3GM01 - Pädiatrie
Karteikarten zu 3GM01 Pädiatrie
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Definiere den Begriff Antigen & Antikörper
Antigen: Sind Substanzen, welche eine Reaktion im Körper auslösen. Sprich; Antigene lösen eine Vernichtungsreaktion im Körper aus. An die Antigene binden sich die Antikörper. Es können Fremdkörper sein, sind aber grundsätzlich "Strukturen".
Antikörper: Sind gegen Bestandteile eines Antigens gerichtet und besitzen die Fähigkeit sich an dieses zu Binden. Sie stehen im Dienste des Immunsystems
Was ist die sogenannte "Erste Barriere"?
Die erste Barriere bezieht sich auf das Thema Infektion/Immunsystem. Darunter wird die Haut und die Schleimhäute verstanden, sie sind für Infektionserreger kaum zu überwinden. Auch gehören Drüsenprodukte wie Talg oder Schweiss dazu.
Was ist die Spezifische und die unspezifische Abwehr?
- Spezifische Abwehr: Die spezifische Abwehr des Immunsystems reagiert gezielt auf bestimmte Krankheitserreger. Dafür verantwortlich sind Lymphozyten und Immunglobuline. Der Körper kann eine spezifische Abwehr starten, wenn die Fremdstoffe Antigene aufweisen. Da wie oben erklärt Antikörper an Antigene binden, kommen im Fall der spezifischen Abwehr die Antikörper und binden sich an das Antigen, um es zu eliminieren.
- Unspezifische Abwehr: Die Unspezifische Abwehr reagiert nicht nur auf bestimmte Mikroorganismen, sondern eher global. Hauptsächlich daran beteiligt sind die Leukozyten. Die Unspezifische Abwehr ist angeboren, sie haben keine Gedächtnisfunktion und reagieren nicht auf bestimmte Erreger.
Was sind Gedächtniszellen?
- Gedächtniszellen: Sind Lymphozyten, welche nach einer primären spezifischen Immunantwort in einen rezirkulierenden Status übertreten. Sie sind durch ihre Langlebigkeit geprägt. Nach einem bereits erfolgten Erstkontakt mit dem Erreger sind sie auf ein Antigen spezialisiert, wodurch die Immunreaktion bei einem Zweitkontakt wesentlich schneller und effektiver abläuft. Unterschieden wird in B- und T- Gedächtniszellen.
Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Reaktion im Bezug auf die Immunabwehr?
- Unterschied primäre & sekundäre Reaktionen:
Primäre: bezeichnet die immunologische Antwort des Körpers auf den Erstkontakt mit einem Neuen Antigen. Die Reaktion läuft im Vergleich zur Sekundären etwas verzögert ab.
Sekundäre: bezeichnet die immunologische Antwort des Körpers auf den erneuten Kontakt mit einem bereits bekannten Antigen; sprich nach einer stattgefundenen Sensibilisierung. Sie läuft schneller und spezifischer als die Primäre Reaktion ab.
Neugeborene sind erhöht Gefährdet für Infektionen. Nenne Faktoren welche dies Begründen.
- Mechanische Barrieren der Haut und Schleimhaut sind am Anfang noch schwach.
- Die Sekretbildung der Schleimhaut ist eingeschränkt
- Lysozym (bakterienabtötendes Enzym in Körperflüssigkeiten) noch nicht in vollem Umfang gebildet
- Standortkeimfloren der inneren und äusseren Körperoberflächen muss sich erst ausbilden (steriles Millieu im Mutterleib)
- Das kindliche Immunsystem ist bei der Geburt noch nicht voll entwickelt.
- Die Zellen der unspezifischen Abwehr sind noch nicht voll einsatzfähig
- Die Lymphozyten müssen erst lernen ihre bestimmten Antigene zu beseitigen.
Was versteht man unter der Leihimmunität des Neugeborenens?
Unter und nach der Geburt wird das Kind mit "normalen" Umwelterregern besiedelt. Durch den Übertritt von Antikörpern von der Mutter via Plazenta auf das Kind (ab 14SSW bis Geburt) ist das Neugeborene gegen übliche bakterielle und virale Infektionen geschützt. Allerding nur gegen Erreger, mit denen sich das mütterliche Immunsystem einmal auseinander gesetzt hat.
Nach der Geburt erhält das Kind mittels Muttermilch IgM (gegen aktuelle Krankheitserreger aus dem gemeinsamen Millieu von Mutter & Kind (z.B. infektionen in der Familie). Weiter bildet die Mutter IgM gegen Erreger einer akuten Infektion des Kindes, wenn diese beim Stillen in die Brust einwandern, und gibt sie dann mit der Milch ans Kind ab.
Auch erhält es durch die Muttermilch IgA --> Befindet sich an den Eingangpforten für Erreger --> lokale Infektionsabwehr.
"Typische Kinderkrankheiten". Wodurch zeichnen sich die Erreger der typischen Kinderkrankheiten aus?
- hochansteckend (kontagiös)
- z.B. Windpocken
- meist werden sie per Tröpfcheninfektion übertragen
- nach der Erkrankungen hinterlassen sie einen lebenslangen Schutz
Nenne die Faustregeln der Inkubationszeit bei Bakteriellen und Viralen Infektionen.
Bakterielle Infektionen: Eher kurz (Tage)
Virale Infektionen:
- zuerst an der Eintrittspforte bzw. den regionalen Lymphknoten vermehren
- dann über das Blut im ganzen Körper verteilen (Virämie = unspezifische Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen = Prodromi)
- dann in einem Zielorgan das typische Krankheitsbild entwickelt (z.B. Hautausschlag)
- Viele virale Infektionskrankheiten hinterlassen in der Rekonvaleszenz eine gewisse Immunschwäche (=Risiko von (meist bakteriellen) Zweitinfektionen)
Erläutere das Krankheitsbild "Pseudocroupt, Laryngotracheitis".
Viral ausgelöste Entzündungen des Kehlkopfbereiches und der Luftröhre unterhalb der Stimmritze.
Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren. Häufig rezidive.
Symptome sind: bellender Husten, Heiserkeit, Einziehungen, Bei schweren Verläufen auch Atemnot, Zyanose, paradoxe Atmung.
Behandlung: Beruhigung des Umfeldes, Inhalation von feuchter Luft im Badezimmer. In Schweren Fällen Cortison per os. oder Adrenalin Inhalation. Die abschwellende Wirkung setzt bereits nach 10 min. ein, hält aber nur für etwa 2h an. Überwachung im Spital gelegentlich notwendig. Sehr selten, jedoch gelegentlich Intubation notwendig.
Wieso kommt es zur Erkältung?
- Häufigste Erkrankung im Kindesalter
- Erreger: Verschiedene Viren Typen, die die Schleimhäute oder obere Atemwege befallen
- In der Kälte sind Schleimhäute der Atemwege trocken
- durch die kalte Luft
- Leute leben nahe beieinander (z.B. im Bus) --> Tröpfcheninfektion
- Reinigung durch Flimmerhärchen in der Kälte verzögert
- Viren verändern ihre Oberfläche/Haftigkeit in der Kälte.
Das Immunsystem wird mit Erkältungen auch im Kindsalter selbst fertig.
Was ist die Epiglottitis? Wann tritt es auf, was sind Symptome und wie wird es behandlet?
Die Epiglottitis ist sehr selten geworden seit der Haemophilus influenza Typ B Impfung.
Epiglottitis = Kehldeckelentzündung.
- Bevorzugtes Alter 2 - 6 Jahre
- Akutes Auftreten mit hohem Fieber, Schluckschmerzen und Nahrungsverweigerung und verstärktem Speichelfluss. Schwere Atemnot bis zum tödlichen Verlauf. Die Pat. machen einen schwer kranken Eindruck.
- Behandlung: Sofortige Hospitalisation unter Anästhesiebegleitung.
- Frühe Intubation in tiefer Narkose
- Die Epiglottitis erscheint als pralle, hochrote Kugel
- Intubation und i.v. Antibiotikum sofort angezeigt.
Was ist eine Bronchitis? Wie zeigt sich diese beim Kind?
- Entzündung der Bronchien, oft im Anschluss an eine Infektion der oberen Luftwege.
- Nicht produktiver Reizhusten, später feuchter Auswurf (Antibiotika Einsatz fragwürdig, da meist viral bedingt)
- Bei Kleinkind führt die Bronchitis zu Verengungen der Atemwege mit speziell pfeiffender-asthmoider Atmung.
Was ist eine Bronchiolitis? Wer ist gefährdet, was sind Symtpome & wie zeigt sich die Behandlung?
- eine speziell schwere Form der Bronchitis, bei der auch die kleinen Atemwege entzündlich verändert sind.
- Erreger ist oft ein RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)
- Hochsaison ist von November bis März
- Gefährdet sind vor allem kleine Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, da
- viel Schleimiges Sekret und Nahrungsverweigerung
- Atemnot mit Sauerstoffabhängigkeit
- Risiko von Atempausen
- Behandlung oft im Spital- und Monitorüberwachung, jedoch keine spezielle Therapie notwendig.
Pneumonie: Erläutere, was es ist, Lokalisation, Wie zeigt es sich beim Kind, Behandlung & Komplikationen.
- Das Lungengewebe ist infektiös entzündet
- Lokalisation
- Lobärpneumonie: Nur ein oder zwei Lungenlappen befallen
- Pleuropneumonie: Mitbeteiligung der Pleura, meist mit Erguss
- Die befallenen Kinder sind meist schwerkrank, haben Atemnot und sind sauerstoffbedürftig.
- Behandlung
- Antibiotikatherapie frühezeitig beginnen
- bei massivem Erguss und Kompression der Lungen --> Drainage
- Komplikationen
- Abszess
Welche Erreger führen zu akuten Infektionen im Magendarmtrakt und wie ist die Pathogenese?
- Viren
- Rotavirus, Enerovirus, Norovirus
- Bakterien
- Salmonellen & spezielle Escherichia Coli
Pathogenese:
- Entzündliche Schädigung der Dickdarm-Epithelzellen
- Gestörte Wasserresorption bis zusätzlich Wassersekretion
- Gesteigerte Peristaltik
- Zusätzliche Gasbildung
Nenne mögliche Symptome bei einer akuten Infektion des Magendarmtraktes bei Kindern.
- Abnahme der Stuhlkonsistenz und Zunahme der Stuhlfrequenz (>3/24h)
- Trinkverweigerung, Fieber & Erbrechen zum Teil Begleitsymptome
- Selbstheilung innert 3 bis max. 6 Tagen
- z.T. blutige Durchfälle
Dehydration bei Brechdurchfall: Was kann bei Kindern dazu führen?
- Trinkverweigerung --> Elektrolytverschiebung
- Fieber --> Flüssigkeitsverlust
- Flüssigkeitverlust durch Brechdurchfall
- Dehydration
- Herzkreislauf - Schock
Wie sieht die Behandlung von Dehydration bei Kindern aus?
- i.d.R. keine Antibiotika
- Kein Immodium --> Illeusgefahr
- Kein Paspertin --> Neurologische NW
- Rehydration: Stufenplan
- Versuch mit oraler Flüssigkeitszufuhr bei leichter bis mittelschwerrer Dehydratation
- Löffelweise zufuhr von Glucose-Elektrolyt-Lösungen
- gelegentliches Erbrechen ist keine Kontraindikation für Löffeln
- Bei Trinkverweigerung: Magensonde & kleine Mengen sondieren
- bei anhaltenden Erbrechen oder Präschock --> i.v. Rehydratation
- bei Schockzustand auch Infusion in das Knochenmar (intraössäre Infusion) möglich.
- Versuch mit oraler Flüssigkeitszufuhr bei leichter bis mittelschwerrer Dehydratation
Nenne Wesentliche Unterschiede von HWI's bei Säuglingen/Kleinkindern im Vergleich zu erwachsenen.
- HWI verlaufen meist mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Erbrechen Blässe
- Bei unklarem Fieber im Säuglingsalter: HWI Suchen
- Meistens führt ein HWI nicht zur Blasenentzündung, sondern steigt in Harnleiter und Nieren auf.
- Pyelo-Nephritis (Nierenbecken)
- Je jünger das Kind, desto höher das Risiko einer Uro-Sepsis
Wie kann man bei einem Neugeborenen Urin gewinnen?
Säcklein ankleben, Besser jedoch Katheter, gelegentlich Blasenpunktion nötig.
Erläutere kurz Bakteriämie und Sepsis.
- Bakteriämie
- Bakterien im Blut nachweisbar (positive Blutkultur)
- Das Immunsystem des Körpers ist in der Lage, eingedrungene Erreger durch verschiedene Mechanismen im Schach zu halten. Streuherd aus Abszessen, Nieren etc.
- Sepsis
- Blutvergiftung. Vermehrung der Bakterien im Blut mit entzündlicher Reaktion in vielen Organsystemen z.T. durch Bakterientoxine verursacht.
- Folge: Zusammenbruch des körpereigenen Abwehrsystems mit septischem Schockzustand/Gerinnungsstörungen/Multiorganversagen.
- Blutvergiftung. Vermehrung der Bakterien im Blut mit entzündlicher Reaktion in vielen Organsystemen z.T. durch Bakterientoxine verursacht.
Meningitis: Definition, Erreger, Klinik und Therapie!
- Hirnhautentzündung
- Erreger
- Virale Meningitiden weitaus häufiger als Bakterielle, klingen meist ohne Komplikationen ab
- Bakterien: Meningokokken. Erreger über Schleimhaut.
- Durch Impfung verschiebt sich der Erkrankungsgipfel von unter 2 Jahren ins Erwachsenenalter
- Klinik (Zu Beginn unspezifisch)
- Fieber >35.5°
- Tachykardie
- Tachypnoe
- Hypotonie
- Labor zu beginn oft unauffällig
Nenne kurz klassische Kinderkrankheiten
- Drei-Tage-Fieber
- hohes Fieber, blassrosa Ausschlag
- Keine Impfung
- Keuchhusten
- Heftige Hustenanfälle mit ziehendem Einatumgsgeräusch, Erbrechen, Fieber
- Masern
- Hohes Fieber, Husten, Bindehautentzündung, Ausschlag
- Mumps
- Schwellung der Ohrspeicheldrüsen
- Röteln
- Kleinfleckiger Ausschlag, Lymphknotenschwellung, mässiges Fieber
- Scharlach
- Fieber, Halssz, Samtatiger Ausschlag, Himbeerzunge
- Windpocken
- Bläschenausschlag auch auf den Schleimhäuten
Beschreibe kurz die Immunabwehr des neugeborenen Kindes
Immunabwehr des NG Kindes ist auf allen Ebenen nicht ausgereift: erste Barriere, unspezifische und spezifische Abwehr. Die mütterlicheAntikörper die über der Plazenta und im Muttermilch geben das Kind (begrenzte) Schutz in den ersten Monaten
Wie entwickelt sich die Immunabwehr des neugebornen Kindes?
Erste Barrieren werden verstärkt. Reifung des unspezifischen Immunsystem Komponenten. Spezifisches Immunsystem wird durch Antigenkontakt stimuliert und somit aufgebaut.
Was bedeutet Leihimmunität?
die passive Immunität des Fetur u. Neugeborenen durch diaplazentar übertragene mütterliche Antikörper, aber nur gegen Erreger, mit denen sich das mütterliche Immunsystem einmal auseinandergeseztt hat. Ist zeitlich beschränkt, weil die Antikörper allmählich abgebaut werden.
Mit der Muttermilch bekommt der Säugling allerdings weitere Antikörper. Die verhindern meist schon im Magen und Darm, daß Mikroorganismen überhaupt in die Gewebe vordringen.
Gegen welchen Erreger wird das Kind geschützt?
diaplazentar übertragene AK: nur gegen Erreger, mit denen sich das mütterliche Immunsystem einmal auseinandergesetzt hat
Muttermilch Ak gegen aktuelle Krankheitserreger aus dem gemieinsamen Milieu von Mutter und Kind (zB. Infektionen in der Familie) sind
Warum sind Kinder zwischen ~3 Monate und 3 Jahren besonders anfällig für infektiösen Erkrankungen?
der Übergangzeit, wenn mütterliche Antikörper bereits abgebaut worden sind, während noch nicht ausreichend eigene Antikörper vom Kind gebildet werden.
Beschreibe kurz den Verlauf einer Erkältung als Beispiel einer viralen Infektion.
Schleimhäute der oberen Atemwege mit Viren befallen g Abwehrversuch in den Schleimhäuten/Flimmerhärchen g unspezifische Abwehr durch Fresszellen (Makrophagen) g Stimulation der Produktion spezifischer Antikörper g„Angreifer“ abgewehrt! g Heilung der Schleimhäute
Welche Rehydrations-Massnahmen können bei einem dehydrierten Kind unternommen werden?
Als erstes Versuch mit oraler Flüssigketiszufuhr, häufig in kleinen Mengen, wenn nötig löffelweise.
Bei Trinkwasserverweigerung: Magensonde und kleine Mengen sondieren.
Bei anhaltendem Erbrechen oder Präschock: i.V. Rehydratation.
Ist Imodium geeignet für ein Kind mit Brechdurchfall? Warum?
Nein. Immodium ist ein Opioid der die Darmtätigkeit verlangsamt und es besteht Ileusgefahr.
Bei Kindern unter 2 ist kontrakindiziert!
Welche sind die typische Symptomen und Ort des HWI bei Kindern (im Gegensatz zu den Erwachsenen)?
In den ersten 2 Jahren nicht typische HWI-Symptome
Meistens nicht nur Blasenentzündung, steigt in Harnleiter und Nieren auf
Je jünger des Kindes desto höher das Urosepsisrisiko
Saubere Uringewinnung schwierig
Behandlungsdauer länger als bei Erwachsenen