MEntU Kapitel 3.1 & 3.2 - Allgemeine Entscheidungsregeln (anwendungsneutral)
Entscheidungsregeln bei unsicherer Umwelt & Trade-Off-Analyse
Entscheidungsregeln bei unsicherer Umwelt & Trade-Off-Analyse
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Lernkarten
Entscheidungsregeln bei unsicherer Umwelt
Sicherheitsgrade der Umweltkonstellationen
--> Hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten der erkannten Umweltsituationen sind drei Fälle zu unterscheiden. Nennen Sie diese
1. Sicherheitsfall
2. Risikofall
3. Ungewissheit (Unsicherheit i.e.S.)
Beschreiben Sie diese 3 Fälle genauer.
--> Sicherheitsfall (deterministischer Fall):
genau eine Umweltkonstellation mit Eintrittswahrscheinlichkeit = 1
--> Risikofall (stochastischer Fall):
Umweltkonstellation lassen sich objektiv ermittelte oder subjektiv geschätzte Eintrittswahrscheinlichkeiten zuordnen.
--> Unsicherheitsfall i.e.S. (verteilungsfreier Fall):
Umweltkonstellationen können keine Eintrittswahrscheinlichkeiten zugeordnet werden (implizite Unterstellung: alle Umweltkonstellationen sind gleich wahrscheinlich)
Wie kann man ein Entscheidungsproblem darstellen?
Mit der Hilfe eines Ergebnismatrixs
Was beschreiben diese Ergebnisse?
Ergebnisse beschreiben die Konsequenzen aus der Wahl einer bestimmten Handlungsalternative bei Eintreffen einer bestimmten Umweltkonstellation.
Entscheidungsregeln:
Es existieren zahlreiche Auswahlvorschriften mit voneinander abweichenden Ergebnissen. Nennen Sie diese verschiedenen Entscheidungsregeln.
1. Minimax-Regel
2. Maximax-Regel
3. Minimax-Risiko-Regel
4. Kriterium des maximalen Erwartungwertes
5. Kriterium der höchsten Wahrscheinlichkeit
Beschreiben Sie die Minimax-Regel.
Minimax-Regel:
Maximierung des minimalen Ergebnisses
Beschreiben Sie die Maximax-Regel.
Maximax-Regel:
Maximierung des maximalen Ergebnisses
Beschreiben Sie die Minimax-Risiko-Regel:
Minimax-Risko-Regel:
Minimierung der maximal möglichen Enttäuschung
Beschreiben Sie das Kriterium des maximalen Erwartungswertes.
Kriterium des maximalen Erwartungswertes:
Maximierung der wahrscheinlichkeitsgewichteten Ergebnissumme
Beschreiben Sie das Kriterium der höchsten Wahrscheinlichkeit.
Kriterium der höchsten Wahrscheinlichkeit:
Maximierung der wahrscheinlichkeitsgewichteten Ergebnisse
Wie sieht es mit Eignung dieser Regeln aus?
--> Manche Regeln sind für den Unsicherheitsfall ungeeignet, andere schöpfen nicht alle Informationen im Risikofall aus.
Trade-Off-Analyse (mehrere Entscheidungskriterien)
Beschreiben Sie die Notwendigkeit mehrerer Entscheidungskriterien.
--> Verbal formulierte Oberziele von Entscheidungen sind insbesondere in komplexen Entscheidungssituationen für den wertenden Vergleich von Entscheidungsalternativen nicht unmittelbar brauchbar.
--> begriffliche Nichtoperationalität:
--> prognostische Nichtoperationalität: (z.b Kosten minimierten)
Beschreiben Sie die begriffliche Nichtoperationalität mit jeweils einem Beispiel und einem Ausweg.
Begriffliche Nichtoperationalität:
Beispiel: Oberziel "Maximierung der Lebensqualität einer Stadt" für den Vergleich alternativer öffentlicher Verkehrssysteme nicht unmittelbar brauchbar.
Ausweg: Auflösung des Oberziels in mehrere nach Möglichkeit quantifizierbare Indikatoren (Ersatzkritierien) in einem hierarchischen Konkretisierungsprozess
Beschreiben Sie die prognostische Nichtoperationalität mit jeweils einem Beispiel und einem Ausweg.
Progonostische Nichtoperationalität:
Beispiel: Oberziel "Maximierung des langfristigen Gewinns" ist zwar hinreichend klar definierbar, jedoch nicht genau progonostizierbar.
Ausweg: Inhalt des Oberziels durch operationale Ersatzkritierien abbiblen, z.B. langfristigen Gewinn durch die Kriterien "kurzfristiger Gewinn" und "Marktanteil" ersetzen.
Beschreiben Sie das Anwendungsgebiet der Trade-Off-Analyse.
Anwendungsgebiet:
--> Insbesondere im Rahmen strategischer Entscheidungen ist es oft nicht möglich, Alternativen zu erzeugen, bei denen die Werte der Kriterien E1, E2, .... kontinuierlich steigen oder fallen.
--> Erzeugt und bewertet werden können vielmehr nur diskrete Alternativen Ai, deren Kriterienwerte E1, E2, .... ebenfalls diskrete Ausprägungen haben.
Beschreiben Sie die Entscheidungssituation der Trade-Off-Analyse.
Entscheidungssituation:
--> In einer bestimmten Entscheidungssituation wurden alle möglichen und erfolgversprechenden Entscheidungsalternativen Ai identifziert.
--> Unter diesen Alternativen Ai soll die beste Alternative ausgewählt und realisiert werden.
--> Um "bessere" von "schlechteren" Alternativen unterscheiden zu können, wurde jede Alternative im Hinblick auf mehrere Entscheidungskriterien E1, E2,... bewertet. Wegen Nicht-Kommensurabilität lassen sich die einzelnen Kriteriumswerte für eine Alternative nicht zu einem Gesamtwert zusammenfassen.
Nennen Sie ein Beispiel und die Annahme für eine Entscheidungssituation.
Beispiel: Für eine Produktlinie wurden alternative Produktions- und Marktstrategien identifiziert und hinsichtlich der zu erwartenden Gewinne und Marktanteile bewertet: E1 = Gewinn; E2 = Marktanteil
Annahme:
Äuqivalente Alternativen, die hinsichtlich aller Kriterien dieselben Werte aufweisen, wurden bereits identifizert und werden im folgenden Auswahlverfahren jeweils durch eine Alternative repräsentiert.
Beschreiben Sie die Dominanz und Effizienz der Trade-Off-Analyse.
Dominanz und Effizienz:
--> Eine Alternative Ai dominiert eine andere Alternative Aj, wenn sie bei mindestens einem Entscheidungskriterium eine bessere Bewertung aufweist als Aj, bei allen übrigen Kriterien aber ebenso gute Werte.
--> Eine Alternative Aj, die von irgend einer anderen Alternative Ai dominiert wird, ist ineffizient.
--> Für jede (nicht dominierte) effiziente Alternative Ai gilt: keine andere Alternative bietet bessere Bewertungen hinsichtlich aller Kriterien.
--> Die Austauschrelation "Verbesserung deltaE1 gegen Verschlechterung deltaE2" nennt man Trade-Off-Relation.
--> Im Rahmen einer Trade-Off-Analyse muss der verantwortliche Entscheidungsträger unter den effizienten Alternativen jene auswählen, die seinem Zielsystem am besten entspricht.
Beschreiben Sie das Verfahren zum Auffinden der effizienten Alternativen.
(1) Ordne sämtliche Alternativen "lexikograpisch", d.h nach schlechter werdenden E1-Werten und (bei gleichen E1-Werten) nach schlechter werdenden E2-Werten
(2) Kennzeichne die erste Alternative der Reihenfolge als effiziente Alternative (Markierung *).
(3) Vergleiche sukzessive(kontinuierlich, Schritt für Schritt) die nächsten Alternativen der Reihenfolge mit den E1- und E2- Werten der jeweils zuletzt markierten Alternative. Setzte jeweils bei jenen Alternativen die Effizienz-Markierung, die (verglichen mit den zuletzt markierten Alternative) für einen "schlechteren" E1-Wert einen besseren E2-Wert bieten.
Erläutern Sie die Anmerkungen zu diesem Verfahren.
Anmerkungen zum Verfahren:
-> Kostenkriterien sind nach steigenenden Werten zu ordnen.
-> Die Endauswahl verbleibt dem Entscheidungsträger, der Auswahlprozess wird jedoch durch das Konzept der effizienten Alternativen und durch die Trade-Off-Analyse wesentlich transparenter.
Nennen Sie die Formen der Trade-Off-Analyse.
Formen der Trade-Off-Anaylse:
-- Anzahl der Alternativen:
diskret <--> stetig
-- Bestimmung der Werte:
empirisch <--> simulativ <--> analytisch