Bauverfahren ETHZ, FS 2017

Ergänzend zu bereits vorhandener Kartei

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H. P.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Bauverfahren, insbesondere im Untertagebau an Universitätsniveau. Sie behandeln Themen wie Boden- und Felsarten, Massnahmen zur Ortsbruststabilität, verschiedene Bauphasen, und Sicherheitsvorkehrungen wie Ankerprüfungen und Belüftungssysteme. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Bauwesen, die sich mit den technischen und praktischen Aspekten des Untertagebaus vertraut machen möchten.
Karten
32
Lernende
21
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
08.08.2017 / 28.07.2020

Lernkarten

Bodenaufbau

A-Horizont (Humus)

B-Horizont (Übergangsschicht, Wurzeln, Wurmlöcher..)

C-Horizont (Sedimente, Fels)

anstehendes Gestein

Abbauklassen

1 - A & B-Horizont

2 - bindiges, weiches Material

3 - körnig, lockeres Material

4 - bindiges Material, fest/hart/dicht

5-7 - Fels

Holzpfähle Vor-/Nachteile

+ gut rammbar, elastisch, günstig, langlebig unter Wasser

- Fäulnis bei Sauerstoff, Tragfähigkeit, Länge begrenzt, nur weiche Böden

Verschiedene Pfahlarten

Fertig-/Ortbetonrammpfähle

Vollverdrängungsbohrpfähle

Verpresste Verdrängungspfähle

verrohrte Bohrpfähle

unverrohrter Schnecken-Ortbeton-Pfahl (SOB)

Beschreibung Kontraktorverfahren

Betonieren unter Wasser, Rohr reicht bis in bereits geschütteten Beton, sodass der frische Beton nicht entmischt wird

verschiedene Ausführungskontrollen für Pfähle

Probebelastungen (dynamisch/statisch)

Integritätsmessung (Reflexionsmethode/Ultraschall)

Wirkungsarten von Stützflüssigkeiten

Membranwirkung (feinkörn. Böden): Wasser kann in Boden strömen, Suspension jedoch nicht. -> teilweise Filtration der Suspension durch Druckdifferenz -> Tonpartikel bilden Membran, auf welcher der Suspensionsdruck wirkt

Filterwirkung (grobkörn. Böden): Suspension dringt in Boden ein bis Schubspannung der Druckdifferenz entspricht -> Suspensionsdruck wird auf Korngerüst übertragen

Einsatzgebiete Dichtwände

  • unter Dämmen bis in undurchlässige Schicht
  • ausserhalb Baugruben (weniger Wasserandrang)
  • Abgrenzung von Deponien und Altlasten (Einbindung in undruchlässige Schicht)

Vorgehen Überlagerungsbohrung

Aussenrohr & Bohrgestänge wird im Lockergestein mit Imlochhammer oder Hydraulikhammer vorangetrieben. Wird der Fels erreicht, wird nur noch das Bohrgestänge vorangetrieben.

Verschiedene Ankerprüfungen

  • Versuchsanker
  • Ausführungskontrollen
  • Überwachung
  • Spannproben
  • Korrosionsschutzprüfung

Def. Preventer

Sicherheitsvorrichtung zum Absperren eines Bohrlochs in jeder Betriebsphase, um unkontrolliertes Austreten von Wasser/Gas zu verhindern. Besteht aus einer Reihe von Absperrventilen über dem Bohrloch

Arten von Untertagebauwerken

Tunnel, Stollen, Kavernen, Schächte

Gefährdungsbilder im Fels und Massnahmen dagegen

  • Niederbruch -> Spritzbeton/Netze/Anker
  • Verengung durch Gebirgsdruck -> Ausbauwiderstand (Stahlbögen/Tübbinge/Beton)
  • Wassereinbruch durch Klüfte -> Pumpen/Rigolen/Abdichtungen
  • Gasaustritt -> Belüftung/Gasmessung

Gefährdungsbilder im Lockergestein und Massnahmen dagegen

  • Einbruch -> Gitter/Netze/Spritzbeton
  • Ortsbruststabilität -> vorauseilende Sicherung/abgestufte Ortsbrust
  • Tagbruch -> vorauseilende Bauhilfsmassnahmen/Gitter/Netze/Spritzbeton
  • Setzungen Oberfläche -> Schneller Einbau des Ausbauwiderstandes
  • Sandlinsen -> Injektionen/Spritzbeton
  • Grundbruch Kalottenfuss -> Mikropfähle/HDI/Anker

Einwirkungen im Untertagebau

  • Auflockerungsdruck
  • echter Gebirgsdruck
  • Quelldruck
  • hydrostatischer/hydrodynamischer Druck

Vortriebsklassifizierungen im Untertagebau

Klassifizierung nach Vortriebsart

  • Sprengvortrieb
  • TBM/SM-Vortrieb
  • maschienenunterstützter Vortrieb (MUF/MUL)

Klassifizierung nach Ausbruchsart

  • Vollausbruch (mit/ohne Sohle)
  • Kalottenausbruch (normal/unterteilt)
  • Paramentstolen

Klassifizierung nach Abbaubarkeit

  • Fels: sprengfähig -> SPV
  • Fels: bohrfähig/spaltbar -> TBM
  • Fels: schrämfähig -> TSM

Gebirgsklassifizierung nach Lauffer

  • A - Standfest
  • B - nachbrüchig
  • C - sehr nachbrüchig
  • D - gebräch
  • E - sehr gebräch
  • F - druckhaft
  • G - sehr druckhaft

Massnahmen zur Ortsbruststabilität im Lockergestein

  • Abgestufte Ortsbrust
  • Brustanker
  • Jetsäulen
  • Spritzbeton
  • Drainage
  • Injektionen
  • Netze

Unterschied Explosion/Detonation

Explosion: schlagartig verlaufende Reaktion eines brennbaren Stoffes mit Sauerstoff unter Freisetzung hoher Energie. Kann nur ablaufen, wenn brennbarer Stoff, Sauerstoff und Zündquelle vorhanden sind

Detonation: Explosion, bei der die Ausbreitung mit einer Stosswelle gekoppelt ist, die Druck und Temperatur stark erhöht -> reisst Gebirge noch weiter auf

Zonen im Sprengbild

  • Zermalmungszone
  • Wurfzone
  • Zerreissungszone
  • Erschütterungszone

Verschiedene Arten von Sprengstoffen

gelatinös, ANFO, Slurries, Emulsionen..

verschiedene Zündsysteme

  • pyrotechnische Zündung
  • elektrische Zündung
  • elektronische Zündung

Aufgaben einer Belüftung

Frischluftzufuhr, Ableitung Schadstoffe (Sprengschwaden, Dieselemissionen, Staub, Gas..), Ableitung Wärme und Feuchtigkeit

Definition MAK-Wert

maximal zulässige Durchschnittskonzentration, die ein Arbeiter einem Gefahrenstoff über längere Perioden (42h/Woche) ausgesetzt werden kann.

Definizion KZG-Wert

Kurzzeitgrenzwert. Definiert, wie lange ein Arbeiter pro Schicht einem gewissen Schadstoff ausgesetzt werden darf. [min/Schicht]

Verschiedene Lüftungssysteme

Blasende Lüftung, Umluftsystem, Saugende Lüftung, reversierbare Lüftung

Unterschied Bauhilfsmassnahmen/Ausbruchssicherung

Bauhilfsmassnahmen: vorauseilende Massnahmen als Teil des Vortriebs zur Wahrung Arbeitssicherheit/Standsicherheit

Ausbruchssicherung: Massnahmen während/nach dem Ausbruch zur Wahrung Arbeitssicherheit/Standsicherheit/Gebrauchstauglichkeit

Verschiedene Ankerarten zur Ausbruchssicherung

  • Spreitzhülsenanker (mechanische Verkeilung)
  • Verbundanker (Mörtelverbundsanker, Injektionsbohranker, Klebeanker..)
  • Reibungsanker (Swellex-Anker)

Einteilungsarten der Normen

  • technische Normen: Anerkannter Stand der Technik, Regeln der Baukunde
  • vertragliche Normen: "Allgemeine Geschäftsbedingungen", Leistung-/Honorarordnung
  • Verständigungsnormen: Definitionen, Klassifizierungen, Kennwerte, Erläuterungen

Artikel der SIA 103

  • Art. 1: Rechte/Pfilchten, Haftung, Mehrwertsteuer, Terminänderungen
  • Art. 2: Aufgabe/Stellung Ingenieur
  • Art. 3: Leistungen des Ingenieurs

Honorierungsarten nach KBOB

  • Honorierung nach effektivem Zeitaufwand
  • Honorierung nach Pauschalen/Globalen
  • Honorierung nach aufwandbestimmten Baukosten

verschiedene Arten der Abrechnung

  • monatliche Regierechnung
  • periodische Teuerungsabrechnung
  • monatliche Abschlagsrechnung
  • Schlussabrechnung

Vorgehensschritte bei einer konzeptioneller Aufgabe

  1. Bauaufgabe: Beschreibung/Sprezifikation
  2. Baukonzept: Technische Randbedingungen (Baugrubentiefe, Erddruck, Wasserdruck, Auflasten/Nachbarsgebäude, etc.), Projektspezifische Randbedingungen (Bauzeit, Umgebung, Platzverhältnisse, Baugrundverhältnisse, Geologie, Hydrologie, etc.), Folgerungen aus den Randbedingungen (z.B. Rammen nicht möglich, da innerstädtisch)
  3. Lösungsansatz: Beschreibung statisches und baubetriebliches System, Auswahl Bauverfahren (z.B. Deckelbauweise), Auswahl Baugrubenabschlüsse (Abschluss, Aussteifung, Wasserhaltung etc.)
  4. Bauverfahren und Bauphasen: Ablauf der Bauphasen, Leistungsermittlung und Bauzeitberechnung
  5. Maschinen/Geräte/Betriebsmaterialien: benötigte Baugeräte

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