Apoptose


H. M.
Diese Lernkarten behandeln die biochemischen und molekularen Mechanismen der Apoptose, also des programmierten Zelltods, auf universitärem Niveau. Sie konzentrieren sich auf die Rolle von Caspasen, Cytochrom C, Apaf-1 und anderen Proteinen sowie auf die Unterschiede zwischen Apoptose und Nekrose. Die Karteikarten erklären auch die Aktivierung von Caspasen, die Freisetzung von Cytochrom C aus den Mitochondrien und die Bildung des Apoptosoms. Sie sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der zellulären Prozesse des Zelltods erlangen möchten.
Karten
20
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
11.05.2016 / 05.06.2018

Lernkarten

Apoptose

Zweck

‘Suizidprogramm’ mehrzelliger Lebewesen:
um überflüssige, gealterte, beschädigte oder potentiell gefährliche Zellen zu beseitigen

‘Body Building’:
– ‘Trennung’ der Finger und Zehen (während der Entwicklung der Extremitäten)
– Verlust ‘überflüssiger’ Strukturen (in der Kaulquappe des Frosches stirbt der Schwanz während der Entwicklung (Metamorphose) ab)

Syndaktylie

angeborene Fehlbildung der Körperglieder
Charakterisiert durch Verwachsung bzw Nicht-Trennung von Finger-oder Zehengliedern

Neurotrophe Faktoren

Neurotrophe Faktoren kontrollieren Apoptose
• Überleben von Neuronen (bzw. deren Elimination durch Apoptose) ist vor allem abhängig von der Verfügbarkeit von Nervenwachstumsfaktoren (sog. neurotrophe Faktoren)
• Neurone die nicht genügend trophische Faktoren erhalten, werden durch Apoptose entfernt.
• Nervenwachstumsfaktoren werden sezerniert (ausgeschüttet) von:
  - Zielzellen (parakrin)
  - Neuronen (autokrin)

Neurotrophine

ihre Rezeptoren

Neurotrophe Stoffe (Neurotrophine) sind "Überlebensfaktoren" der Nervenzelle bzw. des Axons.

4 Neurotrophine (kleine basische Proteine):
– NGF (nerve growth factor)
– BDNF (brain-derived neurotrophic factor)
– NT-3 (neurotrophine-3)
– NT-4 (neurotrophine-4)

4 Neurotrophin-Rezeptoren:
– p75NTR (gehört zur Famile der Tumornekrosefaktor (TNF)-Rezeptoren; ist in der Lage alle Neurotrophine zu binden, allerdings mit vergleichweise geringer Affinität; Bindung löst Zelltod aus)
– TrkA, TrkB, TrkC (gehören zur Familie der Tyrosinkinase-Rezeptoren; hohe Affinitäten; anti-apoptotische Wirkung)

Apoptose und Krebs (-entstehung und -behandlung)

p53

Apoptose und Krebsentstehung:
Most cancer cells have, during their development, acquired the ability to evade (at least partially) apoptosis (e.g. due to mutation in the p53 tumorsuppressor gene)
-> p53 ist etwa bei 50% aller Krebszellen mutiert
-> p53 ist wichtig für die Apoptose

Apoptose und Krebsbehandlung:
Many cancer treatments (radiotherapy, various chemotherapeutic agents) preferentially activate apoptosis in cancer cells.
These treatments also induce apoptosis in normal cells, but usually to a lesser extent (-> therapeutic index).
-> p53-defiziente Zellen sind resistenter gegenüber Bestrahlung

Kranlheiten die mit iener gestörten (übermässigen/vermiderten) Apoptose assoziert sind

• Inaktivierung des programmierten Zelltods (zuwenig Zellen sterben):
– Krebs (zB p53 Mutationen)
– Autoimmunkrankheiten (Multiple Sklerose)
  • potentiell autoreaktive B oder T Lymphozyten (die körpereigenes Gewebe angreifen würden) müssen beseitigt werden
• Aktivierung des programmierten Zelltods (zuviele Zellen sterben): – Herzinfarkt und Hirnschlag
  • Ischämie (=Blutunterversogung) löst Sauerstoffmangel aus, führt zum Absterben der Zellen
– AIDS
  • Zerstörung der T-Zellen des Immunsystems
– Neurodegenerative Krankheiten (Parkinson, Alzheimer)

Zelltod – Apoptose vs. Nekrose

Apoptose (Programmierter Zelltod, aktive Selbstzerstörung):
• Zelle stribt kontrolliert
• Zellinhalt gelangt nicht in die Umgebung und wird rezykliert
• Nachbarzellen werden nicht beschädigt

Nekrose (unprogrammierter Zelltod, passiver Zelltod):
• Zelle platzt
• Zellinhalt gelangt in die Umgebung
• Nachbarzellen werden beschädigt (Entzündung)

Was unterscheidet die zwei Formen des Zelltods voneinander?
• Morphologie
  -> ‘they look different’
• Molekularbiologie/Biochemie
  -> vermittelt durch verschiedene Moleküle und Signalwege (‘Pathways’)

Biochemische Merkmale der Apoptose:

Abbau der DNA

 

 

• Endonukleasen (DNasen) schneiden DNA in Fragmente
• Schnitte erfolgen zwischen den Nukleosomen
• in einem Gel kann man Banden von charakteristischer
Länge erkennen (sog. ‘DNA laddering’)

vergleiche auch mit Nekrose (Bild)

Biochemische Merkmale der Apoptose:

TUNEL Assay

Die TUNEL-Methode (TdT-mediated dUTP-biotin nick end labeling) dient der Darstellung von Zellkernen apoptotischer Zellen. „TdT“ steht für „terminal desoxynucleotidyl transferase“, ein Enzym, das in einem Zwischenschritt der Technik verwendet wird.

• Markieren der geschnittenen DNA-Enden mit der TUNEL Technik Tdt-mediated dUTP Nick-End Labeling
• Terminale desoxyribonukleotidyl-Transferase (TdT) knüpft markiertes dUTP (zB dUTPbiotin) an die 3-OH Enden der DNA

Biochemische Merkmale der Apoptose:

Phosphatidylserine

Exposition des Phospholipids Phosphatidylserin an der Zelloberfläche

Phosphatidylserin wird von Rezeptoren der Makrophagen erkannt, welche die Zellfragmentephagozytieren und dabei Cytokine sezernieren.

-> Exposition von Phosphatidylserine (PS) auf der Zelloberfläche (‘eat me’ Signal)

Biochemische Merkmale der Apoptose:

Cytochrom C

Abbau der Mitochondrien mit Freisetzung von Cytochrom c

Ausschüttung von Cytochrom C aus dem Intermembranraum der Mitochondrien ins Zytoplasma

(geschieht nach der Exposition von Phosphatidylserine (PS) auf der Zelloberfläche)

Biochemische Merkmale der Apoptose:

Caspasen (zweck der Caspasen)

Proteolytische Prozessierung/ Spaltung von über 100 Proteinen durch Caspasen

(geschieht nach der Ausschüttung von Cytochrom C aus dem Intermembranraum der Mitochondrien ins Zytoplasma)

Caspasen:

Name

Procaspasen

• Proteasen mit Cystein-Rest im aktivem Zentrum
• spalten Zielproteine C-terminal von Asparaginsäure-Resten (Asp, D)
->  Proteasen mit einem Cysteinrest im aktiven Zentrum. Sie spalten Proteine hinter Aspartatresten. Die Bezeichnung entstammt diesem Wirkmechanismus und setzt sich aus Cystein, Aspartat und dem Suffix -ase für das Enzym zusammen.

Caspasen werden synthetisiert als Procaspasen (‘inaktive Zymogene’) und u.a. aktiviert durch andere Caspasen (sowie Cytochrom C)
  -> amplifizierende proteolytische Kettenreaktion

Caspasen:

Gruppen

~12 Caspasen im menschlichen Genom kodiert (3 Gruppen)

- Initiator-Caspasen = “Upstream-Caspasen” (zB Caspase-8 und Casp-9)
-  Effektor-Caspasen = “Downstream-Caspasen” (zB Caspase-3)
- Entzündung-Caspasen (zB Caspase-1)

Aktivierung von Caspasen:

3 Wege

a) Schneiden der (downstream) EffektorCaspasen (zB Casp-3), die als inaktive Zymogene (Pro-Caspasen) vorliegen, durch (upstream) Initiator-Caspasen

b) ‘Induced Proximity’: Aktivierung der Initiator-Caspasen (zB Casp-8) durch Konformationsänderung (Dimerisierung) durch interagierende Proteine (über DED und CARD Motife) und anschliessender autokatalytischer Spaltung

c) Bildung komplexer Caspase-Holoenzyme (Apoptosom; zB Casp-9) durch “Apoptose Protease aktivierende
Faktoren” (Apaf):
• Cytochrom C
• ATP-abhängige Oligomerisierung von Apaf-1

Extrinsische (von aussen) Aktivierung von Caspasen

-> der Todes-Rezeptor Pathway

Intrinsische (von innen) Aktivierung von Caspasen

Apoptotischer Stimulus: Zellschädigungen oder Stress (zB DNA Schäden)
-> Cytochrom C und andere pro-apoptotische Faktoren werden aus den Mitochondrien ins Zytoplasma freigesetzt

Intrinsische (von innen) Aktivierung von Caspasen:

Bildung des aktiven Apoptosoms

• Bindung von CytC an Apaf-1 (apoptotischer Protease-Aktivierungsfaktor-1) bewirkt eine Konformationsänderung von Apaf-1 damit die CARD von Apaf-1 an die CARD von Procaspase-9 binden kann.
• Bildung dieses Heterodimers induziert autokatalytische Spaltung von inaktiver Procaspase-9 in die aktive Form der Caspase-9.

eim intrinsischen Signalweg der Apoptose kommt es zur Freisetzung von Cytochrom c aus denMitochondrien, welches daraufhin zusammen mit dATP an Apaf-1 bindet und dieses aktiviert. Es kommt zu einer Oligomerisierung von Apaf-1 zu einem radförmigen Heptamer, dem sogenanntenApoptosom. Durch diese Konformationsänderung wird die Caspase-Rekrutierungs-Domäne (CARD, caspase recruitment domain) frei, mit welcher Apaf-1 an die CARD-Domäne der Initiator-Procaspase 9 binden kann. Diese wird dadurch gespalten und somit aktiviert.

Caspaseaktivierte DNase 

Aktivierung

Funktion (/-> Resultat)

Die DNA-Leiter wird durch eine Caspaseaktivierte DNase (CAD) gebildet

‘Bcl-2’ Proteine; Funktion

‘Bcl-2’ Proteine regulieren den intrinsischen Weg

3 Gruppen von Bcl-2 Proteinen:
• regulieren die Freisetzung von Cytochrom C aus den Mitochondrien

-> relative Menge von pro- vs. anti-apoptotischen Bcl-2 Proteinen bestimmt ob eine Zelle stirbt oder nicht

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