WK 1
Speiseöle
Speiseöle
-
- 1 / 49
-
Cartes-fiches
- Pflanzenöle können aufgeteilt werden in:
- Fruchtfleischöle (Olivenöl, Palmöl)
- Samenöle (z.B.: Sonnenblumenöl, Sojaöl, Rapsöl, Leinöl..)
2004 waren die meist erzeugten Öle
Sojaöl, Palmöl, Rapsöl
raffinierte Öle
- Gewinnung durch Extraktion mit Lösungsmitteln (Hexan)
- Raffination erforderlich (Entfernung von Lösunggleitstoffen wie Phospholipiden, Geruchsmittelresten, Entfernung von´Fettbes- und Geschmacksstoffen, usw.)
- Massenöle“, geringer Gehalt an Hydroperoxiden und freien Fettsäuren, lange
Haltbarkeit - Ausbeute etwa 99%
kaltgepresste Öle
- Gewinnung durch mechanische oder andere physikalische Verfahren
- keine Wärmezufuhr
- Vitamingehalt und natürlicher Gehalt an freien Fettsäuren bleibt weitgehend
unverändert - relativ teuer, sollten nicht erhitzt werden und sind wenig haltbar
- Ausbeute etwa 20-50%
Gewinnung von Speiseölen und -fetten
Kaltgespresstes Reinöl
Reinigen und Trocknen - ggf Walzen/ Schälen - Pressen - es entstehen Truböl und Presskuchen - Truböl wird filtriert - Sicherheitsfiltration folgt - Kaltgespresstes Reinöl
Gewinnung von Speiseölen und -fetten
raffiniertes Öl
Reinigen und Trocknen - Brechen, Walzen - Konditionieren - Pressen - Truböl und Presskuchen enstehen - Truböl wird filtriert oder Presskuchen estrahier- Rohöl - Entschleimung (+H2o, Wärme,Phosphorsäure) (- Lecithin,Trüb- und Schleimstoffe(glykoproteine)) - Entsäuerung/Neutralisation (+ NaOH)(-freie Fettsäuren) - Bleichung (+Bleicherde, Aktivkohle) (- Farbstoffe, Schwermetalle, Hydroparoxide) - Dämpfung/Desordorierung (+Wasserdampf) (- unerwünschte Geruchs- und Geschmacksstoffe, Pestizide) - raffiniertes Öl
Chemische Raffination
Entfernung von Trubstoffen - Entlecithinisierung (bei phosphatidreichen Rohölen) - Entschleimung m.H. verdünnter Phosphosphorsäure - Fällung von (Glyko)-Proteinen - Vakuumfiltration - Anstieg d. Gehalts an freien Fettsäuren - Entsäuerung mit Hilfe physikalischer Methoden [(Wasserdampf-)Destillation; selektive Adsorbtion)/ chem. Methoden ( Rückveresterung mit Glycerin, Neutralisation mit Alkalilauge oder Ammoniak) - Bleichung durch Bleicherde - Desodorierung
Desodorierung:
(Entfernung von Lösungsmittelresten und unerwünschtenGeruchs- und Geschmackskomponenten/ Reduktion des Gehalts an freien Fettsäuren/ Zerstörung von Peroxiden/ Verbesserung der Färbung durch Zerstörung von Carotinoiden)
Physikalische Raffination
1. Kombinierte Entschleimung und Vorbleichung
2. Kombinierte Entsäuerung und Desodorierung
durch Destillation
In der ersten Stufe wird nach der Trocknung (bei
ca. 50 hPa und 80-90°C) Phosphorsäure und
Bleicherde zugegeben. Die ausfallenden
Schleimstoffe und die Bleicherde werden dann
abfiltriert. In der zweiten Stufe wird bei 5 hPa auf
200-250°C erhitzt. Diese Methode hat bisher nur
Bedeutung bei Kokos- und Palmöl, sowie
Palmkernfett. Das Verfahren ist besonders
geeignet, wenn nur eine Ölsorte verarbeitet wird.
Winterisieren
Winterisieren
Mit dieser Methode werden Öle kältebeständig
gemacht. Verhindert wird dadurch z.B. die Trübung
der Öle im Kühlschrank. Damit Öle
kältebeständig werden, müssen die für die
Trübung verantwortlichen Triglyceride und
Wachse, die einen hohen Schmelzpunkt haben,
abgetrennt werden. Um dies zu erreichen, wird
das Öl „fraktioniert“, d.h. es wird heruntergekühlt
und die ausfallenden Kristallisationsprodukte
werden abfiltriert.
Winterisieren
andere Möglichkeit
Eine andere Möglichkeit ist die der Zugabe von
Mono- und Dialcylglyceriden. Durch dieses
Verfahren wird die Bildung der
Kristallisationsprodukte gehemmt.
Fetthärtung
Bei der Fetthärtung werden die Doppelbindungen der Fettsäure
durch Wasserstoff zum Teil oder gänzlich abgesättigt. Dieser
Hydrierungsprozeß findet typischerweise im Autoklaven bei
Temperaturen von 150-200°C unter Wasserstoffdruck von 1-5 bar
in Anwesenheit eines Katalysators (Nickel, Nickelsulfide) statt.
Öle werden hauptsächlich gehärtet um:
• den Schmelzpunkt flüssiger Öle zu erhöhen und damit feste
Fette für die Margarine- und
• Backfettindustrie zu erhalten;
• eine verbesserte Oxidations- und Geschmacksstabilität zu
erhalten;
• bei Fischölen ein akzeptables eßbares Öl zu bekommen.
Umesterung
Um Fette umzuestern, wird das getrocknete,
entsäuerte Öl/Fett bei 80-100°C mit einem
zugesetzten Katalysator (Natriummethylat)
gerührt.
Die Umesterung wird durch Wasserzugabe und
damit der Inaktivierung des Katalysators
gestoppt. Nach Auswaschung des Katalysators
und der gebildeten Seifen sowie der
anschließenden Bleichung und Desodorierung hat
das Fett einen höheren Schmelzpunkt.
Bei diesem Prozeß werden als Nebenreaktion
auch freie Tocopherole und Sterine mitverestert.
Ein Auffinden dieser Stoffe dient zum
Nachweisverfahren für eine Umesterung.
Umesterung
Ziel dieses Verfahrens
ist es (ebenso wie bei der
Härtung), sogenannte "maßgeschneiderte" Fette
zu erhalten. Dies geschieht durch den Austausch
der Fettsäurereste innerhalb des
Triglyceridmoleküls (intramolekulare
Umlagerung) und zwischen verschiedenen
Triglyceridmolekülen (intermolekulare
Umlagerung). Diese Umlagerung hat zur Folge,
daß sich der Schmelzpunkt des Fettes erhöht,
nicht aber die chemische Fettsäurestruktur.
Qualität von Speiseölen und -fetten
Anforderungen gem. Österreichischem
Lebensmittelbuch
Geruch und Geschmack sind neutral bis arteigen
und nicht kratzend, bitter, tranig, ranzig oder
fischig. Nicht raffinierte und native Öle weisen oft
einen deutlichen, artspezifischen Saat- oder
Fruchtgeschmack auf.
Anforderungen gem. Österreichischem Lebensmittelbuch
Verunreinigungen
Folgende Höchstmengen werden nicht überschritten
unlösliche Verunreinigungen 0,05 %
Seifengehalt 0,005 %
Eisen 1,5 mg/kg
Kupfer in naturbelassenen Fetten und Ölen 0,4 mg/kg
Kupfer in raffinierten Fetten und Ölen 0,15 mg/kg
Arsen 0,1 mg/kg
Nickel (in raffinierten Hartfetten) 0,5 mg/kg
Anforderungen gem. Österreichischem
Lebensmittelbuch
Wassergehalt
Der Wassergehalt der Speisefette (bei 105 °C
flüchtige Substanzen) übersteigt nicht 0,5 %, jener
der Speiseöle nicht 0,2 %.
Anforderungen gem. Österreichischem
Lebensmittelbuch
Säurezahl
Die Säurezahl (mg KOH/g Fett oder Öl) ist ein
Maß für den Gehalt an freien Säuren, sie beträgt
bei:
• raffinierten Speisefetten und Speiseölen bis 0,6
• nicht raffinierten Speisefetten und Speiseölen
bis 4,0
Anforderungen gem. Österreichischem
Lebensmittelbuch
Peroxidzahl
Die Peroxidzahl (Milliäquivalente aktiver Sauerstoff/kg
Fett oder Öl) ist ein Maß für die beginnenden oxidativen
Fettveränderungen, sie beträgt bei:
• raffinierten Speisefetten und Speiseölen bis 5,0
• nicht raffinieren Speisefetten und Speiseölen bis 10,0
Anforderungen gem. Österreichischem Lebensmittelbuch
Gehalt an polymeren (di- und oligomeren) Triglyceriden
Der Gehalt an polymeren (di- und oligomeren)
Triglyceriden dient zum Nachweis einer Erhitzung, er
beträgt für kaltgepresste native Speisefette und -öle
pflanzlicher Herkunft maximal 0,1 %.
Anforderungen gem. Österreichischem
Lebensmittelbuch
Summe der trans-Isomeren
Die Summe der trans-Isomeren von C18:1, C18:2 und
C18:3 dient zum Nachweis einer Erhitzung, sie beträgt
für kaltgepresste native Speisefette und –öle pflanzlicher
Herkunft maximal 0,2 %.
Anforderungen gem. Österreichischem Lebensmittelbuch
Bezeichnung
Speisefette und Speiseöle, die nach einem bestimmten
Ausgangsmaterial, insbesondere nach einer bestimmten
Tier- oder Pflanzenart bezeichnet sind, müssen
ausschließlich aus dem in der Bezeichnung angegebenem
Ausgangsmaterial gewonnen worden sein. Ein
technologisch unvermeidbarer Anteil von bis zu 2 % in
der Sachbezeichnung nicht genannter genusstauglicher
Speisefette oder pflanzlicher Speiseöle ist zu tolerieren.
Wenn der Anteil 2 % übersteigt, können die Öle als
Speiseöl, Tafelöl, Salatöl oder gleichsinnig bezeichnet
werden.
Anforderungen gem. Österreichischem Lebensmittelbuch
Bezeichnung tierische Öle
Die Bezeichnung Speiseöl oder gleichsinnig ist bei
tierischen Ölen nicht üblich. Fischöl oder Fischtran
werden als solche oder nach der Tierart bezeichnet.
Tierische Fette werden nach der Tierart bezeichnet. Das
gilt auch für Mischungen tierischer Fette.
Wenn Speisefette andere Fette enthalten, die durch
Härten entstanden sind, sind sie als "ganz gehärtet" bzw.
"teilweise gehärtet" zu kennzeichnen.
Anforderungen gem. Österreichischem Lebensmittelbuch
Bezeichnung Pflanzenfette
Unter der Bezeichnung „Pflanzenfett“ („Pflanzenfettmischung“)
werden nur Fette (Fettmischungen) in
Verkehr gebracht, die zur Gänze pflanzlicher Herkunft
sind. Ein technologisch unvermeidbarer Anteil von bis 2
% des Fettgehaltes an tierischem Fett wird toleriert.
Anforderungen gem. Österreichischem Lebensmittelbuch
Bezeichnung Speisefette und Speisefettmischungen
Speisefette und Speisefettmischungen werden als solche
oder nach dem Verwendungszweck(z. B. Kochfett,
Backfett, Frittierfett) bezeichnet. Der
Ausdruck„Schmalz", auch in Wortverbindungen, darf nur
für die Bezeichnung von Schweinefett verwendet
werden. Davon ausgenommen sind Gänseschmalz,
Margarineschmalz und Butterschmalz.
Produktion global (1000 t)
90% der Weltproduktion an Olivenöl stammen aus dem Mittelmeergebiet mit
Spanien an der Spitze.
In geringem Umfang sind Ölbaumkulturen heute auch in Japan, Australien,
Neuseeland, Kalifornien, Südafrika und Südamerika anzutreffen.
Native Olivenöle
- aus der Frucht des Ölbaums
- hergestellt ausschließlich mechanisch oder durch sonstige physikalische Verfahren
- Herstellungsprozess darf nicht zur Verschlechterung des Öls führen
- Zulässige Verfahren: Waschen, Dekantieren, Zentrifugieren, Filtrieren
- ausgenommen Öle, die durch Lösungsmittel, durch chemische oder biochemische Hilfsmittel oder durch Wiederveresterungsverfahren gewonnen wurden, sowie jede Mischung mit Ölen anderer Art.
Güteklassen und Bezeichnungen: Natives Olivenöl extra, natives Olivenöl, Lampantöl
a) Natives Olivenöl extra (extra vierge)
Natives Olivenöl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet
als Ölsäure, von höchstens 0,8 g je 100 g sowie den sonstigen für
diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.
b) Natives Olivenöl (fine vierge)
Natives Olivenöl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet
als Ölsäure, von höchstens 2 g je 100 g sowie den sonstigen für diese
Kategorie vorgesehenen Merkmalen.
c) Lampantöl
Natives Olivenöl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet
als Ölsäure, von mehr als 2 g je 100 g und/oder den sonstigen für
diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.
Olivenöl
- Bezeichnungen: natives Olivenöl extra, natives Olivenöl, Olivenöl, Oliventresteröl
- Konzentration von Nebenbestandteilen ist abhängig von der Sorte
- Wichtige Aromastoffe von vierge Olivenölen z.B.: Isobuttersäureethylester = fruchtig, 2-Methylbuttersäureethylester= fruchtig
Bezeichnungen von Olivenölen
a) Natives Olivenöl extra
„erste Güteklasse - direkt aus Oliven ausschließlich
mit mechanischen Verfahren gewonnen“
Bezeichnungen von Olivenölen
a) Natives Olivenöl
„direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren
gewonnen“
Bezeichnungen von Olivenölen
Olivenöl - bestehend aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl
„enthält ausschliesslich raffiniertes Öl und direkt aus Oliven
gewonnenes Öl“;
Bezeichnungen von Olivenölen
d) Oliventresteröl
„enthält ausschliesslich Öl aus der Behandlung von Rückständen der
Olivenölgewinnung und direkt aus Oliven gewonnenes Öl“
Palmöl und Palmkernöl
Zu den bedeutenden Ölpflanzen, deren Nutzung ständig gestiegen
ist, gehört die Ölpalme, die in erster Linie in West-Malaysia, Nigeria
und Indonesien kultiviert wird. Die Früchte liefern zwei
verschiedenartige Öle und zwar Palmöl aus dem Fruchtfleisch und
Palmkernöl aus den Samen.
Palmöl
gelb bis rote Färbung durch
den hohen Carotingehalt,
wird durch Raffination
entfärbt, da die Färbung
weder bei der Margarinenoch
bei der
Speiseölproduktion
erwünscht ist. Verwendung
zur Herstellung von
Margarine, Speiseöl, Snacks,
Seifen, Kerzen.
Palmkernöl
durch Pressung der
Palmkerne, enthält im
Gegensatz zu Palmöl
gesättigte Fettsäuren
mittlerer Kettenlänge,
Verwendung zur
Herstellung von Süßwaren,
Speiseeis, Margarine und als
Kakaobutterersatz
Sojaöl
Mengenmäßig bisher bedeutendste Ölpflanze, inzwischen durch
Palmöl abgelöst