Pharmakologie und Toxikologie
Insulin_Antidiabetika
Insulin_Antidiabetika
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Cartes-fiches
Sie können das wichtige physiologische Hormon Insulin hinsichtlich chemischer Struktur, Synthese Ort im Körper und physiologischen Wirkungen charakterisieren.
Aufbau:
Insulin ist ein Polypeptid (MG: 5800 Da)
2 Peptidketten
– A-Kette mit 21
– B-Kette mit 30
Aminosäuren, durch 2 Disulfidbrücken miteinander verknüpft sind
Synthese:
Wird in der B-Zellen der Pankreas synthetisiert
Physiologische Wirkung:
- Verbessert die Aufnahme von Glucose und Aminosäuren in den Zellen der meisten Gewebe
- Steigert den oxidativen Glucoseabbau
- Erhöht die Glykogenbildung in der Leber sowie in Muskel und verhindert den Glykogenabbau Stimuliert die Bildung von Fetten aus Glucose
- Hemmt die Umwandlung von Eiweissen zu Glucose
Sie können erklären, was der Unterschied zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2 ist
Typ 1: tritt meist bei Jugendlichen unter 20 Jahren auf; er wird heute den Autoimmunerkrankungen zugeordnet, wobei es bei entsprechender genetischer Disposition unter dem Einfluss verschiedener Faktoren zu einer Insulitis mit nachfolgender Zerstörung der B-Zellen kommt.
Typ 2: beginnt meist erst im höheren Lebensalter. Es besteht eine Insulinresistenz v.a. der Leber u. der Skelettmuskulatur, aber auch eine Störung der Inselfunktion. Als wichtigster Faktor für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes gilt die Adipositas (Fettleibigkeit) bzw. die ihr zugrunde liegende Lebensweise.
Durch die Resistenzbildung an der Zielzelle erhöht die Pankreas die Insulinproduktion um dem Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Irgendwann ist die Produktion, durch die Resistenzbildung, jedoch so erschöpft, dass sie nicht weiter gesteigert werden kann. ---> Glucosetoleranz
Sie können den klinischen Wert für normale nüchterne Blutglucose nennen
80 bis 100 mg/dl (4,4 bis 5,6 mmol/l)
Sie können erklären, was eine Insulinresistenz ist und wie man Sie medikamentös verbessern kann
Insulinresistenz bedeutet, dass die biologische Antwort auf endogenes oder exogen zugeführtes Insulin vermindert ist, so dass Insulin seine Wirkung an und in der Zielzelle nicht mehr vollständig entfalten kann. Dies betrifft die Insulin-Effekte sowohl auf den Glukose-, Lipid- und Proteinstoffwechsel als auch auf die Gefäße
Therapie mit Insulinen oder Insulin-Analogen
Das Biguanid Metformin
Sulfonylharnstoffe
Glitazone (Insulinsensitizer)
Glucosidase-Inhibitoren
Inkretin-Mimetika und DPP-IV Hemmer
Therapie mit Insulinen
Es werden heute ausschliesslich Humaninsuline verwendet. Humaninsulin wird gentechnologisch mittels Coli-Bakterien hergestellt oder teilsynthetisch aus Schweineinsulin gewonnen
Indikation:
Typ-1-Diabetes
Typ-2-Diabetes wenn Diät oder orale Antidiabetika nicht ausreichen
Applikation: Insulin muss in den Körper gespritzt werden (Injektion), eine inhalative Form, welche über die Lunge appliziert werden kann, wurde wieder vom Markt zurückgezogen
Sie können aufzählen, welche Arten von Insulinen verwendet werden (kurzwirksames Insulin,
Normalinsulin, Insulinalaloga, Verzögerungsinsuline) und erklären wie sich die verschiedenen Insulintypen
unterscheiden
Normalinsulin:
Flüssiges unverändertes Insulin
Wirkeintritt 15-30 Min nach Spritzen
Verzögerungsinsuline sind mit Zink oder Protamin (NPH-Insuline: Neutrales Protamin Hagedorn) komplexiert. Dadurch gelangen sie langsamer in die Blutbahn (Verzögerung)
Als Insulinanaloga beizeichnet man Insuline mit modifizierter Aminosäuresequenz, die eine gegenüber dem Humaninsulin veränderte Pharmakokinetik besitzen.
Therapeutische Verwendung verschiedener Insulinarten
Ziel einer Diabetes Therapie ist die möglichst genaue Anpassung an die Insulinspiegel beim gesunden Menschen. Konventionell werden 3 Gaben von Normal- oder Kurzzeitinsulin im Zusammenhang mit den Mahlzeiten und 1-2x tgl. Intermediär- oder Basalinsulin zusätzlich verwendet. Es gibt jedoch viele andere Spritzschemata, wobei bei der intensivierten Insulintherapie versucht wird, die Insulingabe dem Bedarf anzupassen.
Metformin (Wirkung)
Verbessern die Wirkung von noch vorhandenem Insulin ohne den Insulinspiegel zu erhöhen.
Verminderung/Verlangsamung der Glucoseresorption aus dem Darm
Verbesserung der peripheren Glucoseverwertung: muskuläre Glucoseaufnahme wird verbessert
Bedingung: Restproduktion von Insulin muss vorhanden sein!
Förderung der Lipolyse: Gewichtsreduktion
Sulfonylharnstoffe
Sulfonylharnstoffe setzen durch Verbesserung der Ansprechbarkeit auf physiologische Glucosereize Insulin aus den B-Zellen des Pankreas frei.
Nur wirksam wenn körpereigene Insulinproduktion teilweise erhalten ist!
Wirkungsmechanismus
Blockade von Kaliumkanälen von B-Zellen, Membranpotential nimmt ab, spannungsabhängige Calciumkanäle öffnen sich, erhöhte intrazelluläre Calciumkonzentration und damit gesteigerte Insulinfreisetzung
Stellenwert in der Praxis:
Neben Metformin sind die Sulfonylharnstoffe die in der Schweiz am meisten verwendeten Wirkstoffe bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes.
Glitazone (Insulinsensitizer)
Mit den Thiazolidindionen (Glitazonen) steht eine neue Substanzklasse oraler Antidiabetika zur Verfügung. Sie werden Insulinsensitizer genannt, da sie die Insulinresistenz herabsetzen. Somit sind die Glitazone die erste Arzneistoffgruppe, die in den Pathomechanismus der Insulinresistenz des Typ- 2-Diabetes direkt eingreift.
Indikation: Therapie von Typ-2-Diabetiker alleine oder in Kombination mit anderen
Antidiabetika
Alpha- Glucosidase-Inhibitoren
Enzym zur Auspaltung von Zucker (alpha-Glukosidase) wird durch Acarbose (kein echter Zucker, aber ähnliche Struktur) gehemmt. Dadurch wird der Abbau und die Aufnahme von Einfachzucker im Darm verzögert. Zuckerspiegel nach dem Essen steigt langsam und weniger ausgeprägt.
Die Aufnahme bereits in der Nahrung vorhandener Einfachzucker, wie beispielsweise Glukose, wird durch Acarbose nicht behindert.
Inkretin-Mimetika und DPP-4-Inhibitoren (Gliptine)
Eine neue Sunstanzklasse zur Behandlung des Diabetes Typ II sind die Inkretin-Mimetika. Körpereigene Inkretine wie z. B. das Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) fördern nach einer zuckerreichen Mahlzeit die Freisetzung von Insulin aus den Beta-Zellen des Pankreas. Außerdem wird die Glucagon-Freisetzung gehemmt. Das Ergebnis ist eine Abflachung der postprandialen Blutzuckerspitzen.
Sie wissen, welche Auswirkungen und vor allem Spätfolgen Diabetes haben kann
Verkürzte Lebenserwartung bei Typ-1-Diabetes
Gefässerkrankungen (Niere und Netzhaut, Arterien)
Niereninsuffizienz Netzhautschädigung bis zur Erblindung Herzinfarkte
Schlaganfälle
Diabetischer Fuss
Störungen des Nervensystems
Sensorische Störungen (Taubheitsgefühl, nächtliche Wadenkrämpfe)
Motorische Störungen (seltener)
Störungen des vegetativen Nervensystems (verzögerte Magenentleerung, Verstopfung)