06. Vegetatives Nervensystem

Allgemein, Parasympathicus, Sympathicus, Darmnervensystem

Allgemein, Parasympathicus, Sympathicus, Darmnervensystem


T. H.
Diese Lernkarten erklären Aufbau und Funktion des vegetativen Nervensystems, insbesondere von Sympathicus und Parasympathicus mit ihren Ganglien, Plexus und Transmittern. Sie beschreiben die Signalwege, Organwirkungen und Unterschiede zwischen Grenzstrang-, prävertebralen und organnahen Ganglien sowie das eigenständige Darmnervensystem. Ideal für Auszubildende in medizinischen Berufen, um die Steuerung lebenswichtiger Funktionen wie Kreislauf, Verdauung und Drüsentätigkeit zu verstehen.
Karten
24
Lernende
64
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
22.08.2015 / 18.09.2026

Lernkarten

Wie arbeitet das VNS und wie wird es gesteuert?

  • arbeitet unwillkürlich & unbewusst
    = autonomes NS

  • gesteuert durch
    - Hypothalamus
    - Hirnstamm: Medulla oblongata mit Atemzentrum und Foramen reticularis
    - Kerngebiete im RM

Welche Erfolgsorgane innerviert das VNS?

  • glatte Muskulatur

  • Herz

  • Drüsen (Schweiß/Speichel)

Mit welchen Arealen geht das VNS Verbindungen ein?

  • Großhirnrinde

  • limb. System

  • Hypothalamus

Welche Funktionen regelt es?

Was passt es an?

  • regelt lebenserhaltende Funktionen
    - Kreislauf
    - Atmung
    - Verdauung
    - Stoffwechsel
    - Drüsensekretion

  • passt Vorgänge im Körperinneren auf momentane körperliche Bedürfnisse an

Woraus besteht es?

  • afferenter Schenkel
    - vizerosensible Fasern

  • efferente Schenkel
    - Sympathicus
    - Parasympathicus

  • Darmnervensystem

Woraus besteht der Parasympathicus?

  • zentrale Kerne im craniosacralen Bereich

  • mit peripheren Anteilen

Wie verläuft der PS cranial? (HNK, Ganglien, Erfolgsorgane)

  • Hirnnervenkerne III ,VII ,IX,X
    = präganglionäres 1. Neuron
  • über präganglionäre N.f. zu
    veg. Ganglien im Kopfbereich:
    - G. ciliare: N.III
    - G. pterygopalatinum + submandibulare: N.VII
    - G. oticum: N. IX
    - organnahe Ganglien: N. X
  • Erfolgsorgane
    - N.III: M.spincter pupillare + M.ciliaris
    - N.VII: Tränen-/Nasen-/Gaumen-/Speichel-Drüse
    - N.IX: Ohrspeicheldrüse
    - N. X: Brust- und Baucheingeweide

Wie verläuft der PS sacral?

Sacralmark
= präganglionäres 1. Neuron

als Nn. (splanchnici) pelvici zu
- Plexus hypogastricus inf.
- kleine Ganglien in den Org.

Erfolgsorgane:
- Blase
- Colon descendens
- Colon sigmoideum
- Rectum
- Genitalorgane ohne Uterus

Wie heißen die Kerngebiete des N. vagus und wo liegen sie?

Kerngebiete = Ncl. dorsalis = 1. Neuron
liegt in Medulla oblongata

Wie verlaufen die präganglionären Fasern des N. vagus und wie lautet ihr Transmitter?

- steigen mit großen Halsgefäßen in gemeinsamer B.g.-Hülle abwärts
- durch obere Thoraxapertur in Brusthölle
- durch Hiatus Ösophagus in Bauchraum

hier erfolgt
- geflechtartige Aufzweigungen = Plexus = 2.Neuron = Umschaltung
es gibt z.B.
- Plexus cardiacus
- Plexus pulmonalis
- Plexus ösophagus
- Plexus colliacus
- Plexus hepaticus
- Plexus renalis

Transmitter: ACH

Zu welchen Erfolgsorganen verlaufen die postganglionären Fasern des N. vagus
und wie lautet ihr Transmitter?

zu Erfolgsorganen
-
Herz
- Lunge: Bronchien verengt
- Leber, Niere, Pankreas
- Organe des GIT bis Colon transversum

Transmitter
- ACH bindet an ACH-Rezeptoren auf der Oberfläche des Erfolgsorgans
- Beendigung der Wirkung durch enzymatischen Abbau

Woraus besteht der Sympathicus?

  • mit zentralen Kernen im Seitenhorn TH 1- L 2 (= 1.Neuron)

  • mit peripheren Anteilen

Wie verläuft der Sympathicus?

  • durch Vorderwurzel verlassen prägangl. Fasern segmentweise das RM

  • verlaufen kurz im RM-Nerv zusammen mit allen anderen Fasern

  • bilden R.communicans albus zum Grenzstrangganglion

1. Umschaltung = 2. Neuron im Grenzstrangganglion
über Ramus communicans griseus zurück zum RM-Nerv
postganglionäre N.f. im RM-Nerv zur Haut (Haare, Schweißdrüsen)

 

2. keine Umschaltung im Grenzstrangganglion
präganglionäre N.f. zu prävertebralen Ganglien, Umschaltung = 2. Neuron
postganglionäre N.f. ziehen mit Gefäßen zu Erfolgsorganen
im Bauchraum & kleinen Becken

3. Umschaltung im Organ selbst
präganglionäre N.f. zu NNM-Zellen
= modifizierte postganglionäre sympathische Neurone
geben nach Stimulation in das Blut ab: 20% NA, 80% A

Welche Ganglien gehören zum Sympathicus und wo liegen sie?

  • Grenzstrangganglien
    - beiderseits der WS vor den QF
    - Schädelbasis bis Steißbein
    - paarig und segmental
    - untereinander verbunden

  • Prävertebrale Ganglien
    - vor der WS
    - unpaarig
    - liegen neben der Aorta und großen Gefäßen

Aus welchen Ganglien besteht der Halsteil des Grenzstrangs
und wie verlaufen ihre postganglionäre Fasern?

  • Halsteil: 3 Ganglien
    - Kerngebiete in 4-5 Thoraxsegmenten

  • Ganglion cervicales superius (unter der Schädelbasis)
    postganglionäre Fasern zu
    - Speicheldrüse
    - Auge: M.dilatator pupillae und M.tarsalis
    - Kopfgefäße (innen und außen)
    - Gesichts- und Kopfhaut

  • Ganglion cervical medium
    - oft fehlend

  • Ganglion stellatum
    postganglionäre Fasern zu
    - Herz
    - Lungen & Bronchien
    - Haut der oberen Extremitäten

Aus welchen Ganglien besteht der Brustteil des Grenzstrangs
und wie verlaufen ihre postganglionäre Fasern?

  • Brustteil: max. 16 Ganglien
    - 4-5 oberer Ganglien mit postganglionäre Fasern zu Herz & Lunge
    - nachfolgende 10-11 Ganglien
    präganglionäre Fasern als Nn. splanchnici zu

  • Ganglion coeliacum

  • Ganglion mesentericum sup.
    postganglionäre Fasern zu
    - Magen
    - Dünndarm & Colon
    - Pankreas
    - Leber
    - Niere

Aus welchen Ganglien besteht der Lendenteil des Grenzstrangs
und wie verlaufen ihre postganglionäre Fasern?

  • Lendenteil: 4-5 Ganglien
    prägangl. Fasern zu

  • Ganglion mesenteric. inf.

  • Ganglion hypogastricus sup.
    postgangl. Fasern zu
    - Blase (Harnwege)
    - Genitalorgane
    - Rectum

  • Ganglion L4-S1
    postganglionäre Fasern zu
    - Haut der unteren Extremität

Woraus besteht der Steißbeinteil des Grenzstrangs?

1 unpaares Ganglion
= Ende beider Stränge

Welche Transmitter vermitteln im sympathischen System?
Was ist das besondere am Transmitter-System des Sympathicus?

  • präganglionär: Acetylcholin ( ACH)

  • postganglionär: Noradrenalin (NA)

Ausnahme: Schweißdrüsen immer ACH

  • Sympathikus = adrenerges System
    - Transmitter bindet an spezifische Rezeptor
    - Beendigung der Transmitterwirkung durch den Rücktransport in die Synapsen

 

Wo liegt das Darmnervensystem?

  • in der T. submucosa des GIT: Plexus submucosus (Meissner)

  • zwischen Ring & Längsmuskulatur: Plexus myentericus ( Auerbach)

Was ist das Darmnervensystem?

  • Ansammlung von Nervenzellen

  • sensible Neuronen
    Reiz: Dehnung / Kontraktion der Darmwand

  • Interneurone zwischen sensiblen und motorischen Neuronen

  • motorische Neurone
    - veranlassen Muskulatur zu Kontraktion
    - innervieren Drüsenzellen zur Sekretion

  • Verschiedene Transmitter z.B. VIP = vasoaktives intestinales Peptid & ACH

Wie funktioniert das DNS?

  • prinzipiell ohne ZNS & VNS

  • Nervenzellen sind autonom (bilden selbst Impulse)

    interstinointersinaler Reflex: Dehnung der Darmwand führt zu ihrer Kontraktion

Welchen Einfluss hat das VNS auf das DNS?

  • Passen das Darmnervensystem an augenblickliche Bedürfnisse an

  • Parasympathikus
    - aktiviert Darmmotorneuronen positiv

  • Sympathikus
    - hemmt Darmmotorneurone negativ
    - aktiviert Sphinctermuskulatur (innere Kontraktion) positiv

Wie erfüllt das VNS seine Aufgaben?

  • afferenter Schenkel
    - Mechano-, Schmerz- und Chemorezeptoren in Haut, Gefäßen, inneren Organen
    - afferente veg. Nervenfasern verlaufen mit Sympathicus & Parasympaticus
    über das Spinalganglion zum RM
    hier
    -
    über sensible Neurone Weiterleitung zum Großhirn
    - über motorische Neurone Weiterleitung zur Skelettmuskulatur

  • Beginn des efferenten vegetativen Schenkels
    -
    präganlionäre vegetative Fasern zum veg. Ganglion = Umschaltung = 2. Neuron
    - postganglionäre Nervenfasern zurück zum Erfolgsorganen
    = innere Organe, Gefäße , Haut

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