E-Business FHNW WIBB 4.Sem
E-Business FHNW WIBB 4.Sem
E-Business FHNW WIBB 4.Sem
-
- 1 / 68
-
Cartes-fiches
Inwiefern haben die zunehmend vernetzenden Informations- und Kommunikationstechnologien die Wirtschaft in den vergangenen 15 Jahren verändert?
Beschleunigung
E-Mail versus Briefpost, Mobilfunk übertrifft Festnetz
Keine Liege-/Übertragungszeit für Informationen
Informationsflut
Ortsunabhängigkeit
=> keine geschlossenen Systeme mehr
Systemzugang beinahe von überall und jederzeit (wird durch mobile Endgeräte weiter verstärkt)
Erweiterte globale Arbeitsteilung
Selbstbedienungsprinzip
Online Banking
Vollautomatisierung von dialogischen Prozessen
Personalisierung von Anwendungen
Transparenz
Suchmaschinen, Foren, Newsgroups („alte“ neue Medien)
Weblogs/Bloggs, Soziale Netzwerke, teils mit Mechanismen der Selbstvernetzung
Dienste wie z.B. Comparis, Toppreise
Welche Bedeutung hat IT in der globalisierten Wirtschaft?
Integrierte Informations- und Kommunikationstechnologie
bildet die Infrastruktur (Vernetzung) zur Koordination einer (global) arbeitsteiligen Wertschöpfung
ermöglicht zusammenhängende Leistungen, deren Teilleistungen dezentral erzeugt werden
bei geringen Koordinationskosten
ohne Zeitverlust durch Informationsübermittlung
werden zur Produktivitätssteigerung in den Hochlohnländern gebraucht.
Bitte begründen Sie, warum eine WirtschaftsinformatikerIn das Zusammenspiel intelligenter
Geschäftskonzepte mit vernetzter IT verstehen und E-Business gestalten können sollte!
Wertschöpfung in arbeitsteiligen Organisationen ist in nahezu allen Fachbereichen von IT durchdrungen
IT als Wertschöpfungsinstrument ist keine Blackbox (Blackbox: ein Gerät, um dessen Funktionsweise man sich nicht kümmern muss, z.B. Navigationssystem)
Die Verantwortung für einen Fachbereich schliesst die Verantwortung für dessen IT mit ein. Wer einen Fachbereich gestalten will, muss auch IT gestalten
IT kann als Intelligenzverstärker wirken
Wirtschaftsinformatiker sollten die Mechanismen, mit denen IT Geschäftskonzepte erweitert, verstehen und gestalten können!
Vier Ableitungen E-Business, zentrale Elemente?
Die zentralen Elemente unseres Verständnisses von E-Business sind
die Unterstützung von Beziehungen
und der in ihnen installierten Prozesse
durch vernetzte Informationstechnologie.
Vier Ableitungen E-Business, Definition?
E-Business ist die Unterstützung der Beziehungen und Prozesse eines Unternehmens mit
seinen Geschäftspartnern, Kunden und Mitarbeitern durch vernetzte Informationstechnologie.
Wir haben den Begriff „E-Business“ entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens in drei Teilbereiche unterteilt.
Wie heissen diese?
Bitte definieren Sie die Begriffe für die drei Teilbereiche!
E-Organization ist die Unterstützung der Beziehungen und Prozesse innerhalb einer Organisation durch vernetzte Informationstechnologie.
E-Commerce ist die Unterstützung der Beziehungen und Prozesse eines Unternehmens zu seinen Kunden durch vernetzte Informationstechnologie.
E-Procurement ist die Unterstützung der Beziehungen und Prozesse eines Unternehmens zu seinen Lieferanten durch vernetzte Informationstechnologie.
Wie ist der Begriff „E-Business“ heute zu beurteilen?
Mit der explosionsartigen Verbreitung der Internettechnologie ab den frühen 1990er Jahren entstand der Begriff E-Business
Bewusstsein für die weitreichenden Rückkoppelungen der vernetzten IT auf Wirtschaft und Gesellschaft entsteht
IBM verbreitet 1997 den Kunstbegriff „E-Business“ weltweit in massiven Werbekampagnen
Der Begriff „E-Business“ ist bis heute unscharf, es gibt viele im Detail unterschiedliche Definitionen
E-Business ist mit konventionellen Wertschöpfungsmethoden verzahnt und kann nicht isoliert betrachtet werden
Die Weiterentwicklung vernetzter IT und ihrer Anwendungen bringt immer wieder neue Schlagwörter hervor, aktuell z.B. «Digital Transformation» oder «Industrie 4.0»
Welche Erfolgsmerkmale führen zum Erfolg der Internettechnologie?
Erst die Benutzerfreundlichkeit des World Wide Web (WWW) ab 1992 führte zum Durchbruch der viel älteren Internettechnologie
Grafische Benutzeroberfläche (MS Windows wurde ab 1990 populär)
Hyperlink (intuitive Link-Navigation statt hierarchischen Verzeichnissen)
sprechende Adressierung mit dem Domain Name System DNS
Grundlagen der explosionsartigen, weltweiten Verbreitung der Internettechnologie sind:
„Offene“ Standards: Allgemeine Verfügbarkeit der zugrunde liegenden
technischen Verfahren (anstelle proprietärer oder durch Patente geschützter Technologien)
Kostenlose Nutzung des Internets an sich und, infolge des grossen Wettbewerbs, auch viele kostenlose Angebote im Internet
Der Erfolg des Internets führt zu zahlreichen neuen ITAnwendungen in der Wirtschaft und zum Begriff E-Business
Seit den 1960er Jahren nutzen Unternehmen die Möglichkeiten digitaler Informationsverarbeitung.
Welche Entwicklungsschübe haben seither zu umfassenden Diskussionen über die Auswirkungen Informationstechnologie unter Schlagworten wie E-Business und Digitalisierung geführt?
bis ca. 1993
funktional spezialisierte Anwendungen
Fokus Effizienzsteigerung – mit erheblichen Auswirkungen auf Berufsbilder und Prozesse
vor allem organisationsinterne Anwendungen, geschlossene Systeme, Vernetzung primär intern
ab ca. 1993 (Browser für das WWW)
explosionsartige Verbreitung des Internets dank Benutzerfreundlichkeit (WWW) und offenen Standards
«New Economy» und neue Geschäftsmodelle: «E-Business»
ab ca. 2007 (iPhone)
Durchbruch der mobilen IT-Nutzung
Fortschritte in Datenmanagement und Analytik
Neue Anwendungen: Cloud Computing, Blockchain
Computer verlassen ihr Gehäuse und werden Bestandteil von (fast) allem: Smart Devices, Internet of Things
Vernetzte IT wird Bestandteil anderer Innovationsfelder:
Robotik, Biotechnologie, 3D-Printing, autonomes Fahren u.a.
«Digitalisierung» und «Digitale Transformation»
Digitalisierung und Digitale Transformation sind zwar in aller Munde – die Begriffe und ihre vielschichtigen Aspekte zu erläutern ist allerdings nicht ganz einfach.
Können Sie das?
Digitalisierung:
Sammelbegriff für wirtsch. und gesellsch. Entwicklungen, bestimmt durch neue Technologieanwendungen und Konzepte. Diese basieren auf IT-Lösungen, teilweise auch eigenständig handlungsfähig. Erweitert Handlungsmöglichkeiten durch pers. Interaktion (Social Media), Schaffung Vertrauen (Blockchain), Gestaltung GP (E-Business) --> neue gesellsch. Herausforderungen.
Digitalisierung und Digitale Transformation sind zwar in aller Munde – die Begriffe und ihre vielschichtigen Aspekte zu erläutern ist allerdings nicht ganz einfach.
Können Sie das?
bezeichnet Veränderung verschl Lebensbereiche durch zunehmene Digitalisierung. Hoher Speed und Paralelity schaffen Dynamik und Komplexität --> erschwert Planungen und Prognosen.
Bezogen auf ganze Wirtschaft: Veränderung bestehender Wirtschaftsstrukturen
Bezogen auf einzelnes Unternehmen: Transformation des eigenen Geschäftsmodells
Treiber: veränderte Kundenerwartungen, digital aufgewertete Produkte, neue Betriebsmodelle
Wir haben 4 Wirkungsmuster identifiziert – welche?
Vermittlungswirkung
Informationswirkung
Integrationswirkung
Delegationswirkung
In der Informationswirkung soll die Ressource Information besser genutzt werden.
Was kann „besser“ heissen?
Handlungsvermögen* schaffen:
jederzeit (7*24h), überall, relevant
Der Paradigmenwechsel:
„on demand“ => Umkehrung der Initiative
Interaktion statt „Botschaft“
Partner wollen selbst bestimmen, auf welchem Kanal sie ihren Informationsbedarf decken wollen
Mit welchen Tätigkeiten ist eine verbesserte Wertschöpfung durch Informationen verbunden?
Sammlung
Systematisierung
Auswahl
Zusammenführung
Verteilung
Was wird bei der Vermittlungswirkung vermittelt?
Informationen
Die Informationen können Angebot und Nachfrage
repräsentieren
Wie wirkt die Vermittlungswirkung?
Die Beteiligten spezifizieren ihre Anforderungen in interaktiven elektronischen Medien
– es findet ein dialogartiger Prozess mit einer Maschine statt
Die Applikation trifft Selektionen und Zuordnungen, die der bestmöglichen Übereinstimmung zwischen den Anforderungen der Beteiligten entsprechen
Die Vermittlung kommt zustande, indem
eine automatisch Zuordnung oder Bestätigung erfolgt (z.B. bei einer Onlineauktion)
oder indem der Nutzer in einem selektierten Angebot manuell eine Auswahl trifft (z.B. bei Produktkonfigurationen oder Auswahllisten)
Die Integrationswirkung steht für die „Überwindung von Systemgrenzen“.
Was ist mit „Systemgrenzen“ gemeint?
Die IT-Systeme der Beteiligten
Die Prozesse der Beteiligten
Die Geschäftskonzepte der Beteiligten
Indem die Beteiligten auf allen drei Ebenen aufeinander
abgestimmt sind, bilden sie eine stimmige
Wertschöpfungsgemeinschaft
Integrationswirkung
System greift auf unabhängige Systeme zu und nutzt dessen Funktionen (indirekte Systemnutzung)
Flexible Wertschöpfungseigenschaften/VIRTUELLE UNTERNEHMEN
SCM erfordert eine Integration der beteiligten Unternehmen
Wofür steht die Delegationswirkung?
- Computer sind nicht mehr nur Wekzeuge oder unsichtbare unterstützende Systeme
- Computer treffen zunehmend selbständig Entscheidungen
Aktivität durch Sensoren ausgelöst, kann Handlungen auslösen, die sonst durch Menschen ausgelöst werden
- Systeme können Lernen, Künstliche Intelligenz
ZF vier Wirkungsmuster von E-Business
on-demand-Zugang zu Infos, Nachfrage kommen unmittelbar zum Ziel (Schaffung Handlungsvermögen)
EBLösungen können zw. mehreren Beteiligten vermitteln
EBLösungen können über IT-Systeme auch Prozesse/Geschäftsmodelle integrieren. --> Wertschöpfungssystem
EBLösungen können aktiv und selbstständig handelnde Systeme beinhalten, Smart Devices
Elemente E-Business-Projekt
Vision E-Business
E-Business Geschäftsmodell
Design/Redesign Geschäftsprozesse
Welche Fragen muss ein E-Business Geschäftsmodell
beantworten?
Value Proposition (Nutzenversprechen):
Wer genau ist/sind die Zielgruppe(n) und welcher Nutzen wird für die Beteiligten erzeugt,
damit sie die ihnen zugedachte Rolle erfüllen?
(Z.B. Leistungen kaufen, auf die vorgesehene Weise mit dem Unternehmen zusammen arbeiten etc.)
Architektur der Wertschöpfung:
In welcher Arbeitsteilung und auf welche Weise wird der angestrebte Nutzen erzeugt?
Ertragsmodell:
Wie erzielt das Unternehmen Einnahmen aus diesem Geschäftsmodell?
Welche Bedeutung hat die Rückkoppelungsschlaufe?
E-Business ist eine junge Disziplin
E-Business-Geschäftsmodelle unterliegen bisher noch einer hohen Dynamik, es gibt kaum stabile Best Practice, die quasi als Blaupause übernommen werden könnten.
Die Rückkoppelungsschlaufe macht deutlich, dass E-Business in den meisten Fällen nicht auf ein zeitlich begrenzbares Projekt beschränkt werden kann.
Die Einführung von E-Business-Funktionen kann als Projekt organisiert werden. Im Regelbetrieb muss aber weiterhin mit Anpassungen gerechnet werden, was bei der Organisation und Budgetierung unbedingt zu berücksichtigen ist.
Was behandelt die Geschäftssicht bei der Beschreibung
eines E-Business Geschäftsmodells?
folgende Informationen:
die beteiligten Geschäftspartner und ihre Rollen
das Geschäftsmodell des Betreiberunternehmens*
die Arbeitsteilung zwischen den Beteiligten
die strategischen und operativen Ziele resp. Nutzenerwartungen der Beteiligten
Welchen Stellenwert hat E-Commerce in der Wirtschaft?
Der Anteil von E-Commerce am gesamten Detailhandelsumsatz (B2C) ist noch gering (knapp 10%), es gibt aber grosse Unterschiede zwischen den Branchen.
Umsätze im B2C-E-Commerce steigen von Jahr zu Jahr, während die klassischen Verkaufskanäle in den meisten Branchen stagnieren.
E-Commerce ist eine weitere Form des Handels.
Konventionelle Handelsformen bestehen weiter, müssen teilweise aber Umsatzrückgänge hinnehmen.
E-Commerce bewirkt in einigen Branchen grössere Umwälzungen (z.B. Medien, Reisebranche).
Bezieht man den automatisierten elektronischen Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen mit ein, ist das E-Commerce-Volumen zwischen Unternehmen (B2B) viel
höher als das mit privaten Endverbrauchern (B2C).
Welche Möglichkeiten haben Onlineanbieter,
mit potenziellen Kunden in Kontakt* zu kommen?
Kunde hat in Bezug auf einen Kauf eine passive Haltung
Kunden über ein Thema abholen
Kunden bei anderen Aktivitäten im Internet abholen, Impulskäufe DeinDeal
Offline- und Online-Marketing
Werbung, auch gedruckte Kataloge
Welches sind die zentralen Fragen zur
Anregungsphase?
Zugang zum potenziellen Kunden?
Wie und wo entsteht der Bedarf?
Was ist das eigentliche Bedürfnis?
Wie nutzt Kunde Internet im Augenblick der Bedarfsentstehung?
Wie kann ich ich von Wettbewerbern unterscheiden?
Welches sind die zentralen Fragen zur
Informationsphase?
Welche Infos benötigt der Interessent zum Enscheid?
Werden schlechte Informationsvorgänge erleichtert?
Mach die Plattform Spass?
Mobile?
Suche führt zu guten Ergebnissen?
Geeignete Funktionen für wiederholende Einkäufe?
Welches sind die zentralen Fragen zur
Vereinbarungsphase?
Check-out-Prozess einfach, transparent, schnell und sicher?
Preise, Lieferzeiten, Bezahlverfahren, Garantie für Kaufabschluss geklärt?
Hotline?
Online Konfiguration der Produkte möglich?
Welche Themen stehen für die Erfüllungsphase?
Auftragsbestätigung
Zahlungsabwicklung
Lieferung, Eigentumsübertragung
Retourenmanagment
Welche Themen stehen für die Treuephase?
Service, Reklamationen etc
Nachbestellungen, Verkauf Zubehör, Verbrauchsmaterial
Wissen über Kunden in neue Angebote umsetzen
Bonusprogramm etc. um Kunden zu binden
Was ist der Unterschied zwischen direkten und indirekten Gütern?
Direkte Güter:
Vormaterialien für die Produktion und Handelsware
Beschaffung wird häufig durch ein Warenwirtschafts- oder ERP*-System gesteuert und kann dadurch hohe Effizienz erreichen (vgl. elektronischer Purchase-to-Pay-Prozess bei Schindler)
Gegenstand des Supply-Chain-Managements
Auftragsabwicklung kann durch automatisierten elektronischen Datenaustausch (EDI) unterstützt werden, nicht die Anbahnung!
Indirekte Güter**:
Betriebseinrichtung, Unterhalt, Eigenverbrauch
Manueller und teurer Beschaffungsprozess (Produktauswahl, Bewilligung, Rechnungskontrolle), Anstoss durch den Mensch
Unterstützung durch E-Purchasing-Systeme und Online-Marktplätze (vgl. E-Ordering bei Schindler)
Welche Vor- und Nachteile sehen Sie im Fall einer Beschaffung auf Lieferantenshops
aus Sicht des einkaufenden Unternehmens?
Vorteile*
Geringer Initialaufwand, keine/geringe Investitionen
Produktspezifische Darstellung der Artikel
Konfiguration von Produkten möglich
Aktualität der Konditionen
Verfügbarkeitsangaben
Nachteile*
Individuelle Designs/Navigation
Mehrere LogIns
Aufwändige/eingeschränkte Benutzerverwaltung
Oft fehlende Workflow- Unterstützung (Genehmingung)
Fehlende/eingeschränkte Sortimentssteuerung
Mangelnder Gesamtüberblick über eingekauftes Volumen
Daten liegen beim Lieferanten
Welche Funktionen verbleiben auch bei Buy-Side- Lösungen auf der Seite der Verkäufer?
Bereitstellung Produkdaten
Übermittlungsfunktionen
Welche Vor- und Nachteile sehen Sie im Fall einer Beschaffung via E-Purchasing System
aus Sicht des einkaufenden Unternehmens?
Vorteile*
Nur ein LogIn
Einheitliches Design
Rechte der einzelnen Benutzer entsprechend den Regeln der Einkaufsorganisation
Unterstützung von Genehmigungsverfahren
Sortimentssteuerung
Transparenz dank eigener Datenhaltung und Reporting
Zentrale Schnittstelle für Datenintegration ins ERP
Nachteile*
Erhebliche Investitionsund
Betriebskosten
Keine produktspezifische Darstellung der Artikel**
Keine Produktkonfiguration**
Aktualisierungsrhythmus der Konditionen ist nie für alle Artikel/Lieferanten optimal**