Psychiatrie 2.MA Humanmedizin

Verschiedene Infos zu psychischen Erkrankungen, Diagnostik und Therapien.

Verschiedene Infos zu psychischen Erkrankungen, Diagnostik und Therapien.


I. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über psychiatrische Störungen und deren Behandlung im universitären Kontext. Sie behandeln Themen wie Autismus, Depressionen, ADHS und andere psychische Erkrankungen, wobei der Fokus auf Diagnostik, Symptomen, Risikofaktoren und Therapieansätzen liegt. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte in der Psychiatrie, da sie sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Anwendungen vermitteln, um Patienten besser zu verstehen und zu behandeln.
Flashcards
15
Students
3
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
06.01.2017 / 05.06.2022

Flashcards

Was sind Projektive Tests? (Werden in (selten) der Diagnostik von psychiatrischen Erkrankungen gebraucht).

Bei Erwachsenen selten gemacht, bei Kindern oft und mit Erfolg angewandt: Kind deutet zB seine eigene Zeichnung oder ein Bild.

Ist ein "Deute-Verfahren" - der Patient deutet Stimmuli in Abhängigkeit von seinem Innenleben - was projeziert der Patient in/auf zB Bild.

Beispiel: Ein Hammer kann sowohl assoziiert werden mit "Haus bauen" oder mit "Waffe" - je nach dem, was der Patient beim sehen des Hammers denkt.

Wie soll man einem Patienten erklären, dass er/sie eine somatoforme Störung hat? Und Welche 3 Erkrankungen sind die häufigsten somatoformen Störungen?

Nicht sagen (negativ): "Sie haben nichts"

Sondern (positiv, weil für Patient ist ein Problem da; Pat ernst nehmen und für voll) --> "Es ist eine Erkrankung, die durch das Zusammenspiel von Psyche und Körper entsteht." (K. Bally) Auch: Nicht zu früh Verbindung herstellen zwischen berichteten schweren Ereignissen und somatoformen Störungen (ala: ah, klar, es ist psychogen, weil sie haben Schlimmes erlebt). Erst mit viel Zeit mal vorsichtig Patient fragen: Können sie sich ev. vorstellen, dass es zB nach dem Ereignis kam? Kann es sein, dass es nach dem Ereignis anfing oder schlimmer wurde?"

3 häufigste:

  • Somatisierungsstörungen (multiple, oft viele Jahre bestehende Körpersymptome; auch = "funktionelle Störung")
  • Hypochondrische Störung
  • Somatoforme Schmerzstörung

Was ist typisch für eine somatoforme Störung (in Abgrenzung zu einer somatischen)?

(NB: Nicht suggestiv erfragen...)

  • Lange Dauer der Symptome
  • Mehrere Organsysteme betroffen
  • untypische Auslösersituationen für Symptome (zB HerzSZ in Ruhe auftauchend)
  • Wechselnde Sz-Lokalisation
  • dramatische Schilderung
  • unscharfe Symptombeschreibung
  • Beschwerden werden als sehr bedrohlich erlebt (Luft-enge oder vernichtende KopfSz aka als lebensbedrohlich wahrgenommen)
  • Am Tag äusserst intensiv erlebte Symptome verschwinden nachts
  • Schmerzausweitung mit der Zeit
  • Oftmals Arztwechsel
  • Begleitende "psyichische Randsymptome" wie innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Angst
  • (oft merken sie's beim im Bett liegen vorm einschlafen - werden auch davon nicht geweckt)

Was spricht eher für eine organische somatische Störung?

  • Anamnese idR kürzer als 1 Jahr
  • idR nicht mehrere Organsysteme befallen
  • Nachvollziehnbare auslösende Momente
  • Nachvollziehbare Sz-Qualität
  • Beschwerden abhängig von bestimmter Bewegung oder Medikamenteneinahme
  • kein Ausweitung der Symptome in kurzer Zeit

Was ist der Zusammenhang zwischen somatoformen Sz-Störungen und vielen Abklärungen?

(Somatoforme Sz-Störung: meist am ganzen Körper Sz und meist chronifiziert, Beschwerden fluktuieren, keine physiologische Erklärung, oft gehäuft Arztwechsel und grossen diagnostischen Aufwand in Vorgeschichte)

lange und viele Abklärung fördert die Chronifizierung des Symptoms beim Patienten. Weil: Wenn veile Abklärungen geacht werden, wird Patient darin bestätigt, dass er ja was Schlimmes haben muss...

Lösung: Nicht alleine lassen damit sondern belgeiten und WEge aufzeigen, wie man mit Sz lernt zu leben, Gruppentherapien o.Ä. verschreiben.

Was sind die Kriterien einer Störung der Sexualpräferenz?

  • Leidensdruck (nicht immer vorhanden - zB nicht mehr, wenn sich jemand selbst jahrelang einredet, es sei schon ok)
  • soziale Beeinträchtigung
  • Fixierung/Einengung
  • Deliquenz

Wie sieht die Behandlung von Störungen der Sexualpräferenz aus?

Psychotherapie (supportiv oder intentsiv; teils Gruppentherapie hilfreich mit Gleichgesinnten, verstehen Patient besser als es Psychologe kann)

Pharmakologisch:

  • LHRH (i.m./s.c.) --> überfluten Hypothalamus
  • dazu SSRI (insb. bei depressiver, ängstlicher und zwanghafter Symptomatik)
  • Pharmakotherapie komorbider Störungen

NB: Hilfe suchen für Patienten enorm Scham-behaftet - als Arzt nicht wertend auftreten. Wenn man selbst Behandlung nicht übernehmen kann - Patienten an Kollegen (Profi dafür) überweisen, nicht einfach zurückweisen. Auch: Schwelle für Hilfe holen tief setzen. Wenn Patient Andeutungen macht, ohne Vorwurf neutral fragen: Und wie geht es mit Ihrer Sexualität? --> Eröffnet Möglichkeit darüber zu reden und somit Therapie zu bekommen. --> Ziel dem patienten ein gutes Leben ermöglichen und gleichzeitig mit Therapie auch mögliche Delikte verhindern oder zumidnest unwahrscheinlicher machen.

 

Wofür wird das Risikoverhältnis (Lambda) im Bereich Genetik gebraucht?

Lambda wird für die Beschreibung einer Familiären Häufung einer Krankheit benutzt.

Berechnet wird es indem man das Risiko des Auftretens der Krankheit bei einem Verwandten der betroffenen Person durch das Risiko eines jeden (nicht-Verwandten) daran zu erkranken dividiert. (zB 50% Risiko als Kind von jemandem mit autosomal-dominanter Krankheit durch die Prävalenz der Erkrankung in der Bevölkerung).

 

Ein hohes Lambda spricht somit für eine starke genetische Komponente (und eine tiefe Prävalenz in der Gesamtbevölkerung). zB rezessive zyst. Fibrose: 0.25/0.0004 = 500 = Lambda

Krankheiten mit komplexer multifaktorieller Ätiologie haben somit idR ein tiefes Lambda.

Wichtiges zu ADHS?

  • ist häufig (bei Kindern 5-6 Prävalenz; 50-75% persistieren bis ins Erwachsenenalter --> d.h. Prävalenz bei den Erwachsenen ist ca. 4%. BEi den restlichen 25-50% endet ADHS nach der Pubertät).
  • Die genaue Prävalenz ist aber abhängig von der Definition von ADHS (Was gilt als Störung)
  • --> Diagnose ist sorgfältig, von Fachperson und mittels diagnostischen Kriterien* zu stellen (Anamnese und strukturierte Verhaltensbeschreibung)
  • in 2/3 haben die Pat. Komorbiditäten
  • Behandlung der Kernsymptome --> v.a. Pharmatherapie (Ritalin, Concerta lange HWZ -> nue 1x/Tag, Medikinet retard zweistufige Medifreisetzung oder Oros Technology mit konstanter Freisetzung aus Spezialkapsel) und Familientherapie
  • Behandlung der Komorbiditäten (v.a. psychptherap. Verfahren)
  • ohne Behandlung gravierende Risiken im Langzeitverlauf (zB Schulabbruch, Persönlichkeitsstörung, Suchterkrankungen, mehr Unfälle, Teenager-SS, Depressionen, ...)

* 3 Hauptkriterien: Unaufmerksamkeit, Überaktivität (=Hypermotorik), Impulsivität. Auftreten in abnormem Ausmass und Situationsübergreifend (d.h. Schule als auch Daheim, ...). Beginn vor 6 Jahre alt, konstantes Auftreten in mind. zwei lebensbereichen (Schule, Daheim, Urlaub)

Wie lautet der Art. 426 ZGB zur Fürsorgerischen Unterbringung? In Kraft seit 1. Jan 2016

aka: Wann darf/soll man jemdn. FU verordnen?

  1. Eine Person, die an einer psychischen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, darf in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann.
  2. Die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen.
  3. Die betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht mehr erfüllt sind.
  4. Die betroffene oder eine ihr nahestehende Person kann jederzeit um Entlassung ersuchen. Über dieses Gesuch ist ohne Verzug zu entscheiden.

Wie lautet Art. 434 des ZGB zur Intervention ohne Zustimmung des Patienten? aka: Wann darf/soll ich einen Patienten zwangsbehandlen?

Fehlt die Zustimmung der betroffenen Person, so kann die Chefärztin oder der Chefarzt der Abteilung die im Behandlungsplan vorgesehenen medizinischen Massnahmen schriftlich anordnen, wenn:

1. ohne Behandlung der betroffenen Person ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden droht oder das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernsthaft gefährdet ist;

2. die betroffene Person bezüglich ihrer Behandlungsbedürftigkeit urteilsunfähig ist; und

3. keine angemessene Massnahme zur Verfügung steht, die weniger einschneidend ist.

Die Anordnung wird der betroffenen Person und ihrer Vertrauensperson verbunden mit einer Rechtsmittelbelehrung schriftlich mitgeteilt.

Wie sieht es mit nature und nurture bei Depression aus? Was hat es mit dem 5-HTT Gen-Polymorphismus auf sich?

Der nature Teil: Vererbt werden entweder short (s) oder long (l) Allele des 5-HTT Gens (--> Polymorphismus). Wer s/s in seinem Genom hat, ist weniger resilient und entwickelt bei stressfull events/Traumatas eher depressive Störungen als eine peron, die l/l-Allelkombi hat. Ohne Stressoren entwickeln aber beide keine depressiven Störungen. (nurture nötig).

Polygenetischer Erbgang: Wenn ein Elternteil an depressiver Störung erkrankt ist, hat das Kind 20% Risiko ebenso eine Störung zu entwickeln. Sind gar beide Eltern betroffen, hat das Kind ein Risiko von 50%. Aber Achtung: Nicht alleine Genetik (nature) spielt mit, da das Kind auch (nurture) mit den erkrankten Eltern aufwächst, die sich anders verhalten können als Eltern ohne depressive Störung.

Fazit: --> Zusammenspiel von nature und nurture, familiäre Häufung vorhanden.

Welche Tests werden in der Entwicklungspsychiatrie in der Diagnostik eingesetzt? (Overview) Testpsychologie

Fähigkeitstests:

  • Intelligenztests
  • Entwickungstests
  • Schultests
  • spezifische Tests für spezifische Funktionen oder Fähigkeiten

Persönlichkeitstests:

  • Persönlichkeitsfragebögen
  • Projektive Tests (Abbildungen - ein Teil der Innenwelt nach aussen abbilden: zB Satz von Kind beenden lassen oder etwas zeichnen lassen oder Bild deuten lassen, usw.)

Symptomfragebögen (gut u.a. für Verlaufsbeurteilung: anfangs und nach zB 3 Monaten ausfüllen lassen um zu sehen, was sich verändert hat.)

Häufigkeit von Autismus-Spektrums-Störungen? von frühkindlichem Autismus? Verlauf?

ASS in der Gesamtbevölkerung: ca. 1%

frühkindl. A. 0.3%

Verlauf: Chronisch. 60% der Patienten benötigen auch im Erwachsenenalter viel Unterstützung. Symptome variieren aber stark zwischen den versch. Patienten und auch innerhalb des einzenen Patienten im Verlauf seiner/ihrer Entwicklung.

Haben autistische Personen interesse an sozialer Interaktion? WArum haben sie selbst mühe mit dem sozialen Umgang, was erschwert ihnen die kommuikation?

Eigentlich haben Pers. mit ASS Interesse an sozialen Kontakten - sie wissen oft nur nicht, wie das anzusetllen ist. Sie haben mühe mit "theory of mind"/Mindblindness - das erkennen und interpreiteren von Emotionen und Verhalten anderer Menschen fällt ihnen schwer. Sie haben mühe sich in andere hineinzuversetzen udn zu verstehen, warum diese anders handeln als sie selbst. ((ev.: Ist meist eher ein Problem bei zB Asperger; da frühkindliche Autisten zB inflge geistiger Retardierung grundsätzlich weniger an sozialem Umfeld teilhaben können? Ev. da auch andere Ausprägungen. Aber: je höher/normaler geistige Fähigkeiten (normal bei Asperger) desto dringender lernen von sozialem umgangtherapie zur Hilfestellung, damit nicht isoliert werden.))

Auch/Ursache Mangelnde Orientierung an sozial relevanten Reizen (zB Kravate betrachten statt Augen weil interessanter) --> beeinträchtigt das soziale Lernen (neuronale Netzwerke)  --> soziales Lernen erfolgt, aber langsamer und kompensatorisch.

Study