11 - WiTheorie

Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Medizin

Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Medizin


H. M.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Arzt-Patienten-Beziehung und somatische Kultur bei Schweizer Männern, geeignet für Universitätsstudierende. Sie beleuchten verschiedene Modelle der Arzt-Patienten-Beziehung, wie das informative, deliberative, interpretative und paternalistische Modell, sowie vier Typen somatischer Kultur, darunter der visionäre, ambivalente, funktionalistische und nachlässige Typus. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudierende, die ein tieferes Verständnis der Dynamiken in der Arzt-Patienten-Beziehung und der kulturellen Einflüsse auf die Gesundheit von Männern erlangen möchten.
Flashcards
18
Students
8
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
07.06.2016 / 10.03.2026

Flashcards

Definition:

Doagnose

_ Diagnose ist das Wissen über die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung X beim Patienten Y.
_ Diagnose ≠ Krankheit

Definition:

Pathogenese

_ Prozess der Transformation vom Normalzustand zur somatischen Anomalie

Definition:

Ätiologie

_ Faktoren, die den pathogenetischen Prozess initiieren und/oder unterhalten
  _ Konstitutionelle Faktoren
  _ Umweltfaktoren
  _ Verhaltensfaktoren

Paradigma

Anerkannte Theorie, das bei der Lösung bestimmter Probleme erfolgreich ist.

In einer Forschergemeinde („Scientific Community“) festverankerte Theorie. „Textbook Knowledge“

Grundlage für „Normale Wissenschaft“ = Forschung in Grenzen der bekannten Theorie
(Forscher orientieren sich am Paradigma, dehnen es aus, präzisieren es)

Rosenthal-Effekt

Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse von der Erwartung des Versuchleiters (s. Rattenexperiment

Halo-Effekt

(Hof-Effekt, Überstrahlungseffekt) aus einem beobachteten Merkmal wird auf andere Merkmale geschlossen; um ein beobachtetes Merkmal wird ein „Hof“ gebildet (z.B. »Dicke sind gemütlich«, »Brillenträger sind klug«

Hawthorne-Effekt

bezeichnet die Möglichkeit, dass die Versuchsperson die Hypothesen erahnt und entsprechend reagiert (Verhaltensweisen von Pbn werden dadurch beeinflusst, dass diese sich ihrer Rolle als Vp bewusst sind).

Habitus

Habitus meint ein Set von Dispositionen zur Einschätzung und Beurteilung der jeweiligen Lebens- und Handlungssituation und schließlich zur Entwicklung von Handlungszielen.

Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern:

1. Der visionäre Typus

Körper ist Gegenstand einer bewussten Auseinandersetzung; Orientierung an einer Vision, die ein bestimmtes Verhältnis von (gesundem) Körper und Geist beschreibt; Verantwortung für die Gesundheit wird in die eigene Hand genommen.

Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern:

2. Der ambivalente Typus

Leben im Spannungsfeld von Normorientierung (Norm „bester“ Gesundheit) und körperbezogenem Gehenlassen; auf Phasen eines stark kontrollierenden Zugriffs auf den Körper sowie – wenn gefordert – drastischer Therapiemassnahmen (Selbstkasteiung) folgen Phasen des körperbezogenen Laisser-aller.

Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern

3. Der funktionalistische Typus

Körper erhält nur soviel an Aufmerksamkeit, als zum Erhalt seiner Leistungsfähigkeit (im Alltag, vor allem aber im Beruf) erforderlich ist; Gesundheitshandeln beschränkt sich auf Vermeidung von Risiken und übermäßigem Verschleiß, die übrigen Anzeichen körperlicher Beschwerden werden in der Regel ignoriert; allfällige spätere Folgen der aktuellen körperlichen Belastung(en) sind kein Thema.

Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern

4. Der nachlässige Typus

Dem Körper wird nur „in dringenden Fällen“, bei Gefahr erheblicher gesundheitlicher Gefährdungen Aufmerksamkeit geschenkt; zur Körperpflege wird nur minimaler Aufwand betrieben, in erster Linie, um sozialen Normen zu genügen; auf Raubbau folgt Faulheit und umgekehrt; die Ansprüche der eigenen Gesundheit gegenüber sind gering; ein reflektiertes Verhältnis dem eigenen Körper gegenüber besteht nicht.

Das ISAH-Schema

Theoretische Ansätze (Ethik): Kant:

Universalisierungsformel und Selbstzweckformel

Arzt-Patient-Beziehung – Modelle

Paternalistisches Modell

Arzt beurteilt (nach objektiven Kriterien) unter eingeschränkter Beteiligung des Patienten, was in dessen bestem Interesse wäre
> Arzt als Vormund

Arzt-Patient-Beziehung – Modelle

Interpretatives Modell: 

Wertvorstellungen des Pat. nicht fest definiert; Arzt hilft bei deren Klärung und bei der Auswahl entsprechender medizinischer Maßnahmen
> Arzt als Berater

Arzt-Patient-Beziehung – Modelle

Deliberatives Modell

Arzt und Patient überlegen gemeinsam, welche (gesundheitlichen) Wertvorstellungen anzustreben sind und welche medizinischen Maßnahmen ihnen am besten entsprechen > Arzt handelt wie Lehrer oder Freund

Arzt-Patient-Beziehung – Modelle

Informative Modell („Konsumentenmodell“)

Arzt liefert Fakten; von (fest definierten) Wertvorstellungen des Pat. hängt es ab, welche Behandlung durchgeführt wird > Arzt als technischer Experte

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