11 - WiTheorie
Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Medizin
Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Medizin
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Flashcards
Definition:
Doagnose
_ Diagnose ist das Wissen über die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung X beim Patienten Y.
_ Diagnose ≠ Krankheit
Definition:
Pathogenese
_ Prozess der Transformation vom Normalzustand zur somatischen Anomalie
Definition:
Ätiologie
_ Faktoren, die den pathogenetischen Prozess initiieren und/oder unterhalten
_ Konstitutionelle Faktoren
_ Umweltfaktoren
_ Verhaltensfaktoren
Paradigma
Anerkannte Theorie, das bei der Lösung bestimmter Probleme erfolgreich ist.
In einer Forschergemeinde („Scientific Community“) festverankerte Theorie. „Textbook Knowledge“
Grundlage für „Normale Wissenschaft“ = Forschung in Grenzen der bekannten Theorie
(Forscher orientieren sich am Paradigma, dehnen es aus, präzisieren es)
Rosenthal-Effekt
Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse von der Erwartung des Versuchleiters (s. Rattenexperiment
Halo-Effekt
(Hof-Effekt, Überstrahlungseffekt) aus einem beobachteten Merkmal wird auf andere Merkmale geschlossen; um ein beobachtetes Merkmal wird ein „Hof“ gebildet (z.B. »Dicke sind gemütlich«, »Brillenträger sind klug«
Hawthorne-Effekt
bezeichnet die Möglichkeit, dass die Versuchsperson die Hypothesen erahnt und entsprechend reagiert (Verhaltensweisen von Pbn werden dadurch beeinflusst, dass diese sich ihrer Rolle als Vp bewusst sind).
Habitus
Habitus meint ein Set von Dispositionen zur Einschätzung und Beurteilung der jeweiligen Lebens- und Handlungssituation und schließlich zur Entwicklung von Handlungszielen.
Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern:
1. Der visionäre Typus
Körper ist Gegenstand einer bewussten Auseinandersetzung; Orientierung an einer Vision, die ein bestimmtes Verhältnis von (gesundem) Körper und Geist beschreibt; Verantwortung für die Gesundheit wird in die eigene Hand genommen.
Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern:
2. Der ambivalente Typus
Leben im Spannungsfeld von Normorientierung (Norm „bester“ Gesundheit) und körperbezogenem Gehenlassen; auf Phasen eines stark kontrollierenden Zugriffs auf den Körper sowie – wenn gefordert – drastischer Therapiemassnahmen (Selbstkasteiung) folgen Phasen des körperbezogenen Laisser-aller.
Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern
3. Der funktionalistische Typus
Körper erhält nur soviel an Aufmerksamkeit, als zum Erhalt seiner Leistungsfähigkeit (im Alltag, vor allem aber im Beruf) erforderlich ist; Gesundheitshandeln beschränkt sich auf Vermeidung von Risiken und übermäßigem Verschleiß, die übrigen Anzeichen körperlicher Beschwerden werden in der Regel ignoriert; allfällige spätere Folgen der aktuellen körperlichen Belastung(en) sind kein Thema.
Vier Typen somatischer Kultur bei Schweizer Männern
4. Der nachlässige Typus
Dem Körper wird nur „in dringenden Fällen“, bei Gefahr erheblicher gesundheitlicher Gefährdungen Aufmerksamkeit geschenkt; zur Körperpflege wird nur minimaler Aufwand betrieben, in erster Linie, um sozialen Normen zu genügen; auf Raubbau folgt Faulheit und umgekehrt; die Ansprüche der eigenen Gesundheit gegenüber sind gering; ein reflektiertes Verhältnis dem eigenen Körper gegenüber besteht nicht.
Arzt-Patient-Beziehung – Modelle
Paternalistisches Modell
Arzt beurteilt (nach objektiven Kriterien) unter eingeschränkter Beteiligung des Patienten, was in dessen bestem Interesse wäre
> Arzt als Vormund
Arzt-Patient-Beziehung – Modelle
Interpretatives Modell:
Wertvorstellungen des Pat. nicht fest definiert; Arzt hilft bei deren Klärung und bei der Auswahl entsprechender medizinischer Maßnahmen
> Arzt als Berater
Arzt-Patient-Beziehung – Modelle
Deliberatives Modell
Arzt und Patient überlegen gemeinsam, welche (gesundheitlichen) Wertvorstellungen anzustreben sind und welche medizinischen Maßnahmen ihnen am besten entsprechen > Arzt handelt wie Lehrer oder Freund
Arzt-Patient-Beziehung – Modelle
Informative Modell („Konsumentenmodell“)
Arzt liefert Fakten; von (fest definierten) Wertvorstellungen des Pat. hängt es ab, welche Behandlung durchgeführt wird > Arzt als technischer Experte