Physische Geografie

VL 10 - Biochemische Kreisläufe

VL 10 - Biochemische Kreisläufe


L. L.
Diese Lernkarten behandeln die physischen Grundlagen der Geografie auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Prozesse und Wechselwirkungen im globalen Klimasystem. Sie beleuchten die Rolle von CO2 und Stickstoff in der Atmosphäre, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten wie Verbrennung fossiler Brennstoffe und Landwirtschaft auf biogeochemische Kreisläufe, sowie die Ursachen und Folgen von Veränderungen in diesen Kreisläufen. Ideal für Studierende der Geografie, die ein tieferes Verständnis der physischen Geografie und ihrer dynamischen Prozesse erlangen möchten.
Flashcards
9
Students
3
Language
German
Category
Geography
Level
University
Created / Updated
30.12.2016 / 05.01.2019

Flashcards

LZ 1: Sie verstehen das Prinzip der biogeochemischen Kreisläufe, und kennen Beispiele für deren Veränderung durch den Menschen.

Biogeochemische Kreisläufe: beschreiben den Kreislauf eines chemischen Elements (Stickstoff, Kohlenstoff etc.), welcher in Interaktion mit anderen am System beteiligten Komponenten vollzogen wird.

--> Kreislauf zwischen Atmosphäre, Lithosphäre, Hydrosphäre und Biosphäre

Biogeochemische Kreisläufe sind insbesondere wichtig, weil sie die Zunahme von Treibhausgasen in
der Atmosphäre und damit die Klimaerwärmung erklären.

--> Beeinflussung durch den Menschen: es wird auf eine Steigung der Produktivität der Biosphäre
abgezielt
--> menschliche Aktivitäten: Landwirtschaft, Industrie, Handel/Transport, Freizeit à Beispiele:
Kunstdünger, Verbrennung fossiler Brennstoffe, etc.

LZ 2: Sie verstehen Ursachen und Ausmass der menschlichen Veränderungen des globalen Stickstoffkreislaufs.

  • Stickstoff: Hauptbestandteil der Luft, kann in mehreren Oxidationsstufen an der Erdoberfläche vorkommen --> der molekulare Stickstoff (N2) kann von den meisten Pflanzen nicht direkt aufgenommen werden
  • Speicher: Sedimentgesteine, kleiner Anteil in Ozeanen, Pflanzen und Böden
  • Um Stickstoff pflanzenverfügbar zu machen (wichtig für Wachstum), muss es in eine andere Bindungsform überführt (fixiert) werden --> Nitrat --> Stickstoff
  • anthropogene Stickstoffproduktion (Verbrennung von fossilen Brennstoffen) --> grösser als natürliche Fixierung


--> Natürliche Stickstoff-Fixierung: Symbiose zwischen natürlicher Vegetation und Bodenbakterien (biotisch) & Blitze während Gewittern (abiotisch)


--> Anthropogene Stickstoff-Fixierung: Umwandlung des atmosphärischen Stickstoff bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoff (Haber-Bosch-Verfahren), industrielle Produktion von Kunstdünger und agrarische Nutzung von Reis, Sojabohnen und Alfalfa, die in Symbiose mit Bodenbakterien atmosphärischen N2 in biologisch verwertbaren Stickstoff umwandeln können

--> Herstellung von Dünger & Energieeinsatz aus fossilen Quellen Mensch produziert und nutzt seit 1980 mehr Stickstoff als der gesamte natürliche Stickstoffkreislauf der Erde!

  • Denitrifikation durch Mikroorganismen und bei Verbrennungsprozessen
  • Zusammenhang zwischen Stickstoffeintrag und Intensivierung der Landwirtschaft und kultureller sowie wirtschaftlicher Entwicklung

--> Veränderung der Artenzusammensetzung (Reduzieren der Artenvielfalt, dafür Steigerung der Produktion)

In der Schweiz: insbesondere im Tessin und im Mittelland ist die Stickstoff-Deposition besonders gross durch lokale Landwirtschaftsproduktion, Westwindlage und Stickstoffübertragungen aus Mailand und Umgebung

Was sind die grössten Problemherde unseres Planten.

LZ 3: Sie verstehen Ursachen und Ausmass der menschlichen Veränderungen des globalen Kohlenstoffkreislaufs.

• Kohlenstoffspeicher: Sedimentgesteine und Ozeane
• Menschliche Veränderung: Verbrennen fossiler Energieträger, Brandrodung von Wäldern, andere intensivierte Landnutzung --> durchschnittliche Menge von 7,1 Gt CO2 pro Jahr wurde freigesetzt (im letzten Jahrzehnt)
• Lediglich 44 % verbleibt in der Atmosphäre; der Rest wurde je zur Hälfte von Ozeanen und Landoberflächen aufgenommen --> Speicher können jedoch bald gesättigt sein und warme Ozeane speichern weniger CO2

Erklären Sie den Kohlenstoffkreislauf.

Zahlen in Gigatonnen

C-Emission:

  • Ozean (90)
  • Pflanzenatmung (60)
  • Bodenatmung (60)
  • Anthropogene Atmung (fossile Brennstoffe) (10)
  • Vulkanismus (0.5)

C-Speicherung/Aufnahme:

  • Photosynthese (120)
  • Ozean (90)

--> Mensch stört natürliches Gleichgewicht --> Pro Jahr wird ca. 50 % des vom Mensch emittierten CO2 in der Atmosphäre frei und ist Treiber der Klimaerwärmung.

LZ 4: Sie kennen die wichtigsten Prozesse, durch die Kohlenstoff zwischen Reservoirs ausgetauscht wird.

• Photosynthese / Bodenatmung
• Vulkanismus
• Anthropogene Prozesse
• Ozeane
• Schmelzen von Permafrost (Methan)

LZ 5: Sie können die Ursachen für den zeitlichen Verlauf der atmosphärischen Kohlendioxid-Werte erläutern.

Winter:

NH: mittlere CO2 Konzentration - keine Biomasse

SH: viel Biomasse

Frühling:

NH: hohe CO2 Konzentration - mittlere Biomasse

SH: viel Biomasse

Sommer:

NH: mittlere CO2 Konzentration - viel Biomasse

SH: viel Biomasse - südlicher Subpolarraum --> CO2 Konzentration steigt

Herbst:

NH: mittlere Biomasse - wenig CO2

SH: wenig CO2 - mittlere Biomasse

LZ 6: Sie kennen die Quellen, Mengen und den Verbleib der anthropogenen CO2-Emissionen im System Erde.

• Quellen: Verbrennung fossiler Brennstoffe, Waldrodung, intensivierte Landnutzung
• Total Emissionen: 39.4 ± 3.4 Gt CO2 in 2013, 42% over 1990
• Prozentanteil Verbrennung: 92 %
• Prozentanteil Landnutzungswandel: 36% in 1960, 19% in 1990, 8% in 2013
• Verbleib: Atmosphäre (44%), Land (29%) und Ozeane (26%)

LZ 7: Sie können die Komponenten, Prozesse und Interaktionen des globalen Klimasystems beschreiben und Beispiel für Rückkoppelungen geben.

Positive Rückkopplungen:

  • weniger Vegetation durch Waldrodung --> weniger Transpiration (Pflanzen) --> weniger lokaler Niederschlag -> weniger Bodenwasser --> weniger Vegetation
  • Temp. Anstieg --> Abschmelzen von Inlandeis --> Reduzierter Albedo --> lokaler Temp. Anstieg
  • Mehr Treibhausgase in der Atmosphäre --> Temp. Anstieg --> durch Auftauen des arktischen Permafrosts --> mehr CO2 und Methan freigesetzt --> Mehr Treibhausgase in der Atmosphäre

 

Negative Rückkopplungen

  • Mehr CO2 in der Atmosphäre --> mehr Pflanzenwachstum --> mehr CO2 - Fixierung der Biomasse --> weniger CO2 in der Atmosphäre
  • Temp. Anstieg --> Tundraboden taut auf --> mehr Büsche --> geben Schatten --> Verlangsamung des Auftauens.

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