Einheit 13 (2) ANALgetika Opioide
Pharma WS 16/17 Häuser
Pharma WS 16/17 Häuser
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Flashcards
Morphin KS 3 ZOP
IA Zentraldämpfende Pharmaka u. Alkohol
->Wirkungs- u. Nebenwirkungsverstärkung, insbes. Atemdepression Opioidagonisten (z. B. Morphin, Oxycodon,Hydromorphon, Pethidin)
->Wirkung durch Opioide mit agonistisch/antagonistischen Eigenschaften abgeschwächt (z. B. Buprenorphin,Pentazocin)
Pancuronium u. Vecuronium
->Wirkungsverstärkung der angeführten Substanzen
MAO-Hemmstoffe
->Mögliche schwere zentralnervöse Nebenwirk. sowie
Nebenwirk. auf die Atmungs- u. Kreislauffunktion
BV geringe orale bioverfügbarkeit 15-50%; iv 100%
HW 2 Std retard Präparate länger wirksam
MT hoher first pass effekt mit Bildung von aktiven (Konjugation mit Glucuronsäure zu Morphin 6 Glucoronid) und inaktiven Metaboliten
Elimination durch hepatische Metabolisierung und renale Ausscheidung
Morphin KS 3
1.Agonist am Opioid Rezeptor,
Indikation starke und stärkste Schmerzen
2.Wirkmechanismus:
Agonist an allen 3 Opioid Rezeptoren
→ Opioide hemmen im ZNS (periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus
[RVM]) GABA-erge Neurone. → Durch die Hemmung GABAerger Neurone
werden deszendierende Bahnen enthemmt.→ Deszendierende Bahnen aus PAG und NRM
hemmen im Weiteren durch eine Freisetzung von Serotonin und Noradrenalin in der
Substantia gelatinosa des Rückenmarks auf aufsteigende nozizeptive Reize
▪ Wirkungseintritt
→ nach 20-40 min
→ nach 30-90 min bei retardierten Morphin
▪ Physiologischen pH: Morphin zu 80% in ionisierter Form
→ nur langsame Diffusion ins ZNS
→ verzögerter Wirkeintritt.
▪ Verstoffwechslung zum aktiven Morphin-6-Glucuronid
→ M6G ist 10x stärker wirksam als Morphin.
→ M6G ist hydrophiler als Morphin.
→ M6G hat eine stärkere zentrale Wirkung
(penetriert B-H-Schranke) als Morphin.
→ M6G wird nicht weiter metabolisiert.
→ M6G unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf.
→ M6G wird nur renal ausgeschieden
→ CAVE: Niereninsuffizienz Wirkungsverlängerung
3.
Nebenwirkungsprofil:
Zentral
Analgetisch
Atemdepressiv
Sedativ hypnotisch
Euphorisch
Antitussiv
Initial emetisch später antiemetisch
Miosis Stimulation Rezeptoren an Ncl. Accessoirus nervi occulomotorii
RR, HF Zentrale Stimulation am dorsalen N.Vagus
Antidiuretisch
Muskelrigidität Rezeptoren vermittelter Dopamin Antagonismus im Striatum, cholinerges Übergewichtà opioid induzierter Parkinsonismus
Konvulsionen
Hypothermie
Peripher
Verzögerte Verdauung Magen-Rektum (Obstipationen) Stimulation der Rezeptoren blockiert Ach Freisetzung damit Pyloruskonstriktion und Hemmung der Längsmuskulatur
Harnverhalt spasmogen auf M. Sphincter vesicae
Gallenkoliken
Histaminliberation: Erythem, Pruritus, RR Bronchospasmus
Störung der Libido und Potenz durch verminderte GnRH Freisetzung und Aromatase Hemmung
Gefahr der Toleranzentwicklung und Abhängigkeit
Codein KS 3
BV Höhere orale Bioverfügbarkeit als Morphin.
MT
1. ▪ Indikation (nach Roter Liste Jan. 2013)
→ als Analgetikum und Antitussivum (tw auch Kopfschmerz angegeben)
→ „Symptomatische Therapie des Reizhustens,
mäßig starke Schmerzen“
Natürlich vorkommendes Opiumalkaloid., nicht BtmV Pflichtig
Agonist an Opioid Rezeptoren
HWZ: 2-3h
Wirkdauer 3-5h
2.
Metabolismus, Aktivierung, Inaktivierung:
▪ Verstoffwechslung vornehmlich über CYP2D6 zu Morphin
→ entscheidend für die analgetische und antitussive
Wirksamkeit
→ CAVE: CYP2D6-Polymorphismen
→ Codein selbst besitzt nur eine geringe Affinität zu Opioid-Rezeptoren
▪ renal Ausscheidung
→ vornehmlich als Konjugate
→ 10% unverändertes Codein wird ausgeschieden
3.
Im Vergleich zu Morphin
-Weniger NW
-geringeres Abhängigkeitspotential
-schwächer Analgetisch 0,1 x Potenz von Morphin
Diamorphin/ Diacetylmorphin (Heroin) KS 2
BV Sehr lipophiles hochpotentes Opioid mit starkem Suchtpotential
Sehr rasche Anflutung im ZNS
MT In Gehirn Metabolisierung zu 6 Monoacetylmorphin und Morphin,
1. Agonist am Opioid Rezeptor
2. Wirkmechanismus wie alle Rezeptoragonisten
durch schnelle Anflutung Entsteht Suchtpotential
Oxycodon KS 2
BV 60-80%
1. Agonist an Opioid Rezeptoren
2. Oxycodon ist das aktive Opioid, wird in geringem Ausmaß zu Oxymorphon verstoffwechselt (CYP3A4 und CYP 2D6)
Elimination durch unspezifische Gewebsesterasen
Methadon Levomethadon KS 2
Methadon:
razemisches Gemisch des R(-)- und S(+)- Enantiomers S(+)-Enantiomer besitzt nur 1/50 der analgetischen Wirkung des R(-)-Enantiomers
Levomethadon
▪ Nach einer Einzeldosis: Wirkeintritt: 1-2 Stunden und
Wirkdauer: 5-6 Stunden
▪ Nach 4-5 Tagen einer oralen Behandlung mit
Levomethadon stellt sich ein Verteilungsgleichgewicht ein mit einer deutlichen Verlängerung der Wirkdauer.
▪ Große Varianz in renaler und biliärer Ausscheidung erklärt die großen HWZ-Schwankungen.
▪ Höhere Levomethadon-Dosen führen zu einer gehäuften Inzidenz von Kammerarrhythmien.
HW Halbwertszeit: 8-75h -> länger als von Morphin, durch starke Lipophilie Anlagerung in Fettgewebe
BV: 40-99% -> höher als von Morphin
Wirkdauer: 3-4h
3-4 x Potenz von Morphin
1.
Agonisten an Opioid Rezeptoren Levomethadon ist reiner Rezeptor Agonist
Synthetische Opiopide
▪ Levomethadon (L-Polamidon®) = R(-)-Enantiomer des Methadons
-> das linksdrehende Enantiomer von Methadon
▪ Indikation (nach Roter Liste Jan. 2013):
Zur Anw. i. R. eines integr. Behandl.-konz. in d. Substitut.-ther. b. Opiat-/Opioidabh. b. Erw., welches die medizin., soz. u. psych. Versorg. einbez.
2. Atemdepression mit Naloxon antagonisierbar
▪ Metabolimus über CYP3A4; > 32 bekannte Metabolite; nur 2% der Metabolite sind aktiv.
▪ Langsames Anfluten im Gehirn bedeutet eine abgeschwächte euphorisierende Wirkung.
Pethidin KS 3
1. Agonisten an Opioid Rezeptoren, 10x schwächer als Morphin, aber lipohiler, daher weniger periphere Symptomatiken, geriner Spasmogen im GI Trakt
Synthetische Opiopide, deutlicher First pass Effekt mit schwankender BV
2. wirkt überwiegend an Rezeptor agoniostisch
Metabolisierung zu aktiven Metaboliten Norpethidin (epileptogen, lange HWZ) daher nicht zur Langzeittherapie geeignet.
Starke atemdepressive Wirkung
Einsatz gegen postoperatives Zittern (shivering)
3. kardiodepressive Wirkung, RR
Auslösung von Delir bei älteren Patienten
Renale Ausscheidung
Tramadol KS 2
Tramadol
MT (+)-Enantiomer durch O-Demethylierung von CYP2D6 zu O-Desmethyltramadol entsteht ein aktiver Metabolit, um das 2-4fache stärker wirksam ist als Tramadol.
▪ Das (-)-Enantiomer hemmt die neuronale Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotinin.
HWZ: 6h
▪ 1:1-Gemisch aus (1R,2R)-Tramadol und (1S,2S)-Tramadol
▪ Das Racemat hat eine geringe opioide Wirkung.
1. Synthetisches Codeinanalogon
Agonisten an Opioid Rezeptoren, Synthetische Opiopide, nicht BtmV Pflichtig
2. Häufig Übelkeit, nach I.v. Gabe als Folge der Serotonin Reuptake Hemmung (SSRI)
Tilidin KS 2
1. Agonisten an Opioid Rezeptoren, Synthetische Opiopide,retardierte Form nicht BtmV Pflichtig
2. Metabolisierung zu aktivem Metaboliten Nortilidin, Grds. Mit Naloxon kombiniert
Renale Ausscheidung
Piritramid KS 1 = Dipidolor
1. Synthetisches Codeinanalogon
Agonisten an Opioid Rezeptoren, Synthetische Opiopide
Kaum Kardiodepressiv, emetisch oder dysphorisch, akkumuliert nicht trotz relativ langer HWZ
Fentanyl KS3
IA, BV, HW, MT
IA Beeinträchtigung d. Herz-Kreislauf-Funkt. durch Lachgas u.
Diazepam (bereits in kleinen Dos.);
Blutdruckabfall durch Midazolam; Blutdruckabfall od. Blutdruckanstieg, vermind.
Pulmonalarteriendruck, Zittern, Ruhelosigkeit u. postoper. Episoden m. Halluzinationen durch Droperidol; erhöhter Fentanylblutspiegel durch Cimetidin. B. Vorbehandl. m. MAOHemmern innerh. d. letzten 14 Tage lebensbedrohl. WW auf
ZNS, Atmungs- u. Kreislauffunkt. nicht auszuschließen.
BV oral 50%
HW subl. 3-12h, i.v. 3-12h, Transdermales therapeutisches System (TTS) 17h
MT Fentanyl unterliegt einer starken Umverteilung. Bei Nachgabe von Fentanyl z.B. am Narkoseende kann es u.U. zur Rückverteilung ins ZNS
Fentanyl wird über CYP3A4 zu Norfentanyl abgebaut
1. stärkste Schmerzen, Durchbruchschmerzen, chronische
Schmerzen,
Opioid zur Narkose
Fentanyl ist extrem lipophil und daher sehr gut ZNSgängig, 100x Wirkung von Morphin
2. Morphintrias
3. deutlich euphorisierend durch schnelle Penetration des ZNS
Beträchtliches Suchtpotential
Fentanylanaloga KS1
Sufentanyl Faktor 1000 stärker als Morphin, HWZ: 2,5h
Wirkdauer: 0,2-0,5h
Remifentanil Faktor 200 stärker als Morphin, HWZ: 0,1-0,2h
Wirkdauer: : 0,1-0,2h
20 x Potenz von Morphin
CAVE: Remifentanil weist eine Besonderheit im
Metabolismus auf
→ Abbau durch ubiquitär vorkommende Esterasen
→ Leber unabhängiger Abbau
→ besitzt dadurch die geringste HWZ auf (~ 10 min)
Alfentanil Faktor 30 stärker als Morphin
HWZ: 2,2h
Wirkdauer: 0,2-0,3h
20-30 x Potenz von Morphin
Buphrenorphin (Temgesic) KS 3
HW3-5h -> länger als von Morphin WD länger als Plasma HWZ
1. Gemischte Agonisten/Antagonisten an Opioidrezeptoren partieller Agonist am Rezeptor, Antagonist am Rezeptor,
Verwendung statt Methadon, fehlende Euphorisierung und Hochregulation der RP kann im Entzug bei Konsum von Agonisten stärkeren Effekt haben
Bioverfügbarkeit: 50-55%
Wirkdauer 6-8; TTS 72-96h
30 x Potenz von Morphin
2. Buprenorphin bindet sehr stark an den μ-Rezeptor:
Hoher First pass Effekt, gut sublingual resorbierbar, Anwendung auch transdermal als Pflaster
3.
→ Atemdepressive Wirkung ist durch Naloxon kaum
Antagonisierbar, Antidot ist Doxapram, Steigert zentral Atmung
→ Fentanyl-bedingte Atemdepression ist durch Buprenorphin antagonisierbar.
▪ Buprenorphin weist einen „ceiling“-Effekt auf:
→ Ab einer bestimmten Dosis führt eine weitere Dosissteigerung zu keiner
weiteren Schmerzreduktion (glockenförmige Dosis-Wirkungskurve)
→ Ausdruck des partiellen Agonismus an μ-Rezeptoren
▪ Verwendung auch in der Substitutionstherapie in Kombination mit Naloxon
Naloxon KS 2
BV Naloxon hat einen extrem hohen first-pass-Effekt (geringe orale BV = 2%)
HW 1-1,5h Kurze HWZ nach i.v. Gabe
→ schneller Abfall der Liquorkonzentration, kurze Wirkdauer
WD: i.v. 0,5h
→ bei Opioid-Vergiftung
→ nur nach i.v.-Gabe als Antagonist verwendbar
1. Antagonist am Opioid Rezeptor zentral und peripher
2. möglicher Rebound Effekt bei der Antagonisierung von Morphin
→ Naloxon überwindet die BHS 5-10 mal schneller als Morphin
→ Morphin verbleibt jedoch länger im ZNS
-Keine intrinsische Aktivität am OR
-hebt atemdepressive Wirkung von Morphin auf
-führt auch bei längerer Anwendung nicht zu Sucht oder Abhängigkeit
Naltrexon KS 2
Im Vergleich zu Naloxon höhere orale BV, längere Wirkdauer
Halbwertszeit: 4h
Wirkdauer 24-48h
Bioverfügbarkeit: oral 40%
- Indikation (nach Roter Liste Jan. 2013):
Medikamentöse Unterstützung bei der psychotherapeutisch/psychlogisch geführten
Entwöhnungsbehand. vormals Opiat-abhängiger Erw. nach erfolgter Opiat-entgiftung.
Als Teil einer umfass. Ther. gg. Alkoholabhängigk., zur Redukt. des Rückfallrisikos, als unterstütz. Behandl. in d. Abstinenz u. zur Mind. des Verlangens nach Alkohol.
Methylnaltrexon KS 2
peripher wirksamer Opioid-Rezeptor-Antagonist, stark polares quartäres Amin; überwindet nicht die Blut-Hirn-Schranke.
1. Indikation (nach Roter Liste Jan. 2013) - Ther. v. Opioidinduz. Obstipat. b. Pat. in fortgeschrittenen Krankh.- stadien, die palliative Behandl. erhalten, wenn d. Ansprechen auf eine Ther. m. übl. Laxanzien unzureich. ist.
2.wirkt als selektiver Antagonist an Rezeptoren im Darm
Auslösung einer Darmentleerung innerhalb von 30-60 Min nach Anwendung
Oxycodon+ Naloxon KS 2
BV 60-85%
2 x Potenz von Morphin
▪ Oxycodon ist das aktive Opioid, wird in geringem Ausmaß zu Oxymorphon verstoffwechselt (CYP3A4 und CYP 2D6)
▪ Indikation (nach Roter Liste Jan. 2013)
→ starke bis sehr starke Schmerzen
→ starke Schmerzen, die nur mit Opioiden ausreichend
behandelt werden können
▪ auch in fixer Arzneimittel-Kombination mit Naloxon
Tilidin+ Naloxon KS 2
BV50-100%
HWZ: 4-6h
Wirkdauer 4-6h; retard 11-14h
0.16-0,19 x Potenz von Morphin
1. Fixes Kombinationspräparat, dient in Kombination der Verhinderung eines Missbrauchs durch die Mischung mit Naloxon in höherer Dosis
▪ Gemisch aus (1S,2R)-Isomer (links) und (1R,2S)-Isomer
(rechts)
▪ Tilidin ist ein Prodrug, das in der Leber zu Nortilidin metabolisiert wird. Nortilidin wird weiter zum Bis-Nortilidin verstoffwechselt, glukuronidiert und eliminiert.
▪ Tilidin wird nur kombiniert mit Naloxon abgegeben.