01 PM 01 Atmung

Die Lerninhalte des BZ Pflege Bern

Die Lerninhalte des BZ Pflege Bern


D. S.
Diese Lernkarten vermitteln medizinisches Grundwissen zur Atmung und deren Überwachung auf universitärem Niveau. Im Fokus stehen Atemfrequenz, -qualität und -typen sowie deren altersabhängige Werte und pathologische Abweichungen wie Bradypnoe oder Tachypnoe. Praktische Aspekte wie Sauerstoffgabe, Pulsoximetrie und Fehlerquellen werden detailliert erläutert, ebenso wie die Beurteilung von Zyanose, Pupillenreaktion und Temperatur. Die Anwendung richtet sich an Medizinstudierende und Pflegekräfte, die fundierte Kenntnisse für die klinische Praxis benötigen.
Karten
49
Lernende
250
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.11.2015 / 24.06.2026

Lernkarten

Pulskontrolle Technik 

- An allen Körperstellen, an denen eine Arterie gegen einen festen Untergrund(Knochen, Muskulatur) gedrückt werden kann.
- Mit zwei bis drei Fingern wird leicht Druck auf die Arterie ausgeübt, um den Schlag zu spüren
- Zählen der Schläge für 15 Sekunden, den ermittelten Wert multiplizieren mit 4, ergtibt die Schläge pro Minute bei regelmässigem Puls
- Zählen der Schläge für 60 Sekunden bei unregelmässigem Puls. 
- Art. Carotis (Halsschlagader)
- Art. radialis
- Art. brachialis 
- Art. femoralis
- Art. poplistea 

Beurteilungskriterien für den Puls 

- Frequenz
- Rhythmus
- Qualität 

Pulsfrequenz 

Geht vom Herz Sinnusknoten aus
- Zwischen 60-80 ist der Normwert abhänig von psychischen Einflüssen, Lebensalter und Umweltbedingungen
- Tachykardie: zu hoher Puls
- Bradykardie: zu tiefer Puls 

Normwerte des Pulses 

Frühgeborene: 150-150 pro Minute
Neugeborene: 120-140 pro Minute
Säuglinge bis 1. Jahr: 110-120 pro Minute
Kleinkinder: 100 pro Minute
Jugendliche: 85 pro Minute 
Erwachsene 60-80 pro Minute 
Senioren: 70-90 pro Minute 
 

Frequenz physiologische Abweichungen: Bradykardie zu tiefer Puls 

- In Ruhe und Schlaf
- bei trainierten Sportlern
- bei Anpassung auf Meereshöhe
- bei älteren Menschen
- Im Hungerzustand

Frequenz physiologische Abweichungen: Tachykardie 

- Aufregung
- Angst
- Körperliche Anstrengung
- Anpassung auf Bergeshöhe
- Anregende Medikamente 

Pulsqualität:

- Spannung: der Wiederstand den die Pulswelle dem Druck der Fingerkuppen entgegensetzt. 
- Füllung: die blutmenge die pro Schlag durch das Gefäss fliesst. 

Blutdruck Definition: 

- Die Kraft die das Blut auf die Gefässwände ausübt.
- Der Druck den das strömende Blut auf die Gefässwand ausübt. 

Blutdruckkontrolle (Technik)
 

- An allen Körperstellen an denen eine Arteire gegen einen festen Untergrund (Knochen) gedrückt werden kann.
- Benutzung einer Blutdruckmanschette und eines Stethoskops.
- Manschette aufpumpen und langsam den Druck ablassen. Hören des ersten(systolischer Werz) bis zum letzten (diastolischer Wert) Schlag = Blutdruck in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) 

Messstellen Blutdruck 

- Oberarm
- Handgeleng
- Obeschenkel
- oder direkt blutig über einen Katheter 

Blutdruck Normwerte 

Normwerte sind abhängig vom:
- Lebensalter
- psychischen Einflussfaktoren
- Umweltbedingungen
- Säugling: 80/60 mmHg
- Kleinkinder: 90/60 mmHg
- Jungendliche: 110/79 mmHg
- Erwachsene: 120/80 mmHg
- Senioren: >60. Jahre: 150/90 mmHg

Physiologische Abweichungen beim Blutdruck: 

Hypotonie: 100/60 mmHg
Hypertonie: 150/90 mmHg

Mögliche Fehlerquellen/Messfehler 

- Manschette über der Kleidung
- Wiederholtes Aufpumpen
- Harn-/Stuhldrang 
- Angst/Schmerzen
- Rauchen, Kaffee, Kälte & Alkohol
- Messtechnick, schmale Manschette. Manschette nicht zentriert, Messungen im Liegen
- Beine überkreuzt, Leck in Ablassventil, Zeitdruck, lose anliegende Manschette,
- Manschette zu gross, zu schmal
- Nach sportlicher Betätigung
- sprechen

Körpertemperatur 

- Wird durch das Zusammenspiel von Wärmebildung, Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe konstant gehalten.
- Der Sollwert der Körpertemperatur beträgt cira 37 Grad Celsius. 

Temperaturkontrolle 

Im Gehörgang: 1-2 Sekunden
Oral/Sublingual: 9-90 Sekunden
Axillar: 1-2 Minuten
Rektal: 1-2 Minuten 
Messzeit mit Digitalthermometer 

Temperaturabweichungen: 

Hypothermie: < 35 Grad Celsius
Hypothermie: > 37.5 Grad Celsius 

Temperaturabweichungen: 

- Erhöte Temperatur 35.7 - 38.0
- Leicht erhöhte Temperatur: 38.1-38.5
- Mässiges Fieber: 38.6-39.0
- Hohes Fieber: 39.1-39.9
- Sehr hohes Fieber: > 40.0 

Pupillenreaktion: 

- Die Überprüfung der Pupillengrösse und Pupillenreaktion auf Licht, ermöglicht Aussagen über die Funktion des Mittelhirns und des III. Hirnnervs. 

Pupillenreaktion: 

- Bei einem Lichteinfall mittels einer Stablampe kommt es zu einem Zusammenziehen der Pupille.
- Bei einer Hirnverletzung kann es zu einem Fehlen der Pupillenreaktion kommen.
- Bei einer fehlenden Reaktion beider Pupillen, oder entrundete Pupillen, muss ein irreversibler Ausfall der Hirnstammfunktion befürchtet werden.

Mydriasis: 

Weite Pupillen 

Glasgow Koma Scale: GCS 

- Bei Verdacht einer Hirnverletzung wird der Pat. mittels der GCS eingeschätzt
- Bei PAt. mit einer Commptio cerebri (Gehirnerschütterung) besteht immer die Gefahr, dass sie im weiteren Verlauf eine Bewusstseinsstörung entwickeln, weil sich die Verletzung als schwerwiegender erweist. 
- Das gilt auch bei Contusio cerebri (Gehirnprellung), Compressio cerebri (Gehirnquetschung) 

GCS
 

- Augenöffnen
- Beste motorische Reaktion
- Beste verbale Reaktion
- Orientierung
- Ort
- Zeit
- Person
- Situation 

Dokumentation

- Erfüllen der 3 Grundlegenden Dokumentationsziele:
- Genaue Beschreibung von Zustand und Fortschritt des Pat.
- Klare Formulierung des Sachverhaltes in objektiver Fachsprache
- Erfüllung rechtlicher Anforderungen. 

Verabreichungsarten von Sauerstoff: Sauerstoffsonde:

Vorteile:
- Einfache Applikationen
- Angenehm für den Patienten
- Essen gut möglich
- 1 Nasenloch ist frei/ Wechsel schont Schleimhaut
Nachteile:
- Es können max. 4/6Liter verabreicht werden( je nach Katheterdurchmesser, siehe Verpackung)
- Über beide Naseneingänge das doppelte. 

Verabreichungsarten von Sauerstoff: Sauerstoffbrille:

Vorteile:
- o2 in beiden Nasenlöchern
- Es kann bis 8. Liter o2 gegeben werden
Nachteile:
- Beide Nasenlöcher eine Sonde
- Störend beim Essen
- rReizung der Nasenschleimhaut höher 

Verabreichunsarten von Sauerstoff: Suerstoffmaske: 

Vorteile:
Höhere L/min o2- Verabreichung möglich je nach System bis 10.L/Min verdünnt sich mit Luft = ca 60 % inspiratorische Sauerstoffkonzentration erreichbar( Maske ohne Reservoir)
- Bis 100% inspiratorische Sauerstoffkonzentration erreichbar bei Atmung mit Maske mit Reservoir
- Kaum Druckstellen
Nachteile:
- Angst verstärkt sich
- Unangenehmer für Pat. ( Essen, reden)
- CO2 Stau nur möglich, wenn die Maskenlöcher zugeklebt werden und falls 02 unter 5L fällt. 

Merkpunkte Sauerstoffverabreichung: 

- Verordnete Menge bachten
- Nur in Notfällen selbstständig verabreichen, dann unter Umständen hochdosiert bis 15L/Min
- 02 befeuchten/tocknet Schleimhäute aus => Gefahr der Schleimhauterosion
- Hygiene beachten: Sonden und System regelmässig wechseln, gute Händehygiene einhalten. 
- Feuergefahr beachten/ nicht rauchen
- 02 ist teuer
- Menge der Flascheninhalte beachteb bar x l pro Flasche (90 bar x 10L = 900L : durch 2L pro Minute = 450 Minuten)
 

Beobachtung / Überwachung eines Pat. mit Sauerstofftherapie: 

- Aussehen des Pat. Atmemfrequenz, Tiefe, Form, Rhythmus, Zyanose, Schwitzen
- Sonde: Fixation der Sonde ohne Zug und Druck, Lagekontrolle, Druckstellen, Feuchtigkeit der Schleimhaut kontrollieren/ Nasenpfleg, Konektion des Systems auf Dichtigkeit überprüfen
- Vitalzeichenkontrolle: P, BD, Atemfrequenz
- Biox
- Bewusstseinslage: wach, schläfrig, verwirrt
- Regelmässige Kontrolle der o2 Dosierung( CAVE: Überdosierung bei COPD Patienten) 

Pulsoximetrie

Sauerstoffsätigung in Blut 

Nomoxie: 

100-91 %

Hypoxie 

90-86%: Zusätzliche Sauerstoffgabe oer Sonde, Brille oder Maske 

Manifeste Hypoxie: 

85-71%: Zusätzlich massive Sauerstoffgabe mittels Maske, evtl. Intubation 

Akute vitale Gefährdung:

<70 %: Zusätzlich Intubation und Beatmung mit 100% Sauerstoff.

Indikationen von Sauerstoffgabe: 

- Erkennen respiratorischer Störungen (hypoxische Hypoxämie)
- Erfolgskontrolle von Sauerstoffzufuhr und Beatmung
- Wegen der einfachen Anwendung nicht Invasivität als Standartmonitoring verwendbar 

Fehlerquellen bei der Sauerstoffgabe

- Bewegungsartefakte, falsche Pulswerte z.B. bei Eptileptischer Anfall
- Unzureichende Perfusion, meist keine Werte angezeigt,z.B. bei Zentralisation( Schock), Peripherer Vasokonstriktion (Hypothermie, Alpha-Sympathomimetika)
- Low-Output-Syndrome(Linksherzversagen
- Nagellack 
- angezeigte Werte zu hoch z.B. bei: Rauchern, CO-Intoxikation, Rauchgasinhalation, Nitritvergiftung, Suizidversuch mit Autoabgasen.

ACHTUG: Sauerstoffgabe 

Immer vom klinischen Gesamtbild des Patienten ausgehen, nicht vom angezeigten Sättigungswert! Bei COPD- Pat. heisst das, dass bei Sauerstoffverabreichung immer die ATEMFREQUENZ gemessen werden muss. Eine Verlangsamung der Atemfrequenz in der Exacerbation bedeutet immer eine verminderte Abatmung des Kohlendioxids bei gutem Sauerstoffwert am Biox.
- CO2- Narkosegefahr-Apnoegefahr- Tod 

Atemfrequenz in Abhängigkeit vom Lebensalter: 

Frühgeborenes: 50-60 pro Minute
Neugeborenes: 30-40 pro Minute
Kleinkind: 20-25 pro Minute
Jugendlicher: 16-18 pro Minute
Erwachsener: 14-16 pro Minute

Eupnoe: 

Eine normale Atmung:14-16 Atemzüge 

Tachypnoe: 

Eine zu schnelle Atmung: über 16 Atemzüge pro Minute 

Bradypnoe: 

Eine zu langsame Atmung: unter 14 Atemzüge pro Minute 

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