassen
- bei anderen Krankheiten und bei Gesunden darf der Erreger nicht als zufälliger, nicht krankmachender Keim vorkommen
Definieren Sie den Begriff Inkubationszeit.
Zeitspanne von der Infektion bis zu ersten klinischen Symptomen
Was ist ein Virulenzfaktor?
Nennen Sie drei Beispiele.
- bestimmen die krankmachende Wirkung eines Organismus
- ist an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten beteiligt
- viele Proteine, oft Enzyme -> besserer Zugriff auf Nährstoffe des Wirts -> besseres Wachstum
Beispiele:
extrazelluläre Virulenzfaktoren
- Hyaluronidase
- Kollagenase
- Streptokinase
- Coagulase
Was ist ein Exotoxin?
- Proteine, die Beim Wachstums des MO extrazellulär freigesetzt werden
+ cytolytische Toxine -> Lyse der Zelle
+ A-B-Toxine -> 2 kovalent gebundene Untereinheiten (A=enymatisch/toxische Komponente) B=Bindungsprotein)
+ Superantigentoxine -> Stimulation einer großen Zahl von Zellen des Immunsystems
Was ist ein Endotoxin?
Zerfallsprodukte = Lipopolysaccharidanteile aus der äußeren Membran gram-negativer Bakterien mit geringerer Toxizität als Exotoxine
Nennen Sie zwei Beispiele für bakterielle Exotoxine.
- cytolytische Toxine -> enzymatischer Angriff auf Zellbausteine und Lyse der Zellen (Streptolysin)
- A-B-Toxine - 2 kovalent gebundene Untereinheiten (Cholera-Toxin)
A = enzymatische/cytotoxische Komponente
B= Bindungsprotein
Beschreiben Sie das Wirkprinzip des Botulinumtoxins.
Toxin blockiert doe ACh-Auschüttung an den motorischen Endplatten -> keine Reizleitung -> keine Muskelkontraktion
Beschreiben Sie das Wirkprinzip des Tetanustoxins.
Toxin setzt sich an hemmende Synapsen und blockiert die Glycinausschüttung -> unkontrollierte Ausschüttung von ACh -> unkontrollierte Reizleitung -> unkontrollierte Muskelkontraktion