08 Psyche
04. und 05. 11
04. und 05. 11
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Lernkarten
Precontemplation:
Diskrepanz zwischen selbst und Fremdwahrnehmung darstellen (z.B. Eisbergphänomen
Contemplation:
- Kritische Selbstreflektion stärken
Action:
- Bewältigungsstrategien einüben
Maintenance:
- Maßnahmen zur Rückfallprävention einüben
Programm für Alkoholkranke:
ALIT -> Erfolg 50%, sehr aufwendig, umstrittenes Therapieziel: keine Abstinenz sondern normales Trinkverhaltren
Kognitive Verhaltenstherapie:
bei Alkohol
1.Identifikation kritischer Rückfallsituation:
Äußere Reize
positive / negative Stimmungen und Gedanken
Cue-reactivity und konditionierte Entzugserscheinungen
Craving/Suchtdruck
Maßnahmen: Verhaltensanalyse, Selbstbeobachtung, Tagesprotokolle
2.Vermeidung kritischer Situationen
Maßnahmen je nach Patientensituation: Umzug, alternative Freizeitgestaltung, neuer Freundeskreise
3.Modifizierung der Auslöserqualität Löschung bzw. Unterbrechung der Verhaltenskette
Maßnahmen: cue-exposure, Selbstintruktion, Entspannungsverfahren, Gedankenstopp
4.Aufbau inkompatibler Verhaltensweisen
Entfernung aus der kritischen Situation Ablehnung von Angeboten
Zunächst Exposition in sensu, dann in vivo Maßnahmen: Selbstbeobachtung, Stimuluskontrolle, Selbst-und Fremdverstärkung, kognitive Proben, Rollenspiele, In vivo Exposition, z.B. In einer Gaststätte
5.Stärkung der kognitiven Voraussetzungen für die Bewältigung rückfallkritischer
Situationen
Positive Einschätzung des angestrebten Verhaltens
Positive Einschätzung kritischer Situationen zu bewältigen : "Self efficay"
Maßnahmen: Umzug, alternative Freizeitgestaltung, neuer Freundeskreis
6.Verhalten nach Ausrutschern und Rückfällen
Weiteren Konsum vermeiden
Hilfe suchen
Wie beseitigt man die EPS Symptomatik?
- Biperiden
- Wirkt anticholinerg
Wa sist ein malignes neuroleptisches Syndrom?
Unter FGA -> Dopaminmangel durch D2 Blockade bei hochpotenten Neuroleptika
-> Behandlung Benzos nehmen
Amphetamin-Intoxikation:
- Weite Pupillen
Welche Komorbiditäten gibt es bei Alkohol?
- Depression
- Andere Süchte
- Ängste
- Persönlichkeitsstörungen
Wodurch wird cue ravity ausgelöst?
- Klassisches Konditionieren
Was erhöht das Risiko für Suizid?
- Vorherige Suizidversuche !!!
- Risikogruppe
- Art der Gedanken
- Befindlichkeit
- Fehlende protektive Faktoren
Risikoabschätzung- Art der Suizidgedanken:
- Dauer, Frequenz
- Vorbereitungshandlungen?!
- C-SSRS und SITBI sin fragebögen die das erfassen
Risikoabschätzung- Art der Suizidgedanken:
- Dauer, Frequenz
- Vorbereitungshandlungen?!
- C-SSRS und SITBI sin fragebögen die das erfassen
Risikoabschätzung- zentrale psychologische Prädiktoren für Suizid
•Hoffnungslosigkeit
•Soziale Isolation, „thwarted belongingness“ -> Gefühl allein zu sein
•Sich selbst als Last erleben, Verantwortlichkeitserleben (Mein Tod ist für andere mehr wert als mein Leben) „perceived burdensomeness“
•Impulsivität
•Acquired capability for suicide(Suizidversuche, abgebrochene Suizidversuche, intravenöser Drogenkonsum, Selbstverletzung, physische Gewalterfahrung etc.)
Viele Menschen haben diese Risikofaktoren, aber nicht alle bringen sich um, wieso?
- Interpersonale Theorie suizidalen Verhatens
- Acquired Capanility -> Fähigkeit sich zu Suizidieren ( erhöhte Schmerztoleranz, keine Angst vor dem Tod)
Was erhöht Acquired Capability?
- Impulsivität
Misshandlungen
Kampferfahrungen
Suizidversuche
Schmerzhafte Erlebnisse
Prozessmodell(z.B. nach Teismann & Dorrmann, 2014)
- Beziehung herstellen
- Risikoabschätzung
- Reflektion anregen(Ambivalenz fördern, Kognitive Modifikation, Pro-Kontra, Wir müsste das Leben aussehen ?)
- Selbstkontrolle fördern (Notfallplan, Antisuizidvertrag, Hope Kit(Box mit lebensbejahenden Sachen)
- Setting bestimmen(ambulante vs. stationäre Weiterbehandlung)
ASSIP: AttemptedSuicideShort Intervention Program
1.Sitzung: Narratives Interview(Video) mit dem Ziel die persönliche Geschichte des Patienten zu verstehen, die zur suizidalen Krise führte.
2.Sitzung: Video-Playback. Rekonstruktion der Geschichte des Patienten. Identifikation von Lebensthemen, die im Zusammenhang stehen mit dem Suizidversuch.
3.Sitzung:Klärung der Muster und Abläufe, Erarbeiten von präventiven Verhaltensmassnahmen.
4.Sitzung: Mini –Exposition. Die individuell erarbeiteten Strategien werden an Hand des Videos eingeübt.
5.Briefliche Kontaktaufnahmeüber zwei Jahre
Was versteht man unter (experimenteller) Psychopathologie?
analysiert mittels Verfahren der molekularen Bildgebung die neurobiologischen Prozesse im Gehirn, die dem gesunden, aber auch psychisch veränderten Verhalten, Denken und Erleben zugrunde liegen.
Nennen Sie wichtige Etappen im Verständnis psychischer Störungen.
- Pinel: Irrsin wird als Krankheit anerkannt
- Griesinger beginnnt die Epoche der Gehirnpathologie
- 1975 Psychatrie- Enquette Kommission: Psychatrie-Reform wird in Gang gesetzt
Was versteht man unter einer operationalisierten klassifikatorischen Diagnostik
psychischer Störungen?
Um eine operationalisierte Diagnostik für eine Erkrankung vornehmen zu können braucht man zwei Dinge: erstens diagnostische Kriterien, also Symptome, Zeichen, Befunde, Zeit- und Verlaufskriterien im Sinne von Einschluss- und Ausschlusskriterien; zweitens Entscheidungs- und Verknüpfungsregeln für diese Kriterien
Nennen Sie vier Störungsgruppen des Kap. V des ICD-IO
- Entwicklungsstörungen
- Intelligenzstörungen
- Affektive Störungen
- Somatoforme Störungen
Nennen Sie vier Störungsgruppen des Kap. V des ICD-IO
- Entwicklungsstörungen
- Intelligenzstörungen
- Affektive Störungen
- Somatoforme Störungen
Nennen Sie je drei Argumente für und gegen eine klassifikatorische Diagnostik
psychischer Störungen.
. das reliable Ableiten der Diagnosen
• die wissenschaftliche Erforschung der psychischen Störungen
• Präzision, Validierung und Differenzierung von Symptomen und Syndromen anhand wissenschaftlicher Untersuchungen (Differenzialdiagnostik)
• Abgabe einer Prognose
• Institutionelle Zuweisung
• Qualitätskontrolle
• Qualitätssicherung
Kritik
mangelhafte Reliabilität
• die Stigmatisierungsgefahr ist immernoch sehr hoch
• zwischen den verschiedenen vorherrschenden "Schulen", sowie den existierenden Institutionen oder auch zwischen den einzelnen Ländern herrscht keine Übereinstimmung
• keine therapeutische und prognostische Validität
• die Bindung an in der Forschung vorherrschende wissenschaftliche Kriterien ist nicht vorhanden
Welche Gründe sprechen für den Einsatz von Fragebögen bei der Diagnostik
psychischer Störungen?
- Standartisierte Fragen
- Gut auswertbar
- Einordnung der Ergbnisse
Nennen Sie zwei mögliche Gründe für den Anstieg der Krankschreibungen aufgrund
psychischer Störungen
- Mehr Leute gehen zum Arzt durch bessere Aufklärung
- Leichter Simulierbar
Erklären Sie die Abkürzung DALYs und geben Sie an, in welchem Zusammenhang
diese Abkürzung verwendet wird
disability-adjusted life years
Welche Auswirkungen hatte der Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur Psychiatrie-Reform (1975) auf die Versorgung von Patienten mit einer psychischen Störung?
- Sofortmaßnahmen zur Befriedigung humaner Grundbedürfnisse“.
- „Die psychiatrische Krankenversorgung ist grundsätzlich ein Teil der allgemeinen Medizin. Demgemäß muss das System der psychiatrischen Versorgung in das bestehende System der allgemeinen Gesundheitsvorsorge und -fürsorge integriert werden
Nennen Sie die typischen Denkfehler Depressiver
Alles-oder-Nichts-Denken
Emotionale Beweisführung
Übergeneralisierung
Medizinethik – was ist das?
•Teilgebiet der (angewandten) Ethik
•Befasst sich mit normativen Fragen in Medizin und Gesundheitswesen
•befasst sich mit allen Beteiligten im Gesundheitswesen
Was sind die drei wichtigen Ethiktheorien?
- Tugendethik
- Pflichenethik
- Konsequenzialistische/Utilitaristische Ethik
Tugendethik
(Aristoteles, 384-322 v. Chr.):
Ausrichtung an menschlichen Tugenden
ethische Tugenden: z.B. Mut, Mäßigkeit, Freigiebigkeit, Großherzigkeit, Wahrhaftigkeit
Verstandestugenden: z.B. Klugheit, Weisheit
Konsequenzialistische/Utilitaristische Ethik
(Jeremy Bentham, 17481832):
Ausrichtung an den Konsequenzen einer Handlung Bsp. Utilitarismus: Ziel ist es, das Wohlergehen aller von einer Handlung Betroffenen insgesamt (und so das Gesamtwohl der Gemeinschaft) zu maximieren
Prinzipienorientierte Ethik nach Beauchamp und Childress ( das ist wichtig!)
Respekt vor der Autonomie des Patienten
•Nichtschadensgebot (Nonmalefizienz: „primum nil nocere“) James F. Childress
•Beförderung des Wohls (Benefizienz: „salus aegroti suprema lex“)
•Gerechtigkeit
Definition von Paternalismus:
•Als paternalistisch wird eine Handlung bezeichnet, wenn sie gegen den Willen, aber auf das Wohl einer/s anderen gerichtet ist, d.h. sie wird durch den Verweis auf Benefizienz (= die Beförderung des [vermeintlichen] Patientenwohls) gerechtfertigt.
Das Beispiel Psychochirurgie
•Definition:
Ablative und destruierende Eingriffe am morphologisch unauffälligen Gehirn mit dem Ziel der Beeinflussung psychischer Störungen
•Verbreitung: Weltweite Anwendung seit 1889, insbesondere zwischen 1935 und 1960 (> 50.000 Eingriffe)
•Kritik: Keine kurative Wirkung, sondern Ruhigstellung der Kranken („Nivellierung)
Die Leukotomie
Durchtrennung von Faserverbindungen in der Stirnlappenregion des Gehirns
Die Lobotomie ist die weiterentwicklung
Einwilligungsfähigkeit
•Zur Feststellung der Einwilligungsfähigkeit hat der Arzt jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob die Person fähig ist,
•einen bestimmten Sachverhalt zu verstehen; dies gilt insbesondere im Hinblick auf das Ziel des Vorhabens, Verfahren, Beeinträchtigungen, Risiken & Alternativen,
•diese Information in angemessener Weise zu verarbeiten,
•sie nachvollziehbar und nicht durch Krankheit oder geistige Unreife verzerrt zu bewerten,
•auf dieser Grundlage von Verständnis, Verarbeitung und Bewertung den eigenen Willen zu bilden und zu äußern (ZEKO, 1997).
Pflichtenethik
Immanuel Kant, 1724-1804):
Ausrichtung an grundlegenden Pflichten (= Deontologien) Bsp. Selbstzweckformel des Kategorischen Imperativs: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“