Chemotherapie und Zytostatika

Pharmakologie und Toxikologie

Pharmakologie und Toxikologie


D. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Wirkmechanismen und Einsatzgebiete von Zytostatika und Chemotherapie im universitären Kontext. Sie behandeln zentrale Themen wie DNA-Interkalation, Hemmung von Topoisomerasen und die Rolle von Antikörpern in der Krebstherapie, einschließlich spezifischer Beispiele wie Tyrosinkinase-Inhibitoren und monoklonale Antikörper. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Forscher, die sich mit den molekularen Grundlagen und therapeutischen Ansätzen der Krebsbehandlung vertraut machen möchten.
Karten
25
Lernende
11
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
02.01.2017 / 19.03.2021

Lernkarten

Sie wissen, welche drei Tumorarten bei Frauen und Männern in Bezug auf Mortalität am häufigsten vorkommen

Häufigste Tumorarten bei Männer

  1. Prostata
  2. Luftröhre, Bronchien, Lunge
  3. Dickdarm

Häufigste Tumorarten bei Frauen

  1. Brust
  2. Dickdarm
  3. Lunge, Bronchien, Luftröhre

Sie können die Alterskorrelation von Tumorerkrankungen erklären

Chance das Mutation auftreten und nicht durch Reparaturmechanismen erkannt werden steigt mit zunehmendem Alter.

Sie können die Begriffe Inzidenz, Mortalität und Morbidität definieren

Die Inzidenz  bezeichnet in der Epidemiologie die Häufigkeit von Neuerkrankungen an einer Krankheit innerhalb eines definierten Zeitraums. 

Mortalität bezeichnet die Anzahl der Todesfälle bezogen auf die Gesamtanzahl der Individuen

Morbidität: Häufigkeit von Krankheiten in einer Bevölkerung.

Sie können die Wirkstoffklassen und Angriffspunkte der verschiedenen Zytostatika aufzählen.

Die  Wichtigsten Wirkstoffklassen

  • Antimetabolite                          ⇒ Hemmung der Purinsynthese
  • Alkylantien                                 ⇒ DNA-Interkalation
  • Topoisomerase Hemmstoffe    ⇒ Hemmung der DNA-Replikation
  • Enzyme                                      ⇒ Abbau wichtiger Substanzen

Weitere Zytostatika

  • Mitosehemmstoff  ⇒ Hemmung der Mikrotubuli-Funktion
  • Estrogen, Antiestrogene, GnRH-Analoga, GnRH-Antagonisten ⇒ Hemmung des Hormonabhängigen Wachstums
  • Antikörper ⇒ Spezifische Oberflächenantigene
  • Interferon-therapie Interleukin-therapie ⇒ Wirken antiproliferativ und Immunmodulierend
  •  Anti-VEGF-Antikörper⇒  Unterdrücken tumorale Blutversorgung
  • Synth. Piperazin Antikörper ⇒ Unterdrücken Signalvermittlung

Sie können die typischen Nebenwirkungen von nicht spezifisch wirksamen Zytostatika und mögliche Gründe für Therapieresistenzen nennen

Immunsupression, Blutbildschaden, Haarausfall, Übelkeit, stärkstes Erbrechen, Spermiogenese sinkt

Therapieresistenzen können bei Tumoren im Laufe der Behandlung entstehend. Ein Grund für die Therapieresistenz der Rezidive sind oft die neuen Veränderungen der Erbinformation in diesen Tumoren im Vergleich zu den Primärtumoren – die zunächst erfolgreichen Therapien werden wirkungslos.

Sie wissen, warum Hormone und Hormonantagonisten auch zur Krebsbehandlung eingesetzt werden.

Warum werden sie eingesetzt? Hemmung des Hormonabhängigen Wachstums der Krebszellen.

 

Wirkmechanismus von alkyliernden Zytostatika des N-Lost Typs?

Alkylantien ► DNA-Interkalation

Alkylantien entfalten eine zytotoxische Wirkung, indem sie Alkylgruppen in Amino-, Carboxyl-, Hydroxyl-, Phosphat- und Sulfhydrylgruppen der Ribonukleinsäuren der DNA einbauen. Dadurch wird die Zellteilung gehemmt. N-Lost-Derivate können neben der DNA weitere biologische Targets alkylieren.

Die Schädigung der DNA trifft vor allem schnell wachsende Zellen wie Tumorzellen, leider aber auch andere rasch wachsende Zellen wie Schleimhautzellen, Haarwurzeln oder Knochenmarkszellen.

Wirkmechanismus von  Cyclophosphamid?

Alkylantien ► DNA-Interkalation

Cyclophosphamid ist ein Prodrug, das erst nach Aktivierung in der Leber seine zytotoxischen Eigenschaften entfaltet. In den Leberzellen wird es durch das Cytochrom-P450-Systems zu 4-Hydroxycyclophosphamid-Aldophosphamid hydroxyliert. Letzteres spaltet Acrolein ab und wird zum eigentlich zytotoxischen Phosphoramid-Mustard. Phosphoramid-Mustard schädigt die Zell-DNA durch Quervernetzung (cross links) zwischen den DNA-Strängen.

Wirkmechanismus von Cisplatin?

Alkylantien ► DNA-Interkalation

Cisplatin gehört zur Gruppe der Platin-Komplex-Bildner, welche die DNA-Replikation durch Querverknüfung, d.h. DNA cross-linking nach Cl-Abspaltung, hemmen.

Wirkmechanismus N-Nitrosoharnstoff-Derivate? 

Alkylantien ► DNA-Interkalation

Sind Zytostatika, deren Wirkung auf einer Alkylierung von Nucleinsäuren beruht. Durch die Alkylierung kann es zu Quervernetzungen von DNA-Strängen und Ausbildung falscher Basenpaarungen oder Strangbrüche kommen. Dadurch wird die Replikation der DNA und damit die Zellteilung (Cytokinese) gehemmt

Welche Antimetabolite kennen sie?

Wirkmechanismus der Antimetabolite?

Eingesetzte Antimetabolite

  • Cytarabin
    • Aktive Form ist Cytorabin-triphosphat, Konkurenzprodukt zu 2-Desoxycytidintriphosphat
    • hemmt DNA Polymerase
    • Einbau in die DNA in geringerem Umfang
    • Störung der Replikation
  • 5-Fluoruracil
    • Metabolischer Umbau zu 5-Fluor-desoxyuridin-Monophosphat
    • Einbau als falscher Baustein in die RNA
    • zusätzlich Hemmung der Thymidilatsynthase
    • Hemmung der DNA-Synthese
  • Methotrexat
    • Folsäure-Analoga und hemmt die Dihydrofölsäure-Reduktase, welche Folsäure in die biologisch aktive Tetrahydrofolsäure (FH4) umwandelt.
    • Mangel an FH4 führt zur Hemmung der Purin- und Thymidinsynthese

Wirkmechanismus Zytostatisch wirksame Antibiotika (Anthracycline)?

Hemmung der Topoisomerase II

Wirkmechanismus von Camptothecin?

Hemmstoff der Topoisomerase I. Führt zu Doppelstrang DNA Brüchen. Nachteil: Schlecht wasserlöslich und toxisch. Daher Anwendung von Derivate des Camptothecin z.B. Topotecan und Irinotecan

Wirkmechanismus von Etoposid und Teniposid

Hemmstoffe der Toposiomerase II 

Welche Hemmstoffe der Mitose kennen sie?

Spindelaufbau

  • Colchicin
  • Vinca-Alkaloide

Spindelabbau

  • Taxane

Welche Hemmstoffe der Topoisomerase kennen sie?

Topoisomerase I 

  • Camptothecin

Topoisomerase II

  • Etopsid
  • Teniposid
  • Zytostatisch wirksame Antibiotika (Anthracycline)

Wirkungsmechanismus der Taxane?

-

Wirkmechanismus RH-Agonisten/-Antagonisten?

-

Wirkmechanismus Antiestrogene? 

-

Wirkmechanismus Aromatasehemmer? 

-

Wirkmechanismus von monoklonalen Antikörpern? 

Welche Therapeutisch bedeutsame Antikörpermodifikationen werden eingesetzt? 

Tumorzellen exprimieren verstärkt gewisse Oberflächenantigene.  Gegen diese können Antikörper therapeutisch eingesetzt werden

Therapeutisch bedeutsame Antikörpermodifikationen.

  • Normalfall,
  • chimärer Antikörper,
  • humanisierter Antikörper, muriner Ursprung: hypervariable Regionen der V L- und V H-Ketten,
  • komplett humaner Antikörper,
  • Verminderung der Immunogenität und Verbesserung der Gewebegängigkeit durch Verwendung von Fragmenten

Wirkmechanismus von Monoklonale Antikörper in der Krebstherapie.

  1. Herceptin
  2. Cetuximab
  3. Panitumumab
  4. Rituximab

 

Herceptin

  • Monoklonaler, humanisierter IgG Antikörper
  • Entwicklung aus Hybridomazellen (nach Immunisierung von Mäusen mit HER2 überexprimierenden Zellen) und anschliessender Humanisierung
  • Bindet an HER2 ⇒ proliferationsfördernde Signaltransduktion wird gehemmt
  • Mediator für Antikörper-abhängige zellvermittelte Zytotoxizität (Natürliche Killerzellen)

Cetuximab

  • Monoklonaler, chimärer IgG Antikörper
  • Gebildet von stabil transfizierten Myeloma-Zelllinie
  • Bindet an Rezeptor für den Wachstumsfaktor EGF und verhindert die Bindung des Linganden. (Ligand bindet simultan an zwei Rezeptoren) 
  • Mediator für Antikörper-abhängige zellvermittelte Zytotoxizität (NK-Zellen)

Panitumumab

  • Humaner IgG Antikörper gegen EGF-Rezeptor
  • Entwickelt in XenoMouse® Model nutzt zur Antikörpersynthese das «Genset» des Menschen
  •  1000fach höhere Affinität als EGF

Rituximab

  • Gentechnisch hergestellter chirmärer, monoklonaler Antikörper
  • Variable Region ist murin, Fc Region ist human
  •  Bindet CD20 exprimierend B-Zellen
  • Mediator für Antikörper-abhängige zellvermittelte Zytotoxizität (Natürliche Killerzellen) 
  • Induziert Komplement-vermittelte Lyse von Tumorzellen
  • Induziert Apoptose

Wirkmechanismus von Angiogenese Inhibitoren?

Tumore stimulieren die Angiogenese um einen Zugang zum Blutgefässsytem zubekommen ( Nährstoff – und Sauerstoffversorgung), dies wird gehemmt.  

Produkte: Bevacizumab (Avastin) 

  • Rekombinater, humanisierter, monoklonaler Antikörper
  • Synthese in stabil transfizierten CHO Zellen
  • Bindet VEGF (welches der Tumor sekretiert)
  • Hemmt Angiogenese

 

Welchen Wirkmechanismus haben Tyrosinkinase-Inhibitoren?

Tyrosinkinaseinhibitoren binden an EGFR und hemmen dadurch die enzymatische Aktivität der Tyrosinkinasen, die für die Aktivierung verschiedener Signaltransduktionswege in der Zelle verantwortlich sind. TKIs benutzen dabei 4 verschiedene Mechanismen: Sie konkurrieren entweder mit Adenosintriphosphat (ATP), der phosphorylierenden Einheit oder dem Substrat - oder sie binden außerhalb des aktiven Zentrums und beeinflussen dessen Aktivität allosterisch.

Welche Supportiven Arzneistoffe bei der Tumortherapie werden eingesetzt?

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