PT-Innere Fragenkatalog
Examen
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Nennen Sie die inspiratorische Atemmuskulatur und die inspiratorischen und
exspiratorischen Atemhilfsmuskeln.
- Inspiratorische Atemmuskeln:
- Zwerchfell
- Mm. intercostales externi
- Inspiratorische Atemhilfsmuskeln:
- Mm. scaleni
- Mm. pectorales major + minor
- M. sternocleidomastoideus
- Exspiratorische Atemhilfsmuskeln:
- Mm. intercostales interni + minimi
- Mm. obliquus externi + interni
- M. rectus abdominis
- M. transversus abdominis
Beschreiben Sie den Ablauf der Inspiration in Ruhe und bei Belastung.
• Inspiration in Ruhe:
o Die inspiratorischen Muskeln kontrahieren sich und erweitern den
Brustkorb = aktiver Vorgang.
o Lunge folgt über die Pleura der Bewegung des Brustkorbes und des
Zwerchfells = Lungenvolumen vergrößert sich.
o In der Lunge entsteht dadurch ein Unterdruck = Luft strömt ein.
• Inspiration bei Belastung:
o Verstärkter Einsatz der Atemmuskeln und auch der
Atemhilfsmuskulatur = größere Brustkorb-Bewegung.
o Stärkere Vergrößerung des Lungenvolumen = Unterdruck größer =
mehr Luft strömt ein.
o Inspiratorisches Reservevolumen wird genutzt.
Beschreiben Sie den Ablauf der Exspiration in Ruhe und bei Belastung.
• Exspiration in Ruhe:
o Die inspiratorischen Muskeln lassen in ihrer Anspannung nach =
passiver Vorgang.
o Die Retraktionskraft der Lunge verkleinert das Lungenvolumen.
o Der Brustkorb folgt der Bewegung.
o In der Lunge entsteht ein Überdruck = Luft strömt aus.
• Exspiration bei Belastung:
o Die exspiratorischen Atemhilfsmuskeln unterstützen die
Retraktionskraft der Lunge = aktiver Vorgang.
o Lungenvolumen wird stärker verkleinert = stärkere Überdruck = mehr
Luft strömt aus.
o Das exspiratorische Reservevolumen wird genutzt.
Nennen Sie 5 manuelle Atemtherapie-Techniken.
• Kontaktatmung
• Intercostalräume ausstreichen
• Hautröllchen / Hautfalte verschieben
• Packegriffe
• Perkussionen (Hohlhandklatschung, Klopfungen, Fingerperkussionen)
• Vibration (mit Summen + Brummen)
• Manuelle Thoraxkompression bei AA
• Kurzer Kompressions-Stretch
• Arm- und Beinzüge
• Becken gegen Thorax-Mobilisation aus SL
• Ziehharmonika-Griff
Nennen Sie 5 Wirkungen von manuellen Atemtherapie-Techniken.
• Atemwahrnehmung
• Atemlenkung
• Absenken der Atemfrequenz
• Verbesserung der Ventilation (Atemvertiefung)
• Detonisation hypertoner Atemmuskulatur
• Durchblutungsverbesserung
• Lösen von Verklebungen
• Sekret-Mobilisation
• Mobilisation des Brustkorbes
• Unterstützung der Ausatmung
Welche Funktion hat der Husten und was sind seine Auslöser?
• Husten = Schutzreflex zur Reinigung der Atemwege von Fremdkörpern und
eingedrungenen Fremdkörpern.
• Auslöser = Reizung der Mechanorezeptoren oder Chemorezeptoren in den
größeren Atemwegen (Trachea, Bronchien). Auslösende Reize können dabei
sein:
o Trockenheit
o Kälte
o Staub
o Speichel
o Fremdkörper
Nennen Sie die 4 Phasen des Hustenvorganges.
• Irritationsphase
• Inspirationsphase
• Kompressionsphase
• Expulsionsphase
Nennen Sie 3 mögliche Ursachen für eine Störung des Hustenvorganges.
• Ungenügend tiefe Inspiration / oberflächliche Atmung
• Fehlender Glottisverschluss
• Schwache oder gelähmte Bauchmuskulatur (mangelnder Druckaufbau)
• Langsame, behinderte Expulsion (durch Obstruktion keine schnelle AA
möglich)
• Somnolenter Patient
Nennen Sie 5 Einflussfaktoren auf die Atmung.
• Alter
• Konstitution
• Belastung / Entspannung
• Schmerz
• Temperatur
• Taktile Reize
• Psyche: Angst, Niedergeschlagenheit, Aggression...
• Medikamente, Drogen
• Ozon
• Schadstoffe in der Luft
• Höhe / Abnahme von Sauerstoff
a) Was versteht man unter einer Ventilationsstörung?
b) Nennen Sie 2 verschiedene Arten der Ventilationsstörung und erklären Sie
diese in Stichworten.
a) Störung der Lungenbelüftung
b) • Obstruktive Ventilationsstörung:
o Einengung der Atemwege – Erhöhung des Strömungswiderstandes –
Lunge überbläht sich – Krankheitsbilder = COPD, Asthma
• Restriktive Ventilationsstörung:
o Entzündung des Lungengewebes führt zur Versteifung der Lunge,
Dehnbarkeit ist herabgesetzt – Krankheitsbild = Pneumonie (akut),
Lungenfibrose (chronisch)
a) Nennen Sie die Dehnlagen nach Schaarschuch-Haase.
b) Nennen Sie 4 Wirkungsweisen der Dehnlagen nach Schaarschuch-Haase
a) • Streckdehnung
• C-Lagerung
• Obere Drehdehnlage
• Untere Drehdehnlage
b) • Entspannung
• Verbesserung der Atemwahrnehmung
• Verbesserung der Körperwahrnehmung
• Verbesserung der Thoraxbeweglichkeit
• Verbesserung der Ventilation
• Herabsetzen von erhöhten Gewebswiderständen in Haut und Muskeln
• Ökonomischere Atmung durch Verbesserung des Zwerchfelleinsatzes
• Sekretmobilisation
Nennen Sie jeweils 4 aktive Atemtechniken für die Einatmung und für die
Ausatmung.
• Einatem-Techniken:
o Bewusste tiefe Atemzüge durch Nasenatmung oder gespitzte Lippen
o Kontaktatmung
o Nasenstenose / Wechselatmung
o Schnüffelnde Einatmung
o Gähnende Einatmung
• Ausatem-Techniken:
o Dosierte Lippenbremse
o Stimmlose Laute: sch, ff, sss, ch
o Plosive Laute: pp, kk, tt
o Summen, Brummen
o Starkes, stoßweises Z
o Vokalatmung: ooo, uuu, aaa, iii
o Atemerleichternde Stellungen (Kutschersitz, Torwartstellung
o Ausatmung sichtbar und spürbar machen
Frage 13 Fallbeispiel 1 COPD zu groß für hier.
Frage 24 Fallbeispiel Pneumonie,
Frage 29 Fallbeispiel Herzinfarkt
Frage 32 Fallbeispiel Herz-OP
Frage 34 Fallbeispiel pAVK ebenso.
Siehe PDF
Beschreiben Sie die Pathophysiologie des Krankheitsbildes COPD?
Chronische Verengung der Bronchien, die mit einer abnormen
Entzündungsreaktion einhergeht. Es kommt zu vermehrter Schleimbildung
und einer Funktionsstörung des Flimmerepithels. Der Schleim ist sehr zäh und
kann schlecht abgehustet werden (Sekretretention).
Was sind die häufigsten Ursachen für eine COPD?
• Rauchen
• Berufsbedingte Stäube + Chemikalien
• Smog
Welche 5 Symptome können bei COPD auftreten?
• Chronische Atemnot - bei Belastung, später auch in Ruhe
• Husten, Auswurf
• Pfeifende Atemgeräusche bei der AA
• Zeichen der Sekretansammlung: Rasseln / Brodeln beim Husten
• Lungenüberblähung mit tief sitzenden Zwerchfell
• Atemhilfsmuskulatur-Einsatz
• Zyanose
• Konzentrationsschwäche
• Allgemeine Müdigkeit, Verschlechterung des Allgemeinzustandes
Welche Komplikationen können bei COPD auftreten?
• Infektexazerbation – Patient hat einen zusätzlichen Infekt, häufige
Pneumonien > dadurch verstärkte Dyspnoe
• Schleimhautatrophie, Zerstörung der Bronchialstrukturen = Ausbildung eines
Emphysem (überblähte Lunge)
• Cor pulmonale – durch die chronische Lungenbelastung entwickelt sich eine
Rechtsherzinsuffizienz
Definieren Sie Asthma bronchiale und nennen Sie die 3 charakteristischen
Merkmale.
• Chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Es besteht eine
erhöhten Empfindlichkeit des Bronchialsystems gegenüber verschiedenen
Reizen und führt dabei zu Bronchospasmen der Bronchialmuskulatur.
• Charakteristische Merkmale:
o Symptome treten anfallsweise auf
o Obstruktion ist reversibel
o Beschwerdefreie Phasen sind vorhanden
Welche 3 Formen des Asthmas gibt es?
• Allergisches Asthma (extrinsisches A.)
• Nicht-allergisches Asthma (intrinsisches A.)
• Mischformen
Nennen Sie 5 Mediatoren, die einen Asthma-Anfall auslösen können.
• Allergene (Pflanzenpollen, Hausstaub, Tierhaare, Schimmelpilze,
Nahrungsmittel)
• Körperliche Anstrengung
• Umweltfaktoren (kalte Luft, trockene Luft, Zigarettenrauch)
• Infekte
• Psychische Faktoren (Stress, Aufregung)
• Medikamenten-Unverträglichkeit
Nennen Sie 5 Symptome eines Asthmaanfalls
• Schwere, akut auftretende Atemnot
• Erschwerte, verlängerte AA
• Giemen und Pfeifen
• Tachypnoe, aufgeblähter Brustkorb
• Hustenanfälle
• Engegefühl der Brust
• Angstgefühle bis hin zu Todesangst
• Zyanose
• Pat sitzt meist mit aufgerichtetem Oberkörper, Arme abgestützt, starke
Beanspruchung der Atemhilfsmuskeln
Welche Ziele verfolgen Sie bei einem Patienten mit einem akuten Asthma-Anfall?
• Angst reduzieren:
o Beruhigung durch ruhige Art
o Ablenkung von der Atembeklemmung durch Wahrnehmungsaufträge
• Atemarbeit erleichtern:
o Lippenbremse
o Atemerleichternde Stellungen
o Manuelle Ausatemhilfen
Welche Ziele verfolgen Sie bei einem Asthma-Patienten im anfallsfreien
Intervall?
• Angstminderung / Anleitung zur Selbsthilfe
• Atemtechniken erlernen (für AA + EA)
• Hustentechniken erlernen
• Thoraxmobilisation
• Entspannung / Lockerung von Bindegewebe und Muskulatur des Brustkorbes
• Verbesserung der kardiopulmonalen Ausdauer
Definieren Sie das Krankheitsbild Pneumonie.
• Akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes, die sich entweder in
den Alveolen und / oder im Interstitium abspielt.
• Ursache ist meist eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen.
• Die Lungenentzündung gehört zu den restriktiven Lungenerkrankungen =
Verminderung des blähungsfähigen Lungenvolumens.
Nennen Sie die Risikogruppen für das Entstehen einer Pneumonie.
• Grunderkrankungen der Lunge (COPD, Mukoviszidose, Bronchiektasen)
• Allgemeine Abwehrschwäche (HIV, Krebs / Chemo, Immunsuppression,
Diabetes, Alkoholismus)
• Bettlägerigkeit, Immobilität, flache Atmung
• Ältere Menschen und kleine Kinder
Erklären Sie die Pathophysiologie einer Lungenfibrose.
• Chronische Entzündung des Lungeninterstitiums. Durch den entzündlichen
Prozess kommt es zu einer Zunahme von Bindegewebe (Fibrose), d.h. die
Lunge versteift.
• Durch die verminderte Elastizität der Lunge, nehmen die Lungenvolumina ab.
Es muss viel mehr Kraft für die Atmung aufgewandt werden.
• Fibrosierung vermindert auch die Diffusion – Gasaustausch ist behindert.
Nennen Sie 4 Symptome einer Lungenfibrose.
• Dyspnoe
• Tachypnoe
• Oberflächliche Atmung
• Trockener Reizhusten
• Respiratorische Insuffizienz > Müdigkeit, verringerte Belastbarkeit, Zyanose
• Cor pulmonale
Nennen Sie 4 Richtlinien, die Sie bei der physiotherapeutischen Behandlung von
Herzinfarkt-Patienten beachten sollten.
• Die Behandlungsdauer sollte in der Frühmobilisation 30 min nicht
überschreiten.
• Keine isometrischen Übungen (keine Pressatmung)
• Keine Kopftieflage
• Pulskontrolle vor, während und 3 min nach der Belastung.
• Erlaubte Pulserhöhungen:
o Anstieg im Liegen bis zu 12 Schläge/min
o Anstieg im Sitzen bis zu 20 Schläge/min
o Anstieg beim Gehen u. Treppe bis zu 30 Schläge/min
o 3 min nach der Belastung sollte wieder der Ruhepuls vorliegen.
• Maximaler Trainingspuls – Richtlinie:
o Bei Patienten unter 50 Jahre bis zu 120 Schlägen/min
o Bei Pat über 50 Jahren oder mit Betablockern bis zu 110.
• Die Belastung sofort beenden bei Überlastungszeichen des Patienten und
kardialer Symptomatik.
Nennen Sie 4 mögliche Symptome für einen Herzinfarkt.
• Retrosternale Schmerzen
• Engegefühl in der Brust, Todesangst, verzerrter Gesichtsausdruck, Unruhe
• Typische Schmerzausstrahlung: Brustkorb, Arme, Bauch (Frauen!), Schulter,
Unterkiefer.
• Übelkeit, Erbrechen
• Blasse, fahlgraue Gesichtsfarbe, kalter Schweiß auf Stirn + Oberlippe
• Dyspnoe
• Kreislaufzusammenbruch, Bewusstlosigkeit, Zyanose
Benennen Sie die Kontraindikationen nach der Implantation von
Herzschrittmachern oder ICD (Defibrillator):
• Übungen gegen Widerstand
• Dehnlagerung
• Schüttelungen
• Starke Zirkumduktion
Benennen Sie die 4 typischen Symptome einer chronischen pAVK:
• Schmerzen – belastungsabhängiger, krampfartiger Schmerz, distal von der
Stenose.
• Kälte- und Schweregefühl
• Rasche Ermüdung der betroffenen Extremität
• Sensibilitäts-Störungen
Benennen Sie zu den 4 Stadien der pAVK jeweils die Hauptsymptomatik
• Stadium 1 = Beschwerdefreiheit, aber Pulsabschwächung oder –ausfall.
• Stadium 2 = Claudicatio intermittens – krampfartige Schmerzen in der
betroffenen Muskulatur bei Belastung.
o 2a = Gehstrecke über 200m
o 2b = Gehstrecke unter 200m
• Stadium 3 = Ruheschmerzen, auch in horizontaler Lage.
• Stadium 4 = Nekrose, Gangrän
Benennen Sie 4 Prinzipien der physiotherapeutischen Behandlung bei pAVK.
• Behandlung erfolgt v.a. im Stadium 2 und richtet sich nach dem Schweregrad
der Durchblutungsstörung.
• Anhand der Untersuchungsergebnisse (Ratschow-Test und Gehtest) erfolgt
die aktivierende Behandlung im submaximalen Bereich:
o 2/3 Prinzip oder „bis man den Schmerz riecht“
• Das Training erfolgt im Intervall-Prinzip.
• Es sollen keine krampfartigen Schmerzen beim Üben auftreten.
• Distal des Verschlusses dürfen keine passiven durchblutungsfördernden
Maßnahmen erfolgen.
• Keine beengende Kleidung, Kompressionsstrümpfe /-bandagen
• Ab Stadium 3 keine aktiven Übungen mehr.
Definieren Sie Hypertonie und benennen Sie die Grenze, ab der man von
Hypertonie spricht.
• Hypertonie = chronische Erhöhung des Blutdrucks im arteriellen
Gefäßsystem.
• Hypertonie ab dem Wert 140 / 90 mmHG
Was sind die möglichen Folgen / Komplikationen einer Hypertonie?
• Arteriosklerose
• Herzinsuffizienz
• Erhöhte Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall
Benennen Sie 4 Ziele für die Physiotherapie bei Hypertonie-Patienten.
• Entspannungsfähigkeit verbessern
• Kardiopulmonale Ausdauer verbessern
• Periphere Durchblutung verbessern
• Regulation der Atmung in Abhängigkeit zur Belastung (Pressatmung hat
Einfluss auf den RR)
• Körperwahrnehmung verbessern
Welche Sportarten sind günstig und welche ungünstig für einen Hypertoniker?
• Günstig = Spaziergänge, Nordic Walking, Joggen, Rudern, Radfahren,
Langlauf, Wandern, Schwimmen
• Ungünstig = Kampfsport, Gewichtheben (wegen Pressatmung)
Benennen Sie 4 mögliche Symptome einer Hypertonie
Anfangs oft symptomarm.
• Morgendliche Kopfschmerzen
• Schwindel / Übelkeit
• Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit
• Unruhe / Nervosität
• Nasenbluten
Bei starker Hypertonie:
• Luftnot bei Belastung
• Angina pectoris
• Sehstörungen