Intro


H. M.
Diese Lernkarten behandeln Aufbau und Funktion des Herz-Kreislauf-Systems mit Fokus auf Regulation von Durchblutung, Blutdruck und Herzarbeit. Zentrale Themen sind Gefäßmechanismen, Hormonwirkungen wie RAAS oder ANP sowie kurz- und langfristige Anpassungen bei Belastung oder Lagewechsel, ergänzt durch klinisch relevante Aspekte wie Autoregulation der Niere oder fetale Kreislaufumstellung. Ideal für Medizinstudierende, die physiologische Zusammenhänge vertiefen und Prüfungswissen strukturiert aufbereiten möchten.
Karten
116
Lernende
33
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.10.2016 / 20.07.2026

Lernkarten

Lokale Durchblutung

Bayliss-Effekt

Der Bayliss-Effekt ist ein physiologischer Mechanismus zur Aufrechterhaltung einer konstanten Organdurchblutung bei wechselnden Blutdruckwerten.

Steigt in einer kleinen Arterie oder Arteriole die Durchblutung infolge eines erhöhten Blutdrucks an, erfolgt reaktiv eine Vasokonstriktion. Dadurch wird der Strömungswiderstand erhöht und somit die Durchblutung im Versorgungsgebiet konstant gehalten. Bei Absinken des Blutdrucks und abnehmendem Durchblutungsangebot erfolgt eine Vasodilatation.

Durch den Bayliss-Effekt kann die Durchblutung für Nieren, Gastrointestinaltrakt und Gehirnweitgehend autonom reguliert werden. So kann beispielsweise in den zuführenden Gefäßen des Glomerulums der Blutdruck relativ konstant um die 50 mmHg gehalten werden.

Lokale Durchblutung

Retrograde‘ Dilatation durch endothelvermittelte Dilation
- Prinzip

sB

Lokale Durchblutung

Reakive Hyperämie
- Grund

Hyperämie ist der medizinische Ausdruck für die verstärkte Durchblutung eines Gewebes bzw. Organs.

Von einer reaktiven Hyperämie spricht man, wenn die Hyperämie nach vorausgegangener Ischämieauftritt. Sie ist abhängig von der Dauer der vorausgegangenen Ischämie (je länger, desto stärker) und von der Stoffwechselaktivität des betroffenen Gebietes. 

Als Ischämie bezeichnet man die pathologisch verminderte oder aufgehobene Durchblutung eines Gewebes infolge mangelnder arterieller Zufuhr von Blut.

Eine Akkumulation von lokalen Metaboliten ist der Auslöser (metabolische Dilatation). Für die retrograde Dilatation der Arterien sind die myogene Dilatation und die Endothel/NO/Strömungs-Vermittelte Dilatation wesentlich.

Lokale Durchblutung

Nichtinvasive Methode zur Messung der Strömungsvermittelten Dilatation (Endothelfunktion)

Auslösung einer reaktiven Hyperämie mit Armmanchette → Messung der Änderung des Arteriendurchmessers mit Ultraschall und der Blutströmungsgeschwindigkeit mit Doppler

Kapillaren Venen

Kwashiorkor

Kwashiorkor bezeichnet eine Form der Mangelernährung, wie sie häufig in Entwicklungsländern unter Kleinkindern auftritt.

Die Symptomatik ist als logische Konsequenz des Mangels an Nährstoffen zu verstehen. Durch einen Mangel an Albumin (Hypalbuminämie) und den dadurch verringerten kolloidosmotischen Druckkommt es zu generalisierten Ödemen. Die Haut ist rissig und atroph, die Haare entfärben sich und fallen aus.

Kapillaren Venen

Kapillaren: Austauschprozesse;
- Kapillartypen
- Diffusionswege

•Kapillartypen (kontinuierlich, fenestriert, diskontinuierlich)
•Diffusionswege (Diffusion transzellulär, parazellulär, durch Poren; Transport-vermittelt, via Endo- Exocytose)

Kapillaren Venen

Diffusion von gelösten Stoffen (durch Diffusionsbarriere / Membran);
- Nettoflux
- Fick

sB

Kapillaren Venen

Diffusionslimitierter vs. Durchblutungslimitierter Austausch gelöster Stoffe bei Passage durch Kapillare

Austauschgeschwindigkeit von gelösten Stoffen hängt von ihrer Diffusionsfähigkeit durch die Barriere (Membran, hier Kapillarendothel) ab!

Kapillaren Venen

Diffusion von gelösten Stoffen durch Filter
- im Zusammenhang mit ihrer Grösse
 

Wenn eine Barriere (hier Kapillarendothel) ein ‚Filter‘ ist, gibt es eine Grenze des Stoffdurchmessers (Porengrösse) über die keine Diffusion möglich ist

Kapillaren Venen

Filtration von Wasser; 'Starling forces'

Effektiver Filtrationsdruck = ∆P-∆π (hydrostatischer Druck - kolloidosmotischer Druck)

Die Starling-Gleichung ist eine Gleichung, die den durch hydrostatische und onkotische Kräfte verursachten Nettofluss über eine kapilläre Membran beschreibt

Der hydrostatischer Druck ist der Druck, der innerhalb einer ruhenden Flüssigkeit durch den Einfluss der Gravitationskraft hervorgerufen wird. Der hydrostatische Druck ist eine statische Größe, die nur von der Höhe der Flüssigkeitssäule über dem Messpunkt abhängt.

Der kolloidosmotische Druck,auch onkotischer Druck, ist der osmotische Druck, der durch Kolloide in einer Lösung ausgeübt wird.

Kapillaren Venen

Ödeme
- Ödembildung

Flüssigkeitsansammlung im Interstitium bei ↑Ph (hydrostatiscer Druck) im Kapillar, ↓Kolloidosmotischer Druck, ↑Permeabilität

Kapillaren Venen

Lymphatische Filariose
- Smptom
- Ursache

Lymphatische Filariose: Elephantiasis

Unter der lymphatischen Filariose versteht man eine Erkrankung, die vorwiegend die Lymphgefäßebetrifft und durch Wuchereria bancrofti hervorgerufen wird.

Die Elephantiasis ist ein Krankheitsbild, in dessen Folge es zu einer extremen Vergrößerung von Körperteilen durch behinderten Lymphabfluss bzw. Lymphstau kommt. Am häufigsten betroffen sind die Extremitäten, insbesondere die Beine.

Kapillaren Venen

Compliance in Venen/ Arterien

Verteilung des Blutvolumens
-> Welcher Antei list im Venösen System

 

Compliance (dt. Nachgiebigkeit) dient in der Physiologie als ein Maß für die Dehnbarkeit von Körperstrukturen. Sie wird zur Beschreibung und Quantifizierung der Elastizität der betrachteten Gewebe gebraucht. 

Die Compliance gibt an, wie viel Gas oder Flüssigkeit man in eine umwandete Struktur füllen kann, bis der Druck um eine Druckeinheit ansteigt.

Compliance Venen ~100 ml/mmHg
[Arterien ~1 ml/mmHg]

Kapillaren Venen

Rechtsherzkatheter
-> Wie sind die Drück in den einzelenen Abschnitten die er Durchläuft

Der zentrale Venendruck bezeichnet den am zentralen Venenkatheter (ZVK) gemessenen venösenBlutdruck.

Kapillaren Venen

ZVD während des Herzzyklus

sB

Kapillaren Venen

Rückstrom zum Herzen; Ventilebenenmechanismus
-> Auf welcher Ebenen befinden sich die Klappen bei Systole/Diastole

Als Ventilebene bezeichnet man die Klappenebene des Herzens, die anatomisch durch das Herzskelett definiert ist.

Die Ventilebene ist eine bindegewebig versteifte Platte, die sich aufgrund der perikardialen Fixierung der Herzspitze (Apex cordis) am Diaphragma in Abhängigkeit des Kontraktionszustandes verschiebt. Dieser Ventilebenenmechanismus übt einen maßgeblichen Einfluss auf die Hämodynamik aus. Er kann in 2 Phasen unterteilt werden:

  1. Auswurfphase: Durch Verkürzung des Ventrikelmyokards in der Systole wandert die Ventilebene in Richtung der Herzspitze und bewirkt eine Erweiterung der relaxierten Vorhöfe. Hieraus resultiert ein Unterdruck, der den Einstrom des Blutes aus dem venösen System unterstützt.
  2. Füllungsphase: In der Diastole verschiebt sich die Ventilebene durch die Längenzunahme des Kammermyokards in Richtung der Herzbasis (Basis cordis), gegen die inkompressible Blutsäule der Vorhöfe. Gemeinsam mit der Vorhofkontraktion und der druckabhängigen Öffnung der Atrioventrikularklappen wird somit die rasche Ventrikelfüllung gefördert.

Kapillaren Venen

Druckverhältnisse in
- Herzhälften (Ventrikel & Vorhof)
- Angesschlossene grosse Gefässe (Aorta, Arteria pulmonalis)
=> Graphisch

sB

Kapillaren Venen

Lungen: Druck und Widerstandsverhältnisse 
• Pulmonalisarterien Druck
• Einfluss der Schwerkraft beim Stehen: Lungenspitze 1
• Lungenkapillaren:
- Durchmesser
- mittlerer Druck 
• Rolle des Lungenkreislaufes als Puffergefäss
   -> in ml

Lungen: Druck und Widerstandsverhältnisse
• Pulmonalisarterien Druck: 20-25 / 9-12 mmHg, Durchschnitt: 14 mmHg
• Einfluss der Schwerkraft beim Stehen: Lungenspitze 14-10 mmHg, basis 14 + 10 mmHg (nächste Folie)
• Lungenkapillaren: 8 µm Durchmesser, 0.35 mm lang, mittlerer Druck 8 mmHg, linker Vorhof 7 mmHg (siehe Herzkatheter, wedge pressure)
• Rolle des Lungenkreislaufes als Puffergefäss (total ~500 ml +/- 300 ml)

Kapillaren Venen

Nieren
- Anteil am HZV
- Grober Aufbau

Ungefähr 1/5 des Herzzeitvolumen geht bei Ruhe durch die Nieren

Der grösste Teil des arteriellen Blutes geht in den Nieren durch ein Glomerulus

Kapillaren Venen

Autoregulation der Niere
- Prinzip
- Ursachen

Die Nieren(rinden) durchblutung (RBF) bleibt bei Schwankungen des systemischen mittleren Blutdrucks im Bereich von ca. 80–170mmHg weitgehend konstant. Die Folge davon ist eine ebenfalls konstante glomeruläre Filtrationsrate (GFR). 


Ursachen
- Myogene Reaktion (Bayliss-Effekt)
Die myogene Reaktion (Bayliss-Effekt) der präglomerulären Nierengefäße. Die Aa. interlobulares und die afferenten Arteriolen beantworten eine Blutdruckerhöhung mit einer Konstriktion. 

- Tubuloglomeruläres Feedback
bei Zunahme der NaCl Reabsorption in der macula densa wird vermehrt Adenosin produziert, welches via A1AR kontrahierend auf das vas afferens wirkt → Abnahme der GFR (Glomeruläre Filtrationsrate)

Kapillaren Venen

Nierne; Druckdiurese

Die Druckdiurese ist eine Form der Diurese, die durch den Anstieg des arteriellen Mitteldrucksausgelöst wird. Sie führt zu einem Anstieg des Urinzeitvolumens bei verminderter Harnosmolarität.

Kapillaren Venen

Nieren; Regulation der glomerulären Fitrationsrate

Die glomeruläre Filtrationsrate ist abhängig vom effektiven Filtrationsdruck, der Gesamtfläche und der Leitfähigkeit des glomerulären Filters. Jedoch ist die glomeruläre Filtrationsrate keine konstante Größe. Je nach Tageszeit kann die GFR um bis zu einem Drittel schwanken.

Der effektive Filtrationsdruck ist der die Filtration von Blut und seinen Bestandteilen bestimmende Druck im Kapillarbett. Der effektive Filtrationsdruck bestimmt, wieviel Blut aus dem Kapillarbett in das Interstitium bzw. wieviel Primärharn durch die Glomeruli in die Harnwege filtriert wird.

Kapillaren Venen

Blut-Hirn Schranke
- Aufbau
- Zweck

- Kontinuierliches Endothel mit tight junctions
- Perizyten
- Astrozyten

Transendothelialer Transport von gelösten Stoffen
→ Schutz vor akuten Schwankungen (zB beim Essen)
→ Schutz vor toxischen Substanzen
→ Barriere für Diffusion von Medikamenten
→ Unterhalt einer Asymmetrie zwischen Plasma und Hirn-Extrazellulärraum (zB Aminosäuren, deren Konzentration (ausser Glutamin) ungefähr 10x niedriger ist als im Plasma (Neurotranmitter!)

Kapillaren Venen

Skelett Muskeln; Durchblutung;
-> Was passiert mit der MUskeldurchblutung bei Muskelarbeit
  -> Wie?

sB

Kapillaren Venen

Ergometrie
- Systemische Adaption an erhöhte muskelarbeit
  -> durch was ausgelöst

sB

Kapillaren Venen

Temperaturregulation und Hautdurchblutung
- Anordnung der Gefässe
- Regulation der Vasodilatation in der Haut

(a) Anatomische Anordnung der Hautgefäße.
(b) Durchblutungssteigerung im Unterarm und der Hand eines Menschen während Erwärmung. Die Handdurchblutung steigt rasch auf einen Maximalwert an. Vasodilatation durch Sympathikushemmung. Die Armdurchblutung steigt in zwei Stufen an: Die erste Stufe entspricht der Sympathikushemmung. Die 2. Stufe ist duch cholinerge (+ VIP und NO) Sympathikus Fasern vermittelt und löst auch Schweißbildung aus. Ausserdem gibt es eine lokal ausgelöste Reaktion deren Vermittlung komplex ist (Substanz P, Neuropeptid Y, Adenosin, EETs (epoxyeicosatrienoic acids) und andere EDHFs (endothelial derived hyperpolarization factors, TRPV1 Kanal→NO, etc.)

Systemische Regulation

Abhängigkeit HZV - venöser Rückstrom
- zu was sind venöser Rückstrom bzw HZV Proportional
  -> Graphisch
- Wie werden HZV und venöser Rückstrom erhöht?
 

sB

Systemische Regulation

Kurzfristige Blutdruckregulation: Regelkreis

sB

Systemische Regulation

Wanddehnungssensoren
- Was können sie sensieren?
- zu welchem Nervensystem gehören sie?
- Wo hat es Wanddehnungssensoren?
  - was bewirken sie?

sB

Der Baroreflex oder Barorezeptor-Reflex ist ein homöostatischer Mechanismus, der den Blutdruck aufrechterhält. Er besteht aus einer negativen Feedback-Schleife, in der ein erhöhter Blutdruck reflektorisch die Herzfrequenz und damit den Blutdruck senkt; umgekehrt unterdrückt ein niedriger Blutdruck den Baroreflex, wodurch die Herzfrequenz und damit der Blutdruck wieder steigt.

Systemische Regulation

Pressorezeptoren im Karotissinus bei ↑ABD
-> Was geschieht mit den Pressorezeptoren
  -> was löst dies aus; Herzfrequenz, Kontraktilität, Vasokonstriktion

 

sB

Systemische Regulation

Akute Regulaation des HZV
-> 3 mechanismen
+ Grafik

Das HZV wird akut reguliert durch
- Bainbridge Reflex
[↑Füllung des r. Vorhofs →↑HF]
- Baroreflex
[↓Stim. Art. Pressrezeptoren → ↑HF und SV(Inotropie)]
- Frank-Starling
[Anpassung an Vorlast →SV]

Systemische Regulation

RAAS

Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System kurz RAA oder RAAS genannt, reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers und wirkt somit in entscheidender Weise auf den Blutdruck ein.

Die Komponenten des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems stehen in enger Wechselwirkung zueinander. Durch eine Reihe von enzymatischen Spaltungen entsteht dabei das physiologisch wirksame Angiotensin II.

Renin ist ein hauptsächlich von den Polzellen der juxtaglomerulären Zellen der Niere produziertes Enzym. Die Reninsekretion unterliegt einer Vielzahl von regulatorischen Einflüssen, beispielsweise bewirken Betablocker eine Verminderung der Sekretion. Die Aufgabe des Renins ist die Spaltung von Angiotensinogen in Angiotensin I.

Angiotensin I wird durch das in den Endothelzellen (v.a. der Lunge) gebildete Angiotensin converting enzyme in Angiotensin II überführt. Dieser Schritt wird durch Antihypertensiva vom Typ der ACE-Hemmer gehemmt und hat therapeutische Bedeutung.

Angiotensin II bewirkt an den Blutgefäßen eine Vasokonstriktion und in der Nebennierenrinde eine vermehrte Ausschüttung von Aldosteron. Aldosteron ist ein Steroidhormon und bewirkt hauptsächlich eine Natrium- und Wasserretention in der Niere. Durch die Wirkung des Angiotensin II wird also der Blutdruck sowohl über Steigerung des intravasalen Volumens als auch durch die Verengung der Blutgefäße erhöht

Systemische Regulation

ADH

Das antidiuretische Hormon ist ein Nonapeptid mit einer Disulfidbrücke und wirkt als Effektorhormon des Hypothalamus zur Regulation des Wasserhaushalts.

Systemische Regulation

Endothelin

Endothelin ist der Überbegriff für eine Reihe von Peptidhormonen, deren Biosynthese überwiegend im Endothel von Blutgefäßen stattfindet. Derzeit sind drei funktionell wichtige Endotheline im menschlichen Organismus bekannt. Ihre zentrale Aufgabe ist eine Vasokonstriktion von Blutgefäßen.

Systemische Regulation

ANP

Das atriale natriuretische Peptid (ANP) ist ein Hormon, welches den Salz- und Wasserhaushalt und damit letztlich den Blutdruck reguliert. ANP wird vor allem in den Herzohren des rechten und linken Herzvorhofs gebildet.

Fetaler Kreislauf

Kreislauf; wie kommt der Sauerstoff ins Blut
-> Vor vs nach der Geburt
  -> was passiert bei geburt

Geburt:
- Zunahme Widerstand in grossem Kreislauf (Stop Plazenta Perfusion)
- Abnahme Widerstand in kleinem Kreislauf (Entfaltung der Lungen)

Lernen