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Cartes-fiches
Nennen Sie die Dauer einer physiologischen Schwangerschaft.
Post Menstruationem
Zeit vom 1. Tag der letzten Mens bis zum Tag der Geburt.
280 Tage, 40 Wochen oder 10 Lunar- oder Mondsmonate
Post Conceptionem
Zeit vom Tag der Befruchtung bis zum Tag der Geburt.
Ca. 266 Tage, 38 Wochen und 9.5 Lunar oder Mondsmonate
Welche Methoden kennen Sie zur Berechnung des Geburtstermins?
vom ersten Tag der letzten Menstruationsblutung = Naeglsche Regel:
1.Tag der letzten Periode – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr = Geburtstermin
Bsp.: 10.10.2000 – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr = 17.07.2001
nach dem Konzeptionstag (Empfängnistag):
Konzeptionsdatum – 3 Monate – 7 Tage + 1 Jahr = Geburtstermin
Bsp.: 18.05.2000 – 3 Monate – 7 Tage + 1 Jahr = 11.02.2011
nach dem Basaltemperaturanstieg:
Temperaturanstieg von 0.5°C bei 28-tägigem Zyklus etwa 1 Tag nach der Ovulation.
Zur Terminberechnung wird der Tag des Temperaturanstieges als Konzeptionsdatum angenommen.
Welche sicheren Zeichen bestätigen den Eintritt einer Gravidität?
- Hören der kindlichen Herztöne
- Fühlen der Kindsbewegungen
- Tasten von Kindsteilen
- Nachweiss von HCG im Urin
- Ultraschall
1. Welche Aufgaben übernimmt die Plazenta?
Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kindes. Der Austausch von O2 und CO2 zwischen dem mütterlichen und kindlichen Blut entspricht der Lungen- bzw. der Atemfunktion.
Zufuhr von Nährstoffen ersetzt den Magen-Darmfunktion. Auf diesem Weg wird das Kind von Antikörpern der Geburt weitgehend geschützt. Aber auch Arzneimittel, Genussmittel oder Gifte erreichen das Kind auf diesem Weg.
Ausscheidung von Stoffwechselabfallprodukten ersetzt die Nieren- und Leberfunktion.
Die hormonbildenden Funktionen des Ovars übernimmt die Plazenta nach ungefähr 3 Monaten.
· HCG (Human Chorion Gonatropin -> Grundlage des SS-Test
· HPL (Human Plazentares Laktogen -> Aufbau d. Milchdrüse in Brust & Stimulation d. Milchproduktion
· Progesteron -> setzt Uterustonus ab und wirkt schwangerschaftserhaltend
Wie viel Fruchtwasser wird gebildet und zu welchem Zweck?
Fruchtwassermengen:
· 9. SSW ca. 5- 10ml
· 36. SSW ca. 1000ml
· 40. SSW ca. 800ml (grosse Schwankungsbreite zw. 300-1500ml)
· 42. SSW. Ca. 500ml, mit der Überschreitung des Geburtstermins nimmt das Fruchtwasser kontinuierlich ab.
Aufgaben des Fruchtwassers:
· Schutz der Mutter vor den Kindsbewegungen
· Sicherstellung der Bewegungs- und Entwicklungsfreiheit des Kindes
· Flüssigkeitszufuhr des Kindes
· Schutz der Nabelschnur vor Unterbrechung der Blutzirkulation
· Schutz des Kindes vor Gewalteinwirkung von aussen
Nennen Sie die Ursachen des Wehenbeginns.
Multifaktorielles Geschehen:
· Hormonale Faktoren: Östrogen sorgen für d. Anregung des Uteruswachstums, Stimulation & Anregung zur Bildung v. Oxytocin- und Prostaglandinrezeptoren. Prostaglandine werden gegen Ende der SS vermehrt gebildet. Progesteron lässt gegen Ende der SS nach und wirkt somit nicht mehr kontraktionshemmend.
· Nervale Faktoren: Nervenenden beim Zervix, wird auf diese einen Druck ausgeübt, gibt es einen Reiz auf Oxycotinausschüttung = Ferguson Reflex
· Mechanische Faktoren: Wandspannung der Uterusmuskulatur nimmt ab, Spannungsentlastung durch weniger FW
· Biochemische Faktoren: kindliche Botenstoffe haben Einfluss auf Plazenta
· Psychische Faktoren: positive und negative Erfahrungen der Frau
Welche Aufgaben übernehmen die Wehen während der Geburt?
· Eröffnung des Muttermundes
· Tiefertreten und Austritt des Kindes aus dem Geburtskanal
· Ablösung der Nachgeburt
· Blutstillung nach Entleerung des Uterus
Wann wird die Aufnahme zur Geburt in der Klinik / Geburtshaus empfohlen?
· Beginn regelmässigen Wehen
· Abgang von FW
· Vaginale Blutungen
· Keine oder weniger Kindesbewegungen
· Beratung und Beurteilung der aktuellen Situation: Angstzustände, Beschwerden, Risiken
· Regelmässige Wehen 3x pro 10 min.
Welche nicht-medikamentösen schmerzerleichternden Therapien können während der Geburt eingesetzt werden?
· Akupunktur
· Atmung und Atemtechniken
· Entspannungstechniken
· Reflexzonentherapie
· Austausch von Zärtlichkeit und Nähe des Partners
· Kommunikation
· Informieren
· Zuwendung, Sicherheit
· Bad, Umschläge
· Respekt und Akzeptanz
Welche Wehenarten gibt es und was ist deren Aufgabe?
- Schwangerschaftswehen: fördert Uterusdurchblutung, regt Myometriumwachstum
- Vor- und Senkwehen: Tiefertreten des VT`s, Übungswehen, ca. 1.5h, können SZ-haft sein
- Eröffnungswehen: Zervixwirksam, Eröffnung des Muttermundes bis auf 10 cm und Tiefertreten des VT`s ca alle 3-5 min., sehr SZ-haft
- Austreibungs-und Presswehen: Tiefertreten des VT`s und Herausforderung des Kindes, ca. alle 3-5min
- Nachgeburtswehen: Lösung der Plazenta, ca alle 2-4 min.
- Nachwehen: Blutstillung und Verminderung der Uterusdurchblutung, Involution des Uterus
Nennen Sie die verschiedenen Phasen der Geburt
Latenzphase = Vorbereitungsphase Ende der SS
Eröffnungsperiode
Austreibungsperiode
Plazentaperiode
Post Plazentarperiode als Wöchnerin
Welche Veränderungen kennzeichnen das Wochenbett?
Hormonelle Umstellung
Rückbildungen von SS-und geburtsbedingten Veränderungen
Wundheilung
Ingangkommen und Aufrechterhaltung der Laktation
Wiederaufnahme der Ovarialtätigkeit
Aufbau von Mutter- Kindbeziehung
Erklären Sie die physiologischen Abläufe während des Wundheilungsvorgangs in Uterus Cavum.
Säuberung: Einwanderung von Leukozyten. Gewebsresten fermetativ verarbeitet, ver-flüssigt und als Lochien abtransportiert
Wundschutzwall: aus LC und Fibrin, antibakterielle und antitoxische Wirkung
Muskelkontraktionen: Wundfläche wird kleiner, Lochien fliesst ab, Schutz vor Keimen
Epithealisierung: Bildung vom neuen Endometrium
Wie ist die Information und Beratung der Wöchnerin bezüglich Verhalten während der hochinfektiösen Lochienzeit?
-Veränderung der Lochien: Geruch, Menge und Farbe
-Nach jedem Bindewechsel mit klarem Wasser abspülen
-Unterwäsche regelmässig bei Bedarf wechseln
-Hände waschen und desinfizieren
-Kind nie auf Unterlage legen
-Vor dem Stillen immer Hände desinfizieren
-Abfluss der Lochien unterstützen durch: häufiges Ansetzen des Kindes, Blase regelmässig entleeren, Unterbauchmassage durchführen, Bauchlage einnehmen, sich viel bewe-gen
-Bei auffallenden Lochien Info an Personal-
Begründen Sie die Pflegemassnahmen welche bei einer Lochialstauung durchgeführt werden.
--Wärmeflasche: fördert Durchblutung
Eisblase auflegen: fördert Wehen
-Kind häufig zum Stillen ansetzen- fördert Nachwehen
-Uterusmassagen durchführen- fördert Abfluss
-Urinblase entleeren- fördert Involution
-Methergin verabreichen (stoppt Blutungen)
Die Uterusinvolution wird durch Palpation täglich überwacht. Wie lautet die Rückbildungsregel?
-1.- 5. Tag post partum um 1 Querfinger senken
-Ab 5. Tag Mitte zwischen Nabel und Symphyse
-10.-12. Tag über Symphyse nicht mehr tastbar
Welche Faktoren sind für die Uterusinvolution verantwortlich?
- Hormonelle Veränderungen: nach der Geburt der Plazenta endet die Stimulierung des Uterusmuskels durch Östrogen, Progesteron, HPL und HCG
- Wochenbettwehen: Dauerkontraktionen, Nachwehen, Reizwehe
Welche extra genitalen Rückbildungen finden bei der Wöchnerin statt?
- Körpergewicht um etwa 6 kg- durch erhöhtes Wasserverlust, Geburt, Plazentaverlust, Blutverlust und Schweiss, Abfluss der Lochien
- Atmung: Brustatmung wird zur Bauch-und Brustatmung- Zwerchfell geht zurück, Atem-volumen wird grösser
- Kreislauf: Herz nimmt ursprüngliche Lage an, Blutvolumen sinkt, erhöhte Diurese
- Venöse Blutgefässe: Thromboemboliegefahr erhöht, Hämorrhoidenbildung, Weitstellung der Gefässe durch Progesteron weiterhin vorhanden
- Darm: verminderte Motorik und veränderte Lage kann Obstipation verursachen, Angst der Wöchnerin
- Harnblase: Progesteron sinkt und Harnröhre nimmt ihre Funktion an
- Haut: Pigmentierung lässt nach und Hautflecken verblassen
- Bauchmuskulatur: bildet sich langsam zurück
- Beckengürtel: Auflockerung der Knorpelverbindungen bleibt bestehen
Was aus all diesen oben genannten „Werten“, die für Sie Familie verkörpert, tragen Sie, mit welcher Konsequenz für den Berufsalltag in die tägliche Pflegearbeit?
So wichtig wie für mich die Familie ist, ist es wahrscheinlich auch für den Patienten. Die Familie in die Situationen zu integrieren und informieren. Professionell die Rolle Zeit begrenzt eines Familienmitgliedes annehmen.
Nehmen Sie Stellung zur Definition von Familie von M.L.Friedemann
[...] „Dementsprechend besteht die Familie einer bestimmten Person aus all jenen Mitmenschen, die diese Person als ihre Familie betrachtet. Das heisst, dass die Familienmitglieder jene Mitmenschen sind, mit denen sich die Person verbunden fühlt und Kontakt pflegt.
Sie kümmert sich um sie, freut sich über ihre Anwesenheit, macht sich Sorgen um sie, oder regt sich über ihre Lebensweise auf.
Familienmitglieder müssen nicht unbedingt verwandt sein. Manchmal übernehmen gute Freunde die Funktionen einer Familie.“ [...]
Kann ich gut nachvollziehen, für mich gibt es ebenfalls Personen, welche zwar nicht mit mir blutsverwandt sind, mir aber trotzdem nahestehen. Teilweise näher als Personen, mit denen ich blutsverwandt bin.
Definieren Sie den Begriff psychologisch „Kernfamilie“
Kernfamilie ist die Familie, die sich selbst gegründet hat. Sie besteht aus zwei Generationen:
a) Elterngeneration
b) Kind- Generation dieser Eltern (unabhängig von der Anzahl und genetischen Herkunft der Kinder).
Definieren Sie den Begriff „Grossfamilie“.
Familienverband in dem mind. drei Generationen in einem Haushalt zusammenleben. Nicht unbedingt im gleichen Hause, jedoch örtlich sehr nahe. Bsp. Altersstöckli
Definieren Sie den Begriff „Herkunftsfamilie“.
Stammbaum, Eltern, und Geschwistern. Letztlich zählen alle meine Ahnen zu meiner Herkunftsfamilie.
Wie ist die Familie rechtlich definiert?
Alle Ehepaare und Alleinerziehenden mit ledigen Kindern die im gleichen Haushalt leben, zählen als Familie. Auch Ehepaare deren Kinder bereits aus dem Haushalt ausgeschieden sind, lassen sich als eine Familie definieren. Je nach Rechtsfall (Strafrecht, Zivilrecht, Erbrecht) wird eine andere Definition verwendet siehe oben. Eine einheitliche rechtliche Definition von Familie existiert bis heute noch nicht.
Welche psychologische Wirkung hat die Herkunftsfamilie auf die Kernfamilie?
Aus der Herkunftsfamilie stammt emotionale + soziale Erbe. Dieses «emotionale Erbe» wirkt im psychodynamischen Sinne in der Kernfamilie weiter und leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zum «Gelingen» und auch «Misslingen» von Partnerschaft- und Familienaufbau.
Ziel und Wachstumsaufgabe einer Familie ist jedoch nicht, der Herkunftsfamilie die Schuld zuzuschieben, sondern die emotionalen «Altlasten» selbstverantwortet aufzuarbeiten
Zu diesem Aufarbeitungsprozess kann auch eine seelische oder körperliche Erkrankung zählen, weshalb es in der Pflege wichtig ist, sich Überlegungen zu «möglichen Hintergründen» für eine Gesundheits- bzw. Krankheitssituation eines Menschen zu machen und ggf. diese auch (sorgfältig) und kontext- wie auch situationsbezogen anzusprechen.
Welche Familienformen finden sich in der heutigen „Individualgesellschaft“?
- Die traditionelle Familie
- Die Grossfamilie
- Die Einelternfamilie
- Die Patchwork-Familie
- Die gleichgeschlechtliche Familie
- Wilde Ehe / oder wenig wertend: Konkubinatspaare
- Kinderloses Ehepaar