Mediävistik Vokabular

Mediävistik Vokabular

Mediävistik Vokabular


Anais Sommer
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Einblick in das mittelalterliche Vokabular auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Bedeutung und Entwicklung von Begriffen wie "nebensatz", "daz", "verstand", "krieger", "adel", "begegnung" und "gott". Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Mediävistik, da sie die historische Bedeutung und den Wandel von Wörtern wie "arbeit", "urloup", "süeze" und "dörper" erläutern. Sie helfen dabei, die sprachliche und kulturelle Welt des Mittelalters besser zu verstehen.
Flashcards
99
Students
2
Language
German
Category
Literature
Level
University
Created / Updated
06.06.2017 / 24.06.2017

Flashcards

zuht

Bedeutungswandel: aufziehen, versorgen, züchtigen, erziehen. Anstand, höfische Manieren --> später Sittsamkeit, Züchtigkeit

juncvrouwe / maget

Standesbezeichung für unverheiratete Frau

wîp

Geschlechterbezeichung von Fraue (niedere Standesbezeichung), sexuellle Konnotation, ausgewachsene Frau die mit Mann verkehrt

vrouwe

vrouwe: Femininbildung zu frou (Herr) à Herrin, Dame (Aspekt der Standesbezeichnung)

Siech

mhd. krank 

Kranc

schwach (kranker Verstand --> schwacher Verstand --> dummer Mensch)

Angest

Bedrängnis, mhd. Angst, Furcht, Bedrängnis, Gefahr, ängstlich, gefährlich

boese

böse, schlecht, minderwertig, schwach (böses Tier --> schwaches Tier)

sleht: gerade, aufrichtig, schlicht

huote

Schutz, Vorsicht, Obhut, Fürsorge, Aufsicht (eind des Minnesanges!)

wîgant

Kampf, Krieger, Held

recke

verbannter / vertriebener Krieger

degen

Knabe, Dienstmann, Krieger, Diener Gottes, tapferer Krieger

ellende

im fremden Land, derjenige aus dem fremden Land, der Fremde, der Verbannte, der Vetriebene, beklagen des fern von zu Hause seins

hövesch

höfisch, höflich, feingebildet, gesittet, hübsch

gast

Fremder / Feindlciher Krieger, heimatloser Fremder, Gast / Gastgeber

liep / liebe

begehrenswert, liebenswert, wohlgefallen

Freude, Lust, Verlangen, Liebe

minne

leibendes Gedenken, (denken, im Sinn haben), Nächstenliebe / Brüderlichkeit

höfisch: verlangende, begehrende Liebe, dienende/werbende Verehrung eines Mannes der Frau

sene / senedaere

Schmerz, Liebe, Verlangen, Sehnsuchtsschmerz, sehnen (die Liebenden)

triuwe

Zuverlässigkeit, Vertrauen, Zuversicht, Vertrag

staete

beständig, fest, anhaltend

Beständigkeit, Festigkeit, Beharrlichkeit

hêrre

der Ältere, Ehrwürdigere, Grund-/Lehnherr/Herrgott, nicht Geschlechts- sondern Standesbezeichnung

bîspel

Bei-Erzählung, moralisch belehrende Reimpaardichtung, Tierfabeln / Moralfabeln

bescheiden

Verb: entscheiden, bestimmen, benachrichtigen (Bescheid geben)

Adjektiv: bestimmt, festgesetzt, mässig rücksichtsvoll, urteilsfähig --> unscheinbar, gering, mässig

swaere

Adjektiv / schwaches Femininum, gewichtig, schwer, drückend, beschwerlich, Ausdruck des Minnenleides

muot

Gemütsverfassung / Stimmung /Sehnenstimmung, anima/spiritus (Stellvertretung), à Bedeutungsveränderung zu Mut, hôhe muot: Hochgefühl, nicht Hochmut

âventiure

adventura/advenire – sich ereignen, aventure (fr.), à Abenteuer, zufällige Begegnung mit ungewissem Ausgang, Wagnis nehmen, gefährliche Begegnung (u.a. für Ritter), Personifikation der Dichtung

Witze

Abstraktum zu Wissen, Verstand / Vernunft / Klugheit / Weisheit

Hauptbedeutung: Verstand, (gesund, klug, frisch, urteilsfähig), sich seiner Selbst bewusst sein / werden, Bedeutungsverengung: „wit“, geistreich

ritter

reiten (Reiter zu Pferde), Herrscher / Diener, im Dienst einer Dame / Gottes, Gefolge eines Königs, der gesamte Adel, Erziehungsideal der Literatur

buhurt

Lehnwort Französisch, Ritterliches Schaureiten (friedlich)

edel

von edler Herkunft aber nicht zum Adel gehörig, herrlich, kostbar, ausgezeichnet, ethel

dörper

Dorfbewohner, „Bauer“, „bäuerisch ungeschliffen/ungehobelt“, (negative Idealisierung), Tölpel

süeze

"süss, lieblich, angenehm" / "gnädig, gütig, freundlich, heilig"

urloup

Bedeutungswandel: "erlauben/Erlaubnis", Erlaubnis zu gehen, Moment des Abschieds

arbeit

Not, Leid, "Aus Not zu harter Arbeit gezwungen", "weis/verweist", Knecht

(erst sehr spät positiver Bedeutungswandel)

kiusche

Bedeutungswandel:

"kiusche" ging über "keusch" hinaus --> wurde für reine Gedanken gebraucht, nicht nur für den Körper

hôch(ge)zît

kirchliche, weltliche Feste

Herrlichkeit/Festlichkeit

Artusroman, nach Problemlösungen

Bedeutungswandel: Fest --> Hochzeit

zewâre

wirklich, echt, ungelogen

ze jungest

zuletzt, jüngst, schliesslich

zehant

sofort, auf der Stelle, alsbald

vürbaz

weiter(hin), vorwärts, noch mehr

Study