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SP1 - Wissenschaftstheorie Baustein 2.1 - Philosophie – Strömungen der WI

SP1 - Wissenschaftstheorie Baustein 2.1 - Philosophie – Strömungen der WI


M. I.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über verschiedene wissenschaftstheoretische Strömungen und deren Ansätze, wie Rationalismus, Pragmatismus und Kritischer Rationalismus. Sie beleuchten die Grundlagen der Erkenntnistheorie, die Prozesse des Wissenserwerbs und die Bewertung von Aussagen. Besonders nützlich für Studierende der Informatik, die sich mit der wissenschaftlichen Methode und der Begründung von Erkenntnissen auseinandersetzen möchten.
Karten
8
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
10.01.2017 / 19.05.2018

Lernkarten

Wie entsteht Wissen? 

… mit Hilfe der Erkenntnistheorie

  • Die Erkenntnistheorie befasst sich sowohl mit den Prozessen des Gewinnens von Erkenntnissen über "die" Wirklichkeit , als auch mit den Ergebnissen dieser Prozesse.
  • Die Ergebnisse (aus den Prozessen des Gewinnens von Erkenntnissen), d. h. die gewonnenen Erkenntnisse, werden in synonymer Weise als Wissen bezeichnet.
  • Wissen über "die" Wirklichkeit stellt daher das zentrale Objekt der Erkenntnistheorie dar.
    • Erkenntnistheorie ist folglich die allgemeine Theorie des Wissens.
  • Sie erstreckt sich sowohl auf vor- oder ausserwissenschaftliches Wissen (Alltagswissen) als auch auf wissenschaftliches Wissen.

Wissenschaftstheorie – als Spezialisierung der Erkenntnistheorie, erläutere:

  • Wissenschaftstheorie ist eine Spezialisierung der Erkenntnistheorie.
  • Wissenschaftstheorie gilt als Metawissenschaft*.
  • Wissenschaftstheorie befasst sich mit den Grundlagen, die in der (objektbezogenen) Wissenschaft als Bedingungen wissenschaftlich fundierter Erkenntnis vorausgesetzt werden.
  • Diese Grundlagen erstrecken sich auf die Gewinnung, die Überprüfung und die Anwendung von Erkenntnissen im wissenschaftlichen Kontext.

* Als Metawissenschaft lassen sich alle akademischen Disziplinen bezeichnen, welche die Wissenschaft selbst zum Gegenstand haben

Gegenstand der Wissenschaftstheorie:

  1. Merkmale wissenschaftlicher Aussagen
    1. Terminologie (Meta-Ebene) als Grundlage
    2. (Etablierte) Theorien (mit formaler Struktur) als Grundlage
    3. (Rigorose) Qualitätskriterien
  2. Merkmale des Prozesses wissenschaftlicher Forschung
    1. Nutzung von Forschungsmethoden
    2. Nutzung von (nachvollziehbaren) Forschungsprozessen
    3. Historische Evolution wissenschaftlicher Disziplinen
  3. Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis (Erkenntnistheorie)
  4. Soziale/politische Randbedingungen wissenschaftlicher Forschung (Überschneidung mit Wissenschaftssoziologie)

Ziele der Wissenschaftstheorie:

  • Beitrag zur Identitätsstiftung von Wissenschaft
  • Entwicklung und Bewertung von Richtlinien für die Strukturierung wissenschaftlicher Aussagen
  • Entwicklung geeigneter Theoriekonzepte
  • Entwicklung und Bewertung von Qualitätsmassen für die Bewertung wissenschaftlicher Aussagen
  • Entwicklung und Bewertung von Forschungsmethoden
  • Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden wissenschaftlicher Diszipline

Erkenntnistheorie befasst sich mit folgenden Fragen:

  • Wie kommt Wissen zustande?
  • Welche Erkenntnisprozesse sind denkbar?
  • Wie ist Wissen unter verschiedenen Voraussetzungen begründet?
  • Woran erkennt man, dass Wissen tatsächlich auf Grund von Erkenntnis angeboten wird?
  • Von ist vor allem auch, welche Arten von Zweifeln an welcher Art von Wissen grundsätzlich bestehen können.

Wissenschaftstheoretische Strömungen - Was gibt es für welche?

Relativismus 

Pragmatismus

Kritische Theorie  

Kritischer Rationalismus 

Sozialkonstruktivismus

Systemtheorie 

Logischer Empirismus 

Erläutere näher den:

Relativismus

Pragmatismus 

Kritische Theorie 

Relativismus --> Wahrheit ist relativ. Relativistischen Theorien zufolge ist die Geltung von Aussagen prinzipiell abhängig von Voraussetzungen, die ihrerseits keine allgemeine Geltung beanspruchen können

Pragmatismus --> Die praktischen Konsequenzen und Wirkungen einer lebensweltlichen Handlung sind es, die bestimmen, was die Bedeutung oder die Wahrheit von Begriffen, Aussagen und Meinungen ausmacht.

Kritische Theorie  --> Insb. auf Sozialwissenschaften ausgerichtet / Begründungen sollen  weniger durch Konfrontation mit Realität, sondern diskursiv, im Rahmen eines rationalen Diskurses erfolgen

  • Rationaler Diskurs: Sachkundig, offen und herrschaftsfrei, Interessen und Subjektivität thematisieren … und überwinden,  Optimistisch: an die Chance auf einen Konsens glaube

Erläutere näher den:

Kritischer Rationalismus 

Sozialkonstruktivismus

Systemtheorie

Logischer Empirismus

 

Kritischer Rationalismus --> Auf Naturwissenschaften ausgerichtet / Ablehnung von Werturteilen als wissenschaftliche Aussagen / Wichtig ist die Reproduzierbarkeit von Beobachtungen bzw. Experimenten / Ziel der Forschung ist nicht Beweis, sondern die Widerlegung von Aussagen (Falsifikation)

  • Falsifikation: Nachweis der Falschheit einer wissenschaftlichen Aussage.
    • Eine Falsifikation liegt vor, wenn zu einer wissenschaftlichen Aussage (Hypothese) ein widersprüchlicher Befund festgestellt wird, z.B. durch eine hypothesenkonträre Beobachtung (Empirismus)
  • Konsequenzen des Falsifikationismus:
    • Wissenschaftliche Aussagen sollten deshalb so formuliert sein, dass sie möglichst leicht zu falsifizieren sind. ▶ Generell (Allgemeingültig) ▶ Hoher Informationsgehalt

Sozialkonstruktivismus --> Der Schwerpunkt des Sozialkonstruktivismus liegt darin, zu zeigen, wie die soziale Wirklichkeit und einzelne soziale Phänomene konstruiert werden. Dabei geht es in erster Linie um die Beschreibung von Institutionen, um soziales Handeln usw. und weniger um die Suche nach Ursachen und Wirkungen.

Systemtheorie --> Interdisziplinäres Erkenntnismodell, in dem Systeme zur Beschreibung und Erklärung unterschiedlich komplexer Phänomene herangezogen werden.

Logischer Empirismus --> bemüht sich um ein "wissenschaftliches'' Weltbild, welches Kontrollierbarkeit, Überprüfbarkeit und Erfahrungsbezug der Aussagen fordert. Der logische Empirismus versucht, menschliches Wissen durch Induktion zu erklären: Man gelangt durch induktive Verallgemeinerung von wahrgenommenen Gegebenheiten zur Erkenntnis (Theorien).

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