11 MZB II - Sartori
Apoptose
Apoptose
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Lernkarten
Apoptose
Zweck
‘Suizidprogramm’ mehrzelliger Lebewesen:
um überflüssige, gealterte, beschädigte oder potentiell gefährliche Zellen zu beseitigen
‘Body Building’:
– ‘Trennung’ der Finger und Zehen (während der Entwicklung der Extremitäten)
– Verlust ‘überflüssiger’ Strukturen (in der Kaulquappe des Frosches stirbt der Schwanz während der Entwicklung (Metamorphose) ab)
Neurotrophe Faktoren
Neurotrophe Faktoren kontrollieren Apoptose
• Überleben von Neuronen (bzw. deren Elimination durch Apoptose) ist vor allem abhängig von der Verfügbarkeit von Nervenwachstumsfaktoren (sog. neurotrophe Faktoren)
• Neurone die nicht genügend trophische Faktoren erhalten, werden durch Apoptose entfernt.
• Nervenwachstumsfaktoren werden sezerniert (ausgeschüttet) von:
- Zielzellen (parakrin)
- Neuronen (autokrin)
Neurotrophine
ihre Rezeptoren
Neurotrophe Stoffe (Neurotrophine) sind "Überlebensfaktoren" der Nervenzelle bzw. des Axons.
4 Neurotrophine (kleine basische Proteine):
– NGF (nerve growth factor)
– BDNF (brain-derived neurotrophic factor)
– NT-3 (neurotrophine-3)
– NT-4 (neurotrophine-4)
4 Neurotrophin-Rezeptoren:
– p75NTR (gehört zur Famile der Tumornekrosefaktor (TNF)-Rezeptoren; ist in der Lage alle Neurotrophine zu binden, allerdings mit vergleichweise geringer Affinität; Bindung löst Zelltod aus)
– TrkA, TrkB, TrkC (gehören zur Familie der Tyrosinkinase-Rezeptoren; hohe Affinitäten; anti-apoptotische Wirkung)
Apoptose und Krebs (-entstehung und -behandlung)
p53
Apoptose und Krebsentstehung:
Most cancer cells have, during their development, acquired the ability to evade (at least partially) apoptosis (e.g. due to mutation in the p53 tumorsuppressor gene)
-> p53 ist etwa bei 50% aller Krebszellen mutiert
-> p53 ist wichtig für die Apoptose
Apoptose und Krebsbehandlung:
Many cancer treatments (radiotherapy, various chemotherapeutic agents) preferentially activate apoptosis in cancer cells.
These treatments also induce apoptosis in normal cells, but usually to a lesser extent (-> therapeutic index).
-> p53-defiziente Zellen sind resistenter gegenüber Bestrahlung
Kranlheiten die mit iener gestörten (übermässigen/vermiderten) Apoptose assoziert sind
• Inaktivierung des programmierten Zelltods (zuwenig Zellen sterben):
– Krebs (zB p53 Mutationen)
– Autoimmunkrankheiten (Multiple Sklerose)
• potentiell autoreaktive B oder T Lymphozyten (die körpereigenes Gewebe angreifen würden) müssen beseitigt werden
• Aktivierung des programmierten Zelltods (zuviele Zellen sterben): – Herzinfarkt und Hirnschlag
• Ischämie (=Blutunterversogung) löst Sauerstoffmangel aus, führt zum Absterben der Zellen
– AIDS
• Zerstörung der T-Zellen des Immunsystems
– Neurodegenerative Krankheiten (Parkinson, Alzheimer)
Zelltod – Apoptose vs. Nekrose
Apoptose (Programmierter Zelltod, aktive Selbstzerstörung):
• Zelle stribt kontrolliert
• Zellinhalt gelangt nicht in die Umgebung und wird rezykliert
• Nachbarzellen werden nicht beschädigt
Nekrose (unprogrammierter Zelltod, passiver Zelltod):
• Zelle platzt
• Zellinhalt gelangt in die Umgebung
• Nachbarzellen werden beschädigt (Entzündung)
Was unterscheidet die zwei Formen des Zelltods voneinander?
• Morphologie
-> ‘they look different’
• Molekularbiologie/Biochemie
-> vermittelt durch verschiedene Moleküle und Signalwege (‘Pathways’)
Biochemische Merkmale der Apoptose:
TUNEL Assay
Die TUNEL-Methode (TdT-mediated dUTP-biotin nick end labeling) dient der Darstellung von Zellkernen apoptotischer Zellen. „TdT“ steht für „terminal desoxynucleotidyl transferase“, ein Enzym, das in einem Zwischenschritt der Technik verwendet wird.
• Markieren der geschnittenen DNA-Enden mit der TUNEL Technik Tdt-mediated dUTP Nick-End Labeling
• Terminale desoxyribonukleotidyl-Transferase (TdT) knüpft markiertes dUTP (zB dUTPbiotin) an die 3-OH Enden der DNA
Biochemische Merkmale der Apoptose:
Phosphatidylserine
Exposition des Phospholipids Phosphatidylserin an der Zelloberfläche
Phosphatidylserin wird von Rezeptoren der Makrophagen erkannt, welche die Zellfragmentephagozytieren und dabei Cytokine sezernieren.
-> Exposition von Phosphatidylserine (PS) auf der Zelloberfläche (‘eat me’ Signal)
Biochemische Merkmale der Apoptose:
Cytochrom C
Abbau der Mitochondrien mit Freisetzung von Cytochrom c
Ausschüttung von Cytochrom C aus dem Intermembranraum der Mitochondrien ins Zytoplasma
(geschieht nach der Exposition von Phosphatidylserine (PS) auf der Zelloberfläche)
Biochemische Merkmale der Apoptose:
Caspasen (zweck der Caspasen)
Proteolytische Prozessierung/ Spaltung von über 100 Proteinen durch Caspasen
(geschieht nach der Ausschüttung von Cytochrom C aus dem Intermembranraum der Mitochondrien ins Zytoplasma)
Caspasen:
Name
Procaspasen
• Proteasen mit Cystein-Rest im aktivem Zentrum
• spalten Zielproteine C-terminal von Asparaginsäure-Resten (Asp, D)
-> Proteasen mit einem Cysteinrest im aktiven Zentrum. Sie spalten Proteine hinter Aspartatresten. Die Bezeichnung entstammt diesem Wirkmechanismus und setzt sich aus Cystein, Aspartat und dem Suffix -ase für das Enzym zusammen.
Caspasen werden synthetisiert als Procaspasen (‘inaktive Zymogene’) und u.a. aktiviert durch andere Caspasen (sowie Cytochrom C)
-> amplifizierende proteolytische Kettenreaktion
Aktivierung von Caspasen:
3 Wege
a) Schneiden der (downstream) EffektorCaspasen (zB Casp-3), die als inaktive Zymogene (Pro-Caspasen) vorliegen, durch (upstream) Initiator-Caspasen
b) ‘Induced Proximity’: Aktivierung der Initiator-Caspasen (zB Casp-8) durch Konformationsänderung (Dimerisierung) durch interagierende Proteine (über DED und CARD Motife) und anschliessender autokatalytischer Spaltung
c) Bildung komplexer Caspase-Holoenzyme (Apoptosom; zB Casp-9) durch “Apoptose Protease aktivierende
Faktoren” (Apaf):
• Cytochrom C
• ATP-abhängige Oligomerisierung von Apaf-1
Intrinsische (von innen) Aktivierung von Caspasen:
Bildung des aktiven Apoptosoms
• Bindung von CytC an Apaf-1 (apoptotischer Protease-Aktivierungsfaktor-1) bewirkt eine Konformationsänderung von Apaf-1 damit die CARD von Apaf-1 an die CARD von Procaspase-9 binden kann.
• Bildung dieses Heterodimers induziert autokatalytische Spaltung von inaktiver Procaspase-9 in die aktive Form der Caspase-9.
eim intrinsischen Signalweg der Apoptose kommt es zur Freisetzung von Cytochrom c aus denMitochondrien, welches daraufhin zusammen mit dATP an Apaf-1 bindet und dieses aktiviert. Es kommt zu einer Oligomerisierung von Apaf-1 zu einem radförmigen Heptamer, dem sogenanntenApoptosom. Durch diese Konformationsänderung wird die Caspase-Rekrutierungs-Domäne (CARD, caspase recruitment domain) frei, mit welcher Apaf-1 an die CARD-Domäne der Initiator-Procaspase 9 binden kann. Diese wird dadurch gespalten und somit aktiviert.
‘Bcl-2’ Proteine; Funktion
‘Bcl-2’ Proteine regulieren den intrinsischen Weg
3 Gruppen von Bcl-2 Proteinen:
• regulieren die Freisetzung von Cytochrom C aus den Mitochondrien
-> relative Menge von pro- vs. anti-apoptotischen Bcl-2 Proteinen bestimmt ob eine Zelle stirbt oder nicht