Brennpunkt BWL (10): Finanzwirtschaftliche Zusammenhänge
Beschreibung zu den Begriffen aus der Lehrmittelreihe «Brennpunkt Wirtschaft und Gesellschaft»
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Flashcards
Aktien
Die Aktie (Wertpapier) ist ein Beteiligungspapier, das die Mitgliedschaft an einer Unternehmung verbrieft;
Inhaberin oder Inhaber einer Aktie = Aktionärin bzw. Aktionär
Fondsanteile
Zusammenfassung der Gelder vieler (Klein-)Anleger in «einem Topf», d.h. in einem Fonds werden viele kleine Vermögen zu einem grossen vereint. Das Fondsvermögen wird von einem Fondsmanager verwaltet und je nach Strategie in unterschiedliche Anlagen investiert (in Aktien, Obligationen oder Immobilien), um damit Erträge zu erzielen; die Anleger sind mit ihrem Fondsanteil an den unterschiedlichen Anlagen des Gesamtfonds beteiligt
Mobiliar
Einrichtungen
z.B. in einem Privathaushalt: Möbel, Kleider, Bilder, Geschirr, Geräte (Küche, Fernseher, Computer), Sportgeräte, Werkstatt, Reitausrüstung
Fahrzeuge
Autos, Lieferwagen, Lastwagen
Immobilien
z.B. Haus, Ferienwohnung
Passiven
Schulden
- bei Privatpersonen z.B. noch nicht bezahlte Rechnungen, Bankkredite
- bei Unternehmungen z.B. noch nicht bezahlte Rechnungen, Bankkredite
Verbindlichkeiten
z.B. Steuerrechnung, Zahnarztrechnung, Kreditkartenrechnung
Darlehen
Ein langfristiger Kredit, der von Anfang an voll beansprucht wird und deren Rückzahlung zu Beginn der Laufzeit festgelegt wird. Die Banken bezeichnen solche Kredite (je nach Institution) als Darlehen (ratenweise Rückzahlung) oder Festvorschuss.
Kredit
an Unternehmungen, KMUs oder Privatpersonen ausgeliehenes Kapital zur Finanzierung laufender oder neuer Vorhaben. Das Kapital ist in der Regel verzinslich und muss innerhalb eines festglegten Zeitraumes zurückbezahlt werden.
Hypothek
Darlehen für die Finanzierung von Immobilienz.B. für ein Haus oder eine Ferienwohnung
Eigenkapital
Vermögensüberschuss (Nettovermögen)
Gesamtvermögen - Fremdkapital
Erfolgsrechnung
Gegenüberstellung von Aufwänden und Erträgen
Erträge
Wertzuwachs; Entstehung von Vermögenswerten
Erträge machen unser Nettovermögen grösser
z.B. Verkauf von Produkten, Handelswaren, Dienstleistungen
Aufwände
Wertverzehr; Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen;
Aufwand macht unser Nettovermögen kleiner
z.B. Material, Löhne, Miete, Strom, Werbung, Abschreibungen
Gewinn
Ertragsüberschuss
Finanzierung
Beschaffung von Kapital, welches in das für den Betriebszweck notwendige Vermögen überführt wird
Kapital
Finanzielle Mittel für Unternehmungstätigkeit
Investierung
Beschaffung von betrieblichem Vermögen
Finanzierungsprozesse
Investierung, Desinvestierung
Finanzierung, Definanzierung
Finanzplanung
Sicherung der laufenden Zahlungsbereitschaft (Liquidität) der Unternehmung
Anlagevermögen
Vermögensteile, die einer Unternehmung länger als 1 Jahr zur Verfügung stehen;z.B. Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien
Umlaufvermögen
Vermögensteile einer Unternehmung, die innerhalb 1 Jahres wieder in Geld umgewandelt werden kann, z.B. Liquide Mittel, Forderungen (Rechnungen an Kunden), Vorräte
Passiven
Kapital
Mittelherkunft
Schulden und Eigenkapital
Mittelverwendung
Vermögen (Umlaufvermögen und Anlagevermögen)
Definanzierung
Rückzahlung von Kapital
Desinvestierung
Veräusserung, Verkauf von betrieblichem Vermögen
Liquidität
Zahlungsbereitschaft
Liquiditätsgrad 2 (Quick Ratio)
Der Liquiditätsgrad 2 (Quick Ratio) setzt die flüssigen Mittel und die Kundenguthaben ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital und liefert damit eine statische Aussage zur Liquidität zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Formel: [(Flüssige Mittel + Kundenguthaben) x 100 / kurzfristiges Fremdkapital];
Richtwert: mind. 100% - max.120% (bei über 120% ist die Liquiditätsreserve übermässig gross; überschüssige Mittel werfen sehr wenig bis keinen Zins ab).
Kurzfristiges Fremdkapital
Schulden (Verbindlichkeiten), die innerhalb eines Jahres zurückbezahlt werden müssen
Langfristiges Fremdkapital
Schulden (Verbindlichkeiten), die nicht innerhalb eines Jahres zurückbezahlt werden müssen
Bilanz
Gegenüberstellung von Aktiven (= Vermögen) und Passiven (= Kapital, Schulden) einer Unternehmung (an einem bestimmten Stichtag).
Sicherheit
Finanzielle Unabhängigkeit
Eigenfinanzierungsgrad
Kennziffer zur Beurteilung der finanziellen Unabhängigkeit
Formel: [(Eigenkapital x 100) / Gesamtkapital]; Richtwert: 30 - 50%
Der Eigenfinanzierungsgrad ist neben dem Verschuldungsfaktor die wichtigste Kennzahl zur Überprüfung der finanziellen Unabhängigkeit
Verschuldungsfaktor
Kennziffer zur Beurteilung der finanziellen Unabhängigkeit
Formel: [(Fremdkapital – flüssige Mittel – Forderungen) / Cashflow]
Der Verschuldungsfaktor zeigt an, wie viele Jahre eine Unternehmung brauchen würde, um die gesamten Schulden aus dem Geldzufluss aus der Betriebstätigkeit (= Cashflow) zurückzahlen zu können. Ist neben dem Eigenfinanzierungsgrad die wichtigste Kennzahl zur Überprüfung der finanziellen Unabhängigkeit einer Unternehmung.
Goldene Bilanzregel
Die Goldene Bilanzregel sagt aus, dass langfristiges Vermögen (= Anlagevermögen) auch langfristig (= Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) finanziert werden soll.
Ebenso soll das kurzfristige Vermögen (= Umlaufvermögen) kurzfristig finanziert werden.
Kennzahl zur ÜberprÜfung der goldenen Bilanzregel ist der Anlagedeckungsgrad 2
Anlagedeckungsgrad 2
Kennzahl zur Überprüfung der goldenen Bilanzregel
Formel: [(Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) x 100 / Anlagevermögen];
Richtwert: über 100% (je nach Branche bis 200%);
bei einem geringeren Wert besteht die Gefahr, dass zur Rückzahlung von langfristigen Schulden einzelne Teile des notwendigen Anlagevermögens verkauft werden müssen.
Rentabilität
Kennziffer zur Erfassung des Erfolges (= Gewinn) eines Unternehmens, gemessen am eingesetzten Kapital.Es gibt mehrere Rentabilitätskennzahlen:
- Eigenkapitalrendite (Richtwert 8% und mehr)
- Gesamtkapitalrendite (sollte deutlich unter EK-Rendite liegen)
- Umsatzrendite (Wert branchenabhängig)
Eigenkapitalrendite (Return on Equity)
Formel: [Reingewinn x 100 / (durchschnittliche) Eigenkapital];
Richtwert: 8% und mehr
(englisch ROE = Return On Equity)
Cashflow
Kennzahl, um die Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens zu beurteilen,sie zeigt, ob die selbst erarbeiteten Mittel ausreichen, um die Existenz der Firma langfristig zu sichern.Der Cashflow zeigt den Zufluss an flüssigen Mitteln aus der Betriebstätigkeit der Unternehmung. Er berechnet sich vereinfacht aus dem Jahresgewinn plus Abschreibungen.Der Cashflow sollte mindestens die Abschreibungen decken, damit die Substanz des Unternehmens erhalten bleibt. Der Cashflow von 3 Jahren sollte ausreichen, um das ganze Fremdkapital zurückzuzahlen.