Netzwerk 4

Netzwerk Foundation

Netzwerk Foundation


D. V.
Diese Lernkarten decken grundlegende und fortgeschrittene Netzwerkthemen auf Berufslehre-Niveau ab. Sie konzentrieren sich auf Router, Protokolle wie IP und TCP, sowie Firewalls und VPNs, einschließlich deren Konfiguration und Sicherheit. Die Karteikarten behandeln auch OSI-Schichten, Routing und spezifische Technologien wie NAT und PAT. Ideal für IT-Berufslehrlinge, die ihr Verständnis von Netzwerkarchitekturen und -protokollen vertiefen möchten.
Karten
39
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
07.03.2017 / 09.03.2017

Lernkarten

Wozu dient TTL?

Time to Live

  • IP-Paket steht einen Wert, Router wertet aus > Paket soll verworfen werden
  • Nach definierter Zeit wird Paket gelöscht und dem Sender benachrichtigt (Sender entscheidet ob nochmals senden will)
  • Router sucht nach TTL-Wert: Null = löschen, Nachricht gemäss ICMP an Ausgangs-Host
  • Ping und Tracert verwendet TTL-Wert um Host / Router zu verfolgen

Nennen Sie die TTL-Werte-Bereiche:

Werte definieren die Einschränkungen:

0 = den selben Host

1 = das selbe Subnetz

32 = gleichen Standort

64 = gleiche Region

128 = den selben Kontinent

255 = nicht eingeschränkt

Wozu dient QoS?

Quality of service = Dienstgüte

  • QoS ist ein einfluss Verfahren von LAN und WAN, so dass ein festgelegter Qualität bei Empfänger ankommt
  • Technisch: Parametrisierung von Protokollen zur bestimmten Übertragungsverhalten für bestimmte Dienste
  • Sicherstellung von zeitkritischen Beeinflussfaktoren wie Latenz, der Jitter, der Paketverlust, die Bandbreite, die Verfügbarkeit in definierte Grenzen gehalten werden.
  • Zeitktrische Daten sind: VoiP, Webkonferenzen, Streaming-Media

Was macht der MTU-Wert?

Maximum Transport Unit

  • Fragmentieren von IP-Paketen
  • TCP/IP unterteilt die Daten in kleine Pakete
  • MTU definiert die max IP-Paketlänge für bestimmten Netzwerktyp bzw. Übertragungssystem
  • Sie darf auch kleiner sein

Nennen Sie die 4 MTU typische Grössen:

Ethernet, Gigabit Ethernet mit Jumboframes, FDDI, 802.11 (WiFi)

  • Ethernet MTU = 1500 Bytes
  • Gigabit mit JF MTU = 9000 Bytes
  • FDDI MTU = 4352 Bytes
  • 802.11 MTU = 2312 Bytes

Wie kann max MTU-Grösse beim Ping ermittelt werden?

Beispiel Ethernet:

1518 Bytes - 46 Bytes (min) = 1472 Bytes

Was macht ICMP?

Internet Control Message Protocol

  • Austausch von Fehlermeldungen und Statusinfos auf IP-, TCP- und UDP-Protokolle
  • z.B. Ping, Tracert

OSI Layer 3: Wie funktioniert ein Router?

  • Weg Wahl anhand der Routing-Tabelle
  • Ausgehend von der IP-Adresse des Empfängers
  • Routing-Tabelle Einträge pro Netz = Anzahl Wege dahin
  • Eintrag-Inhalt: Net-Id, Subnet-Maske, Next-Hop, Qualität der Wege

Wichtig: Router kennt nur den Weg zum nächsten Router! > Kein Weg zum Ziel

Wozu dient Next-Hop?

Next-Hop ist die IP-Adresse des nächsten Router auf dem Weg zum Empfänger.

Was ist der Metric?

Algorithmus zur optimalen Route.

Anzahl Metric = Anzahl Hops = Anzahl Router bis zum Ziel

Wozu dient Default Gateway?

Wenn IP-Adresse nicht feststellbar ist, wird dieser über den Default Gateway gesendet.

  • Default Gateway muss im selben IP-Subnetz des Clients sein
  • Default Gateway beim Router sendet Datenpaket an höhergestellten Router

Nennen Sie einige Router Protokolle:

EGP (Exterior Gateway Protocol)

  • RIPv1, RIPv2 (Routing Information Protocol)
  • IGRP (Interior Gateway Routing Protocol) > nicht mehr weiter entwickelt

Meistgebrauchte Router Protokoll

  • BGP (Border Gateway Protocol)
    • fast nur im Internet
    • Path Vector Protocol
    • Alle Router kennen die gesamte Topologie, reduziert auf den kürzesten Weg

IGP (Interior Gateway Protocol)

  • EIGRP (Enhanced IGRP > Cisco proprietär)
    • Nur in Cisco genutzt, aber sehr schnell
    • Distanzvektor Protocol
    • Teile dem Nachbar mit wie er die Umgebung sieht
  • OSPF (Open Shortest Path First)
    • Meistgenutzt in gemischten Umgebung
    • Linkstate Protokoll
    • alle Router kennen die gesamte Topologie

Welche zwei Routingarten kennen Sie, und wo sind die Unterschiede?

Statische Routing

  • Tabelle werden manuell eingetragen
  • Vorteil: 
    • Keine zusätzliche Netzbelastung
    • Routen müssen nicht berechnet werden, Einfacher und schneller Konfigurationsaufwand
  • Nachteil:
    • Bei Ausfall muss Admin sich um die neue Route kümmern. Netzverkehr bleibt unterdessen still
    • Bei hoher Last einer Verbindung kann nicht automatisch auf eine andere gewechselt werden

Dynamische Routing

  • Tabellen werden automatisch zwischen den routern ausgetauscht
  • Routing-Protokoll nötig
  • Routing-Protokoll abhängig
  • Vorteile:
    • Routing-Entscheidungen auf aktuellen Status des Netzwerkes
    • Keine Kollaps von Teilnetzwerke, da automatisch nach alternative Routen gesucth wird
  • Nachteile:
    • Höhere Prozessorlast als statische
    • Höhere Netzauslastung, durch regelmässige Routeninfos austausch
    • Höhere Aufwand für die Konfiguration und Wartung

Was beinhaltet die Routingtabelle?

  • Netzwerk
  • Subnetzmaske
  • Gateway
  • Interface
  • Metric

OSI Layer 4: Was ist UDP-Protokoll?

User Datagram Protocol

  • Verbindungsloses Transport-Protokoll
  • Unsicher
  • Absender weiss nicht ob ankommt
  • Paket-Header viel kleiner als TCP
  • Keine Übertragungsbestätigung
  • Sendung direkt an Anwendung
  • Wird verwendet für: DNS-Abragen, VPN-Verbindungen, Audio- / Video-Streaming

Welche Portbereiche für UDP gibt es?

  • Jedes UDP-Datenpaket hat eine Nummer
  1. Standard Ports = 0 - 1023, IANA verwaltet
  2. Registrierte Ports = 1024 - 49151
  3. Dynamik Ports = 49152 - 65535, für TCP Schichten

OSI Layer 4: Was ist TCP-Protokoll?

Transmission Control Protokol

  • Verbindungorientierte Transport-Protokoll
  • Verhindert Daten verluste
  • Sender und Empfänger in ständigen Kontakt
  • Absender wartet auf Bestätigung
  • Dynamische Datenrate Anpassung an die Netzauslastung
  • Verwendung: Telnet, FTP, SMTP, etc., (OSI-Schicht 5-7)

Beschreiben Sie den TCP-Verbindungsaufbau:

  1. Client sendet TCP Segment ohne Daten. SYN-Flag, init Seq-Nr.
  2. Server empfängt Segment, Bestätigung mit eigenes init. Seq-Nr. im TCP-Header. init Seq vom client +1 > ACK Feld
  3. Client bestätigt. init Seq-Nr. +1 > ACK Feld, eigenes Seq-Nr. +1. Verbindung ist aufgebaut.

Was ist Socket?

Eine Instanz aus IP-Adresse, Port-Nr. und Protokoll wird als Socket bezeichnet.

OSI Layer 4: Was ist DMZ?

Demilitarisierte Zone

  • Firewall-Technik zum Schutz von eigenem Netzwerk
  • Besteht aus Hardware und Software
  • Eine oder mehrere Firewalls abgesichert
  • Anwendungs-Gateways:
    • Webserver
    • Mail-Server
    • Authentication Server
    • E-Commerce-Systeme

Welche DMZ Varianten gibt es. Nennen Sie die Konfiguration:

Ordentlicher DMZ

  • Router > Firewall 1 > DMZ > Firewall 2 > LAN

Pseudo-DMZ

  • DMZ hinter einer Firewall

Dirty DMZ

  • DMZ vor der Firewall, direkt nach Router

Protected DMZ

  • DMZ hinter einer Firewall, mit eigenem Lan

OSI Layer 4: Was ist der Unterschied zwischen NAT / PAT

Network Address Translation

Port and Address Translation

  • NAT ist nur noch selten im Einsatz
  • PAT ist die Weiterentwicklung

Was ist NAT?

  • Ersetzen von Adressinfos
  • Unterteilung Source NAT / Destination NAT
  • Router als vermittler zw. LAN und Internet
  • Jede Verbindung nach aussen braucht eine Öffentliche IP-Adresse

Was ist PAT?

  • Eigentlich OSI Layer 3 (Network), evt. Layer 4 (Transport) > Durchbrechung OSI-Layer
  • Spezielle Form von NAT
  • Schreibt die IP-Adresse und die Port-Nummer
  • IP LAN wird zum öffentlichen IP-Adresse
  • Vor allem im Home-Bereich

Was sind Vor- und Nachteile von PAT?

Vorteile:

  • Verbesserung der Netzwerk-Sec
  • IP-Adress eine Netzes kann von einem anderen Netz verborgen werden

Nachteile:

  • 1 Host mit eindeutiger IP-Adresse > Saubere Zuordnung Probleme
  • IP-Telefonie-Protokolle haben Problem
  • NAT-Gateways heben die strenge Trennung des OSI-Schichtmodells auf
  • Ende-zu-Ende-Konnektivität wird gebrochen

 

OSI Layer 4: Was macht IP-Masquerading?

  • Router regelt und vergibt automatische Portnummer für die öffentliche Abfrage
  • Interne IP-Adresse und Port bleibt somit nach Aussen verborgen
  • Router führt Tabelle mit eindeutiger Zuordnung

OSI Layer 4: Was ist VPN?

Virtual Private Network

  • In sich geschlossenenes Kommunikationsnetz
  • Abhör - und manipulationssichere Kommunikation zw. VPN-Partnern
  • SSL-VPN (Web-basierendes VPN) unterstützt seit 2002
  • Remotezugriff
  • Standort-zu-Standort

Welche Eigenschaften hat VPN?

Verbindung auf PPTP, L2TP/IPsec und SSTP.

Mit folgenden Eigenschaften:

  • Kapselung
  • Authentifizierung
  • Datenverschlüsselung

Nennen Sie die typischen Protokollen für VPN:

PPTP = Point to Point Tunnelling Protocol, einfache Verschlüsselung 128 Bit

L2TP/IPsec = Layer 2 Tunneling Protocol, Höchster Verschlüsselung 2x 256 Bit

L2TP/IPsec = Internet Protocol Security

SSTP = Secure Socket Tunneling Protocol, Microsoft 2007

OpenVPN

  • Höchster Verschlüsselungsgrad. Authentifiziert Daten mit digitalen Zertifikaten
  • 160 Bit
  • 256 Bit

Was bewirkt Split-Tunneling in VPN?

Split-Tunneling lässt nur Verbindungen zu, die wirklich durch VPN transferiert werden müssen.

Alle andere wird mit der örtlichen Verbindung hergestellt.

Vorteil:

  • Vermeidet unnötige Umwege 
  • Reduziert die Transferzeiten 

Was ist Firewall? Welche Arten gibt es?

Firewall = Brandwand oder Brandmauer

  • Software oder Hardware (Hardware besteht aus einener PC + Software)
  • Daten von Netzwerk (intern, internet) werden geprüft
  • Schutz vor Schadsoftware z.B. Würmer
  • Arbeitet nach einem Regelkatalog (Top-Down)

Was macht der Paketfilter in Firewall?

  • Auswerten von Header-Infos des Netzpaketes
  • Die Filterung erfolgt anhand von Port bzw. IP-Adresse
  • Entscheidet gemäss Netzwerkadresse über Sperr oder Freigabe
  • Arbeitet mit statische Regel. Betrachtet jedes Paket einzel
  • Erkennt keine Verbindung zwischen einzelnen Paketen

Nachteil: Regelwerk ist immer beide Richtungen. Einschränkung in nur einer Richtung nicht möglich!

Was ist SPI in Firewall?

Stateful Packet Inspection

  • Bessere Technik als Paketfilter
  • Zustandsorientierte oder dynamische Paketfiltertechnik
  • Jeder Zustand der Datenverbindung ist für die Filterung mitentscheidend
  • Pakete, die keine Sitzung passen, werden gesperrt
  • Dos-Angriffe können erkannt und vereitelt werden

Vorteile:

  • Regelwerk in einer Richtung möglich
  • Der Rückweg wird automatisch erzeugt
  • Bei Ende der Verbindung wird die Regel des Rückweges gelöscht

OSI Layer 5-7: Die Geschichte WWW:

World Wide Web

  • 1989 in CERN entstanden
  • Kernstandards
    • Protokoll: HTTP
    • Auszeichnungsprache: HTML
    • Eindeutige Bezeichnung: URL (Hyperlinks)
  • Dazu kommt
    • CSS = Cascading Style Sheets
    • Protokolle: HTTPS, SSL Verschlüsselung für TCP und HTTP
    • DOM  = Document Object Model als Schnittstelle für Scripts

Webseiten und Webanwendungen:

  • PHP
  • Perl (nach Mathäus 13:45-46, Händler und Perle)
  • JSP (JavaServer Pages, SUN)
  • ASP.NET (Active Server Pages .NET, Microsoft)
  • Ajax (Asynchronous JavaScript and XML)
  • CGI, Python, JSF, ColdFusion, Ruby, SSI

Nennen Sie einige HTTP-Anfragemethoden:

  • GET = Datei Anforderung vom Server
  • POST = Datei zum Server schicken
  • PUT = Datei dem Webserver hochladen
  • HEAD = Weist den Server an, die gleichen HTTP-Header wie bei GET, ohne senden von Nachrichtenrumpf
  • DELETE = Löscht die angegebene Ressource auf dem Server
  • TRACE = Liefert die Anfrage zurück, wie der Server sie empfangen hat
  • OPTIONS = Liefert eine Liste der vom Server unterstützten Methoden und Merkmale

Welche HTTP-Statuscode existieren?

  • 1xx - Infos
  • 2xx - Erfolgreiche Operation
  • 3xx - Umleitung
  • 4xx - Client-Fehler
  • 5xx - Server-Fehler

Die Entwicklung von HTTPS:

  • 1994 von Netscape entwickelt mit SSL 1.0
  • ab Secure Sockets Layer 3.1 Ablösung durch Transport Layer Security 1.0
  • Aufgabe: Herstellung von Vertraulichkeit und Integrität in der Kommunikation zw. Webserver und Webbrowser (Client)
  • Standard Port für HTTPS: 443

Wie heisst die richtige HTTP-URL:

http://www.info.kunde.car.ch/index/news/news.html

WebStruktur: http://www.info.kunde.car.ch

OrdnerStruktur: /index/news/news.html

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