GG


J. G.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Stadt, Globalisierung und Bevölkerung, mit Fokus auf Migration, Mobilität und demografische Trends. Sie beleuchten Konzepte wie Multilokalität und Translokalität, die Bedeutung von Rimessen und die Altersstruktur der Bevölkerung. Besonders relevant sind die Auswirkungen von Migration auf Städte und die demografische Entwicklung in Europa. Die Karteikarten eignen sich für Studierende der Geographie, die sich mit aktuellen Bevölkerungsdynamiken und globalen Migrationstrends auseinandersetzen möchten.
Flashcards
39
Students
3
Language
German
Category
Geography
Level
University
Created / Updated
27.12.2016 / 06.01.2019

Flashcards

LZ1: Unterschiedliche Abgrenzungen von Stadt verstehen und erklären können. 

Administrative Stadtabgrenzung: 

  • folgt den territorialen Grenzen der Verwaltungs- einheiten

  •  bezieht sich auf absolute Lage im Raum (location

Statistische Stadtabgrenzung

  • Zentrale Kennzahlen (Einwohnerzahl, Bevölkerungsdichte, Bauliche Dichte, Zahl der Arbeitsplätze)

  • CH: mehr als 10'000 Einwohner und Erfüllung einiger statistisch komplexer Dichtekriterien 

Funktionale Stadtabgrenzung

  • Welche Gebiete gehören funktional zu einer Stadt?

  • Mögliche Kennzahlen: Einpendler, Einkaufsmobilität, Bildungsmobilität

  • Idee: Städte haben einen Funktionsüberschuss (sie stellen mehr Leistungen zu Verfügung als sie in Anspruch nehmen)
    --> Agglomeration:
    ---> Fünf Metropolräume der CH: Bern, Zürich, Basel, Genf, Lausanne 

Kognitive Stadtabgrenzung

  • Kognitionsraum

  • Zentrale Elemente: Persönliche Erfahrungen, Medienberichte, Erzählungen

    --> Raum der Wahrnehmung (z.B.: „Europe according to Switzerland) 

Kulturelle Stadtabgrenzung

  • Wo finden sich städtische Lebens- und Verhaltensweisen? --> Urbanität

  • Zentrale Elemente: Anonymität, geringe soziale Kontrolle, hohe soziale Differenzierung, grosse Vielfalt, Internationalität 

Verstädterung

steigende Einwohnerzahl von Städten

Urbanisierung

Diffusion städtischer Lebens- und Verhaltensweisen (z.B. Konsummuster, Haushaltsgrössen, Kleidungsstile, Wertvorstellungen)

Das Jahrhundert der Städte 

  • Historisch einzigartiges Wachstum von Städten 
  • Zunahme der Verstädterung gerade im globalen Süden 

LZ2: Die Zusammenhänge zwischen Stadt und Globalisierung erläutern können 

Globalisierung: (VL1)

  • Ausbreitung und Intensivierung weltweiter sozialer Beziehung

  • Resultat von räumlichen und zeitlich distanzierten Auswirkungen alltäglicher Handlungen

  • Prozess, der nicht nur ökomische Aktivitäten einschliesst, sondern fast jeden Aspekt des Lebens Homogenisierende und fragmentierende Auswirkungen 

Globalisierte Stadt:

  • Hohe Bedeutung von Emigration und Immigration (Vermischung von Kulturen) gegensatz: Relativ homogene nationale Herkunft 

  • Zentrumsfunktion für einen Kontinent oder die Welt 

  • hoher Anteil an internationalen Unternehmen

  • Sprachenvielfalt und Wertevielfalt

  • Globale Konkurrenz von Städten (unternehmerische Stadt)

  • Marktorientiertes Denken

  • Heterogene Stadtteile

  • Orientierung an internationalen Modellen 

Die Reskalierung von Staatlichkeit (Neil Brenner) 

Staat vollzieht Bedeutungswandel:

•  abnehmende Bedeutung der nationalstaatlichen Ebene

•  Deregulierung und zurückhaltender Staat

=> Neoliberalismus

Globale Prozesse wirken sich direkt auf Städte aus

Städte stehen untereinander im Wettbewerb

     => unternehmerische Stadt 

LZ3: Das Konzept der Global City erläutern und kritisieren können.  

Global Cities = Steuerungszentralen + Standorte der Erbringung von unternehmensorientierten Dienstleistungen 

Global Cities gekennzeichnet durch so genannte Headquarterökonomie (Dominanz unternehmensorientierter Dienstleistungen) 

4 zentrale Merkmale: 

  1. Steuerungszentralen in der Weltwirtschaft

  2. Wesentliche Standorte für das Management

  3. die Produktion

  4. und wesentliche Märkte für unternehmensorientierte DL
    Beispiele: New York, London, Tokyo 

Kritik an Global Cities

•  Räumliche Agglomerationstendenzen von unternehmensorientierten Dienstleistungen

•  Kritik an der Vorstellung Distanz spiele durch neue Technologien keine Rolle mehr

=> Wichtigkeit von Face-to-Face-Kontakt
=> Wichtigkeit von Lebensqualität für globale Eliten => Sense of Place 

Ungleichheit in Global Cities

  • Spaltung der Arbeitsmärkte: hoch bezahlte Spitzenkräfte vs. Niedriglohnsektor („Wer wäscht in der Global City die Hemden?“) 

  • Informalisierung vieler Wirtschaftssektoren

  • Destabilisierung, Prekarisierung (Zunahme von Arbeitsplätzen mit zu geringer Einkommenssicherheit), Illegalisierung von Arbeitsverhältnissen

  • Steigende Immobilienpreise 
    => Ungleichheit ist ein zentrales Merkmal von Global Cities 

 

LZ4: Die verschiedenen Aspekte der Globalisierung am Beispiel Zürichs illustrieren und analysieren können.

Fünf Indikatoren zur Bewertung einer Global City:

-  Ökonomie (z.B. Anzahl Headquarters, Kapitalmarkt, Warenumschlag)

-  Humankapital (z.B. ausländische Bevölkerung, Qualität der Universitäten, Bildungsniveau der Bevölkerung) 

-  Informationsaustausch (z.B. Internetpräsenz, Internetzugang) 

-  Kulturelles Angebot (z.B. Sportgrossanlässe, Museen, Anzahl internationaler Besucher) 

-  Politisches Gewicht (z.B. Anzahl Botschaften, Think Tanks, Internationale Organisationen) 

 

Zürich Nord:

  • Expolis (Stadt ausserhalb der Stadt) der Global City

  • Räumliche Expansion der Headquarterökonomie: Hauptsitz int. Firmen, UBS, Fifa, Google

  • Faktoren, welche für die Lage sprechen: Flughafennähe, Steuersätze, Bodenpreise

  • Reisbrettplanung und fragmentierte Stadtstruktur: geplante geom. Anordnung

Zürich West: Wohnstandort der Global City Makers?

  • Überwiegend Wohnimmobilien auf innenstadtnaher Industriebrache (ehemalig ungenutzt)

  • Hoch- und Höchstpreis Segment

  • Hohe Dichte

  • Zielmarkt: YUPies (young urban professinals) und DINKies mit hohem Einkommen und Konsumansprüchen 

Bevölkerung

die innerhalb eines definierten Territoriums lebenden Menschen

LZ 1: Weltbevölkerungsdynamik (Rückblick) in Stickworten skizzieren und kommentieren können. 

Historischer Rückblick

• seit Ende des 18. Jh.
   – In Europa nahmen die Sterberaten langsam ab, während die Geburtsraten auf einem recht hohen Niveau blieben

• Sprunghafte Veränderungen in den 1920er und 1950er Jahren

  – Beginn der Sterblichkeitssenkung

--> Aktuelle Wachstumsrate von 1,14 % verdeckt regionale Unterschiede 

Wachstums Rate %: Seit 1950 bis 2095

1965: Höhepunkt: 2.1

1975-85 Gleich:1.8

LZ 2: Grundbegriffe und Kernziffern (z.B. Säuglingssterblichkeit, Lebenserwartung) der Bevölkerungsgeographie kennen. Aussagekraft von Kernziffern beurteilen und können. 

  • natürliche Bevölkerungsbewegung
  • räumliche Bevölkerungsbewegung
  • Absolutes Bevölkerungswachstum oder -rückgang
  • Wachstumsrate
  • Zuwachsrate (relative Werte) 
  • Allgemeine (rohe) Raten / Ziffern (crude rates) 
  • Spezifische Raten / Ziffern 

  • natürliche Bevölkerungsbewegung:
    ergibt sich aus der Bilanz von Geburten und Sterbefällen

  • räumliche Bevölkerungsbewegung: ergibt sich aus der Bilanz von Zu- und Abwanderung 
  • Absolutes Bevölkerungswachstum oder -rückgang, d.h. Zuwachs der Bevölkerung um einen bestimmten Betrag

  • Wachstumsrate = relative Zunahme oder Abnahme, und zwar die durchschnittliche jährliche Zunahme in Prozent (%) 

Zuwachsrate (relative Werte)

  •  DieBevölkerungwächstexponentiell

  • Wenn die Wachstumsrate ansteigt, verringert sichder Verdoppelungszeitraum rasch

  • Bei 1% Zuwachsrate verdoppelt sich eine Bevölkerung innerhalb von 70 Jahren

Bei 2% Zuwachsrate innerhalb von 35 Jahren 
 

  • Allgemeine (rohe) Raten / Ziffern (crude rates)

Messergebnisse, die weder an die Alterstruktur noch an das Geschlecht gebunden sind

  • Spezifische Raten / Ziffern

•sind auf spezifische Faktoren (z.B. auf das Alter, Geschlecht) bezogen 

 

Sterberate berechnen 

Altersspezifische und Geschlechtsspezifische Sterberate in der Schweiz

  • Gesamtzahl der Todesfälle in den vergangenen 3 Jahrzehnten stabil, starke Veränderungen in der Altersverteilung der Gestorbenen
  • Anteil der Todesfälle, die sich vor dem 65. Altersjahr ereigneten, ging stark zurück Anteil der Todesfälle ab dem 75. Lebensjahr ist stark gestiegen. 
  • Indirekt zeigt das eine deutliche Erhöhung der Lebenserwartung.
  • Frauen haben eine höhere Lebenserwartung.  

3 verschiedene altersspezifische Sterberaten 

Säuglingssterblichkeit

• Todesfälle vor Vollendung des 1. Lebensjahrs auf 1 ́000 Lebendgeburten im selben Kalenderjahr

Kindersterblichkeit

• Todesfälle vor Vollendung des 5. Lebensjahr auf 1 ́000 Lebendgeburten im selben Kalenderjahr

Lebenserwartung

• Gute Vergleichbarkeit, aber kompliziert zu berechnen !! 

2 versch. Arten der Berechnung der Lebenserwartung

Generationen- oder Längsschnittsterbetafel

• Beobachtung der Sterblichkeitsverhältnisse einer Generation oder Geburtenjahrgangsgruppe über ihren gesamten Lebensablauf; eine Geburtskohorte wird tatsächlich über 100 oder 120 Jahre ihres Lebens verfolgt

Perioden- oder Querschnittsterbetafel

• Beobachtung der Sterblichkeitsverhältnisse in einem Beobachtungsjahr; aus Querschnittsdaten über alle vorhandenen Altersklassen wird aus der Zahl der Todesfälle bzw. der Überlebenden die Sterbewahrscheinlichkeit für eine Alterklasse berechnet 

Demographische Grundgleichung (absolute Werte) 

LZ 3: Trends der Bevölkerungsdynamik der Schweiz aufzeigen können. 

-  Gesamtzahl der Todesfälle in den letzten 3 Jahrzehnten stabil, starke Veränderungen in der Altersverteilung der Gestorbenen

-  Anteil der Todesfälle, vor dem 65. Altersjahr, gingen stark zurück

-  Anteil der Todesfälle, ab dem 75. Lebensjahr sind stark gestiegen 

- Frauen haben eine höhere Lebenserwartung

Fertilität (Fruchtbarkeit): 2 untersch. Arten & Defi. von Allgemeine (rohe) Geburtenrate (crude birth rate) und Def. von Allgemeine (weibliche) Fruchtbarkeitsrate (general fertility rate) 

Allgemeine (rohe) Geburtenrate (crude birth rate)

• Gibt das Verhältnis der Zahl der Lebendgeborenen in einem Jahr je 1’000 Menschen in einer regionalen Einheit an 

  • Nur bedingt aussagekräftig, denn Geburtenzahl wird zur Gesamtbevölkerung und nicht zu einer bestimmten Altersgruppe oder Kohorte in Beziehung gesetzt

  • Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter wird nicht berücksichtigt 

 

Allgemeine (weibliche) Fruchtbarkeitsrate (general fertility rate)

  •  Bezieht sich nur auf Frauen im gebärfähigen Alter

  • Zahl der Lebendgeborenen oder Kinder bis zum Alter von 5 oder 6 Jahren innerhalb eines Jahres auf 1’000 Frauen im gebärfähigen Alter von 15-44 oder 15-49 Jahren 

Masse zur kombinierten Erfassung von Mortalität und Fertilität (3)

- Geburtenüberschuss

- Geburtenüberschussziffer (rohe Rate des natürlichen Bevölkerungswachstums)

- Demographische Umsatzziffer  

Bevölkerungsbewegungen nach Grossräumen 95

Geburtenüberschuss

• Zahl der Geborenen - Zahl der Gestorbenen (B – D) 

Geburtenüberschussziffer (rohe Rate des natürlichen Bevölkerungswachstums) = natülriche Wachstumsrate

• Geburtenrate - Sterberate (CBR – CDR) 

Demographische Umsatzziffer

• Geburtenrate + Sterberate (CBR + CDR):

--> Wachstumstypen

  • Wertepaare aus hohen Geburten- und Sterberate
  • Wertepaare aus hohen Geburten- und niedrigen Sterberaten

  • Wertepaare aus niedrigen Geburten- und Sterberaten

  • Wertepaare aus niedrigen Geburten- und hohen Sterberaten 

 

Fazit zum Bild:

  • Extrem hohe Wachstumsraten sind das Ergebnis aussergewöhnlich hoher Geburtenrate bei schon verhältnismässig stark gesunkener Sterblichkeit 
  • unterscheide: hohe demographische Umsatzziffer, bei der die Geburtenrate und die Sterbeziffer hoch liegt (z.B. vorindustrielles Europa; vor einigen Jahren noch z.B. Mali, Äthiopien) 
  • 90% des Wachstums findet in Entwicklungsländern statt, hier zeichnet sich der Trend zur Senkung der Sterblichkeits- und Geburtenrate ab, allerdings mit regionalen und nationalen Unterschieden

  • Schon heute leben vier von fünf Menschen in Entwicklungsländern!

  • Insgesamt ging in den letzten Jahren die Wachstumsrate zurück (60er Jahre: c. 2.0, 2015: c. 1.18), der absolute Zuwachs ist jedoch nach wie vor hoch 

LZ 4: Das Demographische Transformationsmodell skizzieren, unterschiedliche Phasen markieren, beschriften und stickwortartig beschreiben. 

....gibt Geburten- und Sterberaten einer bestimmten Bevölkerung im Laufe der Zeit an. Dabei werden verschiedene Phasen unterschiedene, nach denen eine Gesellschaft oder ein Land eingeteilt werden kann. 

 

Folgerungen:

-  Wandel von einer „verschwenderischen“ (=hoher Bev.umsatz) zu einer „sparsamen“ (=niedriger Bev.umsatz) Bevölkerung.

-  „Modernisierung“ führte zum Absinken der Sterblichkeit und, mit zeitlicher Verzögerung, auch der Fruchtbarkeit.

-  „Sparsamer“ Bevölkerungstyp als Voraussetzung für hohen Lebensstandard 

- "Entwicklung ist die beste Pille; die Pille ist die beste Entwicklung”

LZ 5: Weltbevölkerungsdynamik (Prognosen) in Stichworten skizzieren und kommentieren können. 

Prognosen - eine komplexe Angelegenheit...

Folgende Fragen sind zu beantworten:

  • Wie sinkt die Kinderzahl pro Frau auf das Ersatzniveau (gerade so viele Kinder zur Welt kommen, dass die Elterngeneration ersetzt wird)?

    – Sinkt die Kinderzahl pro Frau z.B. gleichmässig oder anfangs schnell und dann langsamer innerhalb einer vergleichbaren Zeitspanne?

  • Wann wird das Ersatzniveau erreicht?

  • Wie hoch ist dieser Wert?
    ü Dieser Wert hängt ab von der Lebenserwartung 

LZ 1: Unterschiede zwischen den regional verschiedenen Sexualproportionen erklären können und das Phänomen der fehlenden Frauen kennen. 

Sexualproportion 
Anzahl Männer auf 100 Frauen 

2015: 
Weltmittel: 101
Saudi-Arabien: 130
Schweiz: 96

Erklärung der Unterschiede: 
Ø Sexualproportionen schwanken regional und können überwiegend als sozio-kulturell, politisch und ökonomisch sowie biologisch beeinflusst erklärt werden 

  • Leicht höherer Knabenanteil an den Geburten insgesamt, in allen Populationen 3%-7% mehr Knaben bei Geburt; (107 : 100) 
  • Frauen haben einen leichten biologischen Überlebensvorteil, d.h. eine höhere Lebenserwartung 
  • Männerüberschuss durch höhere Sterblichkeit von Frauen (körperlicher Überbeanspruchung; Müttersterblichkeit) in Entwicklungsländern; geschlechtsspezifische Abtreibung: seit Fortschritt in der Medizin
  • Frauenüberschuss durch höhere Sterblichkeit der Männer im mittleren und höheren Alter in westlichen Ländern 

  • Frauenüberschuss durch Kriege 1.&2. WK

  • Nicht ausgeglichene Sexualproportion durch Ein- und Auswanderung (z.B. Australien 1860 - 138:100) 

Fehlende Frauen 
Regionen mit Frauendefizit: 

  •  China, Indien, Pakistan, einige Länder im Nahen Osten und in Nordafrika 

  •  ca. 10% der fehlenden Frauen gehen auf geschlechtsspezifische Abtreibung (pränatale Diagnostik) zurück (China, Indien, Südkorea, Taiwan, Aserbaidschan, ...) 

China
Ungefähr drei Millionen Babys werden als Folge der Ein-Kind-Politik in China jedes Jahr von ihren Eltern versteckt. ...
Mehr männliche Babys werden angemeldet. 

--> Der offiziell prognostizierte Männerüberschuss wir wohl weniger stark ausfallen, denn vor allem Mädchen werden in China nach der Geburt zunächst nicht registriert. 

Indien
Geschlechterungleichheiten haben sich bei unter 6-jährigen weiter verschärft! 
grösstes Ungleichgewicht in wohlhabenden städtischen Wohngebieten; „Wirtschaftboom“, wachsender Wohlstand –> Zunahme pränataler Diagnostik 

LZ 2: Die Bedeutung der Altersstruktur und des Abhängigkeitsindex einer Bevölkerung erfassen und erklären können. 

Altersstruktur

  • Kinder und Jugendliche: 0-14 Jahre / 0-19 Jahre (CH)
  • Personen im erwerbsfähigen Alter: 15-64 / 20-64 Jahre (CH)
  • Alte Menschen: 65 Jahre oder älter

Kohorte
Durch biographische Gemeinsamkeiten und spezifische demographische Entwicklungen gekennzeichneter Geburtsjahrgang oder Altersgruppe (z.B. Lebensalter, Jahr des Studienabschlusses, Heiratsalter etc.) 

Abhängigkeitsindex

  • Mass für die wirtschaftliche Belastung der erwerbsfähigen Personen durch jüngere und ältere, nicht erwerbsfähige Bevölkerungsgruppen
  • Zahl der Kinder und Jugendlichen sowie der alten Menschen auf 100 Personen der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter
    oder
  • Verhältnis von junger und alter Bevölkerung zu der im mittleren Alter stehenden (erwachsene, erwerbsfähige) Bevölkerung:
    (J + A) : E

Ø Unterscheide erwerbsfähig und erwerbstätig!!! 

 

Jugend- und Altersquotient der Schweiz

LZ 3: Grundformen der Bevölkerungspyramiden kennen, darstellen und Beispiele dazu nennen. 

Bevölkerungspyramiden / Alterspyramiden 

  • Graphische Darstellung der Bevölkerung nach Altersaufbau und Geschlechterzusammensetzung 
  • Abszisse: Häufigkeiten (in % auf die Gesamtbevölkerung bezogen oder absolute Zahlen) getrennt für Männer und Frauen 
  • Ordinate: Alter oder in Altersgruppen (Kohorten) zusammengefasst 

Bevölkerungspyramide nach Alter, Geschlecht und Entwicklung- vs. Industrieland

Industrieland

wenig Junge mehr Alte

Entwicklungsland

mehr als ein viertel unter 15.jährige

LZ 4: Aufgaben und Massnahmen der Bevölkerungspolitik kennen. 

LZ 5: Malthusianische Hypothesen mit Ester Boserups Hypothese in Zusammenhang stellen. 

Malthusianische Hypothese:

Verbindung von Bevölkerungsdynamik mit Nahrungsmittelproduktion.
--> These: Produktionssteigerung von Lebensmittels ist geringer als die Bevölkerungszunahme und deshalb ist – auf lange Sicht- die Versorgung mit Nahrungsmittel nicht mehr gewährleistet. 

Forderung von Malthus: einer über das Sättigungsniveau hinaus geratenen Überbevölkerung zu regulieren: Erhöhung des Heiratsalters, sexuelle Enthaltsamkeit, Abschaffung der (rudimentären) Armenfürsorge, anderenfalls würde die Welt durch Armut, Hungersnöte, Epidemien, Kriege untergehen.

Problem: Nahrungsmittelknappheit kann auch bei genügen vorhandenen Nahrungsmitteln auftauchen und auch bei Nahrungsknappheit muss nicht zwingend eine Hungersnot ausbrechen. 

Hypothese von Ester Boserup (Gegenhypothese)

 

  • „die Annahme eines unelastischen (= Nahrungszuwachs ändert sich nicht, wenn sich die Bevölkerungszahl verändert) Nahrungsangebotes ist falsch“

• Sie stellte die Malthussche Hypothese auf den Kopf - „es ist gerade das Bevölkerungswachstum, das Entwicklungen in der Landwirtschaft positiv beeinflusste“ 

LZ 6: Neo-Malthusianismus und Neo-Marxistisch inspirierte Hypothesen kennen und reflektieren. 

Neo-marxistisch inspirierte Kritik

  • Der postulierte Kausalzusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und Nahrungsmittelknappheit (bzw. Umweltschädigungen) besteht nicht

  • Ausschlaggebend in Bezug auf die Ernährungssituation sind politisch-soziale Strukturen

       – Bevölkerungswachstum geht dann zurück, wenn bessere Voraussetzungen für ökonomisches Wachstum und einen steigenden Lebensstandard bestehen

  • Forderung nach gerechteren politischen und wirtschaftlichen Bedingungen für die von Armut betroffenen Länder und Bevölkerungsschichten 

Bevölkerung und Ressourcen, Verteilung Ressourcenverbrauch, fossile Energieressourcen 

Ökonomische Ungleichheiten
•  The richest 1 % of the world’s population are found to own 40 % of global assets,
while the bottom half of the world’s population owns just 1 % of global wealth 
•  The wealthiest 62 people own as much as half the world's population, some 3.5 billion people

 

 

1. reichsten: die Hälfte der Fossilen Energie wird verbaucht
2. reichsten: ein viertel 
3. reichsten: ein 8tel. 
4. reichsten: ein 16tel
—> die reichsten brauchen fast alle fossilen Brennstoffe
armen: brauchen fast nichts. 

LZ 7: Räumliche und soziale Mobilität definieren können. 

Mobilität = Wechsel eines Individuums zwischen definierten Einheiten eines Systems Soziale Mobilität:

  • Vertikale Mobilität: auf-/abstieg von sozialer Klasse

  • Horizontale Mobilität:  Veränderung des Berufs/Tätigkeit, ohne Veränderung  sozialen Klasse oder Schicht

    Räumliche Mobilität (räumliche Bevölkerungsbewegungen):

    Zirkulation (zirkuläre Mobilität):

• Pendeln zwischen Wohnung und Arbeits-/ Ausbildungsstätte, versorgungsorientierte Raumbewegung, Nomadismus, Transhumanz, etc.

Migration (residenzielle Mobilität):

• Permanenter oder vorübergehender Wohnsitzwechsel aus einer administrativen Raumeinheit in eine andere 

LZ 8: Kennzahlen zur Migration kennen. 

Binnenwanderung / interne Migration

• Ortsveränderung innerhalb eines Staates oder einer Region / Stadt Aussenwanderung / internationale Migration

• Ortsveränderung über Staatsgrenzen hinweg

  • Emigration: Auswanderung aus einem Staat

  • Immigration: Einwanderung in einen Staat 

Migration in der Schweiz

–  viele SchweizerInnen sind eingebürgerte Personen

–  viele AusländerInnen sind hier geboren oder aufgewachsen 

LZ 8: Rimessen / Rücküberweisungen 

die Meisten von Nord Amerika nach Süd A., Europa, Asien

Von Europa nach Europa

Von Europa nach Afrika

Innerhalb von Asien 

Normalfall Migration - Mirgration früher

  •  „Wirft man einen Blick in die Zeitung und auf den Bildschirm, so erscheint nichts anormaler als Migration zu sein: Nichts löst mehr politische Aktivitäten aus, nichts führt zu so schrillen und alarmistischen Berichten.“
  • Wohnen an einem angestammten Ort („Heimat“) als „Traum der Moderne“ und des Nationalstaats

  • Sesshaftigkeit ermöglicht eine genaue Erfassung der BürgerInnen zwecks Erhebung der Steuern, Rekrutierung für den Militärdienst, Ausübung der bürgerlichen Rechte. Ausgabe von Personalausweisen, Pässen und Heimatscheinen und das Eröffnen der Einwohnermelderegister sind zentrale Elemente moderner Staatlichkeit 

•  Früher gab es auch Mobilität! 

–  Fehlendes Bürgerrecht 

–  Vaganten, Armutsmobilität 

–  Söldner, Pilger, Mönche, Kreuzfahrer, Künstler 

–  Seit dem 18. Jh. Auswanderung der Armen der Schweiz nach Nord- und Südamerika, Russland, Australien 

•  Händler und Kaufleute, Studierende und Gelehrte waren mobil

•  Mobilität ausgelöst durch Katastrophen, Krieg, Verfolgung

•  Land – Stadt – Wanderungen

• etc. 

Komplexität der Migration 

•  Individuelles biografisches Projekt eingebunden in kollektive Handlungsmuster

•  Verlauf entlang bestimmter Korridore und in ähnlichen Abfolgen

•  Verbunden mit Arbeitsmärkten: Philippienen, typischen gehen Frauen in die Migration: als Nanny oder Männer nach Dehli als Nchtwächter 

•  Verbunden mit Themen der Integration, Segregation etc. 

LZ 9: Migrationskonzepte erläutern können. 

Multilokalität

• Ansatz fokussiert auf die räumlichen und sozialen Bezüge und Abhängigkeiten der Migrierenden und ihrer nicht-migrierten Familienmitglieder, auf multilokale Lebensformen und Lebensunterhaltsstrategien (Herzig & Thieme 2007)

Translokalität

• Ansatz fokussiert auf die Mobilität von Menschen, Ideen und Gegenständen; auf Austauschbeziehungen; die Einbettung von Migrierenden in grenzüberschreitende soziale Netzwerke (Pries 2011); translokales Verständnis von Orten (das „anderswo“) ist Teil des spezifischen Lebensraums einer Person (Massey 1999)

 

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