Lernziele Arzneimittelkunde, Diplomprüfung 08.05.2017
Lernziele Analgetika, Hr. Wernli
Lernziele Analgetika, Hr. Wernli
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Flashcards
Erklären wie Schmerzen ausgelöst werden.
Die Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) sind freie Nervenendigungen, welche auf mechanische, thermische und chemische Reize reagieren. Durch die Aktivierung dieser Schmerzrezeptoren werden Reize ausgelöst, was als "Schmerz" wahrgenommen wird. Durch Körpereigene Botenstoffen wird der Kanal sensibilisiert, wodurch die Schmerzschwelle sinkt.
Schmerz ist kurz und verschwindet, sobald die Noxe (Substanz oder Ereignis, die dem Organismus schaden zufügt) entfernt wird oder das verletzte Gewebe wieder hergestellt ist. Als chronische Schmerzen werden welche bezeichnet, die sich über Monate hinziehen oder periodisch wieder auftreten.
Erklären wie bei Schmerzen pharmakologischen eingegriffen wird.
Kann durch pharmakologische und nichtpharmakologische Massnahmen beinflusst werden:
- Beheben der Schmerzursache (z.B. Entfernen des Holzsplitters im Finger)
- Herabsetzen der Schmerzempfindlichkeit der Nozizeptoren (Einsatz von nichtsteroidalen Antirheumatika NSAR, z.B. Ibuprofen)
- Unterbrechen der nozizeptiven Leitung (Lokalanästhetika)
- Unterdrücken der Umschaltung von Schmerzimpulsen im RM (Opiode)
- Hemmen der Schmerzwahrnehmung (Opoide, Narkotika)
- Beinflussen der Schmerzverarbeitung (Antidepressiva als Co-Analgetika)
Das WHO-Schema zur Schmerzbehandlung erklären.
Der Einsatz von Pharmaka zur Schmerzbehandlung erfolgt nach den Leitlinien der WHO, anhand des WHO-Schmerzstufen-Schemas. Bei chronischen Schmerzen wird mit einem Medikament der WHO-Stufe I begonnen, wobei bei einem schweren Unfall nicht stufenweise vorgegangen werden kann, um die Schmerzen sofort zu lindern. Es werden parallel zu den Analgetika auch Adjuvantien (Begleitmassnahmen) eingesetzt, bsp. Physiotherapie ect. Diese Adjuvantien werden zu jeder WHO-Stufe begleitend eingesetzt.
Stufen II und III können mit Medikament der Stufe I kombiniert werden. Bei einem Wechsel von der Stufe II auf III werden die Medikamente der Stufe I weggelassen.
Die Indikation sowie Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin nennen.
Indikation:
- Leichte bis mässig starke Schmerzen
- akute Schmerzen (z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen im Bereich der Gelenke und Bänder)
- symptomatische Behandlung von Fieber oder Schmerzen bei Erkältungskrankheiten
Nebenwirkungen:
- hauptsächlich gastrointestinale Nebenwirkungen
- Erosionen und Gastriden
- Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist im letzten Trimenon (letztes Drittel der SS) kontraindiziert
- Besonders Aspirin kann Asthma bronchiale verstärken oder auslösen --> grunds. bei allen NSAR möglich
Die Indikation sowie Nebenwirkungen von Ibuprofen z.B. Algifor nennen.
Indikation:
- Entzündliche Rheumaformen
- degenerative Rheumaformen
- Dysmenorrhö
- Adjuvanz bei Infektionen
Nebenwirkungen:
- hauptsächlich gastrointestinale Nebenwirkungen
- Erosionen und Gastriden
- Sodbrennen
- Verstopfungen
Die Indikation sowie Nebenwirkungen für Mefenaminsäure, z.B. Ponstan nennen.
Indikation:
- Akute sowie chron. Schmerzen
- insbesondere rheumatische Schmerzen
- Muskelschmerzen
- Schmerzen nach OP und Verletzungen (Kopf-, Zahn-, und Ohrenschmerzen --> v. a. Zahnextraktion)
Nebenwirkungen:
- hauptsächlich gastrointestinale Nebenwirkungen
- Übelkeit
- Magenbrennen
Die Indikation sowie Nebenwirkungen für Naproxen, z.B. Aleve nennen.
Indikation:
- Rückenschmerzen
- Schmerzen nach Verletzungen
- Dysmenorrhö
- Zahn- und Kopfschmerzen
- Fieber bei Grippe
Nebenwirkungen:
- hauptsächlich gastrointestinale Nebenwirkungen
- Erbrechen
- Durchfall
Die Indikation sowie Nebenwirkungen von Acemetacin, z.B. Tilur nennen.
Indikation:
- Chron. Polyarthritis
- degenerative Gelenkserkankungen
- Morbus Bechterew
- entzündliche Zustände der Gelenke, Muskeln und Sehnen
- Sehnenscheidenentzündungen
- Hexenschuss u.v.a.
Nebenwirkungen:
- hauptsächlich gastrointestinale Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Benommenheit
- Übelkeit
Die Indikation sowie Nebenwirkungen von Dicloflenac, z.B. Voltaren nennen.
Indikation:
- Akute Arthritis (inkl. Gichtanfällen), sowie Morbus Bechterew
- schmerzhafte Entzündungen oder Schwellungen nach Operationen
- Reizzustände bei Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
- Weichteilrheuma
Nebenwirkungen:
- hauptsächlich gastrointestinale Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Benommenheit
- Übelkeit
Wirkung der nichsteroidaler Antirheumatika (NSAR) nennen.
Sie werden bei leichten bis mässig starken Schmerzen, Fieber und Entzündungen eingestzt, wirken also entzündungshemmend.
Worin besteht der Unterschied zwischen Acetylsalicylsäure (Aspirin) und den anderen NSAR?
Acetylsalicylsäure wirkt zusätzlich als Thrombozytenaggregationshemmer im Vergleich zu den anderen NSAR, die die Thrombozytenaggregation nur kurzfristig hemmen.
Die Eigenschaften von Metamizol nennen.
- starkes Analgetikum, Antipyretikum und zus. Spasmolytikum (krampflösend).
- wird bei starken Schmerzen (inkl. Tumorschmerzen), hohem Fieber sowie Kolliken der Gallen- und Harnwege eingesetzt.
- exakte Wirkmechanismus noch nicht verstanden.
Die Eigenschaften von Paracetamol nennen.
- wird bei leichten bis mässig starken Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Rückenschmerzen, Dysmenorrhö uva.), sowie symptomatischer Behandlung von Fieber eingesetzt.
- Vorteil: gute Verträglichkeit.
- Nachteil: kurze Halbwertszeit und fehlende Entzündungshemmung.
Den Unterschied von Paracetamol/Metamizol zu den NSAR nennen.
Sie besitzen ein unterschiedliches Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil zu den NSAR. Wirkmechanismus bislang nicht bekannt. Interessanterweise sind sie frei von den üblichen UAW der NSAR.
Die Dosierung von Paracetamol nennen.
Bei Erwachsenen: 4g/d (4-8h Zeitabstand zwischen den Dosen).
Bei Kindern/Säuglingen muss UNBEDINGT nach Gewicht dosiert werden.
Die wichtigsten Nebenwirkungen von Paracetamol.
In hoher Dosierung oder bei langer Einnahme schädigt Paracetamol den Gastrointestinaltrakt sowie die Leber. Erhöht den Blutdruck und neutralisiert die Wirkung von Antihypertensiva.
Die wichtigesten Nebenwirkungen von Metamizol nennen.
- Wichtigste UAW: das Risiko an einer (letalen) Agranulozytose zu erkranken. --> keine Bildung von Granulozyten, sind für die Immunabwehr sehr wichtig.
- bei parenteraler Gabe, kann schwere Schockreaktion auftreten.
- kann Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Sollte unter der Medikation von Metamizol Fieber, Halsschmerzen oder Geschwüre der Mundschleimhaut auftreten, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden!