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Architekturtheorie I
Masse
Welche Seelischen Erscheinungen kennzeichnet - Georg Simmel zufolge - die modernen Grosstadtbewohner hauptsächlich? Wie beschreibt Simmel ihr Verhalten und wodurch erklärt er dessen Entstehung?
- Georg Simmel nimmt die Übersteigerung des Nervenlebens als psychologische Grundlage der großstädtischen Individualität.
- Infolgedessen spricht Simmel davon, wie der moderne Mensch ein immer mehr rechnender geworden ist.
- Der Mensch ist unfähig, alles angemessen zu verarbeiten. Diese Abstumpfung ist jedoch zum eigenen Schutze notwendig.
- Das tiefste Problem des modernen Lebens ist nach Georg Simmel der Anspruch des Individuums nach der Selbstständigkeit und Eigenart seines Daseins gegen die Übermächte der Gesellschaft, das geschichtlich Ererbte der äußerlichen Kultur und Technik des Lebens zu bewahren.
- Die Notwendigkeit und gleichzeitige Unfähigkeit den ununterbrochenen Strom der Großstadtreize zu verarbeiten, führt zum gesteigerten „intellektuellen Charakter“ des Großstädters und zu der ihm zugeschriebenen „Blasiertheit“. Erkennbar wird die Blasiertheit in der Abstumpfung gegenüber dem Unterscheiden der Dinge.
Architekturtheorie I
Masse
Wehalb wendet sich Siegfried Kracauer vorzugsweise "unscheibbaren Oberflächenäusserungen" zu? Welche grossstädtischen Phänomene und Typologien intressieren ihn ganz besonders?
- Er hat eine Herangehensweise für die Weltansicht die sich auf die unscheinbare Oberfläche konzentriert
- Eine Struktur eines Stoffes zu verstehen, sagt mehr aus als den Stoff als ganzes zu betrachtn
- Er untersucht die Welt von einer mikroebene und erst dann die makroebene
- Er interessiert sich besonders für Kulturelle Phänomene und Bauten wie Schauspielhäuser, Fabriken, Stadien etc.
Architekturtheorie I
Haushalt
Was sind laut Max Weber die wesentlichen Charakteristika des Haushalts/ der Haushaltsgemeinschaft? Sind Haushalt und Familie identisch?
- Er erklärt unterschiedliche Arten der Gemeinschaft (politische Gemeinschaften, Ethische Gemeinschaften, Hausgemeinschaften etc.)
- Alle Gemeinschaften stehen im Konzext zur Wirtschaft (In Beziehung zur Wirtshaft)
- Hausgemeinschaft ist für die Deckung des Regulären Güter- und Arbeitsbedarf des Alltags (Arbeiten und Wohnen muss also unmittelbar in der Nähe sein)
- Hausgemeinschaft hat die spezielle Eigenschaft, dass sie über längere zeit beide Geschlechter zusammen gruppiert.
- Grundlage ist Autorität
- Ja ich glaube sie sind identisch
- Gegen die Einküchenhaus-Idee wurde von Anfang an der Vorwurf ins Feld geführt, sie untergrabe Familie und Heim. Dass eine Wohnung keine Küche haben sollte, galt im konservativen Kaiserreich als unerhört. „Eigener Herd ist Goldes wert“, lautete ein Sprichwort. Der heimische Herd war Metapher für ein intaktes Familienleben und galt als ein Grundpfeiler der damaligen Gesellschaft. Doch mit der zunehmenden Industrialisierung hatte das alte Familienbild schon Risse bekommen: Immer mehr Frauen gingen arbeiten – und sollten daneben auch noch den Mann bekochen, Kinder versorgen, Wäsche waschen und die Wohnung in Schuss halten.
- Ausserdem sei es für Arbeitende Frauen die auf die Entlastung angewiesen sind zu teuer, anstelle dessen ziehen reichere Familien ein
Es war ausgerichtet auf eine neue Art des Wohnens der Sowjetbürger, die Gleichberechtigung und Kollektivität fördern sollte und nur einem kleinen Rückzugsraum für persönliche Bedürfnisse vorsah. Entsprechend waren im Haus Wohnungstypen mit „minimaler Individual- und maximaler Gemeinschaftsfläche“ angelegt, zum einen Wohnungen von bis zu 100 m² auf einer Ebene, zum anderen 37 m² große Split-level-Einheiten, die sich über zwei Stockwerke erschlossen. Statt eigener Küchen standen Etagenküchen sowie eine Zentralküche zur Verfügung. Diese lag neben weiteren Gemeinschaftseinrichtungen wie Sportsaal, Waschhaus und Bibliothek in einem Zusatzblock, erschlossen durch eine hausinterne „gläserne Straße“. Auf dem Dach des Komplexes befanden sich ein Garten und Sonnenterrassen
- und eine Vielzahl von Gerätschaften sollte die Arbeitsgänge verkürzen. Um die Forderung der schnellen Erreichbarkeit zu erfüllen, war die Küche sehr kompakt gehalten, was den Erfordernissen des breit angelegten Wohnungsbaus entgegenkam. Gleichzeitig stand die Frankfurter Küche für einen hohen Designanspruch.
- Die Grundlage der Frankfurter Küche war der Taylorismus, dessen Ziel die Optimierung von Arbeitsabläufen ist.
- Mittels Stoppuhr wurden alle auszuführenden Handgriffe gemessen und die Dauer eines Arbeitsganges bestimmt und optimiert.
- Es war Margarete Schütte-Lihotzky, die als Architektin diesen Gedanken der Arbeitsoptimierung mit der industriellen Massenfertigung auf den Wohnungsbau übertrug, indem sie den Küchenarbeitsplatz nach ergonomischen und praktischen Erwägungen gestaltete, ohne die Bezahlbarkeit für breite Schichten außer Acht zu lassen. Die Frau sollte weniger Zeit in der Küche verbringen müssen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können
- Nachdem Margarete Schütte-Lihotzky mit ihrer Frankfurter Küche Erfolge verzeichnet hatte, griff Erna Meyer, die bereits mit Publikationen auf dem Gebiet aufgetreten war, das Konzept auf und regte Verbesserungen an. Die von ihr vorgeschlagene Küche sollte zwar ergonomisch geplant, jedoch keine reine „Arbeitsküche“ sein, sondern die Erfordernisse des Familienlebens berücksichtigen. Insbesondere kritisierte Meyer an der Frankfurter Küche, dass die Kinder bei der Arbeit der Hausfrau nicht zugegen und – sobald die Verbindungstür geschlossen war – auch kaum zu beaufsichtigen waren.
- Nach der Oktoberrevolution forderten die russischen Architekten, insbesondere die Konstruktivisten die Rationalisierung des Bauwesens und die Emanzipation der Frau von der Hausarbeit. Dabei ging es auch um die Form der neuen sozialistischen Lebensweise. Die Notwendigkeit der vollständigen Vergesellschaftung der Lebensweise wurde ebenso diskutiert, wie die Typologie sozialistischer Städte.
- Der Idee der Kommunehäuser liegt das Prinzip kollektiver Küchen, Speiseräume, teilweise auch öffentlicher Sanitärausstattung, sowie Kindergärten und Wäschereien zugrunde.
- Das Narkomfin-Kommunehaus inspirierte Le Corbusier für seinen Entwurf der Unité d’Habitation
- m Stalinismus fand der Konstruktivismus allgemein wenig Beachtung
Unter dem Pseudonym P. M. (die häufigsten Initialen im Schweizer Telefonbuch; meist in Kleinbuchstaben geschrieben: p. m.) wurde Widmer vor allem durch seine 1983 erschienene anarchistische und antikapitalistische soziale Utopie bolo’bolo bekannt.
In bolo’bolo ist ein bolo eine autonome Gruppe von einigen hundert ibus (Menschen), die durch ihr gemeinsames Interesse an einem bestimmten „nima“ (etwa: Mentalität) vereint sind. Einzelne ibus können bolos wechseln und müssen gastfreundlich behandelt werden. Der Begriff gehört zu einer fiktiven Plansprache (eher nur ein Grundvokabular) namens asa'pili, die in einer auf bolosaufgebauten Weltgemeinschaft verwendet werden soll.
Architekturtheorie I
Haushalt
Nennen Sie aktuelle soziale Faktoren, die zum Entstehen neuer Wohnmodelle beitragen. Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen neuen Modellen und ihren histori- schen Vorläufern?
- Die Genossenschafter wollen Singles und verschiedenen Familienformen Raum bieten: Eltern, die kein Paar mehr sind, können im Grosshaushalt ihre Kinder gemeinsam betreuen. Oder Jugendliche, die nicht mehr un¬ mittelbar neben Marni und Papi leben wollen, ziehen in einen anderen Hausteil.
- Die interne Flexibilität ermöglicht, das Gebäude an die sich wandelnden Bedürfnisse anzupassen
Architekturtheorie I
Haushalt
Erna Meyer
Anforderungen:
- Alle Räume müssen für ihre spezifische Funktion ausgebildet werden
- Die Räume müssen je nach funktion an spezielle Himmelsrichtungen orientiert sein
- Nutzungen die effektive Arbeitswege gestalten sollen nebeneinander liegen. Bsp. Besenkammer neben Kücke, oder Waschzimmer neben Küche.
- Es gibt nur eine Richtige Art der Küchengestaltung! Alle Menschen haben den gleichen Kochprozess egal ob arm oder reich.
Architekturtheorie I
Hygiene
Robert Koch
- war ein deutscher Mediziner, Mikrobiologe und Hygieniker.
- 1882 entdeckte er den Erreger der Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis) und entwickelte später das vermeintliche Heilmittel Tuberkulin.
Architekturtheorie I
Hygiene
Farbe Weiss
eine Metapher für Reinheit und Ehrlichkeit in der Architektur. Weiss stand für ihn nicht als Gegensatz zu Farbe, sondern es waren Schatten und Dunkelheit, die durch das Weiss und seine ihm eigene Transparenz durchdrungen werden. Das Weisse befreit: «Es gibt keine schmutzigen dunklen Ecken mehr. Alles wird gezeigt, wie es ist. Darauf folgt die innere Reinheit, denn der eingeschlagene Weg führt zur Ablehnung von wirklich allem, was nicht korrekt, gewollt, beabsichtigt, gewünscht, durchdacht ist; erst denken, dann handeln.»
Architekturtheorie I
Hygiene
Auf welche Weise spiegelt sich der Hygienediskurs in der Architektur und Kunst der Moderne? Welche Bauten/Typologien sowie gestalterischen Elemente und Materialien lassen sich damit insbesondere in Verbindung bringen?
- Verwendung der Farbe Weiss
- Hygienische Materialien wie Metall, Keramik etc.
- Wasserleitungen und Hygienefunktionen im Haus werden wichtig
Architekturtheorie I
Hygiene
Wie defniert Mary Douglas Schmutz? Inwiefern unterscheidet sich diese Defnition vom modernen wissenschaftlichen Schmutz- und Hygieneverständnis? Wo sehen Sie Potenziale und wo Probleme mit dieser Denition? In welcher Beziehung stehen kulturell bedingte Arten des Umgangs mit Verschmutzung zur Praxis der Architektur?
- Schmutz ist etwas was nicht dazugehörten soll (Anomalie)
- Es ist ein Nebenprodukt
- Das heisst es kommt immer da vor, wo es ein System gibt
- Schmutz ist nach Douglas nichts Absolutes, sondern liegt im Auge des Betrachters.
Unterschied:
- für uns ist das vemeiden von Schmutz eine Sache der Hygiene oder der Ästhetik und hat nichts mit Religion zu tun
- Unser Schmutzverständniss wird vom Wissen um pathologische Organismen beherrscht (Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Beschreibung und Diagnose von krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper beschäftigt.)
Potenziale: Ordnungssystem schaffen?
- Die Zunahme von Tuberkulose, Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie ungenügend aufbereiteter Lebensmittel erzeugte einen enormen Handlungsdruck, der bei öffentlichen und privaten Verantwortlichen zu verschiedenen Entscheidungen führte.
- Die beabsichtigte Zielstellung, „… einmal im grossen Stile eine Belehrung der Allgemeinheit über die Gesundheitspflege zu unternehmen“, wurde mehr als erfüllt.
- Bereits in der Vorbereitungsphase dachte Lingner über die Schaffung eines Hygienemuseums nach, um einen dauerhaften Informationsimpuls setzen zu können.
Architekturtheorie I
Umwelt
Welche drei Methoden, derer sich die Architektur im Umgang mit der Umwelt bedient, beschreibt Reyner Banham? Fassen Sie kurz die wesentlichen Charakteristika dieser Methoden zusammen.
- Konservative Methode: Haus als Summe von vier Wänden und Dach. Massiver Bau als Wärmespeicher. Wird hauptsächlich in trockenen Klimazonen, heiss oder kalt angewandt.
- Selektive Methode: unerwünschte Einflüsse von aussen nach innen werden ferngehalten und die wünschenswerten Umweltfaktoren werden herein gelassen. Wird vorallem in Feuchten gebieten genutzt
- Regenerative Methode: Angewante Energie, entweder durch Verbrennung von Kraftstoffen oder durch die ausnutzung meschlicher oder tierischer Muskelkraft. Funktioniert gut in Feuchten gebieten. (Ist erst durch technologischen Fortschritt entwickelt worden.)
- Weil es die Einzige Methode ist, die die Möglichkeit hat, Ressourcen nachhaltig zu nutzen (Regenerativ)
- Sie muss umweltfreundlich sein
- Dass man regenerative Elemente und Architektur versucht entwerferisch zu verschmelzen
- Eine neue Architektur muss entstehen, denn wenn man soviele Installationen hat um einen gut klimatisierten Raum zu gestalten, für was braucht man dann noch das haus?
Architekturtheorie I
Umwelt
Weshalb erfordert das Bauen in humiden Regionen Banham zufolge einen „selektiven“ Umgang mit der Umwelt und wie äussert sich das architektonisch? Welches Verständnis von Natur/ Umwelt liegt den Arbeiten moderner Architekten im globalen Süden sowie Vertretern der sogenannten tropischen Architektur zugrunde?
- Weshalb erfordert das Bauen in humiden Regionen Banham zufolge einen „selektiven“ Umgang mit der Umwelt und wie äussert sich das architektonisch?:
- Architektonisch äussert sich dass, duch vom erdboden abgehobene Erdgeschose, leichte Schirmartige Däche, umlaufende Veranden und Balkone um Wände und Räume von direkter Sonne zu schützen, grosse Türen und Fenster um maximale Lüftung zu generieren.
- Durch die selektive Methode kann flexibel immer auf ein Problem eingegangen werden
Welches Verständnis von Natur/ Umwelt liegt den Arbeiten moderner Architekten im globalen Süden sowie Vertretern der sogenannten tropischen Architektur zugrunde?
- Das Wissen Architektur als etwas intelligentes zu Nutzen, dass die Umwelt aktiv sterun kann. Und nicht durch die Kulturellen Weitergabe von Generationen einfach nur massiv bauen ohne zu hinterfragen. Diese Architekten und Kulturen haben ein viel besseres Feingefühl von Konstruktuion im Zusammenhang mit der Umwelt
Architekturtheorie I
Umwelt
Stimmen Sie der Aussage zu, dass Architektur wesentlich von Techniken der Umweltkontrolle geprägt ist? Ist aus Ihrer Sicht eine der drei von Banham herausgearbeiteten Methoden der Umweltkontrolle obsolet, und wenn ja warum?
Tendenziell ja.
Konservative Methode versucht sie nicht zu Kontrollieren sondern hat egal wo einfach immer die selbe Methode und Funktion.
Sprich sie geht nicht auf die Region des klimas und der Umwelt ein.
Architekturtheorie I
Umwelt
Limits to Growth
1972
Die zentralen Schlussfolgerungen des Berichtes waren:
„Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“
- Das Erreichen der Wachstumsgrenzen könnte zu einem ziemlich raschen und nicht aufhaltbaren Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität führen, wenn dadurch die Umwelt irreparabel zerstört oder die Rohstoffe weitgehend verbraucht würden.
Architekturtheorie I
Kosmopolitismus
Kosmopolitismus
- auch Weltbürgertum, ist eine philosophisch-politische Weltanschauung, die den ganzen Erdkreis als Heimat betrachtet.
- Das Konzept geht auf die Antike zurück.
- Mann der sich gegen die Gesellschaft strebt, elleine und suchend nach der Wahrheit
- Er will kein Konsum und kein Besitz, er ist nicht besser als ein Hund
- Diogenes soll freiwillig das Leben der Armen geführt und dies öffentlich zur Schau gestellt haben
- dass richtig glücklich nur der sein kann, der sich erstens von überflüssigen Bedürfnissen freimacht und zweitens unabhängig von äußeren Zwängen ist.
Architekturtheorie I
Kosmopolitismus
Immanuel Kant, Weltbürger
- Das 18. Jahrhundert gilt in der europäischen Geistesgeschichte als ein weltbürgerliches oder kosmopolitisches Jahrhundert, in dem sich die gebildeten Bürger und Aristokraten mit dem Anspruch konfrontiert sahen, National- beziehungsweise Territorialgrenzen überschreitend universalistisch zu denken und zu handeln. Der Weltbürger – ein in der Welt erfahrener und Fremden gegenüber aufgeschlossener Mann – avancierte im Zuge der Aufklärung zu einem wirkungsmächtigen Leitbild der Zeit.
- Der Weltbürger sollte also das Wahre und Gute fördern und so der Menschheit, und das hieß allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, dienen.
Architekturtheorie I
Kosmopolitismus
Mundaneum, Weltmuseum, Genf, Schweiz, 1929
- a plan for a complete international city district, called the Cité Mondiale or World City. In the centre of the Mundaneum and the World City stood a monumental spiralling pyramid that housed the World Museum.
- Das Zentrum für internationale Universitätsstudien. Wenn jede der bestehenden Universitäten zwei Studenten nach Genf schickt, um die völlig neuen Fragen zu erfahren, die die Organisation der Nationen aufwirft, wird die Universität des Mundaneum 500 Studenten haben;
- Der Turm sollte eine gigantische Maschine werden, die Konferenzräume, Aufzüge, eine Treppe und einen Radiosender beherbergen und deren Säule im Inneren sich nach den Gestirnen ausrichten können sollte. Das ehrgeizige Architekturprojekt wurde aus Kostengründen nicht gebaut, gilt aber bis heute als Architekturikone.
- Tatlins Werk sollte die Dynamik der Revolution widerspiegeln. Es sollte aus industriellen Materialien bestehen: Eisen, Glas und Stahl. Der Entwurf sah eine spiralförmig gewundene Stahlkonstruktion vor, durch die ein schräger Mast geht, um den sich drei gläserne Körper drehen.
Architekturtheorie II
Einführung
Karl Marx Bild vom Baumeister und Biene
Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, dass er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell vorhanden war. Nicht dass er nur eine Formveränderung des Natürlichen bewirkt; er verwirklicht im Natürlichen zugleich seinen Zweck, den er weiss, der die Art und Weise seines Tuns als Gesetz bestimmt und dem er seinen Willen unterordnen muss. Und diese Unterordnung ist kein vereinzelter Akt. Ausser der Anstrengung der Organe, die arbeiten, ist der zweckmässige Wille, der sich als Aufmerksamkeit äussert, für die ganze Dauer der Arbeit erheischt, und umso mehr, je weniger sie durch den eignen Inhalt und die Art und Weise ihrer Ausführung den Arbeiter mit sich fortreisst, je weniger er sie daher als Spiel seiner eignen körperlichen Kräfte geniesst."
Architekturtheorie II
Einführung
Hannah Arendts Vita activa oder vom tätigen Leben
- Mit Vita activa fasst H. Arendt drei menschliche Grundtätigkeiten zusammen: Arbeiten, Herstellen und Handeln
- reformistische Kritik der gegenwärtigen Industriegesellschaft konzipiert
- Wurde Arbeit in der Antike noch gering geschätzt, so hat sie sich in der Neuzeit zur höchsten Tätigkeit entwickelt. Politisches Handeln dagegen hat an Bedeutung verloren. Wenn die Menschen ihre Funktionsorientierung und ihre Weltentfremdung überwinden wollen, müssen sie gemeinsam politisch aktiv werden.
- Entgegen dessen Vorstellung vom isolierten Denken als einzig wahrhaftiger Existenz betont sie aber das Miteinandersprechen und -handeln der Menschen.
Architekturtheorie II
Einführung
Adam Smith der Wohlstand der Nation
Das Werk behandelt die grundlegenden Wirkungsmechanismen der verschiedenen Märkte, der Geldwirtschaft, der Produktionsfaktoren und des Außenhandels.
In diesem Werk geht Smith speziell auf Arbeitsteilung in entstehenden Manufakturen ein und begründet seine Theorien am Beispiel der Stecknadelproduktion in Südengland.[2] In Bezug auf dieses Beispiel wird Smith meistens lediglich zur Begründung der Vorteilhaftigkeit dieser Form der Arbeitsteilung zitiert. Hingegen wird selten darauf hingewiesen, dass Smith in seinem Buch ebenso vor den dramatischen Konsequenzen dieser Effektivierung der Arbeitsprozesse, nämlich einer Verdummung der Arbeiter durch die ständige Wiederholung der immer selben Handgriffe, warnt.
- Nicht das Gold, sondern die vom Volk geleistete Arbeit ist die Quelle des Wohlstands.
- Der Staat sollte nicht ins Wirtschaftsgeschehen eingreifen, sondern lediglich für Landesverteidigung, Rechtsprechung und bestimmte öffentliche Einrichtungen sorgen.
Hannah Arendts kritisiert diese Haltung!
Architekturtheorie II
Einführung
Arquitectura Nova
- Kritik an der modernen Architektur
- Versuchten Architektur zu demokratisieren und zugänglicher zu machen
- Kritik an der Paulista school sie sei nicht nachhaltig
- Sie kritisieren die unmenschlichen Bedinungen auf den Baustellen von risigen Monumentalen bauten Nymeiers
Architekturtheorie II
Einführung
Welchen Philosophen und auf ihnen aufbauenden Architekturtheoretiker_innen lässt sich jeweils das Verständnis von Architektur als Produkt entweder eines Arbeits- oder Herstellungsprozesses zuordnen?
- Adam Smith: Einer der zentralen Angelpunkte seiner Wirtschaftstheorie ist der Gedanke der Arbeitsteilung, den Smith gleich in den ersten beiden Kapiteln des Werkes ausarbeitet. Ohne Arbeitsteilung kann die Produktivität der Arbeit und damit auch der Wohlstand eines Landes nicht gesteigert werden.
Smith übersieht keinesfalls die Gefahren, die mit Arbeitsteilung und Spezialisierung verbunden sind. Er ist sich darüber im Klaren, dass sie zu einer „Entseelung“ bzw. „Monotonie“ der Arbeit oder zur Verdummung des Menschen führen kann, weil durch die Ausübung nur eines einzelnen Handgriffes die geistigen und psychischen Fähigkeiten des Menschen verkümmern. Der Marxismus wird später diese Auswirkung der Arbeitsteilung zum Zentrum seiner Kapitalismuskritik machen
Karl Marx: Marx ist der erste Philosoph, der die materielle Arbeit in den Mittelpunkt seiner Philosophie stellt. Die Lohnarbeit jedoch der kapitalistischen Wirtschaft ist für Marx dagegen die „entfremdete“ Form der Arbeit.
Daher war nach Marx der Arbeiterklasse, dem Proletariat, die historische Aufgabe zugedacht, diese Entfremdung des Menschen von seiner Arbeit, aber letztlich von sich selbst, zu überwinden und die Bedingungen für eine klassenlose Gesellschaft zu schaffen, die Marx im Kommunismus verwirklicht sah.
Hannah Arendts und Kenneth Framton
Architekturtheorie II
Einführung
Welchen Prozess beobachtete und beschrieb der schottische Nationalökonom Adam Smith Ende des 18. Jahrhunderts? Warum trägt Smith zufolge dieser Prozess zur Schaffung von Wohlstand bei?
- Prozess der Arbeitsteilung
- Ohne Arbeitsteilung kann die Produktivität der Arbeit und damit auch der Wohlstand eines Landes nicht gesteigert werden.
- „Arbeitsteilung“ die Aufteilung eines Arbeitsprozesses unter mehreren Menschen.
- Spezialisierung führt nach Smith nicht nur zu höherer Geschicklichkeit bei der Arbeit, sondern zudem auch zu Ersparnis an Zeit und sie erleichtert den Einsatz und die Erfindung von Maschinen durch den Arbeiter oder Handwerker selbst.
- Smith übersieht keinesfalls die Gefahren, die mit Arbeitsteilung und Spezialisierung verbunden sind. Er ist sich darüber im Klaren, dass sie zu einer „Entseelung“ bzw. „Monotonie“ der Arbeit oder zur Verdummung des Menschen führen kann, weil durch die Ausübung nur eines einzelnen Handgriffes die geistigen und psychischen Fähigkeiten des Menschen verkümmern.
Architekturtheorie II
Einführung
Weshalb besteht laut Sérgio Ferro ein Antagonismus zwischen Entwurf und Baustelle? Wo lassen sich die historischen Wurzeln dieses Gegensatzes ausmachen?
- Er lehnt die modernen Bauten von Niemeyer und Artigas ab, sie nutzen die Bauarbeiter aus
- Architektur soll wieder mehr zugänglich sein für das Volk
- Die Konstruktion soll logisch und auf das Wissen der Arbeiter basieren (nicht so dass Arbeiter sterben müssen nur um eine Ikone zu bauen)
- Von Marx beeinflusst
- Der Entwerfer muss nur denken und der Bauarbeiter muss für ihn schuften das macht ken Sinn
- Karl Marx und Adam Smith reden auch schon von diesen Wiederspruch
Architekturtheorie II
Industrie
Deutscher Werkbund
- wurde am 6. Oktober 1907 als wirtschaftskulturelle „Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen“ auf Anregung von Hermann Muthesius, dem Heilbronner Politiker Friedrich Naumann und Henry van de Velde in München gegründet. Sein Sitz ist in Darmstadt.
- Der Verein zielte auf eine „Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk, durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen“.
- Unter Berufung auf einen moralisch fundierten Qualitätsbegriff versuchte man eine neue Warenästhetik für die kunstgewerbliche Industrieproduktion zu etablieren, die sich bislang überwiegend mit Kopien und Adaptionen der alten handwerklichen Formvorbilder mit ihrer oft reichen Ornamentik begnügt hatte.
Architekturtheorie II
Industrie
Dritte Deutsche Kunstgewerbeausstellung
- Die Ausstellung stellte einen bedeutenden Durchbruch der Reformbewegung des Kunstgewerbes als Gegenbewegung zu der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgekommenen industriellen Massenproduktion unter der damals verbreiteten Verwendung von Stilmerkmalen des Historismus dar.
- Angeregt durch die englische Reformbewegung Arts and Crafts um William Morris und John Ruskin formierten sich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland Kräfte, die sich kritisch mit der Praxis des „Nachahmens“ auseinandersetzten.
- in Dresden ausschließlich Künstler als Aussteller zugelassen. Unternehmen sollten nur im Rahmen von Kooperationen mit Künstlern aufgenommen werden. Damit sollte das Diktat der Unternehmen als Hersteller gegenüber dem Künstler als Schaffender gebrochen werden.
Architekturtheorie II
Industrie
Darmstädter Künstlerkolonie
- Das Ziel der Künstler sollte die Erarbeitung neuzeitlicher und zukunftsweisender Bau- und Wohnformen sein. Dafür berief Ernst Ludwig als Mäzen die Jugendstilkünstler Peter Behrens, Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich nach Darmstadt.
Architekturtheorie II
Industrie
Lilly Reich
- 1912 wurde sie Mitglied und 1920 die erste Frau im Vorstand des Deutschen Werkbundes.
- 1926 begegnete sie Ludwig Mies van der Rohe und arbeitete u. a. im Rahmen der Stuttgarter Werkbundausstellung eng mit ihm zusammen (Gestaltung einer Wohnung).
- Mitte 1928 wurden Mies van der Rohe und Reich wohl vor allem aufgrund des großen Erfolgs der Stuttgarter Werkbundausstellung mit der künstlerischen Leitung der deutschen Abteilung der Weltausstellung 1929 in Barcelona beauftragt.
- Durch die Reduktion auf wenige Gestaltungselemente gelingt es ihr, Maschinen und Rohstoffe so zu inszenieren, dass der Herstellungsprozess zum Ausstellungserlebnis wird.
- Die minimalistische Anordnung der Interieurs, die Gliederung der Funktionszonen durch verschiedenfarbige Bodenbeläge und die Akzentuierung durch präzise aufeinander abgestimmte Materialien gelten bis heute als Maßstab für modernes Wohnen.
Architekturtheorie II
Industrie
Nennen Sie mindestens zwei Vorläufer des Werkbundes.
- Arts & Crafts, später von Muthesius aufgegriffen
- Künstlerkolonie Mathildenhöhe 1901 – Idee des Gesamtkunstwerks
Architekturtheorie II
Industrie
Fassen Sie die wesentlichen Forderungen und Absichten des Werkbundes, wie sie in Friedrich Naumanns Text dargelegt sind, zusammen. Was ist der Werkbund nicht? An welchen Orten sollte er, Naumann zufolge, verstärkt wirksam werden und weshalb?
- Werkbund und Handel sind voneinander abhängig (d.h. Schaffende verkaufen an ihn, gleichzeitig hängt die Güte ihrer Erzeugnisse von der Qualität der bereitgestellten Roh-/Stoffe ab).
- Werkbund ist geleitet von Idealismus. Hoffnung: Besseres Werk bringt besseren Lohn. Steht gegen reine Profitorientierung.
- Gesetz des Kaufmanns: Wer regelmässigen Umsatz haben will, muss Qualität liefern.
- Werkbund fordert Regelwerke und Rahmenbedingungen (Qualitätsprüfungen), die Qualität/Dauer sicherstellen sollen.
- Gedanke der Qualitätsverbesserung sollte sich nicht gegen notwendige Einsparungen stellen.
- Gleichzeitig ist es nicht richtig minderwertige Waren zu produzieren. „Die Natur können wir nicht ändern, aber ihre Bearbeitung kann mit mehr Verstand erfolgen.“
Was ist der Werkbund nicht?
Er ist „keine Wirtschaftspartei, mischt sich nicht in das, was Handelskammern und Parlamente zu beschliessen haben, will keine kämpfende Erwerbsgemeinschaft sein.
An welchen Orten sollte er, Naumann zufolge, verstärkt wirksam werden und weshalb? :sondern will nur überall in Handelskammer, Parlament und Interessentenverband den Sinn dafür verbreiten, dass es nützlich für kleine und grosse ist, nicht formlos auf den Tisch zu legen, was wohlgeordnet stärker wirkt, und nicht ohne Seele zu verkaufen, was mit Seele ausgedacht und hergestellt wurde.“
Architekturtheorie II
Industrie
Worin sehen Sie Parallelen, worin Unterschiede zwischen den Ausstellungsbauten von Bruno Taut und den Installationen von Lilly Reich und Mies van der Rohe?
parallelen:
- Beide versuchen durch Industrielle Materialien etwas zu schaffen, das einen höheren Künstlerischen Wert hat als das reine Kopieren wie beim Historizismus
- Beide versuchen eine neue Formensprache die der zeit gerechter scheint zu entwerfen
- Bei beiden werden die Rohen materialien (der Idustrie, moderne Materialien der Zeit) als Ausgangspunkt für den Entwurf verwendet
- Beide nutzten die Raumabfolge als ein stilistisches Element
- Beide nutzen Architektur direkt als Ausstellungsobjekt und nicht nur als Hülle für etwas das ausgestellt wird
Unterschiede:
- Brunot Taut expressionistisch
- Architktur soll die seele und die Emotionen der Besucher genau so berühren wie die Kunst oder die Plastik
- Taut nutzt die Farbe mehr als ein Athmosphärisches Mittel und Reich&Mies nutzen die Farbe als reines Zwecksmittel zur unterscheidung verschiedener Funktionalitäten
- Reich&Mies orientieren sich an die antike Klassik und die reduzierung an wenig Objekte, Taut orientiert sich eher an die Gothik und Utopische überlegungen