Histologie


H. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Histologie von Drüsen und Epithelien, speziell für Studierende der Medizin. Sie decken die Klassifikation von Drüsen nach Sekretionsart, Struktur und Vorkommen ab, einschließlich holokriner, apokriner und merokriner Sekretion. Zudem werden verschiedene Epitheltypen wie Platten-, Zylinder- und Übergangsepithel sowie deren Funktionen und Lokalisationen behandelt. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudierende, die sich auf histologische Strukturen und deren Bedeutung im menschlichen Körper vorbereiten.
Flashcards
61
Students
9
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
03.04.2016 / 08.04.2023

Cartes-fiches

definitionen:

Histologie

Gewebe

Histologie: Untersuchung von Geweben
Gewebe: Ein Zusammenschluss von Zellen mit ähnlicher Morphologie und Funktion

Vier Typen von Gewebe

deren (Grobe) Funktion

• Epithelgewebe - bedeckt
• Bindegewebe - stützt/verbindet
• Muskelgewebe - bewegt
• Nervengewebe - kontrolliert

-> Organe: Meist Kombination verschiedener Gewebe

Epithel - Definition

Epithelgewebe besteht aus dicht aneinanderliegenden Zellen, welche untereinander durch interzelluläre Verbindungen verknüpft sind. Eine Basalmembran trennt den Zellverbund vom Bindegewebe.

Epithelien bilden eine Grenzschicht zwischen verschiedenen Umgebungen.

Zwei Formen von Epithelien

Oberflächenepithelien
-> kleiden die Oberfläche und die inneren Hohlräume des Körpers aus

Drüsenepithelien
->bilden Bestandteile der Drüsen

zell-zell kontakte

s.B.

zell-zell kontakte

s.B.

Verzahnungen (Interdigitationen)

Mechische Stabilität

Oberfläche

Vorkommen

• Mechanische Stabilität gering
• Oberflächenvergrösserung
• Vorkommen: elektrolyttransportiernde Epithelien (z.B. Niere)

Macula adhaerens (Desmosom)

Form

Stabilität

Vorkommen

Grösse

Punktförmiger Zellkontakt
Hohe mechanische Stabilität
Vorkommen: v.a. Haut

Durchmesser: 0.1 - 0.5 μm2
Interzellularspalt: 20 - 40 nm

Macula adhaerens (Desmosom)
im EM und Molekularer Aufbau

s.B.

Zonula adhaerens (“Intermediate Junction”)

Form

Vorkommen

Grösse

Gürtelförmiger Zellkontakt
Adhäsionskontakt
Vorkommen: v.a. einschichtige E.

Durchmesser: 0.1 - 0.5 μm2
Interzellularspalt: 20 - 40 nm

Zonula Adhärens

Durchmesser

Aufbau im EM

s.B.

Durchmesser: 0.1 - 0.5 μm2 Interzellularspalt: 20 - 40 nm

Integrale Proteine (E-cadherine) Plaqueproteine (Catenine, Vinculin, a-Acitinin) Zytoskelett (Aktin, Myosin)

Zonula occludens (“tight junction”)

Form

Vorkommen

-> Trenne Apikale und Basolaterale Seite

Gürtelförmiger Zellkontakt
Barrierenkontakt
Vorkommen: v.a. einschichtige E.

Leistenförmige Verschlusslinien
Interzellularspalt verschlossen
“Tight” für:
- extrazell. hydrophile Moleküle
- Membranproteine, Lipide der äusseren Membranlamelle

Zonula occludens (“tight junction”)
-> molekularer Aufbau

s.B.

Zona occludens 
-> molekularer Bau; wichtigste Proteine

Occludin und Claudin

Schlussleistenkomplex

Als Schlussleistenkomplex bezeichnet man einen Komplex gestaffelter Interzellularkontakte, die in den meisten einschichtigen - meist resorptiven - Epithelien vorkommen. Durch Abdichtung derInterzellularspalten bilden sie eine selektive Permeabilitätsschranke und verhindern einen unkontrollierten parazellulären Stofftransport.

Nexus (“gap junction”)

Form

Vorkommen

Grösse

Punktförmig
Kommunikationskontakt
Vorkommen: zahlreiche Gewebe

Gap junctions sind porenbildende Proteinkomplexe (Connexone), die die Plasmamembran zweier Zellen eng miteinander verbinden (Spalt von nur 2-3,5 nm Breite). Connexone bestehen aus sechs Untereinheiten, den sogenannten Connexinen. Die Connexone zweier Zellen liegen sich so gegenüber, dass ein Kanal entsteht, der beide Zellen miteinander verbindet und so den schnellen Austausch von Ionen und kleinen Molekülen ermöglicht.

Nexus (“gap junction”)
-> Molekulare Organisation

Transmembrane Kanäle (Connexone) 6 Untereinheiten (Connexine)
Freier Fluss von Ionen und Molekülen (< 1kDa) wie Ca2+, cAMP
Chemische Kopplung (Koordination) von Zellen

Basalmembran

Grundsätzlich

funktion

Alle Epithelgewebe ruhen auf einer Basalmembran welche sie vom darunterliegenden Bindegewebe trennt. (Dicke 50 – 800 nm)
-> Die Basalmembran ist eine dünne lichtmikroskopisch wahrnehmbare Membran zwischen dem Epithelbzw. Endothel und dem ihm angrenzendem Gewebe. Sie wird von Epithelzellen bzw. Endothelzellenaufgebaut.

Funktion:
- Untergrund
- Haftstruktur
- Filterfunktion (Ernährung der Zellen)
- Barrierefunktion (Tumorzellen !)
- Unterstützt Differenzierung der Zellen
- Bedingt Überleben der Zellen
Zwei Blätter:
- Lamina basalis (Basallamina)
- Lamina fibroreticularis (reticularis)

Basallamiana, Basalmembra

Aufbau

Ersichtlichkeit im Mikroskop

s.B.

Lamina Rara

Molekulare Komponenten

Diese Schicht stellt eine Verbindung vom Epithel zur Lamina densa der Basalmembran her. 

L.r.: v.a. Laminin, Mukopolysacharide

Lamina densa

Molekulare Komponenten

Die Lamina densa ist der zentrale Anteil der Basalmembran. Sie stellt sich elektronendicht dar. Charakteristisch ist das dominante Vorkommen von Kollagen Typ IV. Das Kollagen Typ IV bildet ein geflechtartiges räumliches Netzwerk. Dieses Netzwerk ist als Grundstruktur der Basallamina anzusehen. Es stellt vielfältige Möglichkeiten zur Verbindung der Lamina densa mit den anliegenden Strukturen bereit. 

L.d.: v.a. Kollagen IV, Fibronectin, Laminin

Lamina fibroreticularis

Molekulare Komponenten

Die Lamina fibroreticularis verbindet die Basalmembran mit dem nun unmittelbar angrenzenden Bindegewebe. Sie fehlt dort, wo dem Epithel kein Bindegewebe anliegt. 

L.f.: v.a. Kollagen I, III

Zell-Matrix Kontakt

Molekularer Aufbau
- Homophilic/Heterophilic interaction

s.B.

Zell-Matrix Kontakt - Hemidesmosom

Form

Molekularer Aufbau

Hemidesmosomen sind Haftkomplexe, die die Adhäsion von Epithelzellen an der darunterliegenden extrazellulären Matrix vermitteln.

Punktförmige Verbindung

Ähnlich zu Desmosom

Zell-Matrix Kontakt – Fokaler Kontakt

Form

Molekularer Aufbau

Fokale Adhäsionen (engl. focal adhesion) sind verankernde Zellverbindungen, die das Aktin-Zytoskelett einer Zelle mechanisch an das Substrat (Extrazelluläre Matrix, kurz: ECM) koppeln. Sie sind auf klar abgegrenzte Bereiche der Zelle beschränkt.

Punktförmige Verbindung

Ähnlich zu Zonula adhaerens

Epithel - Endothel - Mesothel

Epithelien kleiden die Oberfläche des Körpers sowie dessen Hohlräume, Leitungsbahnen und Hohlorgane aus.

Epithelium - Verbindung mit der Aussenwelt
-> z.B. Haut, Mund, Darm, Lunge

Endothelium - "geschlossene" Körperhöhlen
-> z.B. Epithelien die die Blutgefässe auskleiden

Mesothel - (Entwicklungsgeschichtlich) Zölom abstammenden Körperhöhlen
-> Pleurahöhle, Peritoneal-, Perikardraum

Epithelien - Histogenese (Bildung von Geweben während der Embryonalperiode)

Oberflächenepithelien stammen aus den drei verschiedenen embryonalen Keimblättern ab:

  • aus dem Ektoderm enstehen die Epidermis, die Kornea und das Oberflächenepithel der verschiedenen Sinnesorgane
     
  • aus dem Entoderm enstehen die Schleimhautepithelien der Atem- und Verdauungswege. 
     
  • Mesoderm (Mesothelien des Peritoneum, Pleura, Perikard, Endothelien der Blut- und Lymphgefässe, Epithelien in der Niere)

Epithelien:

wo

packung

Verankerung

Verdorgung

- Bedecken oder kleiden alle Körperoberflächen (ausser Knorpel) aus (Im Bereich der Gelenke kein epitheilialer überzug)
- Dicht gepackt; bilden Schichten
- Verankert auf einer Unterlage (Basalmembran)
- Gefässfrei, Ernährung vom BGW her (Ausnahme: Stria vascularis – Innenohr)
- Strukturelle and funktionelle Polarität 
- Erneuern sich ständig (Mitosen)

Epithelien: Aufgaben in:

Haut

Atemwege

Darm

Niere

Drüsen

Lunge

- Schutz (Haut)
- Transport von Material (Atemwege)
- Aufnahme
- Absorption (Darm)
- Ausscheidung
- Exkretion (Niere)
- Abgabe
– Sekretion (Drüsen)
- Gasaustausch (Lunge)

Einteilung der Epithelien

-> wonach kann man Epithelien Einteilen?

- Nach Zellform
- Nach Oberflächendifferenzierung
- Nach Schichtung

Einteilung der Epithelien:

Nach Zellform

- platt (flach)
- kubisch (isoprismatisch)
- zylindrisch (hochprismatisch)

Einteilung der Epithelien:

Nach Oberflächendifferenzierung

- glatt
- Mikrovilli (Bürstensaum)
- Stereozilien
- Kinozilien

Einteilung der Epithelien:

Nach Schichtung

- einschichtig
  -> Am Häufigsten
- mehrschichtig
  -> zb die haut. mehrere schichten übereinander, nur die unterste schicht hat kontkt zurbasalmembran
- mehrreihig
  -> reihen nur bezüglich der Zellkerne, alle zellen haben kontakt zur basalmembran.

Mikrovilli

Form
-> Zweck

Gerüst 

Vorkommen

Mikrovilli (Bürstensaum)
- Fingerähnliche Fortsätze
- Zunahme der reabsorptiven Fläche
- Aktin-Gerüst
- Niere & Dünndarm

Stereozilien

Form

Gerüst

Beweglichkeit

Vorkommen

Stereozilien
- Spezialisierte, lange Fortsätze
- Aktin-Gerüst
- nicht beweglich !
- Männl. Genitaltrkt; Gleichgewichtsorgan

Kinozilien

beweglichkeit

Gerüst

Zweck

Vorkommen

- Spezialisierte, bewegliche (!) Fortsätze
- Mikrotubulus-Gerüst
- Transport von Partikeln auf dem Epithel
- Weibl. Genitaltrakt; Atemwege

Epithelien:
Funktionelle Eigenschaften:

Ungeschichtete vs. geschichtete vs. Iso- und hochprismatische Epithelien

Ungeschichtete Epithelien sind in der Regel wichtig für Diffusion, Filtration, Sekretion oder Absorption.

Geschichtete Epithelien haben schützende (protektive) Aufgaben.

Iso- und hochprismatische Epithelien (grosses Zellvolumen, viele Organellen) sezernieren (ein Sekret absondern) und absorbieren.

Ungeschichtetes Plattenepithel

Beschreibung

Funktion

Lokalisation

Beschreibung: Einfache Lage von flachen Z. mit wenig Zytoplasma
Funktion: Schnelle Passage von Material durch Diffusion oder Filtration (Endothelium), Lubrikation bei serösen Häuten (Mesothel)
Lokalisation: Blutgefässe, Glomeruli d. Niere, Alveoli d. Lunge etc.

Ungeschichtetes isoprismat. Epithel

Beschreibung

Funktion

Lokalisation

Beschreibung: Eine Lage von würfelförm. Zellen mit zentralem Kern
Funktion: Sekretion and Reabsorption
Lokalisation: Nierentubuli, Sekretorische Abschnitte kleiner Drüsen

Ungeschichtetes hochprismat. Epithel

Beschreibung

Funktion

Lokalisation

Beschreibung: Eine Lage von hohen Zellen mit ovalen Kern, einige Zellen können apikal Fortsätze (Bürstensaum etc.) haben, enthalten evtl auch sezernierende Zellen (Becherzellen)
Funktion: Absorption, Sekretion von Mucus, Enzymen, etc.
Lokalisation: Darm, Ausführgänge von Drüsen, etc.

Étudier