Biotechnologische Produktionsverfahren

Fragen aus der Vorlesung Biotechnologie

Fragen aus der Vorlesung Biotechnologie


S. A.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über biotechnologische Produktionsverfahren auf Universitätsniveau. Sie behandeln verschiedene Verfahren wie Batch, Fed-Batch und kontinuierliche Prozesse, sowie deren Vor- und Nachteile. Themen wie Sterilisation, Kultivierung und die Verwendung von Biokatalysatoren werden detailliert erklärt. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Biotechnologie, die sich mit industriellen Produktionsmethoden und deren Anwendung vertraut machen möchten.
Flashcards
18
Students
10
Language
German
Category
Nature Studies
Level
University
Created / Updated
08.01.2017 / 27.09.2024

Flashcards

Welche biotechnologischen Verfahren lassen sich unterscheiden und was ist ihre Charakteristik?

Unterteilung in 

Produktionsverfahren:

  •  Monokulturen von MO, Zellkulturen

  •  Sterile Bedingungen

  •  Semikontinuierlich 

Entsorgungsverfahren:

  •  Mischkulturen
  • Unsteril
  • Kontinuierlich 

 

Was sind Emersverfahren? 

Züchtung von Biokatalysatoren auf Substratoberfläche

  • Petrischale mit Festmedium (Zucht von Kallus und Bakterienkolonien etc.)

Was sind Submersverfahren und deren Vorteile?

Züchtung von Biokatalysatoren im Nährmedium

  • Schüttelkolben mit Flüssigmedium (Vermehrung von Tabakzellen etc.)

  • Beispiele  Penicillin, EPO-Produktion...

Vorteile:

  •   Verwendung grösserer Produktionsvolumina

  •  Bessere Mechanisierung und Automatisierung des Prozessablaufes möglich

  • Möglichkeit der Realisierung kontinuierlicher Verfahren garantiert 

Nenne 3 verschiedene Prozessmodi

  • Batch
  • Fed Batch
  • Kontinuierlich

 Batch: Beschreibung und Vor-Nachteile

klassische Kulturführung im geschlossenem System

  • Konstantes Arbeitsvolumen , Ernte bei maximaler Zellzahl oder Produktkonzentration 

Vorteile: Einfachheit und Flexibilität 

Nachteile: 

  • Geringe Raum-Zeit-Ausbeuten

  •   Probleme bei Prozessen mit Substrat- oder Produktinhibierung 

Kontinuierlicher Prozess, Vor-Nachteile

im offenem System mit konstantem Arbeitsvolumen, Prozess beginnt als Batch bis gewünschte Zellkonzentration erreicht ist, dann Umstellung auf kontinuierlichen Medienzulauf und Entnahme von MAterial

Vorteile: Hohe Raum-Zeit-Ausbeute,  Kleinere Bioreaktoren und tiefere Investitionskosten bei Verfahren mit Zellrückhaltung

Nachteile: hoher apparativer Aufwand, hoher Medienverbrauch, teuer, schwierige Zulassung 

Warum besteht der Trend zur Fed batch-Kultivierung, obwohl kontiniuerliche Verfahren höhere Ausbeuten liefern?

am Anfang wird nur eine geringe Biomasse benötigt und allenfalls anfallende toxische Stoffwechselprodukte können tief gehalten werden 

Welche Varianten der Fed-batch Kultivierung gibt es?

Feeding: Arbeitsvolumen vergrössern

Feeding und Austausch: Arbeitsvolumen konstant

Repeated Fed batch: Zellsuspension teilweise geerntet und Reaktor mit frischem Medium aufgefüllt 

Auf welche Gleichung lässt sich jedes biotechnologische Produktionsverfahren zurückführen?

Reaktionspartner + Biokatalysator = Produkt

Allgemeiner Aufbau eines Biotechnologischen Produktionsverfahrens

Upstream: Medienherstellung aus den Ausgangsstoffen, Fermentation (Stoffe werden umgesetzt)

Downstream: Zellseparation, Isolation und Reinigung, Downstream Aufarbeitung Endformulierung und Abfüllung: Formulierung und Dosierung Kennzeichnung und Verpackung

Wie wird Sterilität in biotechnologischen Verfahren erzielt? 

Hitze, Dampf, Druck, Filtration, Strahlen, VHP = gasförmiges Wasserstoffperoxid

Unterscheiden Sie das Standard- und Overkillverfahren von der HTST-Sterilisation 

Standart- und Overkillsterilisation

  • Dampf
  • 121°C während 20min. Haltezeit
  • in situ
  • hohe Energieverluste, schnelle Alterung, Vitaminzerstörung

HTST (High termperature short time Sterilisation)

  • Dampf
  • 140°C – 160°C während maximal 3 min
  • Es läuft kontinuierlich ab und ist geeignet für Wasserähnliche Substanzen und allgemein Flüssigkeiten.

Wo und wie werden Sterilfiltrationen im Rahmen biotechnologischer Produktionsverfahren durchgeführt?

  • Bei batch - & kontinuierlichen Verfahren
  • Bei wasserähnlichen Substanzen
  • Mittels Filter (Art des Filters ist von Sterilisationsgut abhängig)

Welche Möglichkeiten zum Nachweis der Sterilität gibt es? 

Direkt: mittels Plattenkulturverfahren, Membranfiltration, MPN-Verfahren

Indirekt: mittels Geruch, pH-Wert, Leitfähigkeit, ATP-Gehalt, Trübe

Wie und warum erfolgen Steriltests mit Bioindikatoren? 

Eingesetzt werden Sporenbildende, thermoresistente Organismen (Geobacillus stearothermophilus), da die optimalen Kultivierungsbedingungen bekannt sind. Stirbt der MO, kann man sich sicher sein, dass alles abgetötet worden ist.

Was ist unter in situ- und was unter ex situ Sterilisation zu verstehen? 

  • in situ (an Ort und Stelle) à im Bioreaktor
  • ex situ (räumlich getrennt) à Ausserhalb

Erklären Sie den Begriff Scale-up! 

Von der Kolonie zum Grossfermentor 

  • mikrobielle Verfahren (1:10) bis 500‘000 L Produktionsfermentor
  • Säugerzellverfahren (1:5) bis zu 25‘000 L Fermenter

Erläutern Sie die Fachtermini Labor-, Pilot- und Industriemassstab sowie Fermentation! 

  • Labormassstab:           kleine Mengen bis 20 Liter
  • Pilotmassstab:             20-100L
  • Industriemassstab:      bis 500‘000 l,
  • Fermentation:              Stoffumwandlung von organischen Substanzen

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