Analysis II für TPH

Analysis II (TUW) Differentialrechnung in mehreren Variablen, Funktionenräume, komplexe Funktionentheorie

Analysis II (TUW) Differentialrechnung in mehreren Variablen, Funktionenräume, komplexe Funktionentheorie


F. L.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Analysis II auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Funktionen, Räume, Normen und Hilbert-Räume. Sie decken Themen wie lokale Invertierbarkeit, Newton-Iterationsformel, stationäre Punkte, Fourierreihen und Orthonormalbasen ab. Ideal für Studierende der Mathematik, die sich auf Prüfungen oder vertiefende Studien vorbereiten.
Cartes-fiches
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Allemand
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Mathématiques
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Université
Créé / Mis à jour
12.04.2017 / 21.08.2020

Cartes-fiches

Wie lauten die Cauchy-Riemann'schen Differentialgleichungen und was besagen sie?

\(\displaystyle\frac{\partial u}{\partial x}=\frac{\partial v}{\partial y} \quad\) \(\displaystyle\frac{\partial u}{\partial y}=-\frac{\partial v}{\partial x} \quad\)

Sind die Cauchy-Riemann'schen DGL erfüllt und u(x,y) und v(x,y) in einer Umgebung eines Punktes stetig differenzierbar, dann ist f differenzierbar an diesem Punkt.

Eine Funktion, die in einer Umgebung der Anschlussstelle \(z_0\) durch ihre Taylorreihe dargestellt wird, nennen wir [...] an \(z_0\). 

analytisch

Was trifft auf die folgenden komplexen Funktionen zu?

Wie berechnet man den k-ten Nebenzweig der komplexen Logarithmusfunktion?

\(\ln_k z:=\ln|z|+i(\arg z+2k\pi)\)

In einem Funktionenraum bedeutet gleichmäßige Konvergenz Konvergenz bezüglich welcher Norm?

Maximumnnorm oder auch Supremum-Norm

\(||x||_\infty:=\displaystyle \max_{t\in[a,b]}|x(t)|\)

Was ist ein normierter Raum und welche Eigenschaften muss diese Norm erfüllen?

Definitheit: \(||x||\geq0 \quad\) und \(||x||=0 \iff x=0\)

Homogenität: \(\|\lambda x\|=|\lambda|\|x\|\)

Dreiecksungleichung: \(\|x+y\| \leq \|x\|+\|y\|\)

Ein mit einer Norm versehener Raum heißt normierter Raum

Ein normierter Raum \((X,\|\cdot\|)\) heißt [...], wenn jede in X verlaufende Cauchyfolge bezüglich der Norm\(\|\cdot\|\) in X konvergent ist, dh. wenn ihr Grenzwert \(\in X\) ist.

vollständig

Ein vollständiger normierter Raum heißt 

Banachraum

Seien \((X,\|\cdot\|_X)\) und \((Y,\|\cdot\|_Y)\) normierte Räume über K und \(f:X\to Y\) eine lineare Abbildung.

f heißt beschränkt, wenn ein K > 0 existiert mit:

Was ist die Abbildungsnorm

 

\(\|f(x)\|_Y \leq K\|x\|_X \quad \)  \(\forall x \in X\)

Die kleinstmögliche dieser Konstanten K heißt die (Abbildungs-)Norm von f:

\(\|f\|=\|f\|_{Y\leftarrow X}:=\) \(\displaystyle \sup_{x \neq 0}\frac{\|f(x)\|_Y}{\|x\|_X}=\) \(\displaystyle \sup_{\|x\|_X=1}\|f(x)\|_Y\)

(Verallgemeinerung der Matrixnorm)

Welche Aussagen treffen auf Abbildungen in Funktionenräumen zu?

Sei \(f:X\to Y\) eine lineare Abbildung

Was ist die Idee bei der Vervollständigung eines normierten Raumes?

Sei \((X,\|\cdot\|_X)\) ein nicht vollständiger normierter Raum.

1) betrachte alle Cauchyfolgen in X, die nicht gegen ein \(x\in X\) konvergieren. Zwei Cauchyfolgen heißen äquivalent, wenn gilt: \((x_\nu) \sim (y_\nu)\): \(\displaystyle \lim_{\nu \to \infty}\|x_\nu-y_\nu\|_X=0\) Man erhält Äquivalenzklassen von Cauchyfolgen, Zerlegung der Menge aller dieser Folgen in disjunkte Teilmengen \(\overline x\) 

2) Diese Elemente \(\overline x\) werden zu dem Raum X hinzugenommen.

3) Nun soll noch die Norm nach \(\overline X\) fortgesetzt werden. Man wählt einen Repräsentanten aus einer Klasse aus und definiert die Norm als \(\|\overline x\|_{\overline X}:=\displaystyle\lim_{\nu\to\infty}\|x_\nu\|_X\)

 

Wie lautet der Fixpunktsatz von Banach?

Voraussetzungen und Aussage

Sei \((X,\|\cdot\|)\) ein Banachraum, \(D\subseteq X\) eine abgeschlossene Teilmenge von X und \(F: D\to D\) eine kontrahierende Abbildung von D in sich (dh. \(F(D)\subseteq D\) und 

\(\|F(x)-F(\tilde x)\|\leq\rho\|x-\tilde x\|\quad\) \(\forall x,\tilde x \in D\) mit einer Lipschitzkonstante \(\rho \in [0,1)\) )

Dann gilt:

  1. F hat genau einen Fixpunkt \(x^* \in D\) mit \(x^*=F(x^*)\)
  2. Für einen beliebigen Startwert \(x_0 \in D\) konvergiert die Fixpunktiteration \(x_{\nu+1}:=F(x_\nu)\) gegen \(x^* \) und zwar mit der Kontraktionsrate \(\rho\): \(\|x_{\nu+1}-x^*\|\leq\rho\|x_n-x^*\|\)

 

Seien p und q reelle Polynome mit \(\text{Grad }p+2\leq\text{Grad }q\). p besitze keine reellen Nullstellen.

Wie kann \(\displaystyle\int_{-\infty}^\infty \frac{p(x)}{q(x)}dx\) mithilfe der komplexen Analysis berechnet werden?

\(\displaystyle\int_{-\infty}^\infty \frac{p(x)}{q(x)}dx=\) \(\displaystyle 2\pi i\sum_{k=0}^n \text{Res}_{z=z_k}\frac{p(z)}{q(z)}\)

Wie lautet der Satz von Picard?

Auf einem Intervall [0,T] der Länge \(T\lt \frac 1L\) existiert eine eindeutige Lösung \(x^*(t)\) des Anfangswertproblems: \(x'(t)=f(t,x(t)),\quad\) \(t\in[0,T],\quad x(0)=x_0\) f hänge Lipschitz-stetig von x ab mit Lipschitzkonstante L.

Dann konvergiert die Fixpunktiteration auf [0,T] gegen \(x^*\)

\(x_0(t)=x_0\)

\(x_{\nu+1}(t)=x_0+\) \(\displaystyle \int_0^tf(s,x_\nu(s))ds\)

mit \(\|x_{\nu+1}-x^*\|_\infty \leq\) \(LT\|x_\nu-x^*\|_\infty\), wobei \(LT \lt 1\)

Sei \(F:D\subseteq(X,\|\cdot\|_X)\to (Y,\|\cdot\|_Y)\) eine Abbildung zwischen normierten Räumen. F heißt an der Stelle x [...],  falls eine beschränkte lineare Abbildung \(\phi:(X,\|\cdot\|_X)\to (Y,\|\cdot\|_Y)\)  existiert, sodass gilt

\(F(x+h)=F(x)+\phi(h;x)+r(h)\) mit \(\|r(h)\|_Y=o(\|h\|_X)\)

\(\phi(h;x)=:\mathcal DF(x)(h)\)

linear approximierbar

Sei M Teilmenge des normierten Raumes X. Die Menge aller Linearkombinationen von endlich vielen Elementen aus M heißt [...] von M

lineare Hülle

Welche Aussagen treffen zu?

Sei U ein abgeschlossener Unterraum eines normierten Raumes X. Dann heißt eine linear unabhängige Menge \(B\subseteq U\) mit \(U=\overline{\mathcal L(B)}\) [...] von U

Basis

Ein normierter Raum X heißt [...], wenn er eine abzählbare, überall dichte Teilmenge M besitzt, das bedeutet: \(M\subseteq X\) mit \(\overline M = X\)

separabel

Wie ist auf einem Funktionenraum die Norm \(\|x\|_1\) Norm definiert? 

Ist dieser Raum \((C[a,b],\|\cdot\|_1)\) ein Banachraum?

\(\|x\|_1:=\displaystyle \int_a^b|x(t)|dt\)

Der Raum ist kein Banachraum (nicht vollständig)

Die Vervollständigung des Raumes ist der Banachraum der absolut integrierbaren Funktionen: \((L^1(a,b),\|\cdot\|_1)\)

Wie nennt man die durch die Lösung des Bestapproximationsproblems definierte lineare Abbildung?

Welche Eigenschaften besitzt sie?

Orthogonalprojektor auf U entlang von \(U^\perp\) 

Idempotenz: \(P(Px)=Px=u=Pu\) bzw \(P^2=P\)

Symmetrie, Selbstadjungiertheit: \(Px\cdot y=x\cdot Py, \quad\) \(P=P^T\)

Welche Eigenschaften muss ein inneres Produkt erfüllen?

Ein inneres Produkt auf X ist eine Abbildung \(\langle\cdot,\cdot\rangle:X \times X\to \mathbb K\) mit folgenden Eigenschaften:

  • Linearität im ersten Argument
  • Hermite-Eigenschaft: \(\langle x,y\rangle=\overline{\langle y,x\rangle}\)
  • Definitheit: \(\langle x,x\rangle \geq0\) und \(\langle x,x\rangle =0 \iff x=0\)

Welche Aussagen treffen auf endlichdimensionale Vektorräume zu?

Welche Aussagen treffen auf einen Vektorraum mit innerem Produkt zu?

Ein vollständiger Raum mit innerem Produkt heißt 

Hilbertraum

Wie ist der Hilbertraum \(\mathit l^2\) der quadratisch summierbaren Folgen definiert? Wie das innere Produkt und die Norm?

\(\mathit l^2 :=\)\(\left\{ x=(x_\nu)_{\nu\in\mathbb N}:\displaystyle \sum_{\nu=1}^\infty|x_\nu|^2\lt \infty\right\}\) mit dem inneren Produkt: \(\langle x,y\rangle:=\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty x_\nu y_\nu\)

Wie ist das innere Produkt im Hilbertraum \(L^2(a,b)\) der quadratisch integrierbaren Funktionen definiert?

\(\langle x,y\rangle:=\displaystyle\int_a^b x(t)y(t)dt\)

Was trifft auf den Raum \(X=L^2(a,b)\) zu?

Sei \((X,\langle \cdot,\cdot\rangle)\) ein Raum mit innerem Produkt und \(b \in X\) fest.

Es sei \(f(x):=\langle x,b\rangle\)

Was trifft auf f zu?

Wie lautet der orthogonale Projektionssatz für Hilberträume?

Sei U ein abgeschlossener Unterraum eines Hilbertraumes X. Dann gilt:

  1. Für jedes \(x\in X\) existiert ein eindeutiges \(u \in U\) mit \(\|x-u\|=\displaystyle\min_{v\in U}\|x-v\|\)
  2. Für den Approximationsfehler gilt \(x-u\in U^\perp\)
  3. Die Abbildung (Orthogonalprojektion, Orthogonalprojektor auf U) \(P:X\to U\) ist
    1. linear
    2. stetig, wobei \(\|P\|=1\)
    3. idempotent
    4. selbstadjungiert

Sei \(\Phi=\{\phi^{(1)},\phi^{(2)},...\}\) ein abzählbares Orthonormalsystem im Hilbertraum X.

Wann konvergiert die Reihe \(\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty\gamma_\nu\phi^{(\nu)}\)

\(\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty\gamma_\nu\phi^{(\nu)}\) konvergiert genau dann, wenn gilt \(\gamma=(\gamma_\nu)\in l^2\), das heit, wenn die Reihe \(\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty|\gamma_\nu|^2\) konvergiert.

In diesem Fall gilt auch: \(\displaystyle\left\| \sum_{\nu=1}^\infty\gamma_\nu\phi^{(\nu)}\right\|^2\)\(=\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty|\gamma_\nu|^2\)

Sei \(\Phi=\{\phi^{(1)},\phi^{(2)},...\}\) ein abzählbares Orthonormalsystem im Hilbertraum X.

Wie lautet die Bessel'sche Ungleichung?

Für jedes \(x\in X\) gilt:

\(\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty |\langle x,\phi^{(\nu)}\rangle|^2\) \(\leq \|x\|^2\)

Die linke Reihe ist daher stets konvergent

Sei \(\Phi=\{\phi^{(1)},\phi^{(2)},...\}\) ein abzählbares Orthonormalsystem im Hilbertraum X.

Der Abschluss \(\overline{\mathcal L(\Phi)}\) ist ein abgeschlossener linearer Unterraum von X, und für jedes \(x\in X\) ist die Orthogonalprojektion gegeben durch die konvergente [...] p.

\(x\sim p:=\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty \gamma_\nu\phi^{(\nu)}\) mit \(\gamma_\nu=\langle x,\phi^{(\nu)}\rangle\)

Fourierreihe

Unter einer [...] in einem Hilbertraum X versteht man ein Orthonormalsystem \(\Phi=\{\phi^{(1)},\phi^{(2)},...\}\) mit der Eigenschaft, dass jedes \(x \in X\) in der Form \(\displaystyle x=\sum_{\nu=1}^\infty \gamma_\nu\phi^{(\nu)}\) dargestellt werden kann.

(Das = ist im Sinne der Konvergenz zu verstehen)

Orthonormalbasis

Wie lautet der Satz von Riesz-Fischer?

Sei X ein separabler Hilbertraum und \(\Phi\) eine Orthonormalbasis von X. Dann ist die Koeffizientenfolge \(\gamma_\nu\) in der Basisdarstellung \(x=\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty\gamma_\nu\phi^{(\nu)}\) genau die Folge der Fourierkoeffizienten \(\gamma_\nu=\langle x,\phi^{(\nu)}\rangle\) 

Das heißt \(x=\displaystyle\sum_{\nu=1}^\infty\gamma_\nu\phi^{(\nu)}\)ist die Fourierreihe von x. Es gilt \(\gamma\in l^2\) und außerdem die Parseval'sche Gleichung

\(\|x\|^2=\|\gamma\|^2=\) \(\displaystyle \sum_{\nu=1}^\infty|\langle x,\phi^{(\nu)}\rangle|^2\)

Sei X ein Hilbertraum

Welche Aussagen treffen zu?

 

Wie kann jedes \(f\in L^2(-\pi,\pi)\) durch eine trigonometrische Fourierreihe dargestellt werden? Wie konvergiert die Reihe?

\(f(x)=_{L^2}f_{Fourier}(x)=\) \(\displaystyle\frac{a_0}2+\sum_{k=1}^\infty \left(a_k\cos(kx)+b_k\sin(kx)\right)\)

mit \(a_k=\displaystyle \frac 1\pi \int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(kx)dx\) und \(b_k=\displaystyle \frac 1\pi \int_{-\pi}^\pi f(x)\sin(kx)dx\)

Die Reihe konvergiert im Quadratmittel, also im Bezug auf die Norm \(L^2\)

Wie lautet die Parseval'sche Gleichung bei einer trigonometrischen Fourierreihe in \(L^2\) ?

\(\displaystyle\frac 1\pi \|f\|^2=\) \(\displaystyle\frac1\pi\int_{-\pi}^\pi f(x)^2dx=\) \(\displaystyle\frac{a_0^2}2 +\sum_{k=1}^\infty(a_k^2+b_k^2)\)

Sei f eine beschränkte \(2\pi\)-periodische Funktion. Wie lautet das Dirichlet-Kriterium für punktweise Konvergenz?

f sei abgesehen von einer im Intervall \([-\pi,\pi]\) endlichen Anzahl von Sprungstellen stetig differenzierbar. Dann konvergiert die trigonometrische Fourierreihe von f punktweise gegen den Wert \(\displaystyle\frac{f(x+)-f(x-)}2\)

Der Grenzwert konvergiert also gegen f, außer an den Sprungstellen, wo er gegen das arithmetische Mittel konvergiert.

Wann konvergiert eine Fourierreihe gleichmäßig gegen eine Funktion f?

Wenn f \(2\pi\)-periodisch, stetig und stetig differenzierbar ist, abgesehen von einer im Intervall \([-\pi,\pi]\) endlichen Anzahl an Sprungstellen der Ableitung.

Dann konvergiert die trigonometrische Fourierreihe gleichmäßig gegen f.

Étudier