DkE2: Fructose Malabsorption

Prävalenz, Pathobiochemie und –physiologie von Fructosemalabsorption und Zuckeralkoholintoleranz Anamnestische und diagnostische Methoden zur Identifikation Relevante Lebensmittel bezüglich ihres Frc- und Zuckeralkoholgehalts Ernährungstherap. Optionen

Prävalenz, Pathobiochemie und –physiologie von Fructosemalabsorption und Zuckeralkoholintoleranz Anamnestische und diagnostische Methoden zur Identifikation Relevante Lebensmittel bezüglich ihres Frc- und Zuckeralkoholgehalts Ernährungstherap. Optionen

Diese Lernkarten behandeln das Thema Fructose-Malabsorption auf universitärem Niveau. Sie beleuchten die Ursachen, Symptome und Diagnosemethoden wie den H2-Atemtest, sowie die Rolle von Zuckeralkoholen und deren Auswirkungen auf die Darmgesundheit. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachleute, die sich mit Ernährungsberatung und Verdauungsstörungen befassen, um ein tieferes Verständnis der Fructose-Malabsorption und deren Management zu erlangen.
Karten
33
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
17.03.2017 / 21.08.2017

Lernkarten

Was ist eine Frc-Malabsorption?

Verminderte Fähigkeit des Körpers Fruktose aufzunehmen

Was ist die Ursache für eine Frc-Malabsorption?

Physiologisch: Überschreiten der physiologischen Resorptionskapazität

Pathologisch: Verminderte Resorptionskapazität oder Exprimierung Fructose-Transporters

Nenne die physiologische Resoptionskapazität für Frc

≤ 30-35g Frc

Welcher Transporter befördert die Fructose in die Epithelzelle?

Welcher Transporter befördert die Fructose aus der Epithelzelle heraus?

GLUT5-Transporter

GLUT2-Transporter

Äthiologie

Wie entsteht eine Frc-Malabsorption?

  • Veränderte Verzehrsgewohnheiten
  • Veränderungen an der Darmschleimhaut (Darmmukosa)

Welche Veränderungen können an der Darmmukosa auftreten, die zu einer Frc-Malabsorption führen können?

  • Infekte
  • Antibiotika (?)
  • entzündliche Grunderkrankung

Nenne die Prävalenz von Frc-Malabsorption

32-53%

Was ist eine Hereditäre Fructose-Intoleranz (HFI)?

Autosomal-rezessiv vererbte Krankheit

Genetisch bedingter Enzymdefekt

Wie heisst das mangelnde Enzym bei der HFI? (2)

Aldolase B / Frc-1-Phosphat-Aldolase

 

Was muss bei der HFI-Diät beachtet werden?

lebenslang streng fructose- und saccharose- und zuckeralkohol-arm

Prävalenz der HFI

1:20'000 bis 1:30'000

Symptome HFI

  • Heisshungerattacken (besonders nachts)
  • Fettleber, Nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH)
  • Lebensbedrohliche Hypoglykämien

Symptome Frc-Malabsorption (6)

  • Blähungen (Meteorismus), Flatulenz (Windabgang)
  • Weicher Stuhl bis zu Diarrhoen mehrmals pro Tag
  • Nächtliche Heisshungerattacken ohne Essstörungssymptomatik
  • Depressive Verstimmung (?)
  • Insulinresistenz und Hypertriglycerdiämien
  • Fettleber(entzündung) / NASH

Synonym für Zuckeralkohol-Malabsorption

Polyol-Malabsorption

Was sind Zuckeralkohole? (4)

  • sind chemisch gesehen Mehrfachalkohole (Polyole)
  • entstehen durch Reduktion der Aldehyd- resp. Ketogruppe von Mono- oder Disacchariden
  • sind natürlichen Ursprungs (z.B. Sorbitol in Früchten und Eberesche (=Vogelbeere, Sorbus aucuparia)), ausser Erythrit
  • kommen z.T. im humanen Intermediärstoffwechsel vor (Xylitol, Sorbitol)

Was ist das?

Zucker D-Fructose

Was ist das?

Zucker D-Glucose

Was ist das?

Zuckeralkohol Sorbit(ol)

Welcher Zuckeralkohol ist das?

Links: Zucker D-Xylose

Rechts: D-Xylit(ol)

Wie werden Zuckeralkohole im Darm aufgenommen?

passive Diffusion

Können zuckeralkohole bei gesunden Menschen Beschwerden auslösen? Wenn ja, warum?

Ja

  • Begrenzte Resorptionsrate für Zuckeralkohole
  • Die passive Diffusion ist limitiert

Pathologie

Nenne die Ursache der Zuckeralkohol-Malabsorption

  • Veränderung der Dünndarmschleimhaut
  • Dadurch weiter herabgesetzte Resorptionskapazität

Prävalenz Zuckeralkohol-Malabsorption

10 - 43% (abhängig von der Konzentration der Lösung)

> epidemiologische Studien fehlen

Wie wird eine

  • Zuckeralkohol-Malabsorption
  • Frc-Malabsorption

gemessen?

H2-Atemtest (Exhalationstest)

  • 25g Fructose resp. 5g Sorbit aufgelöst in Wasser
  • Nüchtern H2-Messung
  • Trinken der Lösung, nüchtern (Nahrungskarenz mind. 12h)
  • Messen der Atemgase, über mind. 2h
  • Positiver Befund: H2-Konzentration >20 ppm über dem Nüchternwert

Um eine HFI zu detektieren kann der Blutzucker gemessen werden (dadurch aber kein Nachweis für Frc-Malabsorption)

Wodurch können die Testergebnisse verfälscht werden?

  • H2-Non-Producers (Prävalenz 5-10%)
    • Mikrobiom produziert kein H2, sondern nur Methan CH4
    • CH4-Atemtest möglich, aber teuer und keine Routine

Nenne ernährungstherapeutische Optionen bei Frc-Malabsorption / Zuckeralkoholintoleranz (3)

  1. Fructose oder Zuckeralkohol-Karenz (2-4 Wo)
    Bei Nichtvorliegen eines H2-Atemtests --> Provokation
    Steigerung bis zur Verträglichkeitsschwelle
    Kontrolle per Ernährungs- und Symptomprotokoll
     
  2. Ernährungs- und Symptomprotokoll (mind. 7 Tage)
    Besprechung EB
    Ermitteln der Verträglichkeitsschwelle
     
  3. FODMAP reduzierte Diät

Fructosequellen (mind. 5)

  • Lebensmittelgruppen und Lebensmittel

  • Früchte
  • Honig
  • Agavendicksaft
  • Süssgetränke
  • Limonaden
  • Frühstückscerealien
  • (Bio-) Süsswaren
  • Backwaren
  • Diät-Konfitüre, Diät-Schokolade

Nenne versteckte Fructosequellen (8)

  • (Saccharose)
  • Fructose-/Glucosesirup
  • Fruchtsüsse
  • „mit der natürlichen Süsse von Früchten“
  • Invertzuckersirup
  • Invertflüssigzucker
  • Isomaltulose (Palatinose) (α-1,6-Glc-Frc-Disaccharid)
  • D-Tagatose (C4-invertierte Fructose)

Enthalten folgende LM Fructose?

  • Flauder
  • mojo
  • Coca-Cola

 

Alle ja, ausser Coca-Cola (in den USA enthält High Fructose Corn Syrup (HFCS), jedoch immer Packung lesen :)

Quellen von Zuckeralkoholen (4)

  • zuckerfreie Bonbons, Kaugummis
  • bestimmte Früchte (Trockenobst, Birne, Zwetschge, Pfirsich, Aprikose)
  • Süsse Backwaren (als Frischhaltemittel)
  • Kalorienreduzierte Softdrinks

Ab wieviel Zuckeralkoholgehalt muss gem. LM Recht ein Hinweis auf dem Produkt vermerkt sein?

>10%

Vermerk: „Kann bei übermässigem Verzehr abführend wirken"

Einflussfaktoren auf Symptomstärke bei bestehender Frc-Malabsorption (6)

  • Frc-Glc-Verhältnis
  • Gehalt Fructose pro 100g LM
  • Aggregatszustand (fest/flüssig)
  • Psychische Faktoren
  • Matrix (alleine/verpackt in Mahlzeit)
  • Menge an verzehrtem LM

Stellenwert des Glc-/Frc-Verhältnisses

 

  • Bei Glucose/Fructose >= 1 bessere Fructose-Resorption
  • klinische Relevanz unterschiedlich
  • Praktische Anwendungen durch
    • Anreichern von Speisen mit Glucose
      • Süssen von saurem Obst
      • Backen und Kochen mit Glucose
      • Marmelade einkochen mit Glucose statt Saccharose
    • Verzehr von Früchten/Gemüsen mit günstigem Glc-/Frc-Verhältnis

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