BK 02


M. B.
Diese Karteikarten behandeln auf Mittelschulniveau die Physiologie und Pflege von Fieber. Sie konzentrieren sich auf die Regulation der Körpertemperatur durch den Hypothalamus, die verschiedenen Stadien von Fieber wie Anstieg, Höhe und Abfall, sowie die damit verbundenen Symptome und Pflegeinterventionen. Sie eignen sich für Pflegekräfte und medizinisches Personal, die Patienten mit Fieber versorgen und verstehen müssen, wie der Körper auf erhöhte Temperaturen reagiert.
Karten
36
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
13.05.2018 / 13.05.2018

Lernkarten

Normalwert Temperatur

36.3 oC – 37.4 oC Normaltemperatur

37.5 oC – 38.0 oC Subfebrile Temperatur

38.1 oC – 38.5 oC Leichtes Fieber

38.6 oC – 39.0 oC Mässiges Fieber

39.1 oC – 39.9 oC Hohes Fieber

40.0 oC – 42.0 oC Sehr hohes Fieber

Körpertemperatur Normal

36.3 - 37.4 Grad Celsius

Kerntemperatur 

Kerntemperatur 36.3-37.4 Grad

Die Körpertemperatur beinhaltet das Innere des Rumpfes und des Kopfes und beträgt in Mitten ca. 37 oC. Die Erhaltung dieser weitgehend konstanten Körpertemperatur ist lebensnotwendig, da die inneren Organe und das Gehirn darauf angewiesen sind, um korrekt zu funktionieren.

Schalentemperatur

Die Schalentemperatur umfasst die Haut und die Extremitäten. Abhängig von der Aussentemperatur und der Durchblutung weist die Körperoberfläche Temperaturen zwischen 28 oC und 33 oC auf. Die Umgebungstemperatur beeinflusst das Gefühl zwischen Kern- und Schalentemperatur.

Erhöhte Körpertemperatur

Bei der erhöhten Körpertemperatur wird zwischen Veränderungen, die mit einer Sollwerterhöhung im Hypothalamus einhergehen, und solchen ohne Veränderung des Sollwertes unterscheiden.

Die Veränderungen der Körpertemperatur ohne Sollwerterhöhung werden als Hyperthermie, die mit Sollwerterhöhung als Hyperpyrexie oder Fieber bezeichnet.

Beobachtungskriterien und Beschreibung des Normalzustandes (Abweichungen)

Am frühen Morgen ist die Körpertemperatur am niedrigsten, das Temperaturmaximum ist am späten Abend messbar.

Temperaturschwankungen (gesunde/normale)

Am frühen Morgen ist die Körpertemperatur am niedrigsten, das Temperaturmaximum ist am späten Abend messbar.

Arbeitende Muskeln produzieren Wärme beim Verbrennen von Sauerstoff

Nach 1-2 Tagen des Eisprung (Ovulation)  steigt die Körpertemperatur um 0.5 Grad an. Bei einer Schwangerschaft bleibt die Temperatur oben. 

Hyperthermie

Bei der Hyperthermie handelt es sich um eine Dysfunktion der thermoregulatorischen Möglichkeit des Körpers. Es liegt eine thermoregulatorische Störung vor

Zu einer Hyperthermie kommt es demzufolge bei einer vermehrten Wärmeabgabe. Bei der Hyperthermie werden folgende Formen unterschieden

  • Hitzesynkope
  • Hitzemuskelkrämpfe
  • Hitzeerschöpfung
  • Hitzeschlag
  • Sonnenstich
  • Durstfieber

Hypothermie

Die Hyperthermie ist unter 35 Grad finden enzymatische Reaktion statt, das heisst, viele lebenswichtige Enzymreaktionen funktionieren kaum noch und sind stark herabgesetzt.

Wenn man längere Zeit unter 28 Grad ist, tretet der Tod langsam ein. 

Mechanismen zur Wärmeabgabe

Evaporation (Verdunsten und Schwitzen) --> durch schwitzen bildet sich ein Film auf der Haut und verdunstet daruaf

Konduktion (ableiten) --> wir setzen uns auf einen kühlen Stuhl und wenn wir uns darauf setzen wärmen wir den Stuhl auf, auf unsere normale Temperatur

Radiation (Abstrahlen) --> unser Körper verliert permanent Wärme von Abstand von Abstand ist die Luft um uns herum kälter

Konvektion (Strömung) --> Ventilator

Vasodilatation (Gefässerweiterung) Gefässe gehen auseinander und lassen somit mehr Wärme aus dem Körper heraus

Gesteigerte Atmung --> kühlere Luft wird eingeatmet, diese gelangt zu den Brnochien und das Blut wir abgekühlt durch den O2 Austausch 

Wärmebildung und Wärmeerhaltung

Muskelarbeit und Zittern

Vasokonstriktion (Gefässverengung) --> wärme geht weniger weg

Kleidung --> bildet Islolationsschicht

Gänsehaut --> Haare stellen sich auf 

 

Fieber

Bei dem Fieber (Febris) handelt es sich im eine Erhöhung der Körpertemperatur als Floge einer Sollwertverstellung im Hypothalamus. Fieber ist ein Teil der Abwehrreaktion des Organismus und bei einer Entzündung durchaus sinnvoll: Abwehrvorgänge kommen bei erhöhter Temperatur schneller in Gang und einige Erreger können sich nicht mehr so schnell vermehren. 

Es stellt immer ein Symptom einer Erkrankung dar. 

Sitz des Wärmeregulationszentrums

Der Sitz befindet sich in der Hypophyse. Im Hypothalamus hat es Thermorezeptoren (im Körper) Haut, Körperinneren (Herz, an der Aorta), Rückenmark und auch im Hypothalamus selbst wird ein sogenannter IST -Wert gemessen und mit dem Soll-Wert im Hypothalamus verglichen. Nach dem Vergleich im Hypothalamus leitet dieser verschiedene Organe oder Körperteile anregen Wärme zu produzieren oder Wärme abzugeben

Pyrogene setzen den Sollwert im Hypothalamus hinauf 

Zu hohe Körpertemperatur (Was passiert?)

Bei Körpertemperaturen über 42 oC kommt es durch die grosse Hitze zu einer Eiweissgerinnung im menschlichen Körper, die letztendlich zum Tod führt.

Symptome bei Fieber

Mattigkeit , Abgeschlagenheit

Ausgeprägtes Krankheitsgefühl

Kopf- und Gliederschmerzen

Wahrnehmungsstörungen, Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen

Weinerliches und unruhiges Verhalten bei Säuglingen und Kleinkindern

Im Fieberanstieg: Frösteln bis Schüttelfrost, kalte Haut

Heisse, stark gerötete Haut, glasige Augen bei hohem Fieber

Im Fieberabfall: Schwitzen

Trocken und belegte Zunge, evtl. Fieberbläschen

Geringer und konzentrierter Urin, v.a. wenn der Betroffene wenig trinkt

Obstipation (Verstopfungen)

Appetitlosigkeit, bei Säuglingen schlechtes Trinkverhalten

Bei sehr hohem Fieber: motorische Unruhe, ängstliche Erregung, Sinnestäuschung, Fieberträume oder sogar Fieberdelir

Tachykardie (Pulsanstieg): pro 1 oC Temperaturanstieg steigt der Puls um 8 – 12 Schläge pro Minute

Beschleunigte Atmung: pro 1 oC Temperaturanstieg steigt der Sauerstoffbedarf um 10%

Fieberanstieg

Das Stadium des Fieberanstieges wird auch als Stadium incrementi bezeichnet. Der Fieberanstieg kann langsam oder schnell erfolgen. Bei einem schnellem Anstieg und hohem Fieber kann oftmals begleitend ein Schüttelfrost beobachtet werden. Der Hypothalamus verteilt in diesem Stadium seinen Temperatursollwert nach oben und der Körper versucht, seine Wärmeabgabe zu vermindern, z.B. durch Engstellung der Gefässe (Vasokonstriktion). Gleichzeitig versucht der Körper auch durch Muskelzittern die Wärmeproduktion zu erhöhen.

Beispiele von Interentionen Fieberanstieg

Zudecken, Bettflasche, warme Getränke,  Temperatur messen, Info an Arzt

Das folgende Stadium der Fieberhöhe oder Hitzestadium wird Fastigium genannt.

Mögliche Symptome Frieren, Zähneklappern, Muskelzittern (Säuglinge machen diese Zitterbewegungen nicht à können Wärme produzieren durch Abbau des braunen Fettgewebes).

Fieberhöhe Definition

Ist und Sollwert sind gleich hoch und können je nach Tagesform und Zeit etwas schwanken und müssen mit somit vom Körper ausgeglichen werden durch spezifische Symptome.

Beispiele Interventionen Fieberhöhe

Bedeckung anpassen, für Ruhe und körperliche Schonung sorgen,  genügend Getränke, leichte Kost,  regelmässige Kreislauf- und Temperaturkontrolle, Bewusstseinskontrolle 

Fieberabfall

Als drittes Stadium folgt das Stadium des Fieberabfalls, welches auch als Stadium decrementi bezeichnet wird. Hierbei normalisiert sich der Temperatursollwert wieder und die Wärmeabgabe wird gesteigert. Und es werden vom Körper spezifische Massnahmen ergriffen, damit er herunterkühlen kann. Dies kann auch mit Schwankungen verbunden sein.

Beispiele von Interventionen

Kühle Waschungen (Pfefferminze), kühle Wickel, kühle Getränke (Lindenblüte), Bettwäsche/Kleidung wechseln, für Ruhe und körperliche Schonung sorgen, Regelmässige Kreislauf- und Temperaturüberwachung,

Ein normaler Fieberabfall wird als Lysis bezeichnet.

Ein schnell Abfall der Temperatur auf Werte unter 38,0 oC innerhalb weniger Stunden als Krisis bezeichnet.  Dehydratation, Kreislaufbelastung, Kollaps, Lebensgefahr.

Infektöses Fieber

Erreger: Viren, Pilze, BAkterien --> Pyrogene --> setzen den Sollwert hinauf

Resorptionfeiber

Durch Resorption von Blut, Sekreten, Gewebstrümmer. Selten über 38.5 oC Wenn die Wunde nach einer OP gut aussieht, ist es normal das der Patient Fieber hat. Nach 1-2 Tagen. Nicht mehr als 38.5 oC

Zentrales Fieber

Verletzung von Wärmezentrum (Schädel - Hirntrauma, Hirnblutung etc.)

Meist > 40 oC Senkung schwieri

Durstfieber

V.a. bei Säuglingen infolge Flüssigkeitsmangel --> Störung bei Wärmeabgabe und nicht Sollwerterhöhung.

Toxisches Fieber

Reaktion auf körperfremde Eiweisse (Bluttransfusion, Impfung)

Bei Bluttransfuion kann Fieber entstehen, keine Panik

Dreitagefieber

Virusinfektion bei Kleinkindern (meist Herpes) 

Dauert meist 3 Tage, 39 Grad - 40 Grad

Schüttelfrost

Unter einer Schüttelfrost werden unwillkürliche, rasche Zitterbewegungen der Skeletmuskulatur verstanden. Sie gehen meist mit einem Kältegefühl einher. Physiologisch kann ein Schüttelfrost bei plötzlicher, grosser Kälteeinwirkung oder langanhaltender Kälteeinwirkung auftreten (Kältezittern)

Pathologisch kommt es zu einem Schüttelfrost durch im Blut kreisende Krankheitserreger oder deren Toxine, die eine Reizung des Temperaturregulationszentrums verursacht werden. Diese Irritation hat eine Erhöhung des Temperatursollwertes im Hypothalamus zur Folge.

Delir

Das Gehirn ist sich nicht gewohnt, mit erhöhter Temperatur  «zu arbeiten». Dies kann nach einer Operation sein, durch das Narkosemittel. Im Alter über 60 Jahren oder als Kind. Sie sind dann verwirrt oder unruhig.

Fieberkrämpfe

Fieberkrämpfe sind die häufigsten Krampfereignisse in der Kindheit und werden durch die rasch ansteigende Temperatur bei Fieber ausgelöst, am ehesten wenn die Körpertemperatur 39°C überschreitet. Betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 7. Lebensjahr. Ein Fieberkrampf ist in der Regel harmlos. 

Wie bekommt man Fieberkrämpfe?

Meistens besteht zunächst ein viraler fieberhafter Infekt, seltener auch bakterielle Infektionen. Auch nach einer Impfung werden Fieberkrämpfe gesehen.

Pfelge im Fieberanstieg

Um den Körper zu entlasten, führen die Pflegenden von aussen Wärme zu oder verhindern unnötige Wärmeverluste:

·        Patienten zudecken, ggf. wärme anziehen

·        Wärmeflaschen einsetzen. (Vorsicht Verbrennungsgefahr)

·        Heisse Getränke anbieten, wenn der Patienten nicht zu sehr zittert

·        Im Schüttelfrost Patienten vor Verletzungen schützen und bei ihm bleiben

·        Blutdruck-, Puls-, und Temperaturkontrollen

·        Den Arzt informieren: eventuell werden Blutkulturen abgenommen

Ende des Fieberanstieges

Kennzeichnet dafür, dass der Körper die neue Solltemperatur erreicht hat, sind: 

  • Der Patient frieren nicht mehr 
  • Patient zittert nicht mehr
  • Die Haut fühlt sich warm an

Pflege in der Fieberhöhe

Wärmequellen entfernen

Für Ruhe und körperliche Schonung sorgen

Genügend Getränke und leichte Kost

Regelmässige Kreislauf- und Temperaturkontrolle, Bewusstseinskontrolle

Pflege bei Fieberabfall

Gabe von Kühlen (nicht eiskalten) Getränken

Kühle Abwaschung 

Kühle Waschlappen auf die Stirn legen

Kühle Wickel

Antipyretike (gegen Pyrogene)

Es setzen den Soll-Wert für eine bestimmte Zeit herunter (4-8 h). Es ist nur eine Symptombekämpfung und keine Krankheitsbekämpfung. Beim Sinken des Medikamentenspiegels geht der Soll-Wert wieder hoch. Deshalb sollte man es einem Patienten mit einer Herzinsuffizienz das Fieber senken, da es eine grosse Belastung für den Körper ist. Dabei handelt es sich um Präparate, die nicht für das Fieber an sich sind. Es handelt sich um Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol und Azetylsalizylsäure.

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