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Pädagogische Psychologie 2018

Pädagogische Psychologie 2018


N. T.
Diese Lernkarten vermitteln psychologische Grundlagen des Lernens auf universitärem Niveau, insbesondere Modelle und Strategien der Selbstregulation. Im Fokus stehen kognitive und metakognitive Ansätze, Lernstrategien sowie motivationale Faktoren wie Vorwissen, Kapazität und Zeitmanagement, die den Lernerfolg beeinflussen. Studierende profitieren davon, um effektive Lernmethoden zu verstehen und anzuwenden.
Flashcards
110
Students
50
Language
German
Category
Psychology
Level
University
Created / Updated
07.07.2018 / 06.07.2026

Flashcards

Was macht generative Strategien aus? Was sind die Ziele dieser Technik?

= kognitive Strategien, die auf eine Anreicherung und Verknüpfung von Informationen mit einschlägigem inhaltlichen Vorwissen ausgerichtet sind (auch Elaborationsstrategien genannt)

Ziele

  • wissensgestützte Interpretation des Materials
  • Ergänzung von Infos um weitere Infos (vorwissensgestütze Inferenzen)
  • Verknüpfung von Testinformationen aufgrund von Vorwissen (lokale und globale Kohärenzbildung)
  • Verknüpfung neuer Informationen mit bereits vorhandenem Wissen

Beispiele sind sich vorher fragen was man schon über den Text weiß, eigene Beispiele ausdenken, Texte "weiterdenken"

Angewandt vor allem beim Lernen mit umfangreichen/multiplen Texten

Was macht Stützstrategien aus? 

Stützstrategien sind auf die möglichst effiziente Organisation externe Lernressourcen ausgerichtet

Beispiele sind die Gestaltung des Lernplatzes (ruhig, ablenkungsfrei), unterstützende Lernmittel, Nutzung von Informationesressourcen wie die Bibliothek oder Literaturdatenbanken, Bildung von Arbeitsgruppen

Was ist deklarative, was prozedurale Metakognition? Welche der beiden ist relevant für kognitive Lernstrategien?

deklarative Metakognition: Wissen über eigene kognitive Funktionen

prozedurale Metakognition: Kognitive Fertigkeiten, die der Steuerung und Kontrolle der eigenen kognitiven Funktionen dienen 

--> Prozedurale Metakognition entspricht metakognitiven Strategien (Planen, Überwachen und Bewerten, Regulieren), die wiederum den Einsatz von kognitiven Lernstrategien kontrollieren 

Was macht Planungsstrategien aus?

Metakognitive Strategie, die der Festlegung von (Teil-)Zielen und Mitteln der Zielerreichung dienen

Der Zeitpunkt der Anwendung von Planungsstrategien liegt vor Beginn des eigentlichen Lernprozesses.Der/die Lerner*in fragt sich: 

  • Welches Lernziel verfolge ich?
  • In welche Teilziele kann ich das allgemeine Lernziel zerlegen=
  • Mit welchen Mitteln kann ich die gesetzten Ziele möglichst optimal erreichen?

Was macht die metakognitiven Strategien des Überwachens und Bewertens aus?

Strategien zur Überwachung der Zielerreichung während des Lernens (Einschätzung der Ist-Soll-Diskrepanz)

Der Zeitpunkt der Anwendung der Strategien ist während des Lernens und auch danach

Leitfragen:

  • Komme ich meinem Lernziel näher?
  • Ist das, was ich gerade lese, für mein Lernziel relevant?
  • Habe ich das Gelesene verstanden?
  • Habe ich mir die relevanten Infos gemerkt?

Was macht die Strategien der Metakognitiven Regulation aus?
 

Änderungen im Lernprozess aufgrund der Feststellung von Ist-Soll-Diskrepanzen zwischen Lernziel und Lernfortschritten

Der Zeitpunkt der Anwendung von Regulationsstrategien ist während des Lernens

Beinhaltet die erneute Planung des Lernprozesses, die Änderung von Teilzielen und die gezielte Anwendung von kognitiven Lernstrategien zur Behebung von Ist-Soll-Diskrepanzen

In welchem Alter können kognitive und metakognitive Strategien erfolgreich angewandt werden?

Differenziertes Repertoire ist erst im Alter von 15 bis 16 Jahren ausgebildet.

Aber: Mnemotechniken werden schon von jüngeren Kindern spontan eingesetzt 

Warum sind im Unterricht vermittelte (prinzipiell wirksame) Lernstrategien nicht immer lernwirksam? Welche Dezifite können auftreten?

  1. Mediationsdefizit: (meist sehr jungen) Kindern fehlen (meta-)kognitive Voraussetzungen, um die Strategie anzuwenden
  2. Produktionsdefizit: Schüler*innen haben die Strategie prinzipiell erworben, wenden sie aber (spontan) nicht an 
    1. vermutete Ursache: Fehlende metakognitive Einsicht in die Nützlichkeit der Strategie 
  3. Nutzungsdefizit: Schüler*innen wenden die Strategie an, sie verbraucht aber so viele (kognitive) Ressourcen, dass sie zunächst nicht zu höherem Lernerfolg führt 
    1. Problem vor allem bei komplexen Lernstrategien, eher weniger bei Mnemotechniken oder strukturienden Strategien

 

Nenne und beschreibe 2 Studien zum Thema Nutzungsdefizit beim Erwerb von Lernstrategien

 

Naumann et al., 2008: mehrstündiges Training von Lernstrategien zum Lernen mit Hypertext

  • Experimentalgruppen: kognitive Strategien (Mnemotechniken, strukturierende Strategien) vs. metakognitve Strategien
  • Vermittlung von Hintergrundwissen, kognitives Modellieren, Übungsphasen
  • Ergebnis:
    • Positive Trainingseffekte nur bei hoher AG-Kapazität
    • Bei negative AG-Kapazität --> Nutzungsdefizit!
  • Anlaoge Effekte auf Lernerfolg und Navigationsverhalten 

Leopold und Lauter (2003): Befragung von 200 Schüler*innen an Gymnasien und Realschulen zu Lernstrategien beim Lesen eines Lehrtexts, 5. bis 11. Klasse --> Ergebnisse:

  • spontane Nutzung von Oberflächenstrategien (einfache Mnemostrategien) nimmt über die Zeit leicht ab
  • Nutzung metakognitiver und Tiefenverarbeitungsstrategien (Elaboration, Organisation) bleibt gleich 
  • ab Klasse 7: Moderat positive Zusammenhänge zwischen Tiefenverarbeitungsstrategienund Lernerfolg
  • sowie: positive Korrelationen von metakognitiven Strategien und Lernerfolg (Nutzungsdefizit!)

Lassen sich Lernstrategien trainieren?

Ja, meist auch mit beachtlichem Erfolg

  • Metaanalyse Hattie, Biggs & Purdie zu metakognitiven Strategien: Abnehmende Trainingseffekte von Grundschule bis hin zu berufstätigen Erwachsenen 
  • stärkste Trainingseffekte bei Lerner(innen) mit durchschnittlicher Intelligenz 

Beschreibe das Prozessmodell der Selbstregulation von Schmitz 

--> Unterscheidung von Handlungsphasen (analog zum Rubikonmodell)

Selbstregulierender Lernprozess wird in 3 Phasen unterteilt:

  1. Präaktionale Phase: Motivationale Prozesse --> Setzung von Lernzielen, metakognitive Planung des Lernprozesses, (implizite) Enscheidung ob und in welchem Ausmaß Selbstregulation erforderlich ist ("Filter")
  2. Aktionale Phase: Einsatz von Lernstrategien, Überwachung des Lernfortschritts, volitionale Prozesse (Regulation von Anstrengung und Konzentration, Abschirmung gegenüber konkurrierenden Handlungstendenzen)
  3. Postaktionale Phase: Bewertung von Lernergebnissen, emotionale Reaktionen, Attributionsprozesse --> entscheidend für motivationale Prozesse und metakognitive Planung nachfolgender Lernaktivität

 

Beschreibe das "Schichtenmodell" von Boekarts

 

Modell nimmt verschiedene eingebettete Regulationsebenen an (von außen nach innen)

  • Regulation des Selbst: Wahl von Zielen und Ressourcen, motivationale/volitionale Regulation, Zielsetzung, Überwachung 
  • Regulation der Lernprozesse: Nutzung metakognitiven Wissens und Fähigkeiten, um das eigene Lernen zu steuern - metakognitive Überwachung
  • Regulation der Prozessmodi und Wahl der kognitiven Strategien: Auswahl spezifischer Strategien

Wie sind die Rahmenmodelle der Selbsregulation zu bewerten?

  • plausibel und praktisch wie heuristisch wertvoll, aber schwer überprüfbar
    • Indikation, dass kognitive Lernstrategien, metakognitive Strategien und motivationale Haltungen/Prozesse gemeinsam trainiert werden sollten
  • Welche Lernstrategie (wirklich) sinnvoll ist, hängt ab von
    • Lernziel
    • Lernermerkmalen (Vorwissen, AG-Kapazität)
    • Art des Lernmaterials
    • Randbedingungen (z.B. verfügbare Lernzeit)

Am besten ist es also eigentlich, ein breites Repertoire an Lernstrategien und metakognitiven Wissens zu haben 

Welche Aufgaben wählen Erfolgsmotivierte? Welche Aufgaben wählen Misserfolgsmotivierte?

Erfolgsmotivierte: Mittelschere Aufgaben, weil Balance zwischen Erfolgswahrscheinlichkeit und Erfolgsanreiz ideal ist 

Misserfolgsmotivierte:

  • sehr leichte Aufgaben, weil Chance von Misserfolg sehr gering ist
  • sehr schwere Aufgaben, weil Misserfolg zwar wahrscheinlich ist, aber dann auf die Schwere der Aufgaben attribuiert werden kann (nicht auf eigene Fähigkeit)

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