DkE2: Fructose Malabsorption
Prävalenz, Pathobiochemie und –physiologie von Fructosemalabsorption und Zuckeralkoholintoleranz Anamnestische und diagnostische Methoden zur Identifikation Relevante Lebensmittel bezüglich ihres Frc- und Zuckeralkoholgehalts Ernährungstherap. Optionen
Prävalenz, Pathobiochemie und –physiologie von Fructosemalabsorption und Zuckeralkoholintoleranz Anamnestische und diagnostische Methoden zur Identifikation Relevante Lebensmittel bezüglich ihres Frc- und Zuckeralkoholgehalts Ernährungstherap. Optionen
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Lernkarten
Was ist eine Frc-Malabsorption?
Verminderte Fähigkeit des Körpers Fruktose aufzunehmen
Was ist die Ursache für eine Frc-Malabsorption?
Physiologisch: Überschreiten der physiologischen Resorptionskapazität
Pathologisch: Verminderte Resorptionskapazität oder Exprimierung Fructose-Transporters
Nenne die physiologische Resoptionskapazität für Frc
≤ 30-35g Frc
Äthiologie
Wie entsteht eine Frc-Malabsorption?
- Veränderte Verzehrsgewohnheiten
- Veränderungen an der Darmschleimhaut (Darmmukosa)
Welche Veränderungen können an der Darmmukosa auftreten, die zu einer Frc-Malabsorption führen können?
- Infekte
- Antibiotika (?)
- entzündliche Grunderkrankung
Nenne die Prävalenz von Frc-Malabsorption
32-53%
Was ist eine Hereditäre Fructose-Intoleranz (HFI)?
Autosomal-rezessiv vererbte Krankheit
Genetisch bedingter Enzymdefekt
Wie heisst das mangelnde Enzym bei der HFI? (2)
Aldolase B / Frc-1-Phosphat-Aldolase
Was muss bei der HFI-Diät beachtet werden?
lebenslang streng fructose- und saccharose- und zuckeralkohol-arm
Prävalenz der HFI
1:20'000 bis 1:30'000
Symptome HFI
- Heisshungerattacken (besonders nachts)
- Fettleber, Nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH)
- Lebensbedrohliche Hypoglykämien
Symptome Frc-Malabsorption (6)
- Blähungen (Meteorismus), Flatulenz (Windabgang)
- Weicher Stuhl bis zu Diarrhoen mehrmals pro Tag
- Nächtliche Heisshungerattacken ohne Essstörungssymptomatik
- Depressive Verstimmung (?)
- Insulinresistenz und Hypertriglycerdiämien
- Fettleber(entzündung) / NASH
Synonym für Zuckeralkohol-Malabsorption
Polyol-Malabsorption
Was sind Zuckeralkohole? (4)
- sind chemisch gesehen Mehrfachalkohole (Polyole)
- entstehen durch Reduktion der Aldehyd- resp. Ketogruppe von Mono- oder Disacchariden
- sind natürlichen Ursprungs (z.B. Sorbitol in Früchten und Eberesche (=Vogelbeere, Sorbus aucuparia)), ausser Erythrit
- kommen z.T. im humanen Intermediärstoffwechsel vor (Xylitol, Sorbitol)
Wie werden Zuckeralkohole im Darm aufgenommen?
passive Diffusion
Können zuckeralkohole bei gesunden Menschen Beschwerden auslösen? Wenn ja, warum?
Ja
- Begrenzte Resorptionsrate für Zuckeralkohole
- Die passive Diffusion ist limitiert
Pathologie
Nenne die Ursache der Zuckeralkohol-Malabsorption
- Veränderung der Dünndarmschleimhaut
- Dadurch weiter herabgesetzte Resorptionskapazität
Prävalenz Zuckeralkohol-Malabsorption
10 - 43% (abhängig von der Konzentration der Lösung)
> epidemiologische Studien fehlen
Wie wird eine
- Zuckeralkohol-Malabsorption
- Frc-Malabsorption
gemessen?
H2-Atemtest (Exhalationstest)
- 25g Fructose resp. 5g Sorbit aufgelöst in Wasser
- Nüchtern H2-Messung
- Trinken der Lösung, nüchtern (Nahrungskarenz mind. 12h)
- Messen der Atemgase, über mind. 2h
- Positiver Befund: H2-Konzentration >20 ppm über dem Nüchternwert
Um eine HFI zu detektieren kann der Blutzucker gemessen werden (dadurch aber kein Nachweis für Frc-Malabsorption)
Wodurch können die Testergebnisse verfälscht werden?
- H2-Non-Producers (Prävalenz 5-10%)
- Mikrobiom produziert kein H2, sondern nur Methan CH4
- CH4-Atemtest möglich, aber teuer und keine Routine
Nenne ernährungstherapeutische Optionen bei Frc-Malabsorption / Zuckeralkoholintoleranz (3)
- Fructose oder Zuckeralkohol-Karenz (2-4 Wo)
Bei Nichtvorliegen eines H2-Atemtests --> Provokation
Steigerung bis zur Verträglichkeitsschwelle
Kontrolle per Ernährungs- und Symptomprotokoll
- Ernährungs- und Symptomprotokoll (mind. 7 Tage)
Besprechung EB
Ermitteln der Verträglichkeitsschwelle
- FODMAP reduzierte Diät
Nenne versteckte Fructosequellen (8)
- (Saccharose)
- Fructose-/Glucosesirup
- Fruchtsüsse
- „mit der natürlichen Süsse von Früchten“
- Invertzuckersirup
- Invertflüssigzucker
- Isomaltulose (Palatinose) (α-1,6-Glc-Frc-Disaccharid)
- D-Tagatose (C4-invertierte Fructose)
Enthalten folgende LM Fructose?
- Flauder
- mojo
- Coca-Cola
Alle ja, ausser Coca-Cola (in den USA enthält High Fructose Corn Syrup (HFCS), jedoch immer Packung lesen :)
Quellen von Zuckeralkoholen (4)
- zuckerfreie Bonbons, Kaugummis
- bestimmte Früchte (Trockenobst, Birne, Zwetschge, Pfirsich, Aprikose)
- Süsse Backwaren (als Frischhaltemittel)
- Kalorienreduzierte Softdrinks
Ab wieviel Zuckeralkoholgehalt muss gem. LM Recht ein Hinweis auf dem Produkt vermerkt sein?
>10%
Vermerk: „Kann bei übermässigem Verzehr abführend wirken"
Einflussfaktoren auf Symptomstärke bei bestehender Frc-Malabsorption (6)
- Frc-Glc-Verhältnis
- Gehalt Fructose pro 100g LM
- Aggregatszustand (fest/flüssig)
- Psychische Faktoren
- Matrix (alleine/verpackt in Mahlzeit)
- Menge an verzehrtem LM
Stellenwert des Glc-/Frc-Verhältnisses
- Bei Glucose/Fructose >= 1 bessere Fructose-Resorption
- klinische Relevanz unterschiedlich
- Praktische Anwendungen durch
- Anreichern von Speisen mit Glucose
- Süssen von saurem Obst
- Backen und Kochen mit Glucose
- Marmelade einkochen mit Glucose statt Saccharose
- Verzehr von Früchten/Gemüsen mit günstigem Glc-/Frc-Verhältnis
- Anreichern von Speisen mit Glucose