Kommunikation, BE A220, PH Zürich

Kommunikation und SuS Partizipation, Konstruktivismus Systemtheorie 1, Macht in schulischer Kommunikation, Konstruktivismus Systemtheorie 2, Vertrauen

Kommunikation und SuS Partizipation, Konstruktivismus Systemtheorie 1, Macht in schulischer Kommunikation, Konstruktivismus Systemtheorie 2, Vertrauen


S. B.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Systemtheorie nach Luhmann und ihre Anwendung auf die Kommunikation im Bildungsbereich. Sie behandeln zentrale Konzepte wie Systemvertrauen, persönliches Vertrauen und die Rolle von Lehrern in der Vertrauensbildung. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende der Pädagogik, die sich mit den Grundlagen der systemischen Kommunikation und den Kompetenzen von Lehrkräften auseinandersetzen möchten.
Karten
52
Lernende
13
Sprache
Deutsch
Kategorie
Pädagogik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
11.06.2017 / 01.04.2020

Lernkarten

Macht in schulischer Kommunikation:

Was meint Pierre Bourdieu mit der "Autorisierten Sprache" und welche Bedingungen müssen dafür erfüllt sein?

Drei Elemente als Bedingung für legitimen Sprachgebrauch:

  • Befugte Person (z.B. mit Diplom versehen)
  • Legitime Sprechsituation (z.B. Ärztin in Untersuchung, Pfarrer in Messe, u.a.)
  • Legitime Sprechform (z.B. engl. oder lat. Fachausdrücke, Berufsjargon)

Macht in schulischer Kommunikation:

Weshalb funktioniert die "Autoritative Sprache" nur in Verbindung mit Unterworfenen?

Die Sprache der Autorität regiert immer nur dank dem Mittun der Unterworfenen. Der Unterworfene tritt einen Teil seiner Macht ab, dadurch ermöglicht er, dass über ihn Macht ausgeübt wird. 

Macht in schulischer Kommunikation:

Was sind mit den Einsetzungsriten im Zusammenhang mit der "Autorisierter Sprache" gemeint?

Der Einsetzungsakt verleiht jemandem Identität, indem ihm öffentlich mit Autorität mitgeteilt wird, was er ist und was er zu sein hat. Werde, was du bist: werde deiner Definition gerecht, sei deinem Amt gewachsen, verhalte dich standesgemäß.

Beispiel: Bei der Diplomübergabe am Ende des PH Studiums, wird man offiziel ins Amt der Lehrer eingeführt. Die PH an sich erwartet durch die Überreichung des Diploms, dass man seiner Rolle als Lehrer gerecht wird und sich auch dementsprechend so verhält, wie es die Instuition will.

Macht in schulischer Kommunikation: (Heinrich Popitz)

Weshalb kommt es überhaupt dazu, dass sich Menschen an Autorität binden resp. einen Teil ihrer Macht abgeben?

  • Anpassung an die Wünsche der Autoritätsperson
  • Übernahme von Meinungen, Wertmassstäben der Autoritätsperson;

            Beurteilen des eigenen Verhaltens, wie wenn es die Autorität tun würde.

  • Autorität kommt ohne Machtausübung aus
  • Anerkennung einer Überlegenheit der Autoritätsperson

Menschen wollen von denen, die sie besonders anerkennen, besonders anerkannt sein. Die soziale Erfahrung der Anerkennung bestimmt die Struktur der Selbstanerkennung.

 

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Was versteht Luhmann unter "Kommunikation"?

Luhmann: Luhmann konzipiert Kommunikation von der Gesellschaft und ihren

sozialen Teilsystemen her. Zudem steht bei ihm weder ein Inhalt noch irgendeine Absicht, sondern nur

die Kommunikation als Operation und ihre allgemeine Funktion im Blick.

Kommunikation = Soziales System.

 

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

 

Kommunikation ergibt sich nach Luhmann in 3 zusammenhängenden Selektionsschritten, welche sind das?

1. Informationsbildung

Nach Luhmann muss Information als Unterschied (Differenz) wahrgenommen werden. Wir selektionieren die Information in Beziehung mit den anderen Teilnehmenden des jeweils konkreten sozialen Systems.

2. Mitteilungsbildung

Wie soll die selektionierte Information mitgeteilt werden? Mit welchem Verbreitungsmedium? Mit welcher Absicht?

3.Verstehensbildung

Erst wenn andere Mitglieder eines Systems erkennen, dass eine Mitteilung vorliegt, spricht Luhmann von einem gelungenen kommunikativen Akt.

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Was meint Luhmann mit: "Kommunikation hat nicht Konsens, sondern Dissens zur regulativen Idee" ?

Gerade Neuigkeiten, Missverständnisse und Irritationen halten Kommunikation im Fluss, währenddem ein völliges gegenseitiges Verstehen die Kommunikation zum Erliegen bringen kann. 

Bsp: 

Was soll man weiter sagen, nachdem man gesagt hat: Du hast recht. Wir sind uns einig?

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Was versteht Luhmann unter "Alter" und "Ego"?

Alter= Sender

Ego = der Empfänger

Der Ganze Prozess von der Information zur Mitteilung der Information und des Verstehen dieser, packt Luhmann in zwei Vergleichspunkte die er EGO und ALTER nennt. ALTER ist dafür verantwortlich die relevanten Informationen auszusuchen die mitgeteilt werden sollen. Sobald diese ausgewählt sind, überlegt sich ALTER, wie diese Informationen am besten mittgeielt werden. --> Kommunikationsofferte

Nachdem die Mitteilungsoption vom ALTER gewählt ist, sortiert EGO diese Information aus resp. wie versteht sie diese Information? Hier spricht man bereits von einem Zustandekommen von Kommunikation. In einem zweiten Schritt konstruiert EGO neue Informationen zur erhalten Mitteilung resp. wie kann diese Mitteilung auch noch verstanden werden.

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Was versteht Luhmann unter "Medien"?

Medien heissen bei Luhmann jene Mittel, mit denen Kommunikation wahrscheinlicher wird. Das Hauptme-dium menschlicher Kommunikation ist die Sprache. Das Sprechen einer gleichen Sprache erhöht die Ver-stehenswahrscheinlichkeit um Vieles. Aber auch ein Stundenplan oder eine Absenzenordnung sind Medien, denn beide erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Erreichbarkeit.

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Was ist nach Luhmann ein "System"?

Es ist organisierte Komplexität, die operiert, so dass sich das System fürs erste einmal erhält. Der biologische Körper operiert: er lebt. Teammitglieder tauschen sich aus: das soziale System Team erhält sich. Die erste Aufgabe einer jeden Systemoperation ist immer, das System zu erhalten und zu repro-duzieren. Wer in einer Zweierbeziehung Kommunikation mit dem Gegenüber über längere Zeit abbricht, löst dieses System auf.

Generell unterscheidet Luhmann zwischen

-Biologischem, Sozialem und Phsychologischen System. Alle 3 operieren einzel und können sich aber auch gegenseitig beeinflussen.

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Wie beschreibt Luhmann Information und Kommunikation? 

 

Die Welt ist voller Informationen die auf irgend eine Art und Weise selektiert werden müssen (was ist wichtig was nicht)

Entscheidend ist, dass die dritte Selektion sich auf eine Unterscheidung stützen kann, nämlich auf die Unterscheidung der Information von ihrer Mitteilung. Da dies entscheidend ist und Kommunikation nur von hier aus verstanden werden kann, nennen wir (etwas unge-wöhnlich) den Adressaten 'Ego' und den Mitteilenden 'Alter'. Die Kommunikation wird sozu-sagen von hinten her ermöglicht, gegenläufig zum Zeitlauf des Prozesses. Verstehen ge-neriert nachträglich Kommunikation» 

 

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Unterschiede zwischen Luhmann und Watzlawick bezüglich Kommunikation?

Watzlawick setzte Kommunikation mit Verhalten gleich. Da lebendige Menschen sich verhalten, kam Watzlawick zum Schluss, man könne, da lebendig, nicht nicht kommunizieren. Luhmann sah in der Kommunikation den dreistufigen Prozess Information-Mitteilung-Verstehen zwischen mehreren Beteiligten. 

 

Konstruktivismus Systemtheorie 2 (Luhmann)

Luhmann ordnete die Kommunikation einem System zu und keiner einzelnen Person! Was ist hiermit gemeint?

 

 

 

Nicht Personen, sondern soziale Systeme unterliegen dem Kommunikationszwang. Ansonsten zerfallen sie. 

Bsp:

Soziale Systeme können auch fortbesehen, indem sie immer wieder durch neue menschen "belebt" werden dass heisst wen jemand aus einem System  z.B. System "Bundesrat" austritt, und jemand anders kommt herein, so geht der Neuling in das System "Bundesrat" herein und das System bleibt weiter bestehen.

Vertrauen

Was besagt die Persönliche Vertrauenstheorie nach Schweer?

Schweer unterteilt die persönliche Vertrauenstheorie in zwei Bereiche:

1. Individuelle Vertrauenstendenz: Überzeugung einer Person, selbst vertrauensvolle Beziehungen zu ihrem sozialen Umfeld aufzubauen, bzw. Vertrauen schenken zu können. 

2. Implizite Vertrauenstendenz: 5 Kompetenzen (siehe nächste Frage)

Vertrauen

Was sagt die Implizte Vertrauenstendenz aus und wie lauten die 5 Kompetenzen dazu?

Die 5 Kompetenzen die Implizite Vertrauenstheorie: 

 

Persönliche Zuwendung: wie sehr widmet sich der Lehrende den privaten Anliegen der Lernenden und hilft ihnen hierbei? 

Fachliche Kompetenz und Hilfe: in welchem Mass ist der Lehrende bei fachlichen Problemen ansprechbar, bewer-tet gerecht und ermutigt zur Offenheit in Diskussionen? 

Respekt: inwieweit achtet der Lehrende den Lernenden als Person und nimmt ihn als Interaktionspartner ernst? 

Zugänglichkeit: inwieweit ist der Lehrende offen für die Belange des Lernenden und nimmt sich dafür Zeit? 

Aufrichtigkeit: ist der Lehrende wirklich so, wie er sich gibt? 

All diese 5 Kompetenzen helfen das Vertrauen zur Lehrperson zu stärken. SuS erleben LP positiv.

Diese 5 Faktoren können vom Gegenüber unterschiedlich gewichtet werden.

Sie führen zu Vertrauenskonkordanz oder Vertrauensdiskordanz.

Vertrauen:

Was ist Systemvertrauen? (Luhmann)

Wenn Vertrauen in ein System gelegt wird, z.B. Eltern vertrauen der Schule, dass ihre Kinder gut ausgebildet werdet. Wenn z.B. Eltern unsicher sind bezüglich Methoden, die der Lehrer anwendet, besteht ein „Bruch“ im Vertrauen zum System „Schule“

Während das persönli-che Vertrauen somit seit jeher eine wichtige Rolle im Zusammenleben von Menschen gespielt hatte und noch immer spielt, gewann das Systemvertrauen in der komplexer werdenden Gesellschaft immer mehr an Bedeutung

Vertrauen:

Was sind wichtige "Teilsystem" in unserer heutigen Gesellschaft nach Luhmann?

 

So stellten beispielsweise die Religion, die Ökonomie und die Politik schon bald wichtige Teilsysteme dar. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann sich das Bildungssystem (auch: Erziehungssystem) als Teilsystem auszudifferenzieren.

Jedes Teil-system erfüllt somit eine bestimmte gesellschaftliche Funktion (das Teilsystem Bildung zum Beispiel dieje-nige der Qualifikation und Sozialisation), funktioniert nach spezifischen Codes (im Teilsystem Bildung han-delt es sich um den binären Code «gute / schlechte Zensuren»).

Vertrauen:

Was brauchte es damit System aufrecht bleibt?

In jedem Teilsystem erhöht das Vertrauen in spezifische Erfolgsmedien die Wahrscheinlichkeit der Kommunikation und somit des Systemerhalts (im Teilsystem Bildung handelt es sich um das Medium «Bildung. 

Beispiel: Lehrer ist sich nicht sicher, ob seine Unterrichtsmethoden gut sind und fragt deshalb einen Lehrkollegen um Rat. Das Systemvertrauen ist dadurch Nicht vermindert. Doch weshalb ist in diesem Beispiel Systemvertrauen noch vorhanden?

Antwort: So lange alle beteiligten Akteurinnen und Akteure Informations-, Mitteilungs- und Verstehensselektionen vor dem Hinter-grund des binären Codes eines spezifischen Teilsystems vornehmen, liegt Systemvertrauen vor. Anderst gesagt, solange eine Erfolgreiche Kommunikaiton stattfindet (zwischen beiden der Lehrer der den anderen Lehrer um Rat fragt) liegt Systemvertrauen vor.

Vertrauen:

Welche 3 Arten von "Vertrauen" gibt es nach Schweer?

Es gibt 3 Arten von Vertrauen:

1. Systemvertrauen (Ich vertraue der Schule als System bsp. Ich vertraue der Schule das sie als Organisation schaut das alle)

2. Persönliches Vertrauen (Ich vertraue einer anderen Person, z.B. zwischen Lehrer und Eltern, oder Lehrer und Kind)

3. Selbstvertrauen (Ich vertraue mir selber in meinem eigenen System)ds

Kommunikation und SuS Partizipation

Was versteht man unter "Soft-skills"?

Mit sogenannte ‚soft skills’ oder auch Schlüsselkompetenzen – von Schülerinnen und Schülern meint man Teamfähigkeit, Konsensfähigkeit, Flexibilität, emotionale Belastbarkeit bis (interkulturelle) Kommunikationskompetenz

Vertrauen:

Wenn Eltern dem Lehrer vertrauen ist das....?

Vertrauen:

Klicke die korrekten Verhaltensdimensionen an, welche die "Implizite Verhaltenstheorie" beinhaltet.

Vertrauen:

Was it mit "Vertrauensvorleistung der Lehrperson" gemeint?

erhöht. Mit Vertrauensvorleistungen von Lehrpersonen im schuli-schen Kontext sind beispielweise «Kontrollverzicht und die Übertragung von Verantwortung» gemeint.

Vertrauen:

Vertrauen zwischen Lehrperson und SuS fördert direkt zu...

Vertrauen:

Was wird bei der "Impliziten Vertrauenstheorie" mit "weichen" und "harten" Faktoren gemeint?

«weichen Faktoren» sind persönliche Zuwendung, Zugänglichkeit, Respekt und Aufrichtigkeit auch der «harte Faktor» fachliche Kompetenz und Hilfe für viele Schüler/-innen einen wichtigen Pfeiler der Vertrauensentwicklung darstellt. Lehrpersonen sollten somit gut geplanten / vorbereiteten Unterricht fachlich versiert und didaktisch an die Lernvoraussetzungen und -bedürfnisse der Schüler/innen angepasst durchführen.

Vertrauen:

Damit Kommunikation gelingen kann, nennt Luhman als grundlegende Voraussetzung sowohl psychischer als auch sozialer Systeme das Univeralmedium "Sinn". Was meint er damit?

Ohne Sinn würde die Grundvoraussetzung psychischer und so-zialer Systeme fehlen.Sinn wird auf Komplexität bezogen und hat die Funktion, die Komplexität des Handelns und Erlebens einerseits zu reduzieren und bestimmbar zu machen, andererseits aber auch auf andere Möglichkeiten des Handelns und Erlebens zu verweisen.

Anderst gesagt:Die Welt ist hoch komplex, in jedem Moment haben Akteurinnen und Akteure eine Fülle von Möglichkeiten, Informationen, Mitteilungen und Verstehen zu selektionieren. Durch die Selektion entsteht eine Differenz, nämlich die Differenz zwischen dem, was selektioniert wurde, und dem Rest, der nicht selektioniert wurde, aber auch hätte selektioniert werden können und als Selektionsmöglichkeit erhalten bleibt. Sinn rekurriert auf Selektionsmöglichkeiten, die dann vorliegen, wenn zumindest minimale Komplexität vorliegt.

Kurz: Indem wir Informaitonen selektionieren geben wir ihnen eine Sinn (aus unserer Sicht aus), dass heisst gäbe es keinen Sinn, könnten wir Informationen nicht selektionieren. 

Vertrauen:

Systemvertrauen reduziert die Unwahrscheinlichekit der Kommunikaiton

Vertrauen:

Was wird mit dem "Binäre Code" in zusammenhang mit Systemvertrauen gemeint?

Jedes Teilsystem (z.B. Bildung) funktioniert nach einem spezifischen Code. Beim Teilsystem Bildung würde der Code "gut/schlecht" lauten. Das heisst Systemvertrauen bleibt solange bestehen, so lange alle beteiligten Akteurinnen und Akteure Informations-, Mitteilungs- und Verstehensselektionen nach dem jeweiligen Binären Code (gut/schlecht) des Teilssystem (z.B. Bildung)  vornehmen.  

Lernen