BK 02 / BA 02
BK 02
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Lernkarten
Normalwerte Fieber
36.3 oC – 37.4 oC Normaltemperatur
37.5 oC – 38.0 oC Subfebrile Temperatur
38.1 oC – 38.5 oC Leichtes Fieber
38.6 oC – 39.0 oC Mässiges Fieber
39.1 oC – 39.9 oC Hohes Fieber
40.0 oC – 42.0 oC Sehr hohes Fiebe
Körpertemperatur
Bei der Körpertemperatur des Menschen wird die Kerntemperatur (36.3 - 37.4 oC) und die Schalentemperatur (zwischen 28 oC und 33 oC) unterschieden.
Temperaturmessung ist eine der häufigsten Massnahmen bei Unwohlsein oder anderen Symptomen
Schalentemperatur
Die Schalentemperatur umfasst die Haut und die Extremitäten. Abhängig von der Aussentemperatur und der Durchblutung weist die Körperoberfläche Temperaturen zwischen 28 oC und 33 oC auf.
Regulation der Körpertemperatur
Die Regulation der Körpertemperatur erfolgt durch das thermoregulatorische Zentrum im Hypothalamus. Mittels Thermorezeptoren der Haut und des Körperinneren werden die aktuellen Temperaturwerte an das Regulationszentrum im Hirn gemeldet. Hier erfolgt ein Vergleich des Istwerts mit dem Sollwert. Entsprechend der Abweichung werden das unterschiedliche Prozesse der Wärmebildung oder -abgabe aktiviert.
Erhöhte Körpertemperaur
Bei der erhöhten Körpertemperatur wird zwischen Veränderungen, die mit einer Sollwerterhöhung im Hypothalamus einhergehen, und solchen ohne Veränderung des Sollwertes unterscheiden.
Die Veränderungen der Körpertemperatur ohne Sollwerterhöhung werden als Hyperthermie, die mit Sollwerterhöhung als Hyperpyrexie oder Fieber bezeichnet.
Normalwerte der Körpertemperaur Messungen (Morgen/Abend)
Am frühen Morgen ist die Körpertemperatur am niedrigsten, das Temperaturmaximum ist am späten Abend messbar. Diese tagesrhythmischen Schwankungen betragen bis zu 1 oC.
Beobachtungskriterien Normalwert / Physiologishe Temperaurschwankung
Am frühen Morgen ist die Körpertemperatur am niedrigsten, das Temperaturmaximum ist am späten Abend messbar. Diese tagesrhythmischen Schwankungen betragen bis zu 1 oC.
Eine Hormonell bedingte Temperaturschwankung zeigt sich im Menstruationszyklus der Frau. In dem Zeitraum zwischen Menstruationszyklus und Ovulation ist die Temperatur niedrig, mit der Ovulation steigt sie um ca. 0.4 oC an. Diese erhöhte Temperatur bleibt bis zur nächsten Menstruation erhalten und sinkt dann wieder ab.
Hyperthermie
Bei der Hyperthermie handelt es sich im eine Dysfunktion der thermoregulatorischen Möglichkeiten des Körpers. Es liegt eine thermoregulatorische Störung vor.
Zu einer Hyperthermie kommt es demzufolge bei einer vermehrten Wärmeabgabe. Bei der Hyperthermie werden folgende Formen unterschieden:
- Hitzesynkope,
- Hitzemuskelkrämpfe,
- Hitzeerschöpfung,
- Hitzeschlag,
- Sonnenstich,
- Durstfieber
Hypothermie
Die Temperatur ist unter 35oC finden enzymatische Reaktionen statt, das heisst, viele lebenswichtige Enzymreaktionen funktionieren kaum noch und sind stark herabgesetzt. Wenn man längere Zeit unter 28 oC ist, tretet der Tod langsam ein.
Mechanismen Wärmeabgabe
· Evaporation (Verdunsten und Schwitzen) à durch schwitzen bildet sich Film auf der Haut und verdunstet darauf
· Konduktion (ableiten) à wir setzen uns auf einen kühlen Stuhl und wenn wir uns darauf setzen wärmen wir den Stuhl auf, auf unsere normal Temperatur
· Radiation (Abstrahlen) à Unser Körper verliert permanent Wärme von Abstand zu Abstand ist die Luft um uns herum kälter (nach aussen)
· Konvektion (Strömung) à Elefant mit grossen Ohren wedelt mit den Ohren, damit die abgestrahlte Wärme wegwindet à Ventilator
· Vasodilatation (Gefässerweiterung) à Gefässe gehen auseinander und lassen somit mehr Wärme aus dem Körper heraus
Gesteigerte Atmung à kühlere Luft wird eingeatmet, diese gelangt zu den Bronchien und das Blut wir abgekühlt durch den O2-Austausch und anschliessend findet eine Verdunstung auf der Haut infolge Vasodilatation ab.
Wärmebildung und Wäremerhaltung
· Muskelarbeit und Zittern
· Vasokonstriktion (Gefässverengung) à Gefässe werden zusammengezogen in der Peripherie und somit geht weniger Wärme ab.
· Kleidung à es bildet eine Isolationsschicht
· Gänsehaut à Haare stellen sich auch und es bilden sich zwischen Luftpolstern, somit geht weniger Wärme ab
· Nur Säuglinge haben braunes Fettgewebe à befindet sich hauptsächlich im Brustgebiet und kann mit der Ernährung aufgebaut werden und bei Kälte wieder abgegeben. Sie können die Vasokonstriktion und das Zittern noch nicht kontrollieren.
Fiber
Bei dem Fieber (Febris) handelt es sich um eine Erhöhung der Körpertemperatur als Folge einer Sollwertverstellung im Hypothalamus. Fieber ist ein Teil der Abwehrreaktion des Organismus und bei Entzündungen durchaus sinnvoll: Abwehrvorgänge kommen bei erhöhter Temperatur schneller in Gang und einige Erreger können sich nicht mehr so schnell vermehren. Es stellt immer ein Symptom einer Erkrankung dar. Beim Fieber werden verschiedene Schweregrade unterschieden. Die verschiedenen Fiebertypen können nach ihrer Ursache und nach ihrem Verlauf eingeteilt werden.
Sitz des Wärmeregulationszentrume & Ist- und Sollwert
Der Sitz befindet sich in der Hypophyse à Schlaf, Wasserregulation, Sexualhormone und Temperatur wird dort reguliert. Im Hypothalamus hat es Thermorezeptoren (im Körper) Haut, Körperinneren (Herzen, an der Aorta), Rückenmark und auch im Hypothalamus selbst wird ein sogenannter IST-Wert gemessen und mit dem Soll-Wert (Set-Point) im Hypothalamus verglichen. Nach dem Vergleich im Hypothalamus leitet dieser verschiedene Organe oder Körperteile anregen Wärme zu produzieren oder Wärme abzugeben.
Pyrogene setzen den Sollwert im Hypothalamus hinauf. (Griechisch: Pyros = Fieber / Gen= erzeugend
Hohes Fiber - Tod (Körpertemperatur, was passiert)
Bei Körpertemperaturen über 42 oC kommt es durch die grosse Hitze zu einer Eiweissgerinnung im menschlichen Körper, die letztendlich zum Tod führt.
Schädigung des Tempertaurregulationszentrums
Bei einer Schädigung des zentralen Nervensystems, z.B. bei Schädelhirntrauma oder Hirntumoren, kann es zu einer Irritation bzw. Schädigung des Temperaturregulationszentrums kommen. Das hieraus resultierende Fieber ist sehr hoch und wird auch als zentrales Fieber bezeichnet.
Fieberanstieg
Das Stadium des Fieberanstieges wird auch als Stadium incrementi bezeichnet. Der Fieberanstieg kann langsam oder schnell erfolgen. Bei einem schnellem Anstieg und hohem Fieber kann oftmals begleitend ein Schüttelfrost beobachtet werden. Der Hypothalamus verteilt in diesem Stadium seinen Temperatursollwert nach oben und der Körper versucht, seine Wärmeabgabe zu vermindern, z.B. durch Engstellung der Gefässe (Vasokonstriktion). Gleichzeitig versucht der Körper auch durch Muskelzittern die Wärmeproduktion zu erhöhen
Beispiele Interventionen Fieberanstieg Pflege
Zudecken, Bettflasche, warme Getränke, Temperatur messen, Info an Arzt
Das folgende Stadium der Fieberhöhe oder Hitzestadium wird Fastigium genannt.
Mögliche Symptome Frieren, Zähneklappern, Muskelzittern (Säuglinge machen diese Zitterbewegungen nicht à können Wärme produzieren durch Abbau des braunen Fettgewebes)
Fieberhöhe
Ist und Sollwert sind gleich hoch und können je nach Tagesform und Zeit etwas schwanken und müssen mit somit vom Körper ausgeglichen werden durch spezifische Symptome.
Beispiele von Interventionen (Fieberhöhe)
Bedeckung anpassen, für Ruhe und körperliche Schonung sorgen, genügend Getränke, leichte Kost, regelmässige Kreislauf- und Temperaturkontrolle, Bewusstseinskontrolle
Spezielle Medis (Fieberhöhe)
Nur ganz strenge Indikation für fiebersenkende Massnahmen. Wenn dringend nötig (z.B. Herzinsuffizienz, pulmonale Dekompensation, subjektives Empfinden). Die medikamentöse Senkung ist der physikalischen (kalte Wickel) vorzuziehen.
Gefahr des Deliriums
Gefahr von Thrombose, Dekubitus, Pneumonie, Obstipation
Fieberabfall
Als drittes Stadium folgt das Stadium des Fieberabfalls, welches auch als Stadium decrementi bezeichnet wird. Hierbei normalisiert sich der Temperatursollwert wieder und die Wärmeabgabe wird gesteigert. Und es werden vom Körper spezifische Massnahmen ergriffen, damit er herunterkühlen kann. Dies kann auch mit Schwankungen verbunden sein.
Beispiele von Interventionen (Fieberabfall)
Kühle Waschungen (Pfefferminze), kühle Wickel, kühle Getränke (Lindenblüte), Bettwäsche/Kleidung wechseln, für Ruhe und körperliche Schonung sorgen, Regelmässige Kreislauf- und Temperaturüberwachung,
Ein normaler Fieberabfall wird als Lysis bezeichnet.
Ein schnell Abfall der Temperatur auf Werte unter 38,0 oC innerhalb weniger Stunden als Krisis bezeichnet. Dehydratation, Kreislaufbelastung, Kollaps, Lebensgefahr
Infektiöses Fieber
Erreger: Viren, Pilze, Bakterien --> Pyrogene --> setzen Sollwert hinau
Resorptionsfieber
Durch Resorption von Blut, Sekreten, Gewebstrümmer. Selten über 38.5 oC Wenn die Wunde nach einer OP gut aussieht, ist es normal das der Patient Fieber hat. Nach 1-2 Tagen. Nicht mehr als 38.5 o
Zentrales Fieber
Verletzung von Wärmezentrum (Schädel - Hirntrauma, Hirnblutung etc.)
Meist > 40 oC Senkung schwierig
Dursfieber
V.a. bei Säuglingen infolge Flüssigkeitsmangel à Störung bei Wärmeabgabe und nicht Sollwerterhöhung.
Toxisches Fieber
Reaktion auf körperfremde Eiweisse (Bluttransfusion, Impfung) Bei Bluttransfusion kann Fieber entstehen, keine Panik
Dreitagefieber
Virusinfektion bei Kleinkindern (meist Herpes) Dauert meist 3 Tage, 39 oC – 40 o
Schüttelfrost
Unter einer Schüttelfrost werden unwillkürliche, rasche Zitterbewegungen der Skeletmuskulatur verstanden. Sie gehen meist mit einem Kältegefühl einher. Physiologisch kann ein Schüttelfrost bei plötzlicher, grosser Kälteeinwirkung oder langanhaltender Kälteeinwirkung auftreten (Kältezittern)
Pathologisch kommt es zu einem Schüttelfrost durch im Blut kreisende Krankheitserreger oder deren Toxine, die eine Reizung des Temperaturregulationszentrums verursacht werden. Diese Irritation hat eine Erhöhung des Temperatursollwertes im Hypothalamus zur Folge.
Delir
Das Gehirn ist sich nicht gewohnt, mit erhöhter Temperatur «zu arbeiten». Dies kann nach einer Operation sein, durch das Narkosemittel. Im Alter über 60 Jahren oder als Kind. Sie sind dann verwirrt oder unruhig.
Krämpfe
Fieberkrämpfe sind die häufigsten Krampfereignisse in der Kindheit und werden durch die rasch ansteigende Temperatur bei Fieber ausgelöst, am ehesten wenn die Körpertemperatur 39°C überschreitet. Betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 7. Lebensjahr. Ein Fieberkrampf ist in der Regel harmlos.
Wenn in der Familie bereits Fieberkrämpfe aufgetreten sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Krampfanfalls. Fieberkrämpfe beruhen auf einer Veranlagung des Gehirns, in einer bestimmten Entwicklungsphase auf Fieber beziehungsweise auf raschen Temperaturanstieg mit Krampfanfällen zu reagieren
Wie bekommt man Fieberkrämpfe?
Meistens besteht zunächst ein viraler fieberhafter Infekt, seltener auch bakterielle Infektionen. Auch nach Impfungen werden Fieberkrämpfe gesehen.
Pflege im Fieberanstieg
Um den Körper zu entlasten, führen die Pflegenden von aussen Wärme zu oder verhindern unnötige Wärmeverluste:
· Patienten zudecken, ggf. wärme anziehen
· Wärmeflaschen einsetzen. (Vorsicht Verbrennungsgefahr)
· Heisse Getränke anbieten, wenn der Patienten nicht zu sehr zittert
· Im Schüttelfrost Patienten vor Verletzungen schützen und bei ihm bleiben
· Blutdruck-, Puls-, und Temperaturkontrollen
· Den Arzt informieren: eventuell werden Blutkulturen abgenommen
Ende des Fieberanstieges
Der Patient friert nicht mehr
Er hört auf zu Zittern
Die Haut fühlt sich warm a
Pfelge in der Fieberhöhe
· Wärmequellen entfernen
· Für Ruhe und körperliche Schonung sorgen
· Genügend Getränke und leichte Kost
· Regelässige Kreislauf- und Temperaturkontrolle, Bewusstseinskontrolle
Pfelge bei Fieberabfall
Gabe von Kühlen (nicht eiskalten) Getränken z.B. Lindenblütentee
Kühle Abwaschungen, z.B. Pfefferminze
Kühle Waschlappen auf die Stirn legen
Kühle Wickel
Antipyretika (gegen Pyrogene)
Es setzen den Soll-Wert für eine bestimmte Zeit herunter (4-8 h). Es ist nur eine Symptombekämpfung und keine Krankheitsbekämpfung. Beim Sinken des Medikamentenspiegels geht der Soll-Wert wieder hoch. Deshalb sollte man es einem Patienten mit einer Herzinsuffizienz das Fieber senken, da es eine grosse Belastung für den Körper ist. Dabei handelt es sich um Präparate, die nicht für das Fieber an sich sind. Es handelt sich um Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol und Azetylsalizylsäure.