Bedienung von Sicherungsanlagen
Bedienung von Sicherungsanlagen
Bedienung von Sicherungsanlagen
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Flashcards
Was sind die Aufgaben von Sicherungsanlagen?
Sicherungsanlagen dienen
- zum Sichern, Lenken und Steuern des Bahnbetriebes
- zur Erhöhung der Sicherheit des Betriebes
- zum Beschleunigen des Betriebsablaufes
Die Bedienungselemente von Weichen, Signalen,... werden in Stellwerken zusammengefasst.
Die Bedienungen werden somit voneinander abhängig gemacht.
Sicherungsanlagen unterstützen den Bediener bei der Abwicklung von:
Welche Fahrstraßen gibt es und was sind die jeweiligen Besonderheiten?
Es gibt folgende Fahrstraßen im Bahnhof:
- < >< >< >
Zugstraße:
Diese Fahrstraße bietet die größtmögliche Sicherheit. Die Sicherungsanlage wird vollständig ausgenutzt.
Dem Bediener und dem Triebfahrzeugführer wird die eingestellte Zugstraße durch ein freizeigendes Haupt- oder Schutzsignal angezeigt.
Zughilfsstraße:
Ist die Einstellung einer Zugstraße technisch nicht möglich oder betrieblich nicht zulässig, wird eine Zughilfsstraße eingestellt. Die Sicherungsanlage garantiert die richtige Stellung der Weichen und Flankenschutzeinrichtungen, ein Signal wird jedoch nicht freigestellt.
Ersatzstraße:
Sind weder Zug- noch Zughilfsstraße einstellbar, so wird eine Ersatzstraße gebildet. Sie stellt die unterste Stufe der Sicherung von Zugfahrten dar.
Der Bediener ist alleine für die richtige Stellung von Weichen und Flankenschutzeinrichtungen verantwortlich!
Was versteht man unter Signalabhängigkeit?
Weichen beziehungsweise Flankenschutzeinrichtungen sind signalabhängig, wenn sie zwangsläufig in der erforderlichen Stellung festgehalten werden, solange sich das
zugehöriges Signal in der Freistellung befindet, bei den durch diese Fahrt in Haltstellung gelangenden Signalen, solange die Fahrstraße (Teilfahrstraße) noch nicht aufgelöst ist.
Wie werden Zugfahrten auf der freien Strecke gesichert?
Streckenblockung: Sie stellt die Abhängigkeiten sämtlicher Signale her, die Blockabschnitte decken, damit in einem Blockabschnitt nur ein Zug verkehren kann.
Folgezugsicherung: Schutz von Zügen gleicher Fahrtrichtung (Folge Zug)
Gegenzugsicherung: Schutz von Zügen entgegen gesetzter Fahrtrichtung (Gegen Zug)
Der Schutz kann auf folgende Arten erfolgen:
bauliche Art (Richtungsbetrieb)
technische Art (Streckenblockung)
betriebliche Art (Zugmeldeverfahren)
Unterscheidung von Stellwerken nach der Bauart:
Reihenstellwerke: Die einzelnen Bedienungs- und Meldeelemente sind in einer oder mehreren Reihen nebeneinander angeordnet und in einem Stellwerksapparat zusammengefasst.
Die Bedienungselemente erhalten in der Regel eine Grundstellung.
Elektrische Stellwerke (Gleisbildstellwerke):
Die Bedienungs- und Meldeeinrichtungen sind dem Gleisbild der Betriebsstelle entsprechend angeordnet.
Die Bedienungselemente haben keine Grundstellung.
Zwei Arten der Bedienmöglichkeit:
Stellpult: Bedienungselemente sind grundsätzlich Tasten. Meldeelemente sind Meldelampen oder Leuchtdioden. (z.B.: VGS 80, SpDrL, SpDrS)
Monitore: Bedienungselemente sind Tastatur und Maus, als Meldeeinrichtung dient ein Monitor (oder auch mehrere - BFZ). Beispiel: elektronisches Stellwerk
Was wird beim Einstellen einer Zughilfsstraße nicht überprüft?
Zughilfsstraßen überprüfen nicht:
- Gleisfreimeldung
- Streckenblockung
- EKSA
Wozu gibt es Weichen?
Weichen ermöglichen die unterbrechungslose Fahrt von einem Gleis auf ein anderes (im Unterschied zu Drehscheiben und Schiebebühnen).
Wie kann ich die Stellung der Weiche vor Ort erkennen?
Zur Bestimmung der Weichenstellung
wird diese gegen die Spitze betrachtet.
Das heißt vom Weichenanfang Richtung
Weichenende (Weichenherz)!
Die Weiche im Beispiel hat die
Stellung „zur Fahrt nach links“.
Welche Weichenverschlüsse gibt es und nennen Sie Arten davon:
Verschlussarten:
Hakenverschluss
Klammerverschluss
Spherolock
Klinkenverschluss
Bei geplanten Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h wird ein System verwendet das beide Zungen festhält. Es beinhaltet einen Weichantrieb-, Spherolock- und ein Verriegelungssystem. Verwendet wird hier der „Hydrostar“
Wozu werden Sperrschuhe benötigt?
Sperrschuhe bringen im aufgelegten Zustand anrollende Fahrzeuge entweder zum Stillstand oder zur Entgleisung. Sie werden als Flankenschutzeinrichtungen verwendet.
Die Grundstellung ist der aufgelegte Zustand.
Wie kann die Sicherung von Weichen erfolgen?
Die Sicherung kann mit folgenden Einrichtungen erfolgen:
Weichenschlösser
mechanische Weichenriegel
mechanische Weichenantriebe
elektrische Weichenantriebe
Wie erfolgt die Freistellung eines Signales bzw. die Haltstellung?
Die Freistellung von Signalen erfolgt
durch eine eigene Bedienungshandlung
gemeinsam mit der Fahrstraßeneinstellung
- zugbewirkt
Das Haltstellen von Signalen kann erfolgen:
händisch
zugbewirkt
Signale können jederzeit händisch in die Haltstellung gebracht werden (Gefahrfall)!
Wie kann der Streckenblock nach der Art der Bedienung eingeteilt werden?
HANDBLOCK
Rückblock und Richtungswechsel erfolgen händisch;
Schlusssignalbeobachtung durch
Augenschein
Bauart:
- ZG 62
SELBSTBLOCK
Einzige notwendige Bedienungshandlung ist der Richtungswechsel Gleisfreimeldeanlage
Bauarten:
ZG 62 mit Gleisfreimeldeanlage
Sbl 60 A
Anlagenbezogene Bauarten: Spurblock, VGS 80 Block, X 25
Wie sehen der Aufbau und die Bedienung von Reihenstellwerken aus?
In der ursprünglichen Bauart werden diese Sicherungsanlagen mit mechanischen Außenanlagen verwendet, heute gibt es auch Bauarten mit Lichtsignalen und/oder elektrischen Weichen.
Sind an der Einstellung von Zugstraßen mehrere Stellen (Sicherungsanlagen) beteiligt, ist es notwendig, Abhängigkeiten zwischen diesen herzustellen („Bahnhofblockung“). Bei mechanischen Anlagen geschieht das durch Blockfelder, die in der Lage sind, mechanische Abhängigkeiten herzustellen und aufzuheben, sowie diese elektrisch zu übertragen.
Bedienung: Wenn der Fahrdienstleiter den Auftrag zum Einstellen einer Zugstraße gibt, sind zuerst die Weichen und Riegel in die richtige Stellung zu bringen. Anschließend wird die Fahrstraße durch Umlegen des Fahrstraßen Knebels verschlossen und mit einem Blockfeld festgelegt. Danach kann bei Formsignalen zuerst das Hauptsignal und dann das Vorsignal freigestellt werden. Lichtsignale gelangen grundsätzlich gemeinsam in die Freistellung.
Die Abwicklung des Verschubes erfolgt durch Einzelstellung der erforderlichen Weichen durch den Mitarbeiter am Stellwerk (in Eigenverantwortung).
Erklären Sie den Aufbau und die grundsätzliche Bedienung von Gleisbildstellwerken?
Hinsichtlich der Bedienung werden die elektrischen Stellwerke in zwei Gruppen eingeteilt:
elektrische Stellwerke, bei denen Meldelampen oder Leuchtdioden als Melde- und Tasten als Bedienungselemente verwendet werden
elektrische Stellwerke, bei denen ein Monitor als Melde- und eine „Maus“ bzw. eine PC-Tastatur als Bedienungselemente verwendet werden
Die Tasten und Melder (bzw. die Darstellungen am Monitor) sind gleisbildmäßig angeordnet ("Gleisbildstellwerk"). Die erforderlichen Ausschlüsse und Abhängigkeiten werden auf elektrischem Weg durch die Relaisanlage hergestellt bzw. beim ESTW elektronisch durch den Rechner.
Die elektrische Außenanlage (elektrische Weichenantriebe und Lichtsignale) wird bei den elektrischen Stellwerken durch eine selbsttätige Gleisfreimeldeanlage ergänzt.
Bedienung: Bei allen Stellwerken, die mit Drucktasten bedient werden, besteht die Gefahr, dass eine Taste unbeabsichtigt gedrückt wird. Damit es dadurch zu
keinen betriebsgefährlichen Situationen kommt, reagiert die Sicherungsanlage nur dann auf einen Tastendruck, wenn zwei (sinnvolle) Tasten gleichzeitig gedrückt werden.
Beispiel: Umstellen einer Weiche - Wenn eine Weiche einzeln umgestellt werden soll, ist die Taste der jeweiligen Weiche gemeinsam mit der Weichengruppentaste (WGT) zu drücken.
Erklären Sie den Aufbau und die Bedienung der einheitlichen Bedienoberfläche (EBO 1)?
Bei den ÖBB werden laufend elektronische Stellwerke errichtet. Ziel ist es, die Arbeitsplätze zu vereinheitlichen (EBO - einheitliche Bedienoberfläche).
Die Bedienung erfolgt ausschließlich über Monitore mit Maus und Tastatur.
Die Außenanlage ist bei diesen Stellwerken in herkömmlicher Technik (Lichtsignale, elektrische Weichenantriebe etc.) ausgeführt, die erforderlichen Abhängigkeiten werden auf elektronischem Weg durch einen Rechner hergestellt.
Die Fahrstraßeneinstellung erfolgt durch Start - Zielbedienung, wobei die Art der Bedienung (Maus) und die Meldevorgänge (Monitor) Besonderheiten aufweisen.
Alle sicherheitsrelevanten Handlungen werden mit einem Drucker oder einem elektronischen Speichermedium aufgezeichnet.
Für das Betätigen der Kommandofreigabetaste und des Berechtigungsschalter ist das Kontrollpult zu verwenden.
Einstellen einer Fahrstraße: Mit dem Cursor ein Fahrstraßenstart- oder Zielelement mit linker Maustaste markieren, dieses wird weiß hinterlegt (Markierung). Anschließend mit dem Cursor das Fahrstraßenziel- oder Startelement markieren. Dadurch wird ein Bedienmenü geöffnet und aus diesem kann die gewünschte Fahrstraße ausgewählt werden.
Bildkontrollmelder: Er bestehend aus verschiedenen Farbbalken und dient zur Überwachung der sicheren Anzeige.
Erklären Sie den Aufbau und die Bedienung der einheitlichen Bedienoberfläche (EBO 2)?
Bei der EBO 2 handelt es sich um eine so genannte „Verfahrenssichere Anzeige“. Das bedeutet, dass auf Grund der grafischen Zustandsanzeige am Farbmonitor alleine KEIN Rückschluss auf den tatsächlichen Zustand eines Elements der Sicherungsanlage gezogen werden kann.
Für sicherheitsrelevante Auskünfte bzw. Vorgänge, bei denen die Information sicher vorliegen muss, sind Verfahren notwendig.
Aktion – Reaktion: Wenn unmittelbar nach einer Aktion (z.B. Umstellen einer Weichen …) die erwartete Reaktion erfolgt, so ist sichergestellt, dass die nun angezeigte Information (z.B. Weiche frei/besetzt, links/rechts …) dem tatsächlichen Zustand des Elements entspricht.
Alternatives Statusdisplay (ASD): Eine gesicherte Aussage über einen aktuellen Elementzustand kann nur dadurch erreicht werden, dass die grafische Anzeige mit einer gesondert generierten Textmeldung verglichen wird. Eine gesicherte Information liegt jedoch nur dann vor, wenn die Texte in der Prüfbox gut leserlich und durchgehend in schwarzer Schrift dargestellt sind.
Fahrstraßenbedienungen können in zwei Varianten ausgeführt werden:
Popup menü
Drag- and- Drop- Bedienung
Bei welchen Elementen ist eine Einzelsperrung vorgesehen?
Eine Einzelsperrung ist vorgesehen für:
fernbediente Weichen
ortsbediente Weichen mit ELF
Haupt- und Schutzsignale
- Einfahrvorsignale
- Fahrstraßenziele
Was sind Eisenbahnkreuzungen und wie werden sie gesichert?
Eisenbahnkreuzungen sind schienengleiche Eisenbahnübergänge im Verlauf einer Straße. Eisenbahnkreuzungen müssen gesichert werden.
Die Sicherung kann auf verschiedene Arten erfolgen:
Nichttechnisch
Bewachung
Technisch
Wie EK zu sichern sind, bestimmt die Behörde unter Bedachtnahme auf Verkehrserfordernisse und örtliche Verhältnisse.
Wovon spricht man wenn man eine technische Sicherung einer EK hat und wie kann diese erfolgen?
Werden EK mit technischen Einrichtungen abgesichert, spricht man von EK-Sicherungsanlagen.
Die technische Sicherung erfolgt durch
Lichtzeichen
Schranken
Lichtzeichen mit Schranken
Was versteht man unter dem Begriff „Sperrzeit“ einer EKSA?
Sperrzeit ist jene Zeit während der die EKSA dem Straßenverkehr HALT gebietet. Sie kann je nach Bauart der EKSA die Warndauer und die Zwischenzeit beinhalten.
Welche Unterscheidung gibt es bei den Sperrlängen von Schrankenbäumen?
Halbschranken: nur der rechte Straßenteil wird durch den Schrankenbaum gesperrt
Vollschranken: die ganze Straße wird durch die Schrankenbäume gesperrt. Sie kann zwei oder mehrteilig ausgeführt sein. Bei mehrteiligen Vollschranken kommt versetztes Schrankenschließen zum Einsatz. Die rechte Fahrbahnseite wird dabei zuerst geschlossen. (Um ein „Ausfahren“ noch zu ermöglichen)
Wie können EKSA überwacht sein?
EKSA werden überwacht:
durch den Bediener vor Ort durch Augenschein
mittels Fernüberwachungseinrichtung (Elektrische EKSA)
durch Triebfahrzeugführerüberwachung
Warum benötigt man das Zugeinwirkungssystem LZB bzw. ETCS Level 2?
Durch die lückenlose Information zwischen Tfz und einer Zentrale gilt dieses System als sicherungstechnisch sicher.
Mit diesen Systemen ist ein vollautomatisches Fahren und somit eine Fahrgeschwindigkeit von über 160 km/h möglich, da der Tfzf von der Signalbeachtung entbunden ist.