11 Gentec – Gloor
Gentechnologie
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Cartes-fiches
Rekombinante Proteine.
Was benötigt man um ein Rekombinantes Protein herzustellen?
Rekombinante Proteine sind biotechnologisch hergestellte Proteine, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen oder mit transient transfiziertenZellkulturen erzeugt wurden.
• das (in der Regel humane) Gen, das für das Protein codiert (nur die codierende Sequenz, in klonierter Form)
• der Organismus, in welchem das rekombinante Protein hergetellt werden soll
• Plasmide/Vektoren: biologische Trägermoleküle des Gens
• die experimentelle Vorgehensweise, um das rekombinante Protein aufzureinigen
• ein biologisches System, um die Funktionalität des rekombinanten Proteins zu testen
Rekombinante Proteine:
Gen des Proteins; Problem/Herstellung
Herstellung von rekombinanten Proteinen in Escherichia Coli:
Vorteile
Einige Vorteile des bakteriellen Expressionssystems
• Bakterien sind einfach in der Handhabung und “billig”
• mit Bakterien können in der Regel technisch einfach grosse Proteinmengen hergestellt werden
• Bakterien können einfach genetisch verändert werden
• in Bakterien können auch für das Bakterium schädlicheProteine einigermassen effizient hergestellt werden
Herstellung von rekombinanten Proteinen in Escherichia Coli:
Nachteile
Einige Nachteile des bakteriellen Expressionssystems
• sekretierte Proteine werden in Bakterien oft nicht richtig gefaltet (kein endoplasmatisches Reticulum, andere Redoxbedingungen) und sekretiert
• Bakterien prozessieren Proteine anders als eukaryontische Zellen (Glycosylierung, proteolytische Prozessierung)
• bei der Aufreinigung können bakterielleKomponenten als Kontaminationen vorhanden sein: Endotoxine (Lipopolysaccharide, d.h. Membranbestandteile), Lösen beimMenschen Fieber und Entzündungsreaktionenaus
Verhalten von Plasmiden bei der Mitose
• Plasmide werden bei der Zellteilung weitergegeben
• Plasmide kommen in vielfacher Kopie pro Zelle vor (10 bis > 100)
• Plasmide werden bei der Zellteilung zufällig auf die Tochterzellen verteilt
• Für die Proteinherstellung werden Plasmide verwendet, die unabhängig vom Genom repliziert werden und in sehr hoher Kopienzahl vorkommen
Zur Herstellung von rekombinanten Proteinen muss ein Gen kloniert werden;
Wie macht man das?
bei der in vitro Synthese von DNA (z.B cDNA Synthese) können Fehler entstehen. Für die korrekte Herstellung eines rekombinanten Proteins muss jedoch jedes hergestellte DNA Molekül die richtige Sequenz haben
=> ausgehend von einem einzigen DNA Molekül müssen genügend genetisch identische Moleküle hergestellt werden, damit Gentechnik betrieben werden kann
diese Anforderung wird erreicht, indem 1 DNA Moleül in 1 Bakterium eingeschleust wird: Transformation von Bakterien
-> aus jedem Bakteriumwird eine Kultur hochgezogen (eine grosse Population genetisch identischer Bakterien, ein Klon)
-> Durch die Klonierung kann die DNA des Gens jederzeit rasch und in grossen Mengen hergestellt werden
Aber: wenn DNA Moleüle bei der Synthese Fehler bekommen, dann wird es auch Klone mit Fehlern geben => die DNA von mehreren bakteriellen Kulturen (von mehreren Klonen) muss analysiert werden: DNA Sequenzanalyse
Rekombinante Proteine:
Einbau vom Gen in den Vektor:
Prinzip
Enzyme
Rekombinante Proteine:
Restriktionsendonukleasen
Sticky / Blunt Ends
• Restriktionsendonukleasen sind bakterielle Endonukleasen, die doppelsträngige DNA spalten
• Spaltung bedeutet Hydrolyse einer Phosphoesterbindung • Restriktionsendonukleasen sind in der Regel homodimere Proteine, die spezifisch mit DNA Basen wechselwirken
• die in der Gentechnik verwendeten Restriktionsendonukleasen erkennen palindrome DNA Sequenzen und produzieren nach der Hydrolyse ein 5’-Phosphat und ein 3’-OH Ende
5‘-G A A T T C-3‘
3‘-C T T A A G-5‘
DNA Sequenzierung:
Prinzip (der Reaktion)
durch die Verwendung von markierten Molekülen (früher Radioaktivität, heute fluoreszierende Primer) können die neu synthetisierten DNA Moleküle sichtbar gemacht werden
• mit Acrylamid Gelelektrophorese werden die markierten DNA Moleküle nach Grösse aufgetrennt. Diese Technik erlaubt, DNA Moleküle zu trennen, die sich um ein Nucleosidmonophosphat unterscheiden (n Basen vs. n+1 Basen)
lac Regulationssystem
Prinzip
• in Abwesenheit von Laktose werden die Enzyme für den Metabolismus von Laktose nicht benötigt. Der Repressor ist am Operator gebunden => keine Expression
• wenn Laktose vorhanden ist, wirken einige Laktosemoleküle als Induktor. Die Enzyme für den Metabolismus werden nun produziert (IPTG ist der synthetische Induktor)
=> Laktose wirkt als allosterischer Regulator. Laktose reduziert die Affinität des Repressors an den Operator
IPTG
verwendung
Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid (IPTG) ist ein Galactose-Thioglycosid (S-Glycosid), welches als künstlicher Induktor des Lactose-Operons in Escherichia coli verwendet wird.
Das pET/BL21 System
• durch den lac Repressor (das Gen kommt im Genom und auf dem Expressionsvektor vor) wird die Expression der T7 RNA Polymerase verhindert, deren Gen im Genom des Bakterienstamms BL21 integriert ist
• die T7 RNA Polymerase bindet sehr spezifisch an eine ca. 20 bp lange Sequenz , den T7 Promotor
• durch den lac Repressor wird zusätzlich verhindert, dass eine bakterielle RNA Polymerase das “fremde Gen” auf dem Expressionsvektor exprimieren kann
• die Induktion mit IPTG ermöglicht die Produktion der T7 Polymerase, die nun das ebenfalls nicht mehr reprimierte “fremde Gen” exprimieren kann
Proteinproduktion in Bakterien:
Selektionsmarker
• das Einschleusen von Plasmid DNA in ein Bakterium (Transformation) ist ein sehr ineffizienter Prozess
• über den Selektionsmarker (Resistenz gegen ein Antibiotikum) können aus Milliarden von Bakterien sehr einfach diese Bakterien identifiziert werden, die erfolgreich transformiert wurden. Aber: mit der Selektion wird nicht nach der Anwesenheit des Gens selektioniert!
• resistente Klone (aus einem transformierten Bakterium entstandene Population) müssen auf die Anwesenheit (und Korrektheit) des Gens analysiert werden (1020 Klone, Restriktionsanalyse DNA Sequenzanalyse)
Western Blot
Nachweis des rekombinanten Proteins: Western Blot ein korrekter Klon ist gefunden. Wird auch das Protein gemacht?
• Acrylamid Gelelektrophorese (SDS PAGE)
• Auftrennung aller Proteine eines Klons nach Masse der Proteine
-> Welches Protein ist das Richtige? Aufgrund der berechneten Masse des rekombinanten Proteins kann nur vermutet werden
• Transfer aller Proteine auf eine dünne Membran (Cellulose, Nylon)
• Identifikation des Proteins mit Hilfe von Antikörpern
Reinigung des rekombinanten Proteins:
Affinitätschromatographie
Prinzip
His-Tag
• Expressionsvektoren enthalten oft die DNA Sequenz für 5 - 6 Histidine
• abhängig von der Klonierungsstrategie erhält das rekombinante Protein zusätzlich 5 - 6 Histidine am N- oder C-Terminus
Met-(His)5-As-As-As.... ....As-As-As-(His)5
• die Seitenketten von His werden zur Reinigung des rekombinanten Proteins verwendet
Ni2+
• die Seitenketten von His können eine Koordinationsbindung mit Ni2+ eingehen
• Ni2+ ist selbst koordinativ an eine inerte Matrix gekoppelt
• aus dem gesamten bakteriellen Proteingemisch bleibt (theoretisch) nur das rekombinante Protein an der Matrix hängen
Elution (Elution oder Eluierung bezeichnet das Ab- oder Herauslösen von Substanzen aus einer stationären Phase, die sowohl aus festem als auch aus flüssigem Material bestehen kann. )
• die Elution des rekombinanten Proteins erfolgt mit einem Kompetitormolekül.
Fazit
• theoretisch kann das rekombinante Protein mit einem Aufreinigungsschritt isoliert werden
• praktisch gesehen ist das Protein nach einem biochemischen Reinigungsschritt nie rein
• weitere biochemische Schritte sind nötig: Ionenaustauschchromatographie Gelfiltration
• Grundprinzip verschiedene physikochemische Eigenschaften des zu reinigenden Proteins werden sequentiell genutzt (Ladung, Masse, Löslichkeit)
• aber: das rekombinante Protein ist mit dem natürlichen nicht identisch (His-Tag, evtl. Glycosylierung)
stacking interactions
der DNA Doppelstrang wird durch Wasserstoffbrücken und Stacking Interactions (hydrophobe Wechselwirkungen parallel übereinanderliegender Basen) stabilisiert
PCR:
Was wird für die Synthese in vitro benötigt?
• DNA Matrize (doppelsträngig oder einzelsträngig, linear oder circulär)
• alle Nukleotide
• 2 Primer (-OH Gruppe, Startpunkt der DNA Synthese)
• DNA Polymerase (hitzestabil)
• Mg2+, etwa pH 7.5 für die Synthese
PCR
3 Teilschritte
- Trennung der beiden DNA Stränge in Einzelstänge (Denaturierung, ca. 30s)
- Hybridisierung der Primer mit den einzelsträngigen Matrizen (Annealing, ca. 30 s)
- DNA Synthese (ca. 60-120 s)
-> die 3 Teilschritte laufen im selben Reaktionsgefäss ab. Die Teilschritte unterscheiden sich einzig durch die Reaktionstemperatur
Annelaingtemperatur:
Wo sollte sie liegen?
Formel
Bestimmung der Annealingtemperatur
• die Primer sollten nur an die exakt komplementäre Sequenz binden
• eine zu hohe Temperatur lässt keine Bindung zu
• eine zu tiefe Temperatur lässt auch Bindungen zu, die nicht zu 100% komplementär sind
=> irgendwo dazwischen liegt ein Temperaturoptimum
Tm = 4 x (Anzahl CG bp) + 2 x (Anzahl AT bp)
Taq Polymerase:
Fehlerrate
Die Taq Polymerase
• die Fehlerrate der Taq Polymerase liegt be ca. 1/104 (wegen fehlender 3’-5’ Exonuklease Aktivität)
• wegen Fehlerfortpflanzung kann nach 30 Zyklen im Durchschnitt alle 300 bp ein Fehler vorhanden sein
PCR
An welchem Ende können an einen Primer zusätzliche Basen angehängt werden?
Was bringt das?
• PCR Primer müssen am 3’-Ende perfekt mit der Matrize basenpaaren, damit die DNA Polymerase polymerisieren kann
• aber: an den 5’-Enden müssen die Primer nicht zwingend mit der Matrize basenpaaren => am 5’-Ende können die Primer zusätzliche Basen erhalten, die z.B. ein Erkennungsmotif für ein Restriktionsenzym enthalten
Bessere Primer, damit PCR DNA auch “genetisch korrekt” in einen Vektor gebaut werden kann
• das PCR Produkt ist stumpfendig und hat an den Enden keine Erkennungsstellen für Restriktionsenzyme
=> ein PCR Fragment kann präzise (Leseraster) in einen Vektor eingebaut werden
DNA Mutationen:
Punktmutationen
Tranistion, Transversion
Austausch einer Base. Das Leseraster bleibt erhalten
Transition (Purin -> Purin bzw. Pyrimidin -> Pyrimidin)
Transversion (Purin -> Pyrimidin bzw. Pyrimidin -> Purin)
Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus (RFLP)
Eine Sequenz enthält beispielsweise bei Person 1 eine Schnittstelle für ein Restriktionsenzym, in der Sequenz bei Person 2 kommt diese nicht vor. Werden nun diese Sequenzen mit einem Restriktionsenzym geschnitten, entstehen bei Person 1 zwei Fragmente und bei Person 2 ein Fragment. Werden nun die Längen der Sequenzen verglichen, kann ein RFLP festgestellt werden, die Fragmente sind unterschiedlich lang, der Locus ist polymorph.
eine spezielle Form von SNP, bei der als Folge der Punktmutation für ein Restriktionsenzym eine Erkennungsstelle generiert oder zerstört wird
• ist die Stelle bekannt, kann mit Hilfe genomischer DNA eine Analyse durchgeführt werden:
- PCR eines DNA Abschnittes mit dem RFLP
- Restriktionsverdau
- Auftrennung der Fragmente nach Grösse
- Unterscheidung
Microsatelliten DNA (short tandem repeats (STRs)):
Häufigster STR
das häufigste menschliche STR ist [CA]n (5 < n < 20)
• in einem Individuum existieren mehrere Allele des [CN]n STR
• für die Individuumsidentifizierung müssen die flankierenden DNA Sequenzen bekannt sein
• in einer PCR Reaktion mit der Primermischung für mehrere [CN]n STRs werden alle Bereiche gleichzeitig amplifiziert (multiplex PCR)
Verwandtschaftsanalyse können mit STR-PCR
Verwandtschaftsanalyse können mit STR-PCR durchgeführt werden • 3 der 4 Kinder haben STR 12 vom Vater geerbt => noch keine zwingende Schlussfolgerung, dass die 3 Kinder Geschwister sind, auch wenn das Allel “STR 12” sehr selten wäre
• mit der Analyse mehrerer STR Bereiche aus DNA beider Erwachsenen und aller Kinder kann die Zuordnung gesichert werden
Geschlechtsidentifikation mit PCR
Rekombinante Proteine:
t-PA
t-PA (tissue-type plasminogen activator)
• t-PA katalysiert die Auflösung von Fibringerinseln, die nach Herzinfarkten oder Schlaganfällen entstehen können. Es existieren verschiedene gentechnisch modifizierte Varianten von t-PA, die verbesserte Halbwertszeiten haben
Rekombinante Proteine:
Insulin
Insulin
• Bei Insulinmangel eingesetzt. Der Welt-Jahresbedarf liegt bei 5-6 Tonnen! Dieser Bedarf lässt sich nicht mehr über Schlachtschweine decken