Pharmakologie und Toxokologie 1


D. R.
Diese Lernkarten behandeln die Anatomie und Physiologie des Gastrointestinaltrakts sowie die Behandlung von Ulkuserkrankungen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Sekretion von Magensäure, die Rolle von Belegzellen und die Wirkungsmechanismen von Medikamenten wie Omeprazol, Antazida und H2-Antihistaminika. Die Karteikarten eignen sich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten, da sie detaillierte Informationen über die Pathologie von Magenulzerationen und die verschiedenen Behandlungsoptionen bieten.
Karten
13
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
14.12.2016 / 28.10.2022

Lernkarten

Sie können erklären, wo die Magensäure gebildet und wie die Magensaftsekretion gesteuert wird?

(Bonus) Welche Stoffe hemmen die Sekretion? 

Die Magensäure (Salzsäure) wird in den Belegzellen des Magens gebildet. Gesteuert wird die Sekretion über das vegetative Nervensysten (Parasympathicus).  Die Sekretion kann über 3 Wege erfolgen:

 

1.Parasympathicus – ECL Zellen (entro-chromaffin-ähnliche Zellen) – parakrine  Histamin ausschüttung – bindung an Histamin  H2 rezeptor der Belegzelle- cAMP wird erhöht – Sekretion von Magensäure.

 

2.Parasympathicus – Azetylcholin – bindung an Azetylchloinrezeptor – Intrazelluläres Calcium wird erhöht – Ausschüttung von Magensäure

 

3.Parasympathicus – G-Zellen – endokrine ausschüttung von Gastrin – Gastrin bindet Gastrin Rezeptor der Belegzelle – Intrazelluläre erhöhung vom Calcium Spiegel – Ausschüttung von Chloridionen in den Magen

 

(Bonus) Hemmende stoffe:

  • Somatostatin
  • Prostaglandin E2
  • Niedriger pH-Wert 

Sie können beschreiben, was eine Magenulzeration ist und die pathologischen Gegebenheiten bei einer Magenulzeration erklären

Magenulzerationen sind Magengeschwürde die durch Schädigung der Schleimhaut durch Verdauungssäfte entstehen. («Selbstverdauung») Grund für die Entstehung ist, dass das Gleichgewicht zwischen aggressiver Salzsäure und säureneutralisierenden Schleim verschoben ist. Oft ist für die Erkrankung der Magenschleimhaut das Bakterium Helicobacter pylori verantwortlich. Die Ursache von Medikamenten kann die Bildung der schützenden Schleimschicht im Magen verringern (Cyclooxygenasehemmer, NSAR). Oft liegt eine genetische disposition vor, die Geschwüre zu Krebsbildung beitragen. 

Sie können die verschiedenen Wirkstoffkategorien aufzählen, welche zur Behandlung der Ulkuskrankheit verwendet werden und deren Wirkprinzip. 

  • Antazida - Neutralisation oder Bindung von Magensäure
  • Protonenpumpenhemmer – Blockade der H+ /K+ -ATPase und so fast vollständige Unterdrückung der Salzsäuresekretion.
  • H2 – Antihistaminika – Kompetitive Blockade der H2 -Histamin-Rezeptoren und dadurch partielle Hemmung der Säuresekretion. 

Gibt noch 2 Weitere, müssen wir aber nicht können für die Prüfung. 

Sie können den Wirkungsmechanismus dieser Wirkstoffe aufzeichnen und erklären 

- H2-Antihistaminka

Blockieren kompetitiv die H2 – Rezeptoren des Histamins an den Belegzellen der Magenschleimhaut. 

Sie können den Wirkungsmechanismus dieser Wirkstoffe aufzeichnen und erklären 

- Protonenpumpenhemmer - 

Blockade der H+/K+ ATPase (Protonenpumpe). 

Sie können den Wirkungsmechanismus dieser Wirkstoffe aufzeichnen und erklären 

- Antazida- 

Als Antazida werden starke Basen eingesetzt. Starke Basen reagieren sehr schnell mit der Salzsäure des Magens und heben den pH-Wert rasch an. Allerdings wirken sie nur kurzfristig. Schichtgitterantazida nehmen die Chloridionen wie ein Schwamm in sich auf.

 

Mg(OH)2 + 2 HCl <=> MgCl2 + 2 H2O  Magensiumverbidnungen

Al(OH)3 + 3 HCl <=> AlCl3 + 3 H2O  Aluminiumverbindungen

CaCO3 + 2 HCl <=> CaCl2 + H2O + CO2  Kombination Magnesium-Aluminium-Silikate

NaHCO3 + HCl <=> NaCl + H2O + CO2       Calciumcarbonat/Natriumhydrogencarbonat 

Insbesondere können Sie erklären, warum Al/Mg haltige Antazida gegenüber Carbonat haltige Antazida zu bevorzugen sind 

Carbonathaltige Antazida führen zur Bildung von H2CO3 (Kohlensäure) und damit zu Blähungen. 

Sie können das Prodrug-Konzept anhand der Bioaktivierung von Omeprazol erklären 

Prodrugs sind Arzneistoffe, die pharmakologisch inaktiv sind und erst durch einen Umwandlungsschritt im Körper in die eigentliche Wirkform überführt werden.

Omeprazol reduziert die Sekretion von Magensäure, indem es die Protonenpumpe in den Belegzellen des Magens irreversibel hemmt. Es wirkt nicht lokal im Lumen des Magens, sondern wird im Darm absorbiert und gelangt über den systemischen Kreislauf zu den Belegzellen. Es ist ein Prodrug und wird erst in den Canaliculi der Belegzellen von der Säure in seine aktive Form umgewandelt, die kovalent an die Protonenpumpe bindet und sie so hemmt. 

 

Sie kennen die Bedeutung von enantiomeren Pharmaka (am Beispiel Omeprazol) 

Enantiomere = Verhalten sich wie Bild und Spiegelbild.

 

Nach dem Patentablauf vom Omeprazol 1999 kam AstraZeneca 2000 mit dessen (S)-Enantiomer (Esomeprazol, Nexium®) auf den Markt. Da Esomeprazol vermehrt über CYP2A19 und somit langsamer verstoffwechselt wird als racemisches Omeprazol, resultiert eine verlangsamte Plasmaspiegelabsenkung und somit bessere Bioverfügbarkeit im Vergleich zum Racemat. Aufgrund des Wirkungsmechanismus der Protonenpumpenhemmer ist die therapeutische Relevanz fraglich.

Sie können erklären, warum und wie H. pylori bei der Behandlung von Ulkuserkrankungen aus dem Körper entfernt werden muss

H. pylori sezerniert eine Reihe von schleimhautschädigenden und die körpereigene Immunabwehr paralysierenden Enzymen. Die Entzündung führt zu einer vermehrten Gastrin- und infolge zu einer vermehrten Magensäureproduktion. Durch die Reduktion von Magensäureproduktion wird die Bildung von Ulkuserkrankungen gegengewirkt. 

Wieviel Salzsäure wird pro Tag produziert?

ausgeschüttet? 

9-10 Liter

0.1-0.2 Liter /Tag

Welche Erkrankungen des GI-Traktes gibt es? 

Peptische Erkrankungen

  • Refluxkrankheit
  • Ulkuserkrankungen

 Verstopfung (Obstipation)

Durchfallerkrankungen

 Lebererkrankungen – Hepatitis (viral bedingt)

Gallensteine

 Reizdarmsyndrom

Chronische Entzündungen

  •  Colitis ulcerosa (betrifft v.a den Dickdarm)
  • Morbus Crohn (betrifft den ganzen Verdauungstrakt) 

Therapeutische Ziele der Behandlung von Magenulcerationen. 

Schmerzlinderung

Beschleunigung der Ausheilung

 Eradikation von Helicobacter pylori

 Verhütung von Komplikationen

Verhinderung von UlcusRezidiven

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